Monatsthema: Wegweisungen des Herrn
Predigtthema: Auf diese Treue können wir bauen
Bibelstelle: 2.Thessalonicher 3, 1-5
Verfasser: Thomas Richter
Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.
1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT
Der Predigtanlass ist der 2. Advent – wir leben im Advent, in der Erwartung der Ankunft des Herrn. Diese Erwartungshaltung soll sich auch in unserer Predigt niederschlagen. Damit dies gelingen kann, gilt es im Rahmen der Predigt den Grund dafür und den Weg dazu aufzuzeigen. Nachdem Paulus viel Mühe aufgewendet hat, damit die Gemeinde von Thessalonich nun wieder im Advent leben kann (in der Erwartung des Herrn ist), zeigt er nun auf, wie ein Leben im Advent konkret Gestalt annehmen kann. Auf diesen Zusammenhang wollen wir in der Predigt achten, denn sowohl die Gemeinde in Thessalonich, als auch wir haben Mühe konkret im Advent zu leben. Unser Herr ist treu, er steht zu seinem Wort und kommt nach seinem Wort. Deshalb lautet unser Predigtthema: „Auf diese Treue können wir bauen“ (2Thess 3,1-5). Die christliche Gemeinde lebt nicht in der Sorge vor dem Antichrist, sondern in der freudigen Erwartung des Christus, der sie zu sich holt.
Für die Textlesung ist die Verwendung der „Neue Genfer Übersetzung“ hilfreich (www.ngue.info).
2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN
Hilfen zur Auslegung und Anwendung des Predigttextes bieten z.B.
* Werner de Boor: Die Briefe des Paulus an die Thessalonicher. Wuppertaler Studienbibel (S. 155-159).
* Eberhard Hahn: Erster und zweiter Thessalonicher-Brief. Edition C Bibel-Kommentar Bd. 17 (S. 173-180).
* Ernest Wilson / Thomas Smith: 1.Thessalonicher / 2.Thessalonicher. Was die Bibel lehrt Bd. 11 (S. 176-184).
* Wilfried Plock: Bitte um Gebet – 2Thess 3,1-5 (Download unter http://bitflow.dyndns.org/german/WilfriedPlock/2_Thessalonicher_3_1_5.pdf)
Bitte beachtet die Texterklärungen aus der MacArthur Studienbibel zu 2Thess 3,1-5 (S. 1775 – z.B. unter: http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/53-Der_Zweite_Brief_Des_Apostels_Paulus_An_Die_Thessalonicher.pdf). Hilfreiche Anmerkungen zum Predigttext (2Thess 3,3) finden sich auch bei Wilhelm Buch. Es geht am Kreuz um unsere Not: Predigten aus dem Jahr 1944. Wilhelm Busch Bibliothek Bd. 3 (siehe unter: http://www.clv-server.de/pdf/255681-03.pdf – dort S. 11-16).
Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winrich Scheffbuch vom 07.07.1996 mit dem Titel „starker Schutz“ (2Thess 3,1-5). Diese Predigt findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. 2.Thessalonicher 3] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch] ausfüllt.
V. 1f: „Das ist eine wichtige Fürbitte. Paulus sagt gleichsam: Bei euch in Thessalonich hat es eine herrliche Erweckung gegeben. Jetzt müsst ihr beten, dass an andern Orten ähnliches geschehe. Es ist zu beachten, dass Paulus schreibt: ‚Betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe‘. Nicht des Paulus Wort, sondern des Herrn Wort soll umherkommen. Ach, an manchen Orten geht es so: Das Wort eines großen Predigers läuft, wird gepriesen, gerühmt und gelobt. Aber des Herrn Wort, das Wort der Bibel, wird geringgeachtet! Alle Verkündiger sollen mit Ernst den Leuten sagen. Betet zu Gott, dass die Leute mich, den elenden Prediger, ganz vergessen und es mit des Herrn Wort zu tun bekommen! Betet, dass ich mit meiner Beredsamkeit, Klugheit und Wissenschaft nicht hindernd im Wege stehe, dass nicht mein, sondern des Herrn Wort gepriesen werde! Betet ernstlich darum! Nur so gibt es ewig bleibende Erfolge. Nur so werden Menschen gerettet. Weiter schreibt Paulus: ‚Betet, dass das Wort des Herrn laufe‘. Manche wollen keine ‚Erweckungen‘. Sie denken: Des Herrn Wort darf nur ganz langsam kriechen, so langsam, dass es niemand einholt. Paulus denkt in diesem Stück anders. Er will ein ‚laufendes Wort‘. Es soll sich überall in den Landen aufmachen und wirken: das köstliche, rettende Wort vom Kreuz Jesu. Endlich sagt der Apostel: ‚Betet, dass des Herrn Wort gepriesen werde‘. Das geschieht am besten von Menschen, die Frieden durch die Vergebung der Sünden bekommen haben, die mit Gott versöhnt worden sind. Wie herrlich, wenn das Wort um sich greift wie ein Lauffeuer, wenn es läuft und gepriesen wird wie in Ephesus: ‚also dass alle, die in Asien wohnten, das Wort des Herrn Jesus hörten‘ (Apg 19,10)! Ja, das Wort kann Füße bekommen! Des Herrn Wort im Munde des Apostels Paulus wurde von vielen verlästert und geschmäht. ‚Da aber etliche .. . übel redeten … vor der Menge …‘ (Apg 19,9). Darum schreibt Paulus: ‚Betet, dass das Wort des Herrn gepriesen werde‘. Mit dem gepriesenen Wort ist ein Gegengewicht gegen das verlästerte und verleumdete Wort da“ (Alfred Christlieb).
„Beten heißt: mit Gott wirken“ (Oetinger).
„Der verstorbene Rektor des Augsburger Diakonissenhauses, Wilhelm Steghöfer, hat es einmal so gepriesen: Er habe in einem Konflikt unter Mitarbeitern eine Schwester mit 1Kor 13 [Die Liebe … lässt sich nicht erbittern] ermahnen müssen. Jahre später bedankte sie sich, und ihr Brief, der an diese Weisung erinnerte, kam gerade, als der Rektor einmal sehr erbittert war. So lief das Wort des Herrn zu ihm zurück“ (Manfred Seitz).
„Vor kurzem erzählte bei einer Zusammenkunft auf dem Schönblick bei Schwäbisch Gmünd einer der Brüder vom älteren Blumhardt: Eine französische adlige Dame, eine schwermütige Frau sei zu Blumhardt gekommen, um geheilt zu werden. Er hat sie nicht heilen können. Sie ist dann wieder gegangen, aber er hat für sie gebetet. Sie kam dann in eine – wie man früher sagte – Irrenanstalt in Frankreich. Blumhardt hat für diese Frau vierzig Jahre gebetet und hat darüber geklagt, dass dieses Gebet offensichtlich nicht erhört werde. Diese Frau ist in der Anstalt gestorben, und Blumhardt hat von ihrer Pflegerin erfahren, was ihr letztes Wort gewesen sei: ‚Tout est bien – alles ist gut!‘ Und wie Blumhardt das hörte, hat er gedankt und gesagt: ‚Vierzig Jahre Gebet sind nicht umsonst!‘ Wenn Sie in der Todesstunde zum Herrn Jesus sagen können: ‚Alles ist gut!‘, dann sind Sie erlöst“ (Walter Tlach).
„In dem Lied ‚Salomo, du Fürst der Stillen‘, steht der Vers: ‚Willst du solche Leute haben, siehe, hier ist eine Schar. Will ein Sünder deine Gaben, fragst du nicht, wie einer war. Nein, du fragst: Was willst du werden? Rein und heil in meinem Blut? Ein Erkaufter von der Erden? Spricht man: Ja!, so ist es gut‘. Ich darf also zu Jesus kommen, wie ich bin – jeden Tag -, aber ich darf niemals bleiben, wie ich bin. Jesus will an mir schaffen! (Walter Tlach).
3. PREDIGTGLIEDERUNG
Im Advent leben heißt:
a) Füreinander beten – weil der Herr noch rettet (V. 1f)
b) Aufeinander vertrauen – weil der Herr treu ist (V. 3f)
c) Miteinander warten – weil der Herr noch kommt (V. 5)
oder nach Walter Tlach:
a) Mitkämpfen durch Beten!
b) Mitvertrauen!
c) Mitgehorchen!
d) Mittragen!
oder (Quelle unbekannt):
a) Die Bitte: Betet für uns (V. 1f)
b) Die Zusage: Der Herr ist treu (V. 3)
c) Die Anweisung: Tut, was wir euch gebieten (V. 4)
d) Die Ausrichtung: Der Blick auf den Herrn (V. 5)