Jesaja

Predigthilfe vom 25.12.2000 – Jesaja 9,1-6

Monatsthema: Gott finden – in Jesus.
Predigtthema: Das große Licht.

Bibelstelle: Jesaja 9,1-6

Verfasser: Dr. Heiko Krimmer

58. Predigthilfe

Das große Licht Jesaja 9,1-6 zum 25.12.2000

1. Zusammenfassung
Nach der Zeit des Gerichtes (Kap. 8) ergeht die Verheißung der Gnade Gottes, verleiblicht im Sohn.

2. Biblische Parallelen
Jesaja 11,1-5;
die Geburtsgeschichte mit den Engelsworten Lukas 2;
auch die Nathansweissagung in 2. Samuel 7,12+13

3. Der Aufbau des Textes

V. 1+2 Der große Jubel über Gottes Licht
V. 3+4 Das erlösende Gotteshandeln
V. 5+6 Der ewige König Gottes

4. Einzelerklärungen

V. 1: Das Volk ist zuerst Israel, das Gottesvolk. Sie gehen im „Dunkeln“, das meint in der Gottesferne. In ihrer Gottlosigkeit sehen sie ein „großes Licht“, nämlich Jesus, den Gottessohn, der Evangelium verkündigt, ihnen, die „wohnen“, wörtl.: eingerichtet sind in „finsterem Lande“, wörtl.: im Land der Todesschatten. Da hinein „scheint es hell“, wörtl.: „leuchtet Licht über ihnen“ (vgl. den Stern über Betlehem), d. h.: In Jesus ist die Todesverfallenheit überwunden..

V. 2: So wird Freude und Jubel, eben über Gottes Heilsbringer. Für Israel aber erst bei der Wiederkunft Jesu zum 1000-jährigen Reich, vorher lebt das Volk noch mit der Decke über den Augen (vgl. 2. Kor. 3,14ff). Das Bild von der Erntefreude weist auf diese Vollendungszeit, wie auch das Bild vom „fröhlich sein“, wörtl.: Siegesjubel, wenn die Siegesbeute – der Sieg über den Satan – ausgeteilt wird, eben, wenn Israel sich bekehrt hat zu seinem Messias.

V. 3: Gott hat seinem Volk schon oft aus der Gefangenschaft geholfen. Dafür steht der „Tag Midians“, als Gideon die Midianiter vernichtend schlug (vgl. Richter 7). Bewusst ist diese Schlacht gewählt, denn Gideon und seine 300 Mann mussten selber gar nichts tun: Gott gab ihnen kampflos den Sieg. So hat er auch durch Jesus gesiegt. Die Jochstange ist somit zerbrochen und auch der unbarmherzige Stock des Treibers. Beide Bilder führen aus drückender Gefangenschaft in die Freiheit.

V. 4: Das Dröhnen, wörtl.: einherstampfen mit Lärm, der angreifenden Heere und die Grausamkeiten der Unterdrücker, im Bild vom Mantel, der in Blutlachen gewälzt wurde, hat mit der Friedensherrschaft Jesu Christi ein Ende (vgl. Jes. 2,4), für Israel und weltweit. Das Verbrennen mit Feuer ist ein Bild für das Gericht, das über alle ergeht, die Jesus ablehnen.

V. 5: Jetzt wird das aufstrahlende Licht in der Person Jesu Christi beschrieben (wir lesen ntl.). Er ist als Baby geboren, das ist Gottes Erniedrigung. Gott gibt seinen Sohn für uns, das ist unüberbietbare Liebe. Er ist der König Gottes, er trägt dann den Herrschermantel, das meint: „die Herrschaft ruht auf seiner Schulter“. Seine Namen beschreiben sein Wesen und Tun: „Wunder-Rat“, wörtl.: Wunderbarer = er handelt über alles Verstehen und menschliches Begreifen hinaus, Ratgeber = er führt den Heilsplan Gottes durch; er ist Gott, ein „Held“, wörtl.: Starker = er hat die Kraft zu siegen; „Ewiger-Vater“ = in nie endender väterlicher Fürsorge umgibt er die Seinen, Friede-Fürst = dahin zielt all sein Tun, den Gottesfrieden, die Gottesfülle zu bringen unter seiner Herrschaft.

V. 6: Seine Herrschaft wird „groß werden“ (vgl. Mt. 28,16f) ja Himmel und Erde umfassen und er auf dem Thron Davids wird den ewigen Frieden bringen und sein ewiges Königreich aufrichten. Die Nathansweissagung ist in Jesus dem Christus erfüllt. Die Grundpfeiler des Gottesreiches sind das ewige Gottesrecht und die Gerechtigkeit, die Jesus für uns erworben hat. Deshalb sind wir Bürger des Reiches der Ewigkeit. Der Herr der Heerscharen – der Siegername Gottes – wird das tun in seinem „Eifer“, wörtl.: Eifersucht, im Sinne von: in seiner überwältigenden Liebe zu uns.

5. Die Spitze des Textes
In dem Sohn Gottes wird alle Gefangenschaft zerbrochen und die ewige Gottesherrschaft aufgerichtet.

6. Der Text heute

a) Mit der Geburt Christi strahlt das Licht der Liebe Gottes auf über dieser todverfallenen Welt. Die Finsternis der Gottlosigkeit wird hell durch das Evangelium. Vergessen wir nicht: Seit Jesu Geburt gilt, hier ist mehr als David, als Abraham, als Jesaja. Das neue Testament zeigt uns Gottes Heil in klarstem Licht.

b) Noch kann Israel nicht mitjubeln. Es hat noch die Decke über den Augen, kann das alte Testament, auch unseren Text noch nicht im Christuslicht lesen. Das treibt uns in die Fürbitte für das noch blinde Gottesvolk.

c) Jesus Christus ist der Schlüssel zum Verständnis der Jesaja-Weissagungen. Alles ist in ihm erfüllt und wird sich erfüllen. Für uns ist Christfest – Christusfest.

7. Beispiele und Verdeutlichungen
Auch dieser Text ist so bildhaft und sprechend, dass unsere Auslegung nur nachzeichnen sollte und keine neuen Bilder eintragen. Nur als Einleitung zur Predigt können wir den Begriff „Licht“ mit den Kerzen am Weihnachtsbaum verdeutlichen.

8. Material und Gliederung zur Predigt

Einleitung:
Das Licht strahlt auf. Die Kerzen am Weihnachtsbaum. Sie bezeugen den, der von sich selber sagt: Ich bin das Licht der Welt.

1. Ein Kind ist uns geboren
Dieser Jesus – der Welt Licht – wird als Baby geboren. Gottes Erniedrigung. Ein schwaches Licht. Ein Kind hat keine Stärke und Macht. Aber: Es ist angezündet. Mit Weihnachten beginnt die Neuschöpfung. Wie bei der ersten Schöpfung:“Gott sprach: es werde Licht“, so beginnt auch die Neuschöpfung mit dem Kind Jesus. Die Freude, wenn ein Kind zur Welt kommt, hier Welt-Freude, denn er ist der, der die Welt befriedet. Grund der Weihnachtsfreude? Einzig und allein Jesus. Uns ist geboren: Die persönliche Freude: Jesus verändert mein Leben, zündet mich an. Israel jubelt noch nicht mit. Sie haben noch die Decke vor den Augen. Sie können Jesaja 9 nicht im Christuslicht lesen: Dass wir ihnen vor-lesen = vorleben.

2. Ein Sohn ist uns gegeben
Gottes-Sohn selber kommt. Das ist das Wunder der Christnacht, so singen es die Engel: „welcher ist Christus der Herr!“ Weniger tut’s nicht. Um die Finsternis dauerhaft hell zu machen, braucht es den, der das Licht ist. Um zu befreien aus der Gefangenschaft braucht es den allmächtigen Gott in seiner absoluten Freiheit.
Die Namen des Sohnes bezeichnen sein Wesen und Tun (vgl. zu V. 5): Jesus handelt über alles menschliche Erfahren und Verstehen hinaus (vgl. etwa das Staunen der Jünger Mk. 4,41a, Mt.14,33). Er bringt uns die ganze Liebe des Vaters. Weihnachten: Fest der Liebe! Der Liebe Gottes! Und er wird das ewige Friedensreich aufrichten. Dahin zielt Gott: Friede = Schalom = Fülle.

3. Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter
Bild: Der Königsmantel ist ihm umgelegt. Aus dem Kind in der Krippe, dem Mann am Kreuz wird der Weltherrscher (Mt. 28,16ff). Die Nathansweissagung ist und wird in Jesus Christus erfüllt. Das ist die Sehnsucht der Menschen: Friede! Biblisch ist Schalom viel mehr als Nichtkrieg, er ist Fülle, Segen, gelingendes Leben, ewiges Leben. Das im Tiefsten singen die Engel in der Christnacht: „Friede auf Erden“ = Gottes Neuanfang, Gottes Heilvollendung.
Recht und Gerechtigkeit sind die Grundpfeiler des Gottesreiches: Eigentlich unvereinbar: Das ewige Gottesrecht – und wir Ungerechten. Doch Jesus lebt das Gottesrecht und erwirkt unsere Gerechtigkeit = gerechtfertigt durch seine Heilstat am Kreuz.

Schluss: Weihnachten, das Fest der Eifersucht Gottes: Er, der uns mit ganzem Eifer sucht und liebt!