Monatsthema: Gott finden – in der letzten Zeit.
Predigtthema: Geheiligt durch Gott.
Bibelstelle: 1.Thessalonicher 5,23-28
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
49. Predigthilfe
Geheiligt durch Gott 1. Thessalonicher 5,23-28 zum 29.10.2000
1. Zusammenhang
Der Schluss des Briefes mit Segenswunsch und Gnadenzusage
2. Biblische Parallelen
Paulus schließt alle seine Briefe mit einem Segenswunsch. Auch Jesus spricht seinen Jüngern in den Abschiedsreden den Frieden zu. Vgl. Joh. 14,27ff.
3. Gliederung des Textes
V. 23 + 24: Segenswunsch und Treuezusage
V. 25 – 27: Schlussbitten
V. 28: Gnadenzusage
4. Einzelerklärungen
V. 23: Mit einem Gebetswunsch beginnt der Briefschluss. Der „Gott des Friedens“ ist der Gott, der Frieden geschaffen hat, durch die Erlösung in Jesus Christus. Er „heiligt“ die Christen, das heißt, er sondert sie aus für sich, zieht sie ganz in seine Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft wird am Tag der Wiederkunft Jesu Christi dann sichtbar vollzogen werden. Darauf bereitet Gott die Seinen vor nach „Geist, Seele und Leib“; Paulus übernimmt die gängige Sicht des Menschen, um ihn in seiner Ganzheit zu beschreiben. Es sind eigentlich Beziehungen: „Geist“ ist die Beziehung des Christen zu Gott, „Seele“ die Beziehung zu sich selbst und „Leib“ die Beziehung zur Welt und
den Menschen. Die „Heiligung“ geschieht dreifach: Nämlich:
1. „Durch und durch“, wörtl. als ganz vollständige, eben, dass der ganze Mensch vom heiligen Geist
umgestaltet wird.
2. „unversehrt“, wörtl. vollständig, vollkommen, dass die Neuschöpfung völlig zum Ziel kommt
3. „untadelig“, wörtl. ohne jeden Vorwurf oder Tadel, weil wir in Jesus Vergebung aller Sünden haben. Das
ist die Gebetsbitte des Apostels, dass Gott die Thessalonicher so „bewahren“ wolle, wörtl. „umschützen,
bewachen“.
V. 24: Nur Gott kann so bewahren. Wir leben von dem, dass er „treu“ ist, im Sinne von = er lässt uns nicht los. Er hat seinen Heilsplan mit den Thessalonichern angefangen, sie berufen und er wird die Heilsabsicht auch zum Ziel bringen. Vgl. auch Phil. 1,6. Das ist Trost und tragender Grund der Heilsgeschichte.
V. 25: Nun bittet der Apostel auch um Fürbitte für sich und seine Mitarbeiter. Er steht nicht darüber, sondern lebt in der mittragenden Gemeinschaft aller Christen.
V. 26: Diese Gemeinschaft findet in den Gemeinden auch ganz praktischen Ausdruck: Der „heilige Kuss“ ist Zeichen der engsten Nähe, ohne irgend welche erotischen Nebenabsichten. Solche Nähe soll zwischen „allen“ sein, keiner ist ausgeschlossen.
V. 27: „Ich beschwöre euch“, wörtl.: als eidliche Verpflichtung auferlegen, unterstreicht die Wichtigkeit des Folgenden: Dieser Brief soll vor allen Gemeindegliedern vorgelesen werden, denn er enthält grundlegende Lehre.
V. 28: Die „Gnade“ meint das ganze Evangelium, das Heilsgeschehen durch Jesus Christus, das alles, ja Er selbst sei „mit euch“ im Sinne von, gestalte und ergreife euer ganzes Leben.
5. Die Spitze des Textes
Gott bewahrt seine Kinder im Glauben und der Heiligung bis auf die Wiederkunft Jesu Christi.
6. Der Text heute
a) Wie oberflächlich sind unsere Grüße oft. Hier können wir mitlernen, wie wir einander wirklich vor Gott grüßen und segnen dürfen.
b) Welche Formen geben in unseren Gemeinden dem praktisch Ausdruck, dass wir in engster geistlicher Liebe verbunden sind?
c) Welche Demut des Apostels – er bittet seine geistlichen Kinder um Fürbitte. Das sollen wir auch einüben für die, die in großer geistlicher Verantwortung stehen.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
A. Bewahrt
a) Der Gott des Friedens ist der Gott, der Shalom gibt, das heißt, die ganze Fülle. Friede ist mehr als Nicht-Krieg, Friede ist biblisch Wachstum, Frucht, Vollendung.
b) Das Heil in Jesus gestaltet uns als ganze Person. Die Dreiteilung ist keine Aufteilung, sondern meint jeweils den ganzen Menschen, wie er in seinen Beziehungen ist: Geist = zu Gott; Seele = zu sich selbst; Lieb = zur Umwelt.
c) Wir werden auf ein Ziel hin gestaltet: Auf die Wiederkunft Jesu. Vgl. Eine Braut bereitet sich auf die Hochzeit vor.
B. Bewährt
a) Solches Wirken Gottes an uns bewährt und zeigt sich in der gelebten Liebe: „Der heilige Kuss“. Welche Formen haben wir, um unsere Gemeinschaft praktisch auszudrücken?
b) Ganz wichtig: Die Fürbitte für die, die in besonderer geistlicher Verantwortung dienen.
c) Der Brief soll als Wort Gottes vorgelesen werden. Tun wir das. Vorschlag: Einer aus dem Jugendkreis liest den
1. Thessalonicherbrief ganz vor.
C. Begnadet
a) Gott ist der, der durch seinen Geist an uns handelt, die Heiligung schafft. Aber nicht ohne unsere Zustimmung. Vor allem: Handle! Gilt: Lass dich behandeln.
b) Heilsgewissheit haben wir nicht wegen unseres frommen Lebens, sondern wegen Gottes Treue.
c) Die Gnade mit uns, das meint zu allererst die Gegenwart des auferstandenen Christus in unserem Leben, in unserer Gemeinde.
8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung:
Das ist und bleibt tragender Grund unseres Glaubens: Auf Gott, auf Jesus kommt alles an – nicht auf uns.
1. Wir leben von Gottes Treue
Er schafft und wirkt an uns durch seinen heiligen Geist. Er will seinen Frieden, seinen Shalom bei uns vollkommen machen (Fülle, Wachstum, Frucht). Er gestaltet uns, dass wir „geschmückte Braut“ sind, auf die Wiederkunft Jesu hin. Den ganzen Menschen (vgl. 7A,c). Wir sind durch Jesus „untadelig“, weil er unsere Sünde ganz wegtut. Was Gott beginnt, das bringt er auch zum Ziel, vgl. Phil. 1,6. Doch nicht ohne oder gar gegen uns, deshalb
2. Wir dürfen darauf vertrauen
Er will uns heiligen, ganz in seine Gemeinschaft hineinziehen. Lass das zu. Er zieht. Wie? Heute in diesem Gottesdienst; wo du sein Wort liest; wo der Geist dich mahnt; wo Geschwister dich anleiten. Lass das geschehen an dir. Vor allem Tun gilt: An sich geschehen lassen! Heiligung ist nicht zuerst meine Aufgabe, sondern die Gabe, die ich annehmen darf. Wir sind oft zu aktiv und leben zu wenig aus dem Empfangen. Der Brief des Paulus ist auch für uns heute wichtige Anleitung. Wollen wir ihn einmal (jetzt) am Stück lesen.
3. So sind wir miteinander vertraut
Der heilige Kuss. Welche Formen haben wir, um unsere geistliche Liebe auszudrücken? Die Fürbitte für die in geistlicher Leitung Unsere Liebe gilt allen Brüdern. Dass keiner ausgeschlossen bleibt. Wo leben bei uns Geschwister nur am Rand mit?
Schluss:
Die Gnade mit uns! Der Herr selbst mit uns. Das Lied singen: Geh unter der Gnade….