Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der versagt
Predigtthema: treu im Vertrauen
Bibelstelle: Offenbarung 7, 9-17
Verfasser: Eckhard Löffler
Vorbemerkungen:
Der Jünger Johannes hatte sein Evangelium und die Briefe verfasst. Kaiser Domitian verfolgte die Christen hart. Johannes wurde auf die Verbannungsinsel Samos transportiert.
Der Buchtitel „Offenbarung des Johannes“ hieß ursprünglich „Offenbarung Jesu Christi“ (1,1), griech. apokalypsis, d.h. Entschleierung, Enthüllung, auch Erscheinung (z.B. Gal 1,12). Der Text wurde in den Gottesdiensten vorgelesen, also eine Veröffentlichung. Das Buch wurde besonders von der verfolgten, leidenden Gemeinde geschätzt.
Spezielle Ausleger und ihre Bücher gibt es „wie Sand am Meer“. Der Inhalt eignet sich leider auch für spekulative Voraussagen, deshalb ist eine Hauptregel zu beachten: Nur weitergeben, was wirklich DA STEHT.
Kap 7 beginnt mit einem Blick auf die Erde. Ab V 9 wird über den Himmel berichtet.
Bei Gott laufen alle Fäden zusammen.
Textbausteine:
V 9 „Und siehe“ gehört zu den biblischen Fachausdrücken. Man kann ja auf diesen Appell hin oft NICHTS Erhofftes sehen. Jesus macht das z.B. auch mit Thomas durch (Joh 20). Das glaubende Herz erlebt mit und sieht von Gott mehr.
Aber NUN ist Sehen das Normale, das heute noch nicht ganz Vorstellbare: Gottes Thron und Jesus, das Lamm. Wonach sich im Lauf der Zeit Milliarden von Christen gesehnt haben: Real existierende Gotteswirklichkeit. (2)
Weiße Kleider beschreiben die Reinheit, von Gott GESCHENKT. Glaubensgerechtigkeit, unverdient. Weiße Kleider tragen Priester, die vor Gott dienen.
Palmzweige waren Zeichen des Sieges. Siegreiche Feldherrn wurden so begrüßt (1. Makk 13, 51; 2. Makk 10, 7; Jo 12, 13). In Israel gehören sie zum Laubhüttenfest – Tage überquellender Freude.
V 10 Alle Märtyrer hätten Grund zur Klage gehabt! Kein Wort von ihren Leistungen und ihrer Geduld.
Die VOLLVERSAMMLUNG (3) nach einer ganzen Weltgeschichte.
Die Gemeinden aus Israel und den Völkern sind nun eins (Eph 2, 14-16; Röm 11, 17-24).
Die göttliche „Vollzahl“ [in Röm 11, 25 „Fülle“] in V 4 ist keine Zählzahl (1), sondern beschreibt den Märtyrergemeinden die umfassende Rettung Gottes – als Trostzahl für die verfolgten Geschwister.
Der Herr kennt die Seinen, der Hirte hat ALLE Schafe im Blick.
Herkunft: „ALLE Nationen, Stämme, Völker und Sprachen“. Der Missionsauftrag Jesu (Mk 16, 15f) ist der mit Abstand am besten ausgeführte Auftrag aller Zeiten. Zu den Herkünften gehören auch „härteste Böden für das Evangelium“, „strenge Zeugnisverbote“, Märtyrerschicksale. Zeuge = griech. „martys“.
Auch aus Israel lassen sich in der letzten, großen Trübsal Menschen für Jesus gewinnen (Röm 11, 25). Die messianischen Judengemeinden wachsen in Deutschland.
Das erreichte, realistische „Traumziel“ der Gläubigen: END-lich vor dem Thron und dem Lamm.
Erbarmung ist´s und weiter nichts.
Das „Lob aus der Tiefe“ von Gläubigen, die durch dunkle Täler gehen mussten beeindruckt Geschwister. (4)
V 11 Der ganze Himmel ist höchst aktiv. Diesen Termin hatten alle erwartet (1. Ko 4, 9).
„Aufs Angesicht fallen“ (1. Mo 17, 3. 17) bedeutet: Wenn das Gesicht im Staub liegt, lässt sich kaum noch was sehen. Der Herr ist dran. ANBETEN und HÖREN sind angesagt.
Beten ist auch heute schon die größtmögliche Kraftentfaltung für Jesusnachfolger.
Niemand sonst hat solch günstige „Beziehungen“, „Vitamin B“.
V 12 Siebengliedriger Lobpreis im himmlischen, ewigen Gottesdienst. (5)
V 13f Auch Johannes bat um eine Antwort. Ein „Ältester“ fragt praktisch stellvertretend: Antwort: Diese sind´s, die … (!)
V 14 Der Weg über das Kreuz war die einzige Möglichkeit sündige Menschen zu retten und wird einmal von allen als genialste Rettungsaktion aller Zeiten anerkannt werden. (6)
Die „große Trübsal“ wird auch und gerade für Christen kommen. Sie werden „AUS“ (griech. ek) der großen Bedrängnis gerettet. (7) Sogar die „Versiegelung“ (Offb 7, 3) hat ihnen das nicht erspart, aber gewährleistet, dass sie durchkommen. Die Bereitschaft für die große Trübsalzeit ist heute angesagt: Unser Herr hat „Wege allerwegen, an Mitteln fehlt´s ihm nicht.“ (Iwwd 447, V4). (8)
Die Reinheit der Kleider (9) sind allein Gottes Sache.
V 15 DARUM heißt: Nicht unser Verdienst!
Und wenn die Jesusnachfolger sich mühten, dann nicht, um in den Himmel zu kommen, sondern, um ihr „Gott sei Dank“ auszudrücken.
Dienen im Tempel wird für uns das Größte sein. (10) „Nicht sehen und doch glauben“ ist Vergangenheit.
Gott WOHNT bei uns (Offb 21, 3). Im Orient waren sogar Besuche, gemeinsames Essen, Unterkunft gewähren eine Zeichen für enge Gemeinschaft: Die sind sich einig, „stecken unter einer Decke“. (Mt 9, 11). „Wohnen bei“ bedeutet innige Gemeinschaft (Kol 3, 16).
V 16 Irdische Grundbedürfnisse sind passé. Sonne und Hitze beschäftigten die Leute im nahen Osten immer stärker als die Wetterberichterstatter europäisch ausgeglichenen Klima. In Israel ging es dabei eher um Leben und Tod.
V 17 Das Lamm. Der erhöhte Herr ist das geschlachtete Lamm und auch der gute Hirte (Hes 34, 23; Ps 23; Jo 10, 11.15.27ff.)
Weiden: Liebevolle Hingabe des Hirten in jeder Hinsicht. (Ps 36, 10; Jo 4, 10ff; 7, 37ff; Offb 21, 6; 22, 17).
Tränen abwischen? (11)
Die URSACHEN aller Trauer, Tränen und Sorgen sind endgültig beseitigt.
Diese Gewissheit hat schon Millionen von Christusleuten in schwierigen Lagen getröstet.
Gliederungsvorschlag (nach Gottfried Voigt)
Die Zukunft der Bewährten – sie haben das Ziel erreicht
1. das große Gotteslob
2. nach der großen Trübsal
3. aufgrund der großen Gnade
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Fußnoten:
(1) Die „Zeugen Jehovas“ bezogen die Zahl auf sich und kamen in Not, als ihre Gruppe größer wurde. 12 ist eine Zahl, die in Gottes Reich oft vorkommt.
Nach Fritz Grünzweig im Bibelkommentar Edition C: „144.000 ist eine zusammengesetzte Zahl: Zwölf ist die Zahl des Volkes Gottes. Mit sich selbst multipliziert bringt sie die Fülle zum Ausdruck. Mit 1000 multipliziert: 3 Nullen, d.h. 3 ist die Zahl des dreieinigen Gottes, 10 die Zahl der Völker, bzw. der Menschheit (vgl. Dan 2, 33; 7, 7; Offb 12, 3; 13, 1).
„Genauere“ Berechnungen sind im Verlauf der Jahrhunderte spannende Beschäftigungen unter Brüdern gewesen und viele Ergebnisse entstanden… Zum Glück (!) nennt die Bibel für die letzte Zeit weder den Termin noch die genaue Anzahl für alle Gotteskinder. Kein Mensch kann sie zählen, UNZÄHLBAR.
(2) Die Filmefreaks kennen den Showdown: Eine alles lösende Aktion auf die der ganze Film zusteuert, aus dem er seine Spannung bezieht.
(3) Die UNO-„Vollversammlungen“ und der „Weltsicherheitsrat“ sind überflüssig geworden. Im „Fall Israel“ hatten sie fast nichts begriffen, konnten nicht Frieden schaffen (Jer 6, 14) – als „Entschuldigung“: Jes 59, 8.
(4) Das Lob Gottes „leidender Eltern“ die oft hören mussten, was sie in der Kindererziehung hätten besser machen können, beeindruckt oft mehr, als das „Fachwissen“ der Eltern mit gläubigen Kindern.
(5) Kein Beamer, keine Folien! Das Lob Gottes lässt sich schon hier einüben. Offb 4, 8-11; 5, 9-14; 7, 12; 11, 15-18; 12, 10f; 15, 3f; 19, 1-7.
Der schwäb. Pfarrer Philipp Friedrich Hiller: „Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig, ehret, liebet, lobet ihn“, Iwdd 28, V.4.
(6) In dieser Weltzeit wirken Rettungsaktionen nur „auf Zeit“. Die Geretteten sterben später. Jesus rettete in unserer Welt den Lazarus auch „auf Zeit“ (Jo 11), weil der später doch wieder beerdigt werden musste.
(7) „Bibelspezialisten“ propagierten etwa seit der Reformation die BEWAHRUNG der Christen u.a. „VOR der großen Trübsal“. Die Bibel unterstützt diese anscheinend sichere Auslegung nicht.
(8) Sören Kierkegaard ließ auf seinen Grabstein einen Vers von Adolf Brorson meißeln: „Noch eine kleine Zeit, so ist´s gewonnen, dann ist der ganze Streit in Nichts zerronnen. In Rosensälen darf ich ohn Unterbrechen in alle Ewigkeit mit Jesus sprechen.“
(9) Vor den Augen Gottes ist REIN unvergleichlich mehr, als die Klementine von Ariel versprach: „… nicht nur sauber, sondern rein.“.
(10) Das Dienen, griech. latreuein, stellt das Gotteslob in den Mittelpunkt. Und das wird nicht langweilig, weil Gott lebendig und die Liebe ist. Da gibt es keinen Stillstand, wie auch schon jetzt Jesusleute keinen Stillstand kennen. Endliches und Unvollkommenes langweilt und lähmt uns. An Gott werden wir uns nicht satt sehen.
(11) J.A.Bengel, etwas humorvoll: „Wenn die Männer von heute gar nicht mehr weinen wollen und können: Was soll Gott ihnen denn mal abwischen?“