1.Korinther

Predigthilfe vom 26.4.2009 – 1.Korinther 15,54-58

Monatsthema: Von der Auferweckung des Herrn leben
Predigtthema: Die Konsequenzen der Auferstehung

Bibelstelle: 1.Korinther 15,54-58

Verfasser: Thomas Richter

Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bietet z.B. John F. MacArthur. 1.Korinther. John MacArthur Kommentar zum Neuen Testament. Bielefeld: CLV. S. S. 473-481 (kostenloser Download unter http://www.clv-server.de/pdf/255680.pdf).

1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG

Abschließend und zusammenfassend werden nun die Konsequenzen der Auferstehung (= Predigthema) für die Zukunft (V. 54f), die Vergangenheit (V. 56) und die Gegenwart (V. 57f) dargelegt, damit wir konkret entdecken, was es bedeutet: Von der Auferweckung des Herrn leben (= Monatsthema).

2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN

„Christi Auferstehung zerschlug die Macht des Todes für diejenigen, die an ihn glauben, und der Tod herrscht nicht länger über sie, denn der Tod herrscht nicht länger über ihn (Röm 6,9). Doch der Tod ist nach wie vor der Feind des Menschen. Selbst bei Christen missachtet er ihre Herrschaft über Gottes Schöpfung, er zerbricht Liebesbeziehungen, zerrüttet Familien und verursacht großen Kummer durch den Verlust derjenigen, die uns lieb und teuer sind. Wir müssen den Tod nicht länger fürchten, doch er dringt nach wie vor ein und peinigt uns, während wir sterblich sind“ (MacArthur, 1Kor, S. 477).

A. Konsequenzen für die Zukunft (V. 54f)

„Aber eines Tages, wenn Christus wiederkommt, wird dieses Verwesliche, das Unverweslichkeit anziehen muss (V. 53), Unverweslichkeit anziehen, und das Sterbliche, das Unsterblichkeit anziehen muss, wird Unsterblichkeit anziehen. Dann wird der großartige Sieg eintreten, den Jesaja vorhergesagt hatte, wenn der Tod verschlungen ist in Sieg. Der Text in Jesaja lautet: »Er [der Herr der Heerscharen] wird den Tod auf ewig verschlingen« (Jes 25,8; vgl. V. 6). Wenn die großartige Umgestaltung geschehen wird, wird auch der großartige Sieg eintreten. […].Einen weiteren Propheten zitierend (Hos 13,14), verspottet Paulus den Tod: Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? Um die Metapher fortzuführen, impliziert Paulus, dass der Tod seinen Stachel in Christus zurückließ, wie eine Biene ihren Stachel in ihrem Opfer zurücklässt. Christus trug den kompletten Stachel des Todes, damit wir keinen mehr tragen müssen. Um darauf hinzuwiesen, erinnert der Apostel seine Leser daran, dass der Stachel des Todes aber die Sünde ist. Das Leid des Todes wurde von der Sünde verursacht; eigentlich ist der Tod selbst auf die Sünde zurückzuführen. »Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben…« (Röm 5,12). Nur wo Sünde ist, kann der Tod einen verhängnisvollen Schlag versetzen. Wo Sünde beseitigt wurde, kann der Tod nur das irdische Leben unterbrechen und das himmlische einleiten. Das hat Christus für die getan, die an ihn glauben, »weil euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen« (1 Joh 2,12). Der Tod ist nicht beseitigt, aber sein Stachel, die Sünde. »Denn wenn infolge der Übertretung des Einen der Tod zur Herrschaft kam durch den Einen, wie viel mehr werden die, welche den Überfluss der Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus!« (Röm 5,17). Das bedeutet natürlich nicht, dass Christen nicht mehr sündigen, doch die Sünden, die wir begehen, sind bereits durch Christi Sühnetod bedeckt, sodass die Auswirkung der Sünde nicht dauerhaft unheilvoll ist. »Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde« (1Joh 1,7). Doch für diejenigen, die nicht glauben, bleibt der Stachel des Todes auf ewig tragisch.“ (MacArthur, 1Kor, S. 477f).

B. Konsequenzen für die Vergangenheit (V. 56)

„Paulus erklärt weiter den Ablauf, der zum Tod führt, indem er erwähnt, dass die Kraft der Sünde aber das Gesetz ist. Gottes Gesetz offenbart Gottes Maßstäbe, und wenn sie gebrochen werden, offenbaren sie die Sünde des Menschen. Wenn es kein Gesetz gäbe, könnte es offensichtlich auch keine Übertretungen geben. »Denn wo kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung« (Röm 4,15). Doch Menschen sterben, weil sie das Gesetz brechen. Was ist mit denen, die Gottes Gesetz nicht kennen, die sein Wort niemals gehört, geschweige denn gelesen haben? Paulus sagt uns im Römerbrief: »Wenn nämlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz, da sie ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen« (Röm 2,14f). Deshalb widersetzt sich jeder, der sich seinem Gewissen widersetzt, dem Gesetz Gottes, ebenso wie jemand, der willentlich eines der Zehn Gebote bricht. Das ist der Grund, warum die Menschheit verdammt ist zu sterben (Röm 3,23; 6,23). Weil Jesus dem Gesetz vollkommen gehorchte (Röm 5,19) und dessen Opfer vollkommen erfüllte, sind diejenigen, die an ihn glauben, »nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade«, indem sie »vom Gesetz frei geworden« sind (Röm 6,14; 7,6). Jesus hat sowohl das Gesetz als auch die Gerechtigkeit erfüllt. Weil sein Leben sündlos war und er somit das Gesetz erfüllte, überwand sein Tod die Sünde“ (MacArthur, 1Kor, S. 478).

„Das ist sozusagen der Römerbrief komprimiert in einem Vers. Paulus leistet es sich, uns einen kurzen, aber dramatischen Rückblick zu gewähren. Was wäre ich ohne Ostern? Kurt Hennig hat einmal eine Osterpredigt gehalten unter dem Stichwort. ‚Mit Ostern überlebe ich mein Sterben‘. Wenn es aber kein Ostern gäbe, so Paulus, dann gelte es immer noch: „Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz“ (V 56).Was meint er denn damit? Paulus sagt, wenn Ostern nicht wäre, dann würde der Dreibund der Mächte immer noch gelten. Es gibt drei entscheidende Machte, die ihre Regierung über uns haben: der Tod, die Sünde und das Gesetz. Die drei sind unglaublich stark. Diese drei Mächte sperren jeden Menschen in ein Gefängnis ein, aus dem er nicht heraus kann. Ich habe keine eigenen Gefängniserfahrungen, aber in Akko ist dieses große Gefängnis, wo während der britischen Mandatszeit die jüdischen Widerstandskämpfer interniert wurden, jahrelang gefangen waren und teilweise auch hingerichtet wurden. Bei einer Israelreise konnten wir das besichtigen, und man ging durch diese Hinrichtungszelle hindurch. Das ist schon etwas Eigenartiges: Plötzlich stand ich für einen kurzen Moment alleine in einer Gefängniszelle. Man schaut sich doch um, ob die Tür aufbleibt oder ob einer auf eine blöde Idee kommt und man eine Nacht in Akko verbringen müsste. Das Gefühl ist eigenartig, dieses Eisentor könnte zugehen, und ich hätte keine Chance, da wieder herauszukommen. Jetzt sagt Paulus, wenn es Ostern nicht gäbe, dann würden wir hinter unserem Leben nur drei Eisentore zuschlagen hören. Das erste Tor, das zuschlägt, ist das Gesetz, die Kraft des Gesetzes. Das Gesetz ist heilig, gerecht und gut. Die Bibel sagt uns, das Gesetz kommt aus dem Geist, aus dem Herzen Gottes heraus. Dieses Gesetz ist kraftvoll. Wie funktioniert das Gesetz? Man muss kein Experte sein, man muss sich nur an das Konzentrat des Gesetzes erinnern – nicht an die Zehn Gebote, sondern an das Konzentrat der Zehn Gebote, das, was die Bibel als das Doppelgebot der Liebe bezeichnet. „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und deinen Nächsten wie dich selbst“ (3Mose 19,18). Spüren wir die Kraft des Gesetzes? Wenn das gilt, dann schlägt hinter meinem Leben die Tür zu, und das reicht eigentlich schon. Zur Sicherheit schließt sich aber noch eine zweite Tür, es gibt nämlich den Stachel der Sünde. Diese Bildsprache kann entweder bedeuten, dass es sich um einen Skorpionstachel handelt, der mich verletzt, oder es ist dieser Treiberstachel, mit dem man z.B. ein Tier anstacheln kann, damit es in die richtige Richtung läuft. Jetzt stachelt mich die Sünde ins Gefängnis hinein, Mit allem, was Sie und ich tun, und was der Kraft des Gesetzes widerspricht, bekommen wir so einen Stachel, der uns immer mehr ins Gefängnis hineintreibt. Wer nicht ganz naiv in der Beurteilung seiner Persönlichkeit ist, der spürt diesen Stachel der Sünde, und die zweite Tür geht zu.-Die dritte Tür ist der Sieg des Todes. Da sind alle drin. Aufgrund der Kraft des Gesetzes und des Stachels der Sünde hat der Tod über uns eine Bevollmächtigung bekommen. Im Römerbrief steht: „Der Tod ist die Bezahlung für die Sünde“ (Röm 6,23). Wenn man betrachtet, wie man bei uns häufig mit dem Tod, mit dem Sterben umgeht, ist das immer wieder schillernd. Die eine Abteilung lebt vom Hass des Todes, sie empfindet ihn als absolut unfair, er raubt ihnen das Lehen. Andere versuchen, das Thema mit Ignoranz wegzureden, „das ist kein Thema für mich“. Wieder andere versuchen, es zu integrieren „Sterben gehört dazu“, heißt es dann. Einige versuchen, ihn zu bejahen oder gar sehnsuchtsvoll auf ihn zuzugehen. Das Faszinierende an diesem einen schlichten Vers beim Apostel Paulus ist, dass er die Tragödie beschreibt: Wenn es Ostern nicht gäbe, dann säße die gesamte Menschheit hinter diesen drei Türen. Aber Gott hat nie vorgehabt, einen Kompromiss mit dem Tod einzugehen. Nirgendwo in der Bibel wird der Tod integriert, verniedlicht, normalisiert. Er ist der letzte entscheidende Feind des lebendigen Gottes. Diesen Feind hat er am Karfreitag ins Visier genommen. Keine Akzeptanz, keine Integration, kein Kompromiss, keine Machtteilung, keine Duldung des Todes, sondern ein Besiegen des Todes. So universal, stark und lückenlos, wie der Tod ist, so universal, so stark und so lückenlos ist die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten. Deshalb sagt Paulus: „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“ (V. 57)“ (Andreas Schäfer, Am dritten Tag: Gedanken zu Ostern, S. 166-168).

C. Konsequenzen für die Gegenwart (V. 57f)

Ganz am Ende des Auferstehungskapitel steht nun ein Wort der Zuversicht, der Zuversicht in unsicheren Zeiten. Die Gemeinde Gottes wird hier zu einem zweifachen angewiesen. Zum einen sollen sie „statisch“ (= unbeweglich) bleiben in Hinsicht auf ihr Glaubensfundament (V. 57+58a). Zum anderen sollen sie dynamisch bleiben in Hinsicht auf die Arbeit bzw. das Werk des Herrn (V. 58bc). Zuversicht ist nie grundlos, sie braucht ein Fundament.

„Wenn wir wirklich glauben und dankbar dafür sind, dass die Auferstehung gewiss ist, dass wir vom Verweslichen, Schändlichen, Schwachen, Natürlichen, Sterblichen und Irdischen umgestaltet werden in das Unverwesliche, Herrliche, Kraftvolle, Geistliche, Unsterbliche und Himmlische, dann sollten wir darum unsere Gewissheit und Dankbarkeit beweisen, indem wir fest und unerschütterlich sind und immer zunehmen in dem Werk des Herrn. Hedraios (fest) bedeutet wörtlich »sich gesetzt habend«, »entschieden und festgelegt«. Ametakinetos (unerschütterlich) stützt denselben Grundgedanken mit etwas mehr Intensität. Es beschreibt totale Unbeweglichkeit und Reglosigkeit. Offensichtlich meint Paulus unsere Bewegung weg von Gottes Willen, nicht die Bewegung innerhalb des Willens Gottes. Nach dem Willen Gottes sollen wir immer in dem Werk des Herrn zunehmen. Doch wir sollen nicht einen Millimeter davon abrücken, ständig auf der Hut sein, um nicht »hin- und hergeworfen und unhergetrieben [zu werden] von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen« (Eph 4,14)“ (MacArthur, 1Kor, S. 479).

a) Zuversicht wächst aus dem Dank (V. 57+58a)

„Paulus dankt dem Einen, der unseren Leib umgestalten wird und der einen großartigen Sieg über Sünde und Tod errungen hat. Was wir niemals für uns selbst vollbringen könnten, hat Gott durch unseren Herrn Jesus Christus vollbracht. Wir können weder sündlos leben und so das Gesetz erfüllen, noch können wir begangene Sünden oder ihre Folge, den Tod, beseitigen. Doch an unserer Stelle hat Jesus Christus ein sündloses Leben gelebt und das Gesetz erfüllt. Er beseitigte unsere Sünde, indem er selbst das Lösegeld dafür bezahlte, und stellte Gott mit einem vollkommenen Opfer zufrieden. Und er überwand den Tod, indem er von den Toten auferstand. Diesen ganzen großartigen Sieg hat er für uns vollbracht und gibt ihn uns. »Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen« (Gal 3,13). Er nahm unseren Fluch und unsere Verdammung auf sich und gab uns stattdessen den Sieg. Was können wir tun, außer Gott zu danken und ihn zu loben für das, was er für uns getan hat? Er hat uns einen unverweslichen, herrlichen, kraftvollen und geistlichen Körper verheißen an Stelle eines verweslichen, verunehrten, schwachen und natürlichen. Er verheißt uns den himmlischen Leib im Austausch für den irdischen, den unsterblichen Leib für den sterblichen. Wir wissen, dass diese Verheißungen gewiss sind, denn er hat uns bereits den Sieg über Sünde und Tod gegeben. Der Tod hat über Christen keine Macht mehr (Hebr 2,14f), weil Gott unsere Sünde weggenommen hat. Für Christen ist der Tod der Übergang unseres Geistes von diesem in das nächste Leben, das Verlassen der Erde, um bei Christus zu sein. Für Paulus’ Wunsch, auf der Erde zu bleiben, gab es nur eine Begründung: seinen Dienst für Christus im Interesse anderer fortzusetzen. Doch zu seinem eigenen Nutzen und zu seiner eigenen Freude hatte er nur den einen Wunsch, »aufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre« (Phil 1,23-24)“ (MacArthur, 1Kor, S. 478f).

b) Zuversicht setzt in Bewegung (V. 58b)

„Wenn unsere zuversichtliche Auferstehungshoffnung wankt, werden wir bestimmt in den Wegen und Maßstäben der Welt zunehmen. Wenn unser Tun in diesem Leben keine ewigen Auswirkungen oder Folgen hätte, ist die Motivation für selbstlosen Dienst und geheiligtes Leben verloren. Auf der anderen Seite werden wir eine große Motivation haben, in dem Werk des Herrn zuzunehmen, wenn unsere Auferstehungshoffnung ohne Zweifel und gewiss ist. Perisseuo (zunehmen) stützt den Gedanken, die Anforderungen zu übertreffen, den Gedanken eines Überfließens oder Übertreibens. In Epheser 1,7-8 wird das Wort für Gottes Überströmen »nach dem Reichtum seiner Gnade« verwendet. Weil Gott für uns, die wir nichts von ihm verdienen, ans Äußerste gegangen ist, sollten auch wir ans Äußerste gehen (wenn das möglich wäre) im Dienst für den, dem wir alles schulden. Was für ein Wort von Paulus an die unzähligen Christen, die so wenig wie möglich arbeiten, beten, geben und leiden! Wie können wir mit den alltäglichen, unbedeutenden, kurzlebigen Angelegenheiten der Welt zufrieden sein? Wie können wir es locker angehen, wenn so viele um uns herum geistlich tot sind und so viele Mitgläubige Ermahnung, Ermutigung und Unterstützung jeder Art benötigen? Wann kann ein Christ sagen: »Ich habe meine Zeit gedient, ich habe meinen Teil getan; sollen andere die Arbeit ab jetzt machen«? Vernünftige Ruhepausen sind wichtig und notwendig. Doch meistens ist es der Fall, dass wir mehr für den Herrn arbeiten sollten, als wir es tun – und nicht weniger. Freizeit und Entspannung sind zwei große Götzen heutzutage, vor denen sich viele Christen bereitwillig niederwerfen. In gesundem Maß kann Entspannung und Ablenkung dabei helfen, uns zu kräftigen und unsere Leistungsfähigkeit zu steigern. Sie können aber auch selbst zum Ziel werden und immer mehr Aufmerksamkeit, Interesse, Zeit und Kraft einfordern. Mehr als ein Gläubiger hat sich entspannt und ist seinen Hobbys nachgegangen, ohne Anliegen für das Werk des Herrn. Einige der treuesten und fruchtbarsten Heiligen Gottes wurden alt und waren bis zu ihrem Lebensende tatkräftig und wirksam im Dienst für ihn. Viele andere hatten ein kurzes Leben aus dem einzigen Grund, weil sie zunahmen, überfließend und unermüdlich waren im Dienst für Christus. Henry Martin, der britische Missionar in Indien und Persien, entschloss sich, bis zur Erschöpfung für Gott zu arbeiten, was geschah, als er noch keine 35 Jahre alt war. David Brainerd, einer der ersten Missionare unter den amerikanischen Indianern, starb, bevor er 30 war. Wir wissen wenig über Epaphroditus, außer dass er ein »Bruder und Mitarbeiter und Mitstreiter« von Paulus war, der »für das Werk des Herrn dem Tod nahegekommen [ist], da er sein Leben gering achtete« (Phil 2,25.30). Er war so in den Dienst für Gott vertieft, dass er buchstäblich todkrank wurde. Bis der Herr wiederkommt, gibt es Seelen zu erreichen und Dienste jeder Art zu tun. Jeder Christ sollte kompromisslos arbeiten, wie der Herr ihn begabt hat und leitet. Unser Geld, unsere Zeit, unsere Kraft, unsere Gaben, unser Körper, unser Verstand und unser Geist sollten in nichts investiert werden, was nicht zum Werk des Herrn beiträgt. Unser Lob und Dank muss mit Händen und Füßen ausgedrückt werden. Jakobus sagt uns: »Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke tot« (Jak 2,26)“ (MacArthur, 1Kor, S. 480f).

c) Zuversicht lebt durch das Wort (V. 58c)

Diese Zusage steht: Es ist nicht vergeblich bzw. ohne Wirkung, wenn es das Werk des Herrn ist. „Unsere Arbeit für den Herrn, wenn sie wirklich für ihn und in seiner Kraft getan wird, kann nicht anders, als das zu erreichen, was er erreichen möchte. Jedes gute Werk eines Gläubigen, das er in diesem Leben wirkt, hat einen vom Herrn selbst zugesicherten ewigen Nutzen. »Und siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden so zu vergelten, wie sein Werk sein wird« (Offb 22,12). Wir haben Gottes Verheißung, dass unsere Arbeit [Mühe bis zur Erschöpfung] nicht vergeblich ist im Herrn.“ (MacArthur, 1Kor, S. 481).

3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT

Zum Abschluss unserer Predigtreihe über die Auferstehung soll nun noch einmal abschließend die Frage beantwortet werden: Was hat das alles mit unsrem jetzigen Leben zu tun? Mit unsrem Alltag? Was uns für die Zukunft gezeigt wurde, was hat das für Auswirkungen für unser Heute? Hier gilt es vor allem aufzuzeigen:
a) Zuversicht wächst aus dem Dank
b) Zuversicht setzt in Bewegung
c) Zuversicht lebt durch das Wort (= die Zusagen Gottes)

Das letzte Wort behält nicht der Tod, die letzte Kraft behält nicht die Angst, den letzten Sieg behält nicht die Sünde (Wilhelm Wagner).

4. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNG

Zum Einstieg: „Wir sind in den letzten Wochen einen Weiten Weg gegangen, als wir miteinander das Kapitel von der Totenauferstehung bedacht haben. […]. Aber nun erhebt sich am Ende dieses Kapitels noch einmal eine bedrängende Frage. Gut – mögen wir sagen, wir wissen jetzt durch den Brief des Apostels, was es mit der Auferstehung der Toten auf sich hat. Wir wissen etwas vom Grund dieses Glaubens, wir haben auch davon gehört, wie man sich dieses Geschehen vorstellen, womit man es vergleichen kann. Aber nun die Frage: Was hat das alles mit unsrem jetzigen Leben zu tun? Mit unsrem Alltag, den wir mehr oder weniger lustlos herunterspulen? Mit den Kümmernissen unserer einzelnen Lebenstage? Mit dem Stress, dem wir unterworfen sind? Mit den Zwingen, aus denen wir nicht ausbrechen können? Auferstehung der Toten – schön und gut! Aber hat das, was uns für die Zukunft gezeigt wurde, auch Auswirkungen für unser Heute? Für unser Leben in dieser Welt?
Paulus weicht auch vor dieser Frage nicht aus. Er unterschlägt das Unbehagen nicht, das vielleicht da und dort in der Gemeinde nach dem Verlesen seines Briefes aufgetaucht ist. Er antwortet. Und das Erstaunliche an seiner Antwort ist, dass der Apostel am Ende dieses Kapitels nun alle hohen Gedanken, die er vor uns ausgebreitet hat, entschlossen auf diese Erde herunterholt und sie mit unsrem Leben verbindet. Mit unsren Beglückungen und mit unsrem Versagen. Mit unsren Erfolgserlebnissen und mit unsren Frustrationen.
Das Wort, das Paulus an das Ende seines Auferstehungskapitels stellt, ist ein Wort, das Zuversicht vermitteln will, Es ist ein Wort, das ganz nüchtern unsere Lage hier in dieser Welt ins Auge fasst und uns einen Weg zeigt, den wir tapfer und zuversichtlich gehen können.
Zuversicht – was haben wir heute nötiger als das? Wir, die wir offenkundig in einer Krise der Zuversicht stecken, Die wir in einer Welt leben, deren Gesicht bestimmt ist von Resignation und Lähmung. Die wir leben müssen mit der täglichen Erfahrung der Vergeblichkeit unsres Tuns. Krise der Zuversicht – das ist unsre Situation. Ein Politiker hat einmal in einem Vortrag gesagt, eine seiner großen Erwartungen an die Kirche sei die, dass sie Zuversicht verbreite. Offenbar können das andere nicht – oder nicht mehr! Die Politiker selbst, die Wirtschafts- und Finanzexperten, die Fachleute der Umweltforschung und der Futurologie. Und wenn sie es dann einmal wagen, Optimismus zu verbreiten und von einer Tendenzwende zu sprechen, vielleicht sogar von besseren Zeiten, dann glauben wir ihnen das nicht mehr so recht, weil wir doch schon so oft enttäuscht worden sind. Und zudem ist Optimismus etwas fundamental anderes als Zuversicht.
Wir sollen Zuversicht verbreiten. Können wir das überhaupt? Oder sind wir mit einem solchen Ansinnen nicht hoffnungslos überfordert? Man kann doch Zuversicht nicht befehlen: Sei zuversichtlich! Nimm deinen Kopf hoch! Nur munter, immer munter und fröhlich! – Nein, das geht nicht. Zuversicht lässt sich nicht kommandieren. Sie braucht einen Grund. Und sie braucht ein Ziel. Denn Zuversicht gibt es niemals „grund-los“. Und eine „ziel-lose“ Zuversicht lässt sich ebenso wenig denken. Zuversicht verbreiten, so hat jener Politiker seine Erwartungen an die Kirche formuliert. Damit ist uns allen eine Aufgabe zugewiesen. Eine Aufgabe freilich, die wir mit unsren menschlichen Mitteln und Möglichkeiten nie¬mals bewältigen können. Doch wir sind mit dieser Aufgabe nicht alleingelassen. Der Apostel, dem wir nun auf einem weiten und steilen Weg gefolgt sind, will uns helfen, diese Aufgabe anzupacken. Sein Schlusswort von 1. Korinther 15 ist ein Wort, das uns weiterhelfen kann. Und darum fragen wir am Ende des großen Gedankenfluges, den Paulus uns zugemutet hat: Wie kommt es dazu, dass wir Zuversicht gewinnen, und wie kann es geschehen, dass wir diese Zuversicht an andere weitergeben können?“ (Theo Sorg, Auferstehung: Wahn – Wunschtraum – Wirklichkeit, S. 75-77).

5. PREDIGTGLIEDERUNG

Die Konsequenzen für die Auferstehung umfassen
a) Zukunft (V. 54f)
b) Vergangenheit (V. 56)
c) Gegenwart (V. 57f)

Nach John MacArthur:
a) Der großartige Sieg (V. 54-56)
b) Die großartige Danksagung (V. 57)
c) Die großartige Ermutigung (V. 58)