Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der versagt
Predigtthema: treu im Gehorsam
Bibelstelle: Matthäus 1, 18-25
Verfasser: Eckhard Löffler
Vorbemerkungen:
Gott selbst löst die Konflikte Josefs.
VERLOBUNG bedeutete in Israel viel mehr als bei uns. Sie stand rechtlich der Eheschließung gleich, denn die Braut galt schon als Ehefrau. Starb der Verlobte, war sie Witwe. Die eigentliche Eheschließung geschah bei der Hochzeit mit der Heimführung der Braut ins Haus des Bräutigams. (1)
Textbausteine:
V 18 Brisante Feststellungen: Maria gehörte zu einer Priesterfamilie (Zacharias + Elisabeth; Lk 1, 36. 43-45). Frauen heirateten mit ca. 14 Jahren. Im Falle eines Ehebruchs erwarteten sie (3. Mo 21, 9) und den Verführer Todesstrafen.
Die Jungfrauengeburt ist naturwissenschaftlich „aufgeklärten“ Menschen nicht erklärbar. Dass Gott durch den Heiligen Geist Vater wird (Luk 1, 26ff wird Näheres beschrieben) ist unvorstellbar (2), wäre ein Wunder.
Maria litt ungeheuer: Priestertochter – verlobt mit Josef, den sie nicht betrogen hatte und nicht täuschen wollte – Angst vor der Öffentlichkeit, in der solche Verfahren verurteilt wurden.
V 19 Lukas weckt mehr Verständnis für Maria (Luk 1, 26ff; 39ff; 2, 16.19.34f; 48, 59), Matthäus für Josef.
Bei einem Gerechten sind Lehre und Leben eins: Leben nach dem Willen Gottes. Josef will Maria schützen und sie vor Todesstrafe und der Veröffentlichung, am Pranger zu stehen, (3) bewahren.
Josef wusste von der Schwangerschaft, kannte aber nicht die Ursache, war zur Annahme gezwungen, ein anderer Vater war dabei. Sein seltsames Verhalten: Der „Betrogene“ will seine Verlobte und den eventuellen Vater nicht belangen.
Maria hat geschwiegen und offensichtlich alles in Gottes Hand gelegt (Ps 37, 5).
Jesus nennt übrigens Maria öfter „seine Mutter“, aber nie Josef seinen „Vater“.
V 20-21 Plötzliche Besuche lösen meistens Überraschung, Erschrecken oder Freude aus.
„Siehe“ weist in der Bibel überwiegend auf Sachverhalte hin, die man ohne Weiteres nicht sehen kann. Ohne Glauben lässt sich Wesentliches aber nicht erblicken. Gemeint ist hier: Achtung – wichtig!
Ein SOHN wird´s werden. (4) Josef wird von höchster Instanz gebeten, das Vaterrecht auszuüben, z.B. die Namensgebung: Jesus. (5) Namen waren vorgesehene Lebensprogramme. (6)
Josef in seiner Lebenskrise: Einer will hier echt nach Gottes Wort leben (V19) und wird trotzdem beauftragt, VÖLLIG NEUE Gedanken Gottes zu vertreten. Josef war OFFEN FÜR GOTTES HINWEISE. (7)
Maria hätte er in dieser Frage evtl. kaum geglaubt, aber Gott kann jederzeit eingreifen und tun, was wir nicht können.
Gliederungsvorschlag 1 (nach Prof. Dr. Gerhard Maier):
1. Das Wunder der Geburt Jesu
2. Das Wunder mit dem Gehorsam zweier Menschen verbunden
3. Der wunderbare Auftrag Jesu
Gliederungsvorschlag 2 (nach Hans Bruns):
Durchglauben trotz aller Hindernisse … Glauben heißt
1. Ja sagen zu Gottes Führungen, auch wenn sie schwer sind.
2. offen sein für Gottes Order, auch wenn es überrascht.
3. gehorsam Gottes Wege gehen – auch die dunklen.
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Fußnoten:
(1) Weibliche Verlobte galten RECHTLICH als Ehefrauen: 5. Mo 22, 23ff.
(2) „Was ich nicht begreife, kann ich nicht glauben.“
Der Islam konstatiert gar Gotteslästerung in der Aussage: Der eine Gott ist Vater geworden.
Für das griechische Götterverständnis kein Problem. Hier verhalten sich selbstgemachte Götter wie Menschen, inklusive aller menschlichen Schwächen.
(3) Der Pranger bedeutete auch in unserem Land die öffentliche Zurschaustellung von Gesetzesbrechern.
Siehe auch Kol 2, 15.
(4) Ultraschall war damals unbekannt…
(5) Jesus heißt „Jahwe ist Heil“ – Gott rettet, hilft, heilt.
(6) Noch vor wenigen Generationen nannten Eltern ihre Kinder Gotthilf – Gottlieb – Traugott – Renate (= Wiederborene). S. a. Gottliebin Dittus (Blumhardts Kampf, auch über „Google.de“).
(7) Nachdem das Wort Gottes zusammengefasst und abgeschlossen wurde (Synode von Hippo, 393 n. Chr.), werden zusätzliche Erkenntnisse an der Schrift geprüft.