Jesaja

Predigthilfe vom 31.12.2000 – Jesaja 25,6-12

Monatsthema: Gott finden – in Jesus.
Predigtthema: Die ewige Gegenwart des Herrn.

Bibelstelle: Jesaja 25,6-12

Verfasser: Dr. Heiko Krimmer

59. Predigthilfe

Die ewige Gegenwart des Herrn Jesaja 25,6-12 zum 31.12.2000

1. Zusammenhang
Nach den Gottesgerichten über diese Welt (Kap. 24) hier das Danklied der Erlösten und (unser Abschnitt) das große Freudenmahl in der Ewigkeit: Der Blick auf die Vollendung.

2. Biblische Parallelen
Jesu Gleichnis vom großen Abendmahl (vgl. Lk. 14,15ff) und das Kapitel Offenb. 19 (besonders V. 1-9). Auch Jes. 2,1-5.

3. Der Aufbau des Textes

V. 6-8: Gottes Heil für alle Völker
V. 9-10a: Das Jubellied über das Heil
V. 10b-12: Das Unheil über Moab

4. Einzelerklärungen
Vorbemerkung: Auch in dieser Prophetie gehen Zeiten, 1000jähriges Reich und Ewigkeit ineinander über. „Zeit“ spielt am „Ende der Zeit“ nicht mehr die beherrschende Rolle, sondern geht in Ewigkeit über. Auch Israel und die Gläubigen aus den Völkern wachsen dann zur „Einheit“ des erlösten Gottesvolkes zusammen.

V. 6: Im Bild vom Freuden-Hochzeitsmahl drückt Jesaja die ewige Heilsvollendung aus. Es ist vierfach näher gekennzeichnet als üppiges Mahl:
a) ein fettes Mahl = alles in Hülle und Fülle
b) reiner Wein = alles echt, nichts ist gepanscht
c) Fettspeisen aus reinem Mark = das Beste vom Besten
d) Wein, darin keine Hefe ist = langabgelagerter, bester, gereifter Wein.
Alle vier Bilder enthalten sowohl die lang schon geschehene Vorbereitung dieses Mahles, wie auch die unüberbietbare Fülle. Zu diesem Mahl sind die Völker geladen: Das verweist einmal auf das 1000jährige Reich mit seiner paradiesischen Fülle, dann aber auch schon auf das Hochzeitsmahl der vollendeten Geretteten aus allen Völkern und Nationen (vgl. Mt. 8,11) Auch der Gottesname, der Siegertitel „Jahwe der Heerscharen“ weist darauf hin. Die Heilsvollendung umfasst Israel und die Gemeinde aus den Nationen. Auf „diesem Berge“, das ist der Zion, Jerusalem.

V. 7: Die Ortsbestimmung Zion, Jerusalem, deutet wieder auf das 1000jährige Reich, aber auch verschwimmend mit der Ewigkeit (das neue Jerusalem Offb. 21.2). Es wird volle Gotteserkenntnis da sein (vgl. Jes. 2,1ff). „Die Hülle“, wörtl.: Das Zugeklebte, das Überdeckende, gemeint ist die Sünde und Macht des Satans, die den klaren Blick zuklebt und unmöglich macht.

V. 8: Jetzt ist die Ewigkeit da. Schon das lange Leben im 1000jährigen Reich – wie in der Urzeit der Schöpfung – weist dorthin (vgl. Jes. 65,20). In der Vollendung aber ist der Tod endgültig tot, er ist „verschlungen“, wörtl.: „aufgefressen“ im Sinne von: er ist vernichtet, beseitigt und zwar auf ewig. Gott hat allem Leid ein Ende gemacht:
Das Bild vom „Abwischen der Tränen“ (vgl. Offb. 21,4) beschreibt sowohl den ewigen Trost, wie die engste Gottesnähe. Auch Israel ist jetzt vollendet: „Die Schmach“, wörtl.: das scharf Stechende, nämlich der Spott, die Verfolgung durch die Gottlosen wird „aufgehoben“ sein: Israel ist nun allen sichtbar das bis zu Ende geliebte Gotteswerk. Das alles wird wirklich geschehen. Das Wort des Herrn steht unverbrüchlich dafür (vgl. Offb. 21,5).

V. 9: Jetzt klingt der ewige Lobgesang für Gott, das triumphierende Ausrufezeichen: „Siehe“, da = jetzt allen sichtbar, ist unser Gott! Der Gott, dem die Geretteten vertrauten, auf den sie alle Hoffnung setzten. Er wird „helfen“ = er wurde zum Jehoschua, zum Jesus. Dieser Gott trägt seinen Namen zu Recht. Jahwe = ich bin, ja „ich bin für euch“. Der Jubel und die tanzende Freude gilt seinem Heil, seinem Jesus, dem Gott-hilf!

V. 10: Gottes „Hand“, das ist seine Allmacht, „ruht“ = ist bleibend, ewig, auf dem Zion, im neuen Jerusalem (vgl. Offb. 21,3).
Ganz deutlich jetzt aber das Gerichtswort: „Moab“ steht auch für alle Gottlosen. Moab, der blutschänderisch gezeugte Sohn von Lot, ein ständiger Feind Israels, Bileam sollte im Auftrag Moabs Israel verfluchen und immer wieder griffen sie Israel im Land an. Ein hartes Bild für das Gericht: Zertreten wie Stroh in der Mistlache!

V. 11: Moab wird diesem stinkenden Untergang (der Verwesungsgestank des Todes) nicht entrinnen. Alle verzweifelten Rettungsversuche helfen nicht. Gott wird sein ewiges Gericht vollziehen, wegen der „Ursünde“, dem „Hochmut“, = den Kopf stolz erheben, dem Betrug der Schlange verfallen: Du bist dir selber Gott.

V. 12: Alle Sicherungen helfen nicht gegen das ewige Gottesgericht. Im Bild von der „geschleiften“ Burg ist dieses Scheitern angesagt. Alle „Mauern der Sicherung“ werden fallen: Mein Besitz, Ehre, Kraft, Können etc. Sie werden „Staub“, hebr.: Abel = Verwehendes, Nichtiges.

5. Die Spitze des Textes
Gottes Heilsvollendung erfasst die Völker in Gnade und Gericht.

6. Der Text heute

a) Hier ist die „Zeit“ zu Ende. Gerade an Silvester wollen wir bewusst vom Ziel, von der Ewigkeit reden. Dahin sind wir unterwegs.

b) Es wird ewiges Heil sein, nicht vergeistigt, sondern in der ewigen neuen Leiblichkeit. Zentrum der biblischen Hoffnung ist und bleibt aber die ewige, ungetrennte Gottes- und Christusgemeinschaft der Vollendeten.

c) Es ist keine „harmlose“ Hoffnung. Es ist auch deutlich vom Gericht über die Gottlosen zu reden. Vgl. auch Offb. 21,8, nach und dazugehörig zu Offenb. 21,1-7. Es gibt einen doppelten Ausgang der Weltgeschichte: Der Gottlose geht ins ewige Gericht. Das ist der Ernst unserer Silvesterpredigt.

7. Beispiele und Verdeutlichungen
Auch dieser Text ist so „sprechend“ und bildhaft, dass es keiner weiteren Verdeutlichung bedarf. Gerade an den Verheißungen des Jesaja können wir bildhaftes Predigen lernen.

8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung:
Wir zählen die Jahre. Doch dieses Zählen hat ein Ende: Die Zeit mündet in die Ewigkeit, in die Heilsvollendung.

1. Gottes ewiges Heil
Das Bild vom üppigen Festmahl: Gottes Fürsorge und die Vollendung in ewiger Fülle. Die Mahlgemeinschaft, die schon der irdische Jesus vielen gewährte, ist nun ewig. In engster Gemeinschaft mit Gott leben. Das ist Zentrum christlicher Hoffnung: Wir werden beim Herrn sein. Die „Hülle“ ist weggetan. Das, was die klare Erkenntnis Gottes unmöglich gemacht hat, nämlich: Sünde, Tod und Teufel. Für die Geretteten: Die Decke des noch nicht Schauens. Israel und die Nationen als die eine Gemeinde der Geretteten. Leid und Tod sind weg! Wo kein Tod mehr ist, ist keine Zeit mehr.

2. Gottes ewige Gegenwart
Gott, Jesus ist sichtbar da. Da ist er, bleibend, er wohnt unter uns. Das neue Jerusalem ist der Thronsitz Gottes. Offb. 21,1-8 ist die Enderfüllung von Jes. 25. Im neuen Himmel und der neuen Erde wird das Lob Gottes und seines Christus vollendet erklingen. Wir üben solches Lob jetzt schon ein (in diesem Gottesdienst Loblieder singen). Der Glaube ist jetzt zum Schauen geworden. Da ist unser Gott und sein Jesus! Die Hoffnung = das sehnende Harren ist in der Gottesgegenwart erfüllt.

3. Gottes ewiges Gericht
Der Ernst unseres Textes. Vollendung, Ewigkeit ist auch ewiges Gericht. Moab, stellvertretend genannt für alle Gottlosen (vgl. zu Moab Auslegung von V. 10b) : Der stinkende Verwesungsgeruch des Todes, das Verwehen im Nichts. Da helfen alle Sicherungen (Mauern) nicht mehr. Wer festhält an der Ursünde, „sein wie Gott“, geht in das Gericht, die ewige Gottesferne.

Schluss: Das kann man nicht „barmherzig“ weglassen. Das wäre Betrug. Wir lesen bewusst nach den herrlichen Zusagen Offenb. 21,1-7 den V. 8!