Matthäus

Predigthilfe vom 24. Dezember 2011 – Matthäus 1, 18-25

Monatsthema: Von der Ankunft Jesu her leben

Predigtthema: Glaube konkret – Christus bei uns

Bibelstelle: Matthäus 1,18-25

Verfasser: Thomas Richter

Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.

1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG

Predigtanlass ist Heiligabend – Gott kommt zu uns, in menschlicher Gestalt. Somit ergibt sich als Predigtthema: „Christus bei uns“ (Mt 1,18-25). Nach den Adventspredigten „Christus in / für / durch uns, legen wir in diesem Gottesdienst noch einmal die Grundlage für dieses Wirken Jesu. Er ist in die Welt gekommen und will nun bei jedem persönlich „heimisch“ werden. Die Ankunft Jesu brachte für Josef und Maria einige Herausforderungen mit sich und von daher wollen wir in diesem Gottesdienst auch betonen, was es bedeutet, wenn Jesus bei uns ankommt. Weihnachten ist „frohe Botschaft“ (= Evangelium) und von daher können wir gar nicht anders, als evangelistisch zu predigen.

Für die Textlesung bietet die „Neue Genfer Übersetzung“ eine gut verständliche, lesbare und zuverlässige Übersetzung unseres Predigttextes (www.ngue.info).

2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN

Verschiedene deutsche (und fremdsprachige) Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet Ihr z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.

* Gerhard Maier. Matthäus-Evangelium 1. Teil. Edition C Bibel-Kommentar Bd. 1. Hänssler (S. 22-29).

* Fritz Rienecker. Das Evangelium des Matthäus. Wuppertaler Studienbibel NT. R. Brockhaus (S. 16-19).

* Otto Schaude. Josef – Vorbild des Glaubens [Mt 1,18-25]. Gemeinschaft 12/2007. S. 3-6 (Download unter http://www.die-apis.de/uploads/media/Gemeinschaft_2007-12.pdf).

Bitte beachtet auch die Predigttipps von Heiko Krimmer vom 25.12.2001 zu Mt 1,18-25 und von Eckhard Löffler vom 24.12.2006 zu Mt 1,18-25 unter www.studienbibel.de.

Erläuternde Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bietet z.B. die MacArthur Studienbibel (http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/40-Das_Evangelium_Nach_Matthaeus.pdf; S. 1306f).

Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 28.12.1975 mit dem Titel „Der Name über alle Namen – Sein Name ist Programm – Die Vollmacht in seinem Namen“ (Mt 1,21), von Wilhelm Busch vom 22.12.1963 mit dem Titel „Gottes Weihnachtsvorbereitungen“ (Mt 1,19-21) und von Wolfgang Nestvogel vom 03.12.2006 mit dem Titel „Josef und die Jungfrauengeburt“ (Mt 1,18-25). Diese Botschaften findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. Matthäus 1] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch, Winrich bzw. Busch, Wilhelm bzw. Nestvogel, Wolfgang] ausfüllt.

3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN

Alfred Christlieb merkt zu Mt 1,18-20 folgendes an:

„Wenn wir die Weihnachtsgeschichte nach dem Matthäusevangelium betrachten, so beobachten wir eine stille Not der Mutter Jesu, die manchem lehrreich sein wird:

* Worin bestand die Not? Im Herzen Josephs entstand der Verdacht, dass die ein Kind erwartende Maria ihm untreu geworden sei. Nachdem Gott das der Maria angekündigte Wunder (Lk 1,31+35) getan hatte, musste der ahnungslose Joseph, der von dem göttlichen Geheimnis nichts wusste, den Argwohn hegen, dass ihn Maria betrogen habe. Welch ein Druck ist solcher Verdacht des Bräutigams für Maria gewesen! Vor Gott wusste sie sich unschuldig, ihr Gewissen war getrost und still. Aber der Gedanke, dass ihr Geliebter das Vertrauen ihr entziehe, war nicht leicht zu tragen. So können auch treue Christen durch Zeiten hindurchgehen, wo ein ungerechter Verdacht viele Herzen ihnen entfremdet. Auch Paulus hat solches erlebt, als in den galatischen Gemeinden gesetzliche Lehrer ihn verdächtigten und die Christen irremachten (Gal 5,10). In den ersten Jahrhunderten litten die Christen oft unter falschen Verdächtigungen, als die Gegner über ihre Versammlungen die schlimmsten und gemeinsten Gerüchte verbreiteten. In allen Jahrhunderten bis in unsere Gegenwart sind Christen als Staatsfeinde abgestempelt worden. Und wer kann aufzählen, was einzelnen Jüngern Jesu alles angehängt worden ist? Nur getrost! Es geht hier »durch böse Gerüchte und gute Gerüchte« (2Kor 6,8). Auch die später hoch gepriesene Maria war in bösem Gerücht.

* Wie trug Maria ihre Last? Hier stehen wir vor einer beachtenswerten Tatsache. Warum ging Maria nicht einfach zu Joseph und erzählte ihm ihr tiefstes Geheimnis von der Engelerscheinung, die sie gehabt hatte, und der Verheißung, die ihr gegeben war? Offenbar spürte Maria, dass sie ihr großes Erlebnis jetzt noch nicht ausplaudern durfte. Es gibt Erlebnisse, die Gott seinen Kindern schenkt, die verborgen bleiben müssen. Wie lange hat z.B. Paulus jene wunderbare Entzückung bis in den dritten Himmel verschwiegen! Vierzehn Jahre war er darüber still (2Kor 12,2-4). Auch Maria schwieg still. Mancher ungeduldige Ratgeber würde ihr ohne Zweifel nahe gelegt haben, den Joseph in das Geheimnis einzuweihen. Aber sie wusste durch das zarte Leiten des Geistes, was sie zu tun hatte. Das Schweigen der Maria bei dem drückenden Verdacht, der auf ihr ruhte, hält uns eine gewaltige Predigt. Es sagt uns: Schweig still und trage die Last, bis Gott dich rechtfertigt!

* Wie ist die Last von Maria genommen worden? Als sie selbst schwieg und sich nicht rechtfertigte, hat ein anderer für sie geredet und ihre Ehre wieder hergestellt. Der Herr sandte dem argwöhnisch gewordenen Joseph einen Traum, der jeden Verdacht von Maria hinweg nahm. Der Engel des Herrn sagte ihm: »Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem Heiligen Geist.« Vor diesem Reden Gottes muss zwischen den beiden Brautleuten eine drückende Stimmung vorhanden gewesen sein. Nun war sie behoben. Gott hat Mittel und Wege, die Seinen zur richtigen Stunde zu rechtfertigen und von bösem Verdacht zu befreien. Wenn eine Martha die Maria für bequem und faul hält, so kann Jesus die Beschuldigte in Schutz nehmen. Sie braucht selber gar nichts hinzuzufügen (Lk 10,40-42). Wenn einmal die Seligen droben ihr Loblied singen, dann werden sie auch dafür danken, dass Gott zur rechten Zeit für sie eingetreten ist und sie gerechtfertigt hat. Wir wollen aus der Not der Maria lernen, manche Last still zu tragen, bis der Herr sie selbst von uns nimmt. Dann wird unsere Freude nachher umso größer sein“ (Alfred Christlieb. Licht von oben. Bd. 3: Allerlei Reichtun aus dem Alten und Neuen Testament).

4. PREDIGTGLIEDERUNG

Nach Ulrich Parzany (23.12.1973):

a) Der schlechte Start

b) Das notwendige Signal

c) Das klärende Wort

 

oder nach Reinhard Hoene:

a) Josef ist ein Mann des Hörens

b) Josef ist ein Mann des Glaubens

c) Josef ist ein Mann des Gehorsams