Matthäus

Predigthilfe vom 24. Dezember 2018 – Matthäus 1, 18-25

Predigtthema:         Bitte Annehmen – Jesus kommt als die Hilfe Gottes

Predigttext:              Mt 1,18-25 und Jes 7,14 oder Ps 121 (Vorschlag als Textlesung)

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes.

Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

  1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Die Weihnachtsgeschichte bzw. die Ereignisse rund um die Geburt Jesu finden wir nur in zwei der vier Evangelien (Mt 1,18- 2,23 und Lk 1-3), die sich in ihren Berichten gegenseitig ergänzen. Es ist hilfreich auch die Ereignisse von der Ankündigung der Geburt Jesu in Lk 1,26-38 zu lesen.

Die Geburt Jesu geschah nicht unvorbereitet, sondern wurde durch die Propheten im Alten Testament vorhergesagt und von den Engeln bei Zacharias und Maria (Lk 1) angekündigt. Gottesfürchtige Menschen rechneten mit seinem Kommen und seiner Ankunft (Adventszeit). Z.B.:

  1. Simeon (Lk 2,25) und Hanna die im Tempel auf die Rettung Israels warteten.
  2. Die Jünger, die den Messias gefunden haben und somit auf der Suche und in Erwartung waren (Joh 1,40-41).
  3. Bei der Frau am Jakobsbrunnen, die im Dorf von Jesus berichtet ob das nicht der Messias sein könnte (Joh 4,29).
  4. Selbst ungläubige Schriftgelehrten wussten wo der Messias geboren werden würde und gaben Herodes Auskunft über den Geburtsort (Mt 2,4 und Mi 5,1ff).

Das Matthäusevangelium betont daher häufig die „Erfüllung“ dessen, was im Alten Testament geschrieben steht, mit den Worten „auf dass erfüllt würde“. z.B. Mt 1,22; 2,15.17.23; 4,14; 5,17 usw.

Matthäus legt in seiner Weihnachtserzählung besonderen Wert auf die Reaktionen der Menschen, die von der Geburt Jesu gehört haben.

  1. Die Reaktion Josefs, dem Verlobten der Maria Mt 1,18-25
  2. Die Reaktion Herodes, dem König von Judäa Mt 2
  3. Die Reaktion der Schriftgelehrten, welche die Schriften erforschten Mt 2
  4. Die Reaktion der Weisen, die aus dem Land des Osten (Irak) angereist kamen Mt 2

In unserem Textabschnitt geht es um die Beschreibung der Jungfrauengeburt (Mt 1,18) und den entstandenen Beziehungsnöten (Mt 1,19) zwischen Maria und Josef durch diese wundersame Schwangerschaft.

  • Josef wird mit dem „Schwangerschaftswunder“ konfrontiert und das wird zur Herausforderung des Glaubens.
  • Kann und soll Josef der Geschichte glauben, die Maria ihm erzählte: von der Ankündigung eines Engels und der Schwangerschaft durch den Heiligen Geist (Lk 1,26-38)?
  • Kann Josef eine schwangere Jungfrau (gleicht einem Widerspruch in sich) als Ehefrau trotzdem annehmen?
  • Josefs Überlegung gleicht einem geordneten Rückzug – will die Verlobung auflösen ohne Maria als Ehebrecherin bloß zu stellen.
  • Die Erinnerung an Gottes Wort und Offenbarung wird zur Ermutigung für Josef, der seine Aufgabe und Verantwortung annimmt.

Bitte annehmen – Jesus kommt!!! – so lautet die Aufforderung von Weihnachten. Für Josef kommt es zur Entscheidung des Glaubens und seine Reaktion wird zum Vorbild für uns, wie wir mit der Weihnachtsgeschichte umgehen sollen.

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Folgende Predigthilfen stehen bereits zur Verfügung:

Predigthilfe vom 24.12.2011 – Matthäus 1, 18-25        von Thomas Richter

https://www.christusbund.de/predigthilfen/predigthilfe-vom-24-dezember-2011-matthaus-1-18-25/

  • Beschreibt die Situation von Maria und Josef, die durch die unerwartete Schwangerschaft in eine schwierige Situation kamen und wie sie damit umgingen.

Predigthilfe vom 24.12.2006 – Matthäus 1, 18-25        von Eckhard Löffler

https://www.christusbund.de/predigthilfen/predigthilfe-vom-24-12-2006-matthaus-1-18-25/

  • Gibt kurze Erklärungen zu den einzelnen Versen und Predigtgliederungen.

Predigthilfe vom 24.12.2001 – Matthäus 1, 18-25        von Dr. Heiko Krimmer

https://www.christusbund.de/predigthilfen/predigthilfe-vom-24-12-2001-matthaus-1-18-25/

  • Gibt ebenso jeweils kurze Erklärungen zu den einzelnen Versen und Predigtgliederungen über den guten Willen von Josef, den rettenden Willen Gottes und den heilenden Willen Jesu.

Predigt zum anhören von Jürg Birnstiel. „Die Geburt, die in kein Schema passt“: http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=4712&title=&biblevers=&searchstring=&author=0&language=0&category=0&play=1

Gitt, Werner 2005. Die Wunder der Bibel – Zumutung oder Tatsache. CLV Dillenburg. S.27-32

1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Hier Bitte die Erklärungen aus den eben angeführten Predigthilfen benutzen!

Die folgenden Anmerkungen zum Verständnis des Textes beziehen sich vor allem auf das Wunder der Menschwerdung Jesu und die Bedeutung der Jungfrauengeburt.

Die Jungfrauengeburt – ein verborgener und heiliger Akt Gottes

Die Zeugung war ein heiliger Vorgang, der mit einer sexuellen Vorstellung nichts gemeinsam hat. Hier sollten, wollen wir demütig vor diesen heiligen Akt des Wirkens Gottes jeden unreinen Gedanken in Christus gefangen nehmen. Gott greift übernatürlich in die Geschichte ein und beruft Maria, die sich als Werkzeug gebrauchen lässt und ihr Leib und Leben Gott zur Verfügung stellt. Maria hatte nicht gesagt: „Mein Bauch gehört mir“. Sie war bereit als Magd für den Herrn (Lk 1,35) die Mutter (Leihmutter) Jesu zu werden. Sie wird nie Mutter Gottes bezeichnet, wie das irrtümlich im Sprachgebrauch der kath. Kirche üblich ist.

Die Jungfrauengeburt – eine biblische Beschreibung

Mt 1,15-16: Der Sprachliche Textabbruch der vorhergehenden Abstammungslinie belegt, dass Josef hier eben nicht als Erzeuger von Jesus erwähnt wird, wohl aber als Mann der Maria. Ähnlich betont es auch Lukas in Lk 3,23, wo das Volk dem Anschein nach meinte, dass Jesus der Sohn Josefs war, was aber nicht wirklich der Tatsache entsprach.

Mt 1,18 betont explizit,

  1. dass die Beschreibung sich auf die Art und Weise der Geburt Jesu bezieht
  2. dass Maria mit Josef erst verlobt war
  3. dass sie noch nicht zusammengekommen waren (keinen Verkehr hatten)
  4. dass sie vom Heiligen Geist empfangen hatte und darum schwanger war

Mt 1,20: Der Engel bestätigt die Zeugung durch den Heiligen Geist.

Mt 1,21 zeigt das übernatürliche Eingreifen Gottes, weil bereits von Gott festgelegt wurde

a) dass es ein Sohn wird

b) er Jesus heißen soll

c) und der Retter und Messias ist

Mt 1,22 verweist auf eine alttestamentliche Weissagung, die bereits zur Zeit Jesajas (Jes 7,14) das Wunder einer Jungfrauengeburt erwähnt und nun seine Erfüllung findet.

Mt 1,25: Josefs Reaktion bestätigen die unglaublichen Ereignisse und die Tatsache der Jungfrauengeburt.

Lk 1,27 Auch Lukas bezeichnet Maria ausdrücklich als eine Jungfrau.

Lk 1,34 Maria bestätigt, dass sie in ihrer Verlobungszeit noch keinen sexuellen Verkehr mit Josef oder einem anderen Mann hatte.

Lk 1,31-38: Gabriel, der Engel Gottes kündigt die übernatürliche Zeugung an:

  1. Jesus wird Sohn des Höchsten genannt, nicht Sohn Josefs.
  2. Der Sohn wird in Ewigkeit regieren, sein Reich wird kein Ende haben – setzt ein übernatürliches und ewiges Leben voraus.
  3. Der Heilige Geist wird über Maria kommen und die Schwangerschaft auslösen.
  4. Es wird etwas Heiliges und Sündloses gezeugt – Sohn Gottes.
  5. Die Schwangerschaft von Elisabeth (deren Leib bereits zu alt war) wird zum Beweis für Gottes unbegrenzte Möglichkeiten.

Die Jungfrauengeburt – Gründe für ihre Glaubwürdigkeit

–    Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Er ist der Schöpfer und ist allmächtig.

–   Gott macht unfruchtbare Frauen fruchtbar (Sarah 1Mo 18,10.14; Frau Manoachs Ri 13,3; Hanna 1Sam 1,20; Frau von Schunem 2Kö 4,16; Elisabeth Lk 1,7.13)

–    Der Messias wird als Nachkomme vom Samen der Frau vorhergesagt (1Mo 3,15)

–    Eine Weissagung spricht vom Wunder der Jungfrauengeburt (Jes 7,14)

–    Der Heilige Geist hatte immer eine Lebensspende und übernatürliche Wirkung

o   1Mo 1,2; 2,7 gab den Menschen das Leben

o   Hes 37           wirkt die Auferweckung aus dem Tod

o   Joh 3              bewirkt die Wiedergeburt des Menschen und ewiges Leben

o   Apg.2             der Heilige Geist schuf die lebendige Gemeinde

  1. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

  • Weihnachten und seine heilsentscheidende Verbindung zu Ostern

Im Verhältnis zum Sterben und Tod nimmt die Geburt Jesu in den Evangelien weniger Raum ein. Damit sind die Ereignisse um Bethlehem und die Menschwerdung Gottes nicht weniger wichtig, aber die zentrale Botschaft des Evangeliums erfüllt sich doch mit dem Geschehen auf Golgatha in Jerusalem. Nur die Geburt und das Leben Jesu auf der Erde hätten der Menschheit keine Erlösung gebracht. Das Heil kam mit der Geburt Jesu zu den Menschen, aber am Kreuz wurde das Heil vollbracht und für jeden Menschen wirksam, der glaubt. Daher wäre die Krippe ohne das Kreuz wirkungslos! Vgl. Mt 20,28; 26,28; 1Joh 2,2; Heb 9,28.

  • Weihnachten und seine heilsentscheidende Grundlage zur Jungfrauengeburt

Die liberale Theologie leugnet das Wunder der Jungfrauengeburt, weil sie naturwissenschaftlich nicht erklärbar ist. Leider kommt es auch vermehrt in evangelikalen Kreisen vor, dass übernatürliche historische Ereignisse angezweifelt werden (z.B. Jona im Bauch des Fisches, Hiob, Sechstageschöpfung oder die Wunder Jesu). Ein wörtliches Verständnis gilt als fundamentalistisch oder dogmatisch überzogen. Um Konfrontationen mit ungläubigen oder „aufgeklärten“ Menschen (denen diese Texte, wie z.B. über die Jungfrauengeburt, ein Anstoß sein könnten) aus dem Weg zu gehen, wird gern auf ein wörtliches Schriftverständnis verzichtet.

Hinweis:

  • Wir nehmen diese Textabschnitte wörtlich und glauben den Aussagen der Heiligen Schrift.
  • Wir sehen die Jungfrauengeburt keineswegs als Nebensächlichkeit.
  • Die Art der Menschwerdung Jesu hat eine heilsentscheidende Relevanz.

An der Jungfrauengeburt entscheidet sich die Natur Jesu als Gottessohn und Menschensohn. Sie wird heilsentscheidend, weil sie bestimmt, wer am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben ist. War Jesus ein Mensch, von Joseph oder einem anderen gezeugt und somit nach dem sündhaften Ebenbilde Adams geschaffen (1Mo 5,3f; Röm 3,23; Pred 7,20) oder vom Heiligen Geist gezeugt als der zweite Mensch und letzte Adam, geschaffen in Heiligkeit nach dem Ebenbild Gottes, ohne Sünde (1Kor 15,45-47; Joh 1,14; Heb 1,3; 4,15; 1Joh 3,5).

Die Jungfrauengeburt begründet:

  • dass Jesus Sohn Gottes ist und vom Vater im Himmel abstammt und damit Sohn des Höchsten ist (Lk 1,32)
  • dass Jesus unabhängig von sündhaftem Samen des Mannes abstammt und damit sündlos und heilig ist (Lk 1,35)
  • dass Jesus vollkommen Mensch ist, um für die Sünde der Menschen sterben zu können (Heb 2,14)
  • dass Jesus vollkommen Gott ist, um ein sündloses und heiliges Opfer zu sein (1Joh 3,5; 2Kor 5,21)

Ohne Jungfrauengeburt wäre Jesus weder sündloser Menschensohn noch ganz Gottessohn. Somit hätte der Mensch kein annehmbares und gültiges Sühnopfer, das vor dem heiligen Gott für unsere Sünden genügen würde. Eine Leugnung der Jungfrauengeburt würde damit das Wesen Jesu als Gottes Sohn umdeuten, das Erlösungswerk ungültig und bedeutungslos machen.

Jungfrau oder junge Frau: Im Hebräischen gibt es zwei Wörter für Jungfrau: betula und

alma. Während bei betula die Betonung auf der Unberührtheit liegt (z. B. Rebekka: 1Mo 24,16; die Tochter des Jeftah: Ri 11,38; Tamar, die Tochter Davids: 1Sam 13,2), hebt alma mehr den Aspekt des herangereiften und heiratsfähigen Mädchens hervor (z. B. 1Mo 24,43; Hohelied 1,3). Aber auch bei alma wird die Unberührtheit stillschweigend vorausgesetzt. Bibelkritiker haben eingewandt, dass im alttestamentlichen Bezugstext von Jesaja 7,14 das zweite Wort steht und darum statt Jungfrau auch junge Frau übersetzt werden könne. Diese Auffassung wird jedoch durch die bezeugte Erfüllung (Mt 1,23 und Lk 1,27) widerlegt.

2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)

Der Weihnachtsgottesdienst ist nicht der Platz um eine theologische Auseinandersetzung über die Jungfrauengeburt zu führen und dennoch gehört gerade sie zum Wunder der Menschwerdung Jesu und somit zu Weihnachten.

Einstiegshilfen für die Predigt könnten sein:

Einstieg 1: Der Skandal – ungewollt schwanger und jetzt?!

Dass eine unverheiratete Frau schwanger wird und ein Kind bekommt ist heute schon längst kein Skandal mehr. Es mag unangenehm oder ungeschickt und unpraktisch sein – aber unmoralisch?

Nun der eigentliche Skandal ist, dass die Bibel behauptet, dass eine Jungfrau schwanger wird ohne sexuellen Verkehr mit einem Mann gehabt zu haben. Das ist unrealistisch, unwissenschaftlich und absolut unerhört – aber ist es wirklich so unmöglich? „Bei Gott ist kein Ding unmöglich!“

Einstieg 2: Wie Deutsche über Weihnachten denken (Oktober 2017)

https://de.statista.com/prognosen/778025/umfrage-in-deutschland-zu-meinungen-ueber-weihnachten

Einstieg 3: Nur noch jeder Fünfte geht an Weihnachten in den Gottesdienst

(Insa-Umfrage Dez. 2017) Die Mehrheit der Kirchenmitglieder bleibt zuhause. Bei evangelischen Freikirchlern sind es 43 Prozent, bei Katholiken 36 Prozent, bei der evangelischen Landeskirchen 31 Prozent.

https://www.welt.de/vermischtes/article171715301/Kirche-Warum-wir-Weihnachten-in-die-Kirche-gehen-sollten.html

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)

Weihnachten! Kaum ein anderer christlicher Feiertag wird noch in der Gesellschaft so angenommen und gefeiert wie das „Fest der Liebe und der Familie“. Die Kirchen- und Gemeindehäuser sind voll und wir wollen die Möglichkeit nutzen den Menschen, die vielleicht nur 1x im Jahr zum Gottesdienst kommen die Gute Nachricht von Jesus Christus lieb zu machen.

Daher sollte die Predigt:

  • erklärend sein: Viele Gäste kennen die Hintergründe von Weihnachten nicht mehr
  • persönlich sein: Die Anwendungen sollen praktisch für den Alltag sein
  • evangelistisch sein: Wir wollen Menschen einladen zum Glauben, dass sie Jesus als Gottes Hilfe und Retter für ihr Leben annehmen.
  1. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Kindern wird gesagt: „Wenn Du lieb und artig bist. Kommt zu dir das Christkind.“ Wirklich?

Das Christkind kommt nicht, weil die Menschen artig und lieb sind, sondern Jesus ist gekommen, weil die Menschen Sünder sind.

Weihnachten ist eingebettet in Gottes große Rettungsaktion für die Erlösung der Menschheit. Gott schickt seine Hilfe vom Himmel, weil sich die Welt

  1. in großer Not befindet
  2. sich selbst nicht helfen kann

Vom Kleinsten bis zum Größten leidet der Mensch unter der Sünde, der Ungerechtigkeit, der Ausbeutung, Unterdrückung und des eigenen Unvermögens und dem unaufhaltsamen Ende seines Lebens.

Konkret kann der Text dahingehend angewendet werden:

  1. Wie und warum die Hilfe Gottes in Jesus zu den Menschen gekommen ist
  2. Wie und warum die Menschen auf Gottes Hilfe reagieren

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

  • Die Hilfe hat den Ursprung in der Not des Menschen
  • Haben wir die eigene Not und Hilfsbedürftigkeit erkannt?
  • Wie gehen wir mit Hilfe um, die uns angeboten wird?
  • Sind wir bereit uns helfen zu lassen und warum lehne ich Hilfe ab, wo ich sie doch so nötig habe?

 

  • Die Hilfe kommt unerwartet und anders als gedacht
  • Welche Vorstellung habe ich davon, wie Gottes Hilfe aussehen muss?
  • Viele gehen zu zweifelhaften Ärzten oder wenden fragwürdige Heilmethoden an mit der Begründung: „Hauptsache es hilft!“
  • Warum stören sich dann Menschen am Wunder der Jungfrauengeburt? Hauptsache ist doch, dass es eben hilft!
  • Josef wird mit dem „Schwangerschaftswunder“ und der Hilfe Gottes konfrontiert und das wird zur Herausforderung des Glaubens.
  • Im Traum begründet der Engel seine Botschaft mit dem Wort Gottes. Die Erfüllung und Glaubwürdigkeit des Wortes Gottes wird für Josef zum Anlass zu vertrauen.
  • Wir können Zusagen und Hilfe vertrauen, wie es viele schon gemacht haben.
    • Ps. 40,18; 44,27; 63,8; 115,9-10; 119,41.81; 121,2; 124,8;

 

  • Die Hilfe muss persönlich in Anspruch genommen werden
  • Ich muss die Hilfe zulassen und an mir geschehen lassen. Wie Maria, die es an sich hatte geschehen lassen, voller Vertrauen und Glauben an Gott.
  • Josef wollte seiner Frau auf eigene Weise aus der Situation helfen indem er sich zurückzieht und sie frei gibt.
  • Josef musste lernen, dass Hilfe nur mit seiner Gegenwart nützlich ist. Er sollte sich ihrer annehmen, wie Gott sich dem Menschen angenommen hat.
  • „Gott mit uns“ ist die Hilfe der Gegenwart Gottes. Vgl. Mt 28,20; Ps 46,12; 2Tim 4,22.

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Bitte annehmen – Jesus ist die Hilfe von Gott

  • Gottes Hilfe kam überraschend seltsam und anders als gedacht
  • Gottes Hilfe fordert mich persönlich heraus Stellung zu beziehen
  • Gottes Hilfe muss angenommen und befolgt werden

oder

  • Jesus – die wunderbare Hilfe
  • Jesus – das wunderbare Angebot
  • Jesus – die wunderbare Gegenwart

Weihnachten: Jesus, der Retter ist geboren

  • Das Weihnachtswunder – Gott wird in Jesus Mensch
  • Der Weihnachtsglaube – Gott vergibt mir in Jesus meine Sünden
  • Die Weihnachtsfreude – Gott ist in Jesus mit uns

Josef – Gottes Wunschvater

  • Josef – ein liebevoller Kümmerer
  • Josef – der auserwählte irdische Vater
  • Josef – der beherzte Befolger

(nach Eugen Thielmann, Zeitschrift „Aktuell“ 4/ 2018)

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

In der Weihnachtszeit werden wieder Millionen Erwachsene an Millionen Kindern schuldig. Sie setzen ihnen die Struwwelpeterbrille auf. Und dann sieht Weihnachten so aus: „Wenn die Kinder artig sind, kommt zu ihnen das Christkind.“

Das ist Verführung zur Selbstgerechtigkeit. Gott schickte seinen Sohn nicht in die Welt, weil die Kinder „artig“ waren. Zum Glück nicht! Sonst müssten wir heute noch auf ihn warten. Jesus kommt in die Welt, weil diese Welt an ihrer Lüge, ihrer Ungerechtigkeit, an Hass und Neid, an der Gier zugrunde geht. Weil wir Menschen das Verhältnis zu Gott zerbrochen haben und daran nun selber zerbrechen. Deshalb legt Gott das Kind in die Krippe von Bethlehem. Der Club der Selbstgerechten – er ist die stärkste Partei der Welt – hat deshalb auch den Weihnachtsmann erfunden. Er kann mit dem Kind in der Krippe nichts anfangen.

Gott will nicht, dass wir zu Weihnachten religiöse Männchen bauen. Lasst euch nicht verführen! Gottes Liebe ist ohne Vorurteile. Er kommt zur Hilfe, nicht um Bonbons an artige Kinder zu verschenken.         (Ulrich Parzany)

Klaus Eberwein