Monatsthema: Gott finden – in der letzten Zeit.
Predigtthema: Gott handelt durch Israel.
Bibelstelle: Jesaja 2,1-5
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
50. Predigthilfe
Gott handelt durch Israel Jesaja 2,1-5 zum 5.11.2000
Zum Buch Jesaja und seiner Person.
Jesaja, auf deutsch:“Gottes Heil“ ist Gottesprophet in Juda seit dem Todesjahr des Königs Usija (736 v.Chr.) und wirkt bis zur Zeit des Manasse (687 v.Chr.), dann verliert sich seine Spur. Er ist im besonderen Heilsprophet und sagt in eindringlicher Weise das Kommen des Messias voraus. Er ist der erste große Schriftprophet; er schreibt also seine Gottesbotschaft nieder und wird so durch die Zeiten sowohl für Israel, wie für die ntl. Gemeinde zu einem Gotteszeugen für das ganze Heil bis zur Neuschöpfung.
1. Zusammenhang
Aus der Offenbarung über Juda und Jerusalem (Kap. 1-5) die Schau für den Zion am Ende der Zeit.
2. Biblische Parallelen
Auch der Prophet Micha (Kap. 4,1-3) erhält von Gott diese Offenbarung, vgl. auch Jer. 3.17 und Offenbarung 20,1-6.
3. Gliederung des Textes
V. 1 Einleitungswort
V. 2 1. Bild: Der Zion und Tempel als Richtungspunkt für die Welt
V. 3 2. Bild: Die Völkerwallfahrt zum Zion
V. 4 3. Bild: Das Ende der Kriege
V. 5 Ruf zum Leben mit Gott
4. Einzelerklärungen
V. 1: Jesaja wird durch den Namen seines Vaters (Amos = rüstig, stark) näher benannt. Nachnamen in unserem Sinne gab es nicht. Er „schaute“, ist der atl. Ausdruck für eine prophetische Vision, wörtl.: „Das Wort, das er schaute“, macht deutlich, dass er Gottesworte empfängt und zwar über die Zukunft Judas und Jerusalems.
V. 2: „Zur letzten Zeit“, wörtl.: im Ausgang der Tage erweist, dass es sich um endgeschichtliche Ereignisse (zur Zeit der Wiederkunft Jesu handelt. Jesaja sieht die Zukunft des Zion, des Berges, wo der Tempel Gottes steht, am Ende der Zeit. Er wird „fest stehen“, wörtl.: „fest gegründet“, Gott selbst erhält und erhöht den Zionsberg (eigentlich Jerusalem). Hesekiel sieht diesen endzeitlichen Tempel auch (vgl. Hes. 40 ff. besonders Kap. 47). „Höher als alle Berge und alle Hügel“ unterstreicht die überragende Bedeutung des Wohnsitzes Gottes, wörtl.: „Haupt der Berge“. Auch die Heiden bauten ihren Götzen Tempel auf Bergen und Höhen. Jetzt aber werden alle Heiden (Völker) „herzulaufen“, wörtl.: „herbeiströmen“, Kennzeichen großer Wallfahrten.
V. 3: Die Menge der Völker wird kommen und sich zu Jahwe (Jesus) bekennen. In dem „kommt, lasst uns gehen …“ wird die andere mitnehmende Bewegung zu Gott deutlich. Es ist „Jahwe“, der Gott Jakobs, ausdrücklich also der Gott, der die Geschichte Israels in besonderer Weise gestaltet hat und bis ans Ende der Zeit dem Volk Israel die Treue hält. Die Völker ersehnen, dass sie Gott „seine Wege lehrt“, gemeint sind seine Gebote, die ja Wege zum und im gelingenden Leben sind. Der Zion ist in dieser Zeit, – wohl das tausendjährige Reich- der Ort, von dem „Weisung“, wörtl.: „Thora“ = Gottes Gebote „ausgeht“, ein Wort aus der Militärsprache, etwa wieder zugeben mit: Zur Rettung ausziehen = Gottes Gebote retten unser Leben vorm Untergang. Es ist „Jahwes Wort“; er selber spricht hier: Der Christus, der im tausendjährigen Reich von Jerusalem aus regiert.
V. 4: „Er wird richten“, damit ist noch nicht das Endgericht gemeint, sondern Christus wird Recht sprechen, die Konflikte zwischen den Völkern lösen und so die Welt befrieden. Auch „zurecht weisen“ unterstreicht das, wörtl.: eine Entscheidung treffen; er wird in seiner göttlichen Vollmacht alle Streitfälle entscheiden und klären. Deshalb wird es keine Kriege mehr geben. Schwerter und Spieße werden nicht mehr gebraucht und deshalb zu Pflugscharen und Sicheln umgearbeitet, denn eine „paradiesische“ Fruchtbarkeit und Fülle wird wieder einzuernten sein. Es wird umfassend Friede sein, ja, wie man Krieg führt werden die Menschen verlernen.
V. 5: Weil Gott am Ende der Zeit so heilvoll handeln wird, ruft Jesaja jetzt schon sein Volk (Haus Jakob) zu einem bewussten Leben mit Gott. „Im Licht“ meint eben das klare Heils- und Lebenswort Gottes. Vgl. auch Jesus „Ich bin das Licht der Welt …“ Vgl. Joh. 8,12.
5. Die Spitze des Textes
Am Ende der Zeit, im tausendjährigen Reich, wird Gottes Licht (nämlich Jesus) diese Erde in vollkommenem Frieden für alle Völker regieren.
6. Der Text heute
a) Gott gibt dieser Welt noch eine Zeit völligen Friedens und gesegneter Erfüllung im 1000jährigen Reich. Wir wollen dieses „Evangelium“ mutig in diese immer böser werdende Zeit hineinbekennen.
b) Gott wird das tun, nicht wir Menschen. Wir warnen vor jeder voreiligen Ausrufung des Friedens. Vorher kommt die Zeit der Trübsal, der Schalen- und Posaunengerichte. Nicht wir Menschen sind aufgerufen, „Schwerter zu Pflugscharen“ zu machen, Gott wird das tun und wirken.
c) Allerdings leben wir Christen jetzt schon diesen Frieden vor. Wir „kriegen“ nicht mehr, sondern schaffen Frieden und Versöhnung, wo es nur geht, gerade im Vorausblick auf Gottes Friedensreich.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
A. Das 1000jährige Reich
a) Das ist biblisches Zeugnis: Gott wird eine Zeit völliger Erfüllung für diese Erde geben. Offb. 20,1-6 lesen!
b) Zur Völkerwallfahrt zum Zion und Israels Aufgabe im 1000jährigen Reich unbedingt Sachj. 8,20-23 lesen.
c) im 1000jährigen Reich widerlegt Gott ein für allemal die Ausrede der Menschen für ihre Sünde, wenn sie sagen: „Die Umstände machen mich böse“. Gott wird 1000 Jahre der idealsten Umstände schenken und was geschieht? Am Ende der 1000 Jahre wird der Satan die Völker zum letzten Kampf verführen können, (vgl. Offb. 20,7ff) denn nicht gute Umstände schaffen den neuen Menschen, das neue Herz, sondern nur die Lebenshingabe an Jesus.
B. Der Zion
a) Gottes Stadt ist und bleibt bis ans Ende der Zeit Jerusalem. Diese Stadt hat er zu seinem „Wohnsitz“ erwählt. Deshalb ist diese Stadt bis heute so umkämpft und wird es bleiben (trotz Camp David II). Vgl. dazu Sachj. 12,2-3.
b) Der neue Tempel (Hesekiel) ist Regierungsort Christi im 1000jährigen Reich. Nicht orthodoxe Juden werden ihn bauen, sondern Christus.
c) Deshalb wird Jerusalem Mittelpunkt sein, weil dort Christus mit seiner Gemeinde regieren wird. Vgl. Offb. 20,6.
C) Ideale Lebensbedingungen
a) „Schwerter zu Pflugscharen“, diese Parole der „Friedensbewegung“ ist richtig, aber nicht menschlich machbar; Gott wird das wirken.
b) Den Krieg verlernen kann ein Mensch nur dort, wo das Böse weg ist, besser: der Böse! Im 1000jährigen Reich ist der Satan gebunden weggesperrt, vgl. Offb. 20,2+3.
c) Auch das 1000 jährige Reich ist Missionszeit, die Zeit Israels!; die Völker kommen zum Zion. Jetzt ist Zeit der „Gehet hin-Mission“, dann die Zeit der „Komm-Mission“.
8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung:
Blick vom Gipfel über alle Täler: Jesaja sieht das Schlussgeschehen. Noch kommen viele Täler, aber dort kommt Gottes Heil zum Ziel.
1. Die neue Zeit
„In der letzten Zeit“, in der Späte, im Ausgang der Tage! Es ist also die Letztzeit, das 1000jährige Reich gemeint.
Das 1000jährige Reich: a) Zeit ohne den Bösen!
b) Zeit der Gegenwart Gottes
c) Zeit völliger Erfüllung
d) Auch Zeit noch zur Entscheidung!
Bedenke: Auch ideale Zustände ändern nicht das Herz des Menschen (7A,c).
Wichtig: Diese Erde hat Zukunft. Gott gibt sie. Wider die Angstmache heute.
Keine Vertröstung, sondern biblisch gewisse Hoffnung.
2. Der neue Mittelpunkt
Heute Zentrum der Macht? Die Hauptstädte der Großmächte mehr noch die Wirtschaftszentren, die Finanzmärkte. Dann: Jerusalem, Gottes erwählte Stadt. Er lässt diese Stadt nicht fallen (vgl. 7 B, a-c). Sacharja sieht das voraus. Lesen Sachj. 12,2-3.
Im 1000jährigen Reich Regierungssitz Christi; er regiert mit seiner Gemeinde. Darum, weil er regiert ist Jerusalem Mittelpunkt der Erde. ER ist die Mitte. Seine Weisung und seine Lehre weisen die Völker zur Fülle. Allerdings: An der Frage nach der Liebe fällt die Entscheidung. Liebst du Jesus? Oder tun sie im 1000jährigen Reich seinen Willen, weil er so offensichtlich Fülle und Frieden bringt?
3. Das neue Sein
Was alle Politiker nicht konnten: Jesus wird weltweiten Frieden schaffen. Richter = entscheiden, alle
Konflikte lösen (Reich – arm etc.). Politische und soziale Gerechtigkeit weltweit. Der Böse weg, der, der aufstachelt und verführt zum Bösen. Krieg verlernen, weil der Kriegstreiber (Satan) weg ist.
Wir als Christen jetzt schon zeichenhaft leben. Wo die Liebe da ist, da hört der Krieg auf: Wir brauchen nicht mehr Krieg führen. Friede leben in Ehe, Familie, Gemeinde etc.
Schluss:
Für die ganze Erde noch einmal Heilsangebot. „Komm-Mission“.