Matthäus

Predigthilfe vom 3. November 2019 – Matthäus 9, 1-13

Monatsthema: Mit Jesus unterwegs

Predigtthema: Durch Jesus wird alles heil         

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

  1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

*   Edition C, (Band 1), Matthäusevangelium von Dr. Gerhard Maier (S. 286-300)

*   Wuppertaler Studienbibel

*   Matthäusevangelium von William Barclay

* Wiersbe, W.Warren. Wiersbe Kommentar NT Band 1 Matthäus bis Apostelgeschichte, CV Dillenburg

Und natürlich auch diversen Studienbibeln, von denen man als Verkündiger verschiedene haben sollte bzw. sicherlich auch ausleihen kann.

1.2. Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

V 1 Jesus kommt zurück in „seine Stadt“, gemeint ist Kapernaum.

Er kam aus dem Gebiet der Gergesener, dort hatte Jesus die Schweineindustrie verärgert und die Menschen baten ihn zu gehen. Jesus erfüllt ihren Wunsch und geht. Jesus zwängt sich nicht auf.

V 2 Männer kamen und brachten einen Gelähmten zu Jesus. Im Markusevangelium lesen wir, dass sie wegen der Menschenmenge das Dach abdecken mussten und den Mann zu Jesus hinablassen mussten. Sie bringen einen Menschen zu Jesus. Die Menschen aus der Gergesener Gegend schickten Jesus weg. Hier suchen sie ihn auf, glauben und erfahren viel mehr über Jesus als sie sich erhofft hatten.

Wir müssen als Gemeinde, aber auch jeder einzelne Christ, verstehen, dass wir keinem Menschen helfen können mit ihren Problemen. Wir müssen Jede Person zu Jesus bringen, denn nur ER kann helfen, heilen, vergeben…

Wir sehen in der Tat der Männer auch eine große Liebe für den Gelähmten. Sein Leid ließ sie nicht kalt.

Sie waren bereit zu handeln und nicht nur zu reden. Sie ließen sich nicht von Hindernissen (zu viele Menschen) aufhalten, sondern taten alles in ihrer Macht Stehende, um den Mann zu Jesus zu bringen.

Und sie taten es gemeinsam. Einer allein wäre bei dieser Aufgabe gescheitert, aber gemeinsam kamen sie ans Ziel.

Im wahrsten Sinn Gemeinschaft die „trägt“.

Ihr Glaube führte sie zu Jesus und Jesus belohnt diesen Glauben, indem er sich direkt um die Ursache der Krankheit kümmert, nicht um die Symptome. Er vergibt ihm seine Sünden!

Unsere Probleme und die Probleme der Menschen sind nicht die Äußerlichen, das sind nur die Symptome. Unser Problem ist der innere Zustand der Sünde. Wir brauchen neues Leben, keine Symptombehandlung.

V 3-5 Im Markusevangelium sehen wir, dass die Schriftgelehrten sagten: „Wer kann Sünden vergeben, als nur Gott?“

Sie hatten einen guten Ansatz, stellten die richtige Frage! Sie hatten Recht, nur Gott kann Sünden vergeben. Aber sie hatten Unrecht, weil sie nicht glauben wollten, dass Jesus Gott im Fleisch war/ist. Man kann kein Christ sein und einfach nur an Gott „glauben“. Jeder Mensch muss eine ENTSCHEIDUNG für Jesus Christus treffen.

Jesus sieht unsere Gedanken, nur er sieht sie, keine Hellseher, Wahrsager oder sonst jemand. Vor ihm können wir nichts verbergen. Das mag Angst machen, seine Kinder soll es aber frei machen. Wir brauchen nichts vor ihm zu verbergen.

V 6-7 Jesus sagt im übertragenen Sinn: „Ok, du kannst nicht sehen, dass Sünden vergeben werden, also zeige ich dir etwas, das du nicht abstreiten kannst.

Viele Menschen fordern ein Zeichen von Gott, um glauben zu können. Das größte Zeichen ist doch aber, ein Leben das verwandelt wurde vom Heiligen Geist, der zu uns kommt, wenn wir Jesus aufnehmen und uns vergeben lassen.

Wenn wir auf unsere Gemeinde schauen, sehen wir viele Wunder Gottes. Veränderte Menschen!

Jesus verändert das Leben des Gelähmten schlagartig. Er, das Wort, spricht und es geschieht. Der Mann kann wieder gehen und wird zum lebenden Beweis für die Gottheit Jesu und sein Recht Sünden zu vergeben.

V 8 Die Menschen, die das sahen, fingen an Gott zu loben, obwohl sie das größere der beiden Wunder nicht erkannten. Wie viel mehr haben wir Grund Gott zu loben und uns zu freuen über Menschen, denen die Sünden vergeben werden.

V 9 Hier beginnt der 2. Abschnitt unseres Predigttextes. Jesus geht weiter und sieht Matthäus an seinem Zollhäuschen sitzen. Diese verhassten Menschen, die gemeinsame Sache mit „dem Feind“, den Römern machten, waren nirgends gern gesehen. Jesus interessiert sich nicht für das was war, er sieht in Matthäus was wird. Und so ruft er ihn in die Nachfolge. Matthäus Reaktion ist erstaunlich und nachahmenswert. „Und er stand auf und folgte ihm nach.“

So wirkt Jesus auf die Menschen, die ihm folgen. Lebensverändernd! Vor einem Augenblick saß er noch da und zählte Geld, jetzt folgte er Jesus nach. Scheinbar kannten sie sich vorher nicht. (Wobei Jesus natürlich jeden Menschen kennt). Aber Matthäus scheint genau das gesucht zu haben. Jemand der ihn nicht verachtet oder beleidigt. Jemand der ihn nicht als Abschaum bezeichnet, sondern einen der ihn bei sich haben will.

Jesus sieht uns mit anderen Augen als die Menschen.

V 10 Matthäus besaß ein eigenes Haus, das groß genug für ein Festmahl war. Er möchte, dass seine Freunde diesen Jesus auch kennenlernen und viele kommen, Steuereintreiber, Sünder…

V 11 Den Pharisäern gefiel das nicht. Warum isst Jesus mit diesem Abschaum?

V 12 Jesus verteidigt die Menschen nicht, er heißt nicht gut wie sie ihr Leben führen, er sagt nur: „Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken“.

Jesus kennt das Problem der Sünder, er redet es nicht klein. Aber er wendet sich nicht von den Sündern ab, sondern er sucht sie, weil er der Arzt ist. Er ist der, der die Sünde (die Ursache) beseitigen kann. Er ist der, der den toten Geist zum neuen Leben erwecken kann. Er ruft Sünder zur Umkehr und zur Nachfolge auf.

V 13 Was die Pharisäer nicht begreifen ist, dass sie genauso Sünder sind wie die Menschen, die bei Jesus am Tisch sitzen. Sie sind der gleiche „Abschaum“ den sie so meiden.

Jesus sagt ihnen, dass sie gehen sollen und die Bedeutung der Schriftstelle lernen aus Hosea 6,6 „Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer“.

Die Pharisäer waren darum bemüht jeden Buchstaben des Gesetzes zu halten und meinten dadurch bei Gott Gefallen zu finden, aber ihre persönliche Beziehung zu Gott war ihnen egal. Sie kannten das Herz Gottes nicht, der gerne vergibt, der den Sünder liebt und ihn zur Umkehr ruft.

Aber wenn sie selbst zu Jesus an den Tisch kommen wollten, müssten sie zugeben, dass sie auch Sünder sind. Davon hielt sie ihr Stolz ab und Jesus schickte sie weg und setzte sich zurück zu den Sündern.

Sünder sind wir alle (Röm. 3,23). Wir unterschreiten alle Gottes Standard. Jesus kam, um wiederherzustellen, um Barmherzigkeit zu bringen, um zu vergeben! Er kam, um Menschen, die Sünder, „Abschaum“ sind, zu Kindern Gottes zu machen.

  1. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

In diesem Abschnitt geht es darum, dass Jesus seine Vollmacht beweist, Sünden vergeben zu können und damit auch seine Gottheit beweist.

2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)

Die Hörer sollen verstehen, dass Jesus nicht gekommen ist, um Symptome zu behandeln, sondern die Ursache. Jesus ist nicht gekommen, um unser Leben hier besser zu machen, sondern um uns ganz neu zu machen. Der eigentlich Wunder geschieht, wenn Jesus Sünden vergibt.

Und Sünder sind wir alle! Es gibt auf dieser Erde nicht „die Guten und die Bösen“, wie es uns oft in Filmen oder Büchern beschrieben wird.

Es gibt nur Sünder, die nur durch die Vergebung von Jesus Christus zu neuen Menschen werden können.

Diese Sünder ruft Jesus in die Nachfolge, er ist sich nicht zu schade mit den schlimmsten Menschen zusammen zu sein. Seine Liebe zu den Verlorenen sollten auch wir teilen, denn wir waren nicht besser dran.

  1. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Unser Text ist voll vom Evangelium. Diese Wundervolle Botschaft soll im Zentrum stehen, dass Jesus Sünder zu sich ruft und sie ganz neu macht, wertvoll und geliebt.

Für Menschen, die das schon erfahren haben, sind auch einige wichtige Punkte in unserem Text.

Bin ich bereit, Menschen zu Jesus zu bringen?

Habe ich eine innere Ablehnung gegen „Sünder“?

Habe ich das Herz Gottes schon kennengelernt?

3.2 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Wie Jesus mit Sündern umgeht

1.Er vergibt (V. 1-4)

2.Er heilt (V. 5-8)

3.Er beruft (V. 9)

4.Jesus kam für Sünder (V. 10 – 13)

3.3 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Einstiegsidee

Wir sehen manchmal Menschen, die auf einer Bahre oder Trage in einen Krankenwagen gebracht werden oder im Krankenhaus in den OP geschoben werden.

Wir sehen das und haben Mitgefühl mit diesen Menschen. Wir fragen uns, was wohl passiert ist und wie es ausgehen wird. Vielleicht ist es uns auch manchmal egal und wir sind nur froh, dass uns das nicht passiert ist.

Würden wir aber mehr mit den Augen Jesu in die Welt schauen, würden wir sehen wie vielen kranken und hilfsbedürftigen Menschen wir im Alltag begegnen.

Jesus sieht sie und schaut nicht weg, er sieht die größte Not in unserem Leben.

(Sebastian Blank)