Monatsthema: Jahreslosung
Predigtthema: Zur Jahreslosung
Bibelstelle: Kolosser 2,3
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
1. Predigthilfe 2001
Zur Jahreslosung 2001 Kolosser 2,3
1. Der Zusammenhang
Das 2. Kapitel des Kolosserbriefes steht unter dem Stichwort „Geheimnis“. Paulus entfaltet dabei das ganze Heilswerk Christi für uns, das durch nichts und niemand ergänzt werden muss und kann, wie manche in Kolossä behaupten. Unser Textwort konzentriert alles auf die Person Christi, der Gottes ganze Gabe an uns ist.
2. Biblische Parallelen
Auch in Korinth greift die „Christus und…“-Lehre um sich, dass das Heilswerk Christi etwa durch noch tiefere Erkenntnis oder noch entschlossenere Ethik ergänzt werden müsse. Auch da bezeugt der Apostel Christus als den, der genügt, der alle Weisheit ist (vgl. 1. Kor. 1,24). Vgl. auch den Galaterbrief und Jesu „Ich bin Wort“: der Weg, die Wahrheit, das Leben (Joh. 14,9).
3. Der Aufbau des Textes
V. 3 ist erläuternder Nebensatz zu dem Begriff „Geheimnis“ in V. 2 und bezeugt, welche Fülle wir in Christus haben.
4. Einzelerklärungen
– „In Christus“ ist zunächst eine Ortsangabe, bei oder mit Christus leben. Zugleich aber ist das auch eine „Seins-Aussage“, wie etwa: In einer Ehe leben, also verheiratet sein, das ist ein Sein, eine Qualität.
– „verborgen“ drückt aus, dass etwas nicht offen vor aller Augen liegt, sondern „verhüllt“ ist, auch im Sinn von „geborgen, aufbewahrt“. Christus ist Gottes wohl aufbewahrter Heilswille, der sich dem öffnet, der an Jesus Christus glaubt.
– „Schatz“, wörtl.: Das Angesammelte, nämlich der ganze Liebeswille Gottes.
– „Weisheit“ ist die Lebensklugheit, wie ein Mensch richtig leben und erfüllt leben kann.
– „Erkenntnis“ ist nicht Kopfsache allein, sondern meint biblisch den umfassenden Lebensvollzug des Glaubens. Also immer enger in die Gemeinschaft mit Christus hineinwachsen.
5. Die Spitze des Textes
Ohne Christus gibt es kein erfülltes Leben, und auch erst recht kein ewiges Leben.
6. Der Text heute
a) Das ist eine zutiefst lohnende „Jahresaufgabe“, Christus immer mehr zu suchen, die Gemeinschaft mit ihm zu vertiefen und hinzuwachsen zum erfüllten Leben.
b) Christus allein, darauf konzentriert sich unsere Jahreslosung. Er ist Zentrum und Fundament unseres Glaubens. Also einmal weg von allen Auseinandersetzungen und „zweiten“ Fragen (Charismatiker, Ethik etc.) und entschlossene Christuskonzentration.
c) Das heißt den „Schatz“ heben: In der Schrift Jesus Christus immer besser erkennen; ein Jahr konzentrierter persönlicher Bibelvertiefung.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
A. In Christus
a) Ich wohne in Dettingen. Das ist eine Ortsangabe, bestimmt aber auch vielfach mein Leben. Etwa: Ich lebe auf dem Land; es wird Schwäbisch gesprochen; man kennt sich untereinander auf dem Dorf etc. Genauso ist „in Christus“ Orts- und Lebensangabe.
b) „In Christus“, das beschreibt auch Gottes vollen Heilswillen: Er legt alle seine Liebe für uns in diesen seinen Sohn. Außerhalb Christi gibt es kein Heil.
c) Chistliche Gemeinde ist Gemeinde des Christus oder sie ist keine christliche Gemeinde mehr,
sondern irgend eine Religion . Wo er nicht mehr lebendige Mitte ist, läuft alles auseinander, wie ein Rad ohne Nabe.
B. Verborgen
a) wie viele, die Jesus damals leiblich gesehen haben, haben ihn verkannt. Die Juden bezeichneten ihn als „Fresser, Weinsäufer, vom Teufel Besessener und Gotteslästerer“. Jesus Christus ist bis heute nur klar dem Glaubenden sichtbar.
b) Eine unscheinbare Fassade, doch innen findet man prächtig ausgeschmückte Räume. Nur der, der eintritt!
c) Wo ist Christus heute verborgen? Er selbst sagt: „Suchet in der Schrift, denn sie ist’s, die von mir zeuget“ (Joh. 5,39).
C. Wahrheit und Erkenntnis
a) „Die Schätze“, wörtl.: das Angesammelte. Also alles, was Gott uns schenken will ist in Jesus da. Gott leert seine Schatzkammer.
b) „Weisheit“ ist leben auf festem Fundament, Leben, das erfüllt und lohnend ist. Jesus: Der kluge Mann, der sein Haus auf Fels baut (vgl. Mt. 7,24).
c) „Erkenntnis“, der biblische Begriff meint eigentlich: völlig eins und vertrauend mit jemand leben, einswerden mit ihm nach Leib, Seele und Geist (etwa in der Ehe). Das ist mehr als Kopfglaube.
8. Gliederung und Material zur Predigt
Einleitung: Jahreslosung ist Einladung zu neuer, intensiver Jesusbegegnung. Er ist unsere Mitte.
1. Die neue Gemeinschaft
Darum geht es: Immer näher zu Christus zu kommen. Wir sind so viel mit – gewiss nötigen und wichtigen – Auseinandersetzungen beschäftigt (Charismatiker, ethische Verirrungen etc.) Doch es geht um Zusammen-Setzen: Jesus immer besser kennenlernen. Alle Lehre und Abgrenzung ohne die tägliche lebendige Jesusgemeinschaft wird religiös fanatisch. Bei ihm lernen wir Liebe und Frieden. Sind wir wie ein Rad ohne Nabe? Das holpert, ja zerbricht bald. „In Christus“, das ist Orts- ja Wesensbeschreibung des Christen. Wo lebe ich diese Gemeinschaft mit Christus? Vgl. Apg. 2,42: In seiner Gemeinde; da ist er da! Lasst uns 2001 ganz neu und konkret „Gemeinschaft“ leben. In der Bibel: Deshalb konzentrieren wir uns beim Textplan auf den Christusbrief, den Kolosserbrief. Hier wollen wir tiefer graben. Im Abendmahl: im verleiblichten Wort. Wir wollen das in unseren Gottesdiensten bewusst und regelmäßig halten. Und im Gebet: Persönlich und als Gemeinschaft. Dem Gebet Raum = Zeit geben.
2. Die neuen Augen
Nur dem, der glaubt, wird Christus zum Schatz, zum Allerwertvollsten (vgl. 7 Ba+b). Ihn immer tiefer erkennen, das meint, in das biblische Wort eindringen, tiefer graben, einzeln und gemeinsam. Wir brauchen in unseren Gemeinschaften Raum, wo wir das tun können. Wie wäre es, wenn wir im kommenden Jahr einmal im Monat etwa samstags einen Bibelgesprächskreis einrichten, der den Text vom Sonntag gemeinsam erarbeitet. Wo viele mitgraben, wird der „Schatz“ gefunden.
Mit neuen Augen auf Christus sehen. Vom Geist Gottes erleuchtete Augen. So viele reden über Jesus heute. Wer ihn mit den natürlichen „Augen“ sieht, kann bestenfalls von einem besonderen Menschen sprechen. Wir „sehen“ ihn als das Heil Gottes; ohne ihn gibt es keine ewige Rettung. Er ist der Weg, die Wahrheit, das Leben. Das wollen wir in gewinnender Liebe bezeugen.
3. Das neue Leben
Nur in Christus, bei ihm und mit ihm gibt es lohnendes, erfülltes Leben. Weisheit ist nur in ihm, also getrostes geborgenes Leben. So sagt es Jesus selber, wenn er von dem „klugen“ Mann spricht (vgl. Mt. 7,24ff). Lebensweisheit, das lebt der, der sich ganz Jesus anvertraut. Das ist weise,
a) das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden zu können
b) aus der Liebe zu leben, denn die Liebe ist das „Größte“ (vgl. 1. Kor. 13,13)
c) in der Demut zu leben, im Wissen, dass ich alles meinem Herrn verdanke.
So wachsen wir in der Erkenntnis, das meint, wir lernen, Jesus Christus immer mehr zu vertrauen und zu lieben. Darum geht’s.
Schluss: Das Jahr 2001: Ein Christus-Jahr!