Monatsthema: Von der Auferweckung des Herrn leben
Predigtthema: Die hoffnung der Auferstehung
Bibelstelle: 1.Korinther 15, 35-53
Verfasser: Thomas Richter
Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bietet z.B. John F. MacArthur. 1.Korinther. John MacArthur Kommentar zum Neuen Testament. Bielefeld: CLV. S. S. 461-471 (kostenloser Download unter http://www.clv-server.de/pdf/255680.pdf).
1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG
Obwohl in Korinth die Wahrheit und Realität der Auferstehung Christi nicht grundlegend abgelehnt wird, weigern sich einige zu glauben, dass es auch eine leibliche Auferstehung von Menschen geben wird. In den Versen 12-28 hat sich Paulus mit dem Irrtum dieser Auffassung auseinandergesetzt und deutlich gemacht: Was in Christus Realität geworden ist, das wird auch für Christen Realität werden. Wer „in Christus“ ist, für den wird auch Wirklichkeit, was in Christus bereits geschehen ist!
Ging es in den Versen 12-28 um die grundsätzliche Behauptung, dass es keine leibliche Auferstehung gibt (V. 12), so geht es nun in den Versen 35-53 um die konkrete Frage, mit welchem Leib die Auferweckten auferstehen werden (V. 35).
„Paulus akzeptiert das Prinzip, dass zwischen der Wirklichkeit der irdischen Welt und der Wirklichkeit der göttlichen Welt eine Polarität besteht. Aber er betont, dass eine von Gott veranlasste Transformation [= Umwandlung] des irdischen Leibes möglich ist. Paulus kommt es in V. 35-49 auf das Argument an, dass es nicht der sterbliche Leib ist, der Kontinuität über den Tod hinaus hat, sondern dass es nach dem Tod eine neue Geschöpflichkeit mit einem neuen Leib geben wird. Paulus argumentiert, dass Leiblichkeit ein wesentliches, unabdingbares Merkmal der Schöpfung Gottes ist (das Wort soma [= Leib] kommt in V. 35-44 neun Mal vor). Die alte Schöpfung ist von der Leiblichkeit bestimmt (V. 36-41), die neue Schöpfung wird ebenfalls von Leiblichkeit bestimmt sein (V. 42-49)“ (Eckhard J. Schnabel. Der erste Brief des Paulus an die Korinther. Wuppertal: R. Brockhaus. S. 956).
Die Textabgrenzung folgt der Elberfelder Bibel, da hier gut dargestellt wird, dass in V. 35 zuerst die Eingangsfrage in das Thema gestellt wird. Darauf erfolgt in den Versen 36-39 die Einführung in das Thema, indem die Grundsätze zur leiblichen Auferstehung genannt werden. Weiter entfaltet wird das Thema dann, indem die Konsequenzen für die beim Zeitpunkt der leiblichen Auferstehung bereits „Verstorbenen“ (V. 40-49: als Normalfall mit grundlegenden Erläuterungen zum Thema) und noch „Lebenden“ (V. 50-53: als Spezialfall, der das zuvor bereits Gesagte voraussetzt) aufgezeigt werden.
2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN
V. 35: Hier reagiert Paulus nun konkret auf den Einwand, dass eine leibliche Auferstehung von Menschen nicht vorstellbar bzw. nötig sei. „Die Frage: Wie werden die Toten auferstehen? zielt auf‘ die Vorstellbarkeit der Auferstehung der Toten: Wie soll man sich vorstellen, dass Menschen auferstehen – Menschen, die schon lange gestorben und verwest sind oder feuerbestattet wurden? Diese Frage gibt nur dann einen Sinn, wenn es um die leibliche Auferstehung geht. Wenn die Korinther geglaubt hätten, dass das in der christlichen Tradition so zentrale Wort „Auferstehung“ eine pneumatische „Auferstehung“ im Sinn der gegenwärtigen Existenz der vom Geist ergriffenen Christen bedeutet, hätten sie die Frage nach dem Wie nicht gestellt. Offensichtlich glaubten die Auferstehungsleugner, wie ihre korinthischen Zeitgenossen, an die Unsterblichkeit der Seele und konnten sich eine leibliche Auferstehung der Verstorbenen nicht vorstellen. Dies wird in der zweiten Frage deutlich, mit der Paulus den korinthischen Einwand beschreibt: Mit was für einem Leib kommen sie? Es geht um den Leib, mit dem die Verstorbenen von den Toten zurückkommen“ (Schnabel, Der erste Brief des Paulus an die Korinther, S. 957).
A. Grundsätze zur leiblichen Auferstehung (V. 36-39)
„Du Tor bzw. Gedankenloser“ (V. 36), dieser Begriff wird für jemanden gebraucht, der entweder sein Wissen nicht einsetzt oder eben keines hat: „Um die Torheit des Einwands zu betonen, verwendet Paulus eine gebräuchliche Illustration aus der Natur. In drei wesentlichen Merkmalen ähnelt die Auferstehung der Pflanzung und dem Wachstum des Getreides: Die ursprüngliche Form ist aufgelöst, die ursprüngliche und die endgültige Form sind voneinander verschieden, und beide Formen bestehen dennoch weiter. Die Auferstehung ist nicht unmöglich, weil sie in geringerem Maße in der Pflanzenwelt geschieht“ (MacArthur, 1Kor, S. 463).
Auflösung: “ Zuerst betrachten wir die Ähnlichkeit von Auflösung und Sterben. Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Wenn ein Samenkorn in die Erde gepflanzt wird, stirbt es, in Wirklichkeit zerfällt es als Samenkorn: Es muss aufhören, in seiner ursprünglichen Form zu existieren, bevor es in seiner endgültigen Form als Pflanze lebendig werden kann“ (MacArthur, 1Kor, S. 463). Vgl. Joh 12,24.
Verschiedenheit: „Als Zweites besteht sowohl beim Getreideanbau als auch bei der leiblichen Auferstehung der Unterschied zwischen der ursprünglichen und der endgültigen Form. Das Samenkorn verliert seine Identität als Samenkorn und wird mehr und mehr eine reife Pflanze. Doch das Samenkorn selbst, das, was du säst – egal ob vom Weizen oder von einer anderen Saat – sieht überhaupt nicht wie die reife Pflanze aus, wie der Leib, der werden soll. Erst nachdem es kein Samenkorn mehr ist, wird es zur reifen Pflanze, die der Landwirt erntet“(MacArthur, 1Kor, S. 464).
Kontinuität: „Drittens gibt es trotz der Unterschiede eine Kontinuität zwischen dem alten und neuen Körper. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er es gewollt hat, und zwar jedem Samen seinen besonderen Leib. Das Samenkorn verändert sich völlig, aber es besteht weiter als dieselbe Lebensform. Ein Weizenkorn wird keine Gerste, und Flachssamen wird nicht zu Getreide. Gott hat jedem Samen seinen besonderen Leib gegeben, dessen Identität bis zur reifen Pflanze weiterbesteht“(MacArthur, 1Kor, S. 464).
B. Konsequenzen der leiblichen Auferstehung für die „Toten“ (V. 40-49)
V. 40f: Grundsätzlich gilt, dass es einen irdischen und einen himmlischen Leib gibt, die sich allerdings nicht nur hinsichtlich ihrer Beschaffenheit, sondern auch hinsichtlich ihrer Schönheit unterscheiden. Der Ausdruck „doxa“ ist in der Regel mit „Herrlichkeit“ zu übersetzen, trägt aber auch die Bedeutung „Glanz“ bzw. „Schönheit“.
V. 42: Ab hier wird der Vergleich von V. 40f nun ganz konkret auf das Thema der leiblichen Auferstehung angewendet. Es werden vier Gegensätze zwischen unserem verherrlichten und unserem irdischen Leib (= Körper) benannt:
Verweslichkeit – Unverweslichkeit (V. 42b): „Der erste Gegensatz betrifft die Lebensdauer. Eines der offensichtlichsten Merkmale allen Lebens, einschließlich des menschlichen, ist die Verweslichkeit. Der Mensch altert und stirbt schließlich. Sogar beim gesunden Kind hat der Alterungsprozess bereits begonnen. »Alle gehen an denselben Ort: alles ist aus dem Staub geworden, und alles kehrt auch wieder zum Staub zurück« (Pred 3,20). »Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er denkt daran, dass wir Staub sind. Die Tage des Menschen sind wie Gras; er blüht wie eine Blume auf dem Feld; wenn ein Wind darüber geht, so ist sie nicht mehr da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr« (Ps 103,14-16). […] Doch der Auferstehungsleib des Gläubigen wird auferweckt in Unverweslichkeit. »Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns« (1Petr 1,3f). Unser neuer Körper wird keine Krankheit, keinen Verfall, keine Verwesung und keinen Tod kennen. »Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: ›Der Tod ist verschlungen in Sieg!‹« (1Kor 15,54)“ (MacArthur, 1Kor, S. 466f).
Unehre – Herrlichkeit (V. 43a): „Der zweite Gegensatz hat mit Wert und Potenzial zu tun. Beim Sündenfall wurde das Potenzial des Menschen, Gott zu gefallen und zu dienen, drastisch verringert. Nicht nur sein Verstand und sein Geist, sondern auch sein Körper wurde – in Bezug darauf, was Gott vorgesehen hatte zu tun – unermesslich weniger wert. Das Geschöpf war vollkommen und nach dem Bild des Schöpfers geschaffen, es wurde gemacht, um in seinem ganzen Tun seinen Schöpfer zu offenbaren. Aber aufgrund der Sünde wurde das, was geschaffen war, um Gott zu ehren, stattdessen durch Unehre gekennzeichnet. Wir verunehren Gott durch unsere Unfähigkeit, uns das zu Nutze zu machen, was er uns gegeben hat. Wir verunehren Gott, indem wir den Körper missbrauchen und misshandeln, mit dem wir ihn doch eigentlich ehren und ihm dienen sollten. Selbst der treueste Gläubige stirbt in einem Zustand der Unehre, Mangelhaftigkeit und Unvollkommenheit. Doch eines Tages wird dieser unvollkommene und entehrte Körper auferweckt in Herrlichkeit. In der Ewigkeit werden unsere neuen unsterblichen Körper auch ehrenvoll sein, vervollkommnet, um dem Schöpfer zu gefallen, ihn zu loben und sich zu erfreuen an ihrem Schöpfer und an ihrem Erlöser, der sie wiederhergestellt hat“ (MacArthur, 1Kor, S. 467).
Schwachheit – Kraft (V. 43b): „Der dritte Gegensatz bezieht sich auf die Leistung. Unser derzeitiger Körper ist von Schwachheit gekennzeichnet. Wir sind nicht nur schwach in Bezug auf unsere körperliche Kraft und Lebensdauer, sondern auch in Bezug auf unseren Widerstand gegen Krankheiten und Leid. Trotz der wunderbaren natürlichen Schutzmechanismen des menschlichen Körpers ist niemand immun gegen Knochenbrüche, Beinamputation, verschiedene Infektionen und schließlich gegen das Sterben. Wir können und sollten unnötige Gefahren und Risiken für unseren Körper verringern, der bei Gläubigen der Tempel des Heiligen Geistes ist (1Kor 6,19f). Doch wir können uns nicht völlig vor Leid schützen, und noch weniger vor dem Tod. Unsere irdischen »Tempel« sind unausweichlich zeitlich begrenzt und anfällig. Nicht aber unsere neuen Körper, die in Kraft auferweckt werden. Wir wissen nicht, was diese Kraft alles beinhaltet, doch sie wird im vollkommenen Gegensatz zu dem sein, was wir jetzt besitzen. Wir werden nicht länger sagen müssen: »Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach« (Mt 26,41). Alles, was unser himmlischer Geist entschließt zu tun, wird unser himmlischer Körper vollenden können. Martin Luther sagte: »So schwach er [der Körper eines Gläubigen] jetzt ist, ohne Kraft und Leistung, wenn er im Grab liegt, ebenso stark wird er schließlich werden, wenn die Zeit kommt, sodass kein Ding für ihn unmöglich sein wird, wenn er das zu tun gesinnt ist. Er wird so leicht und beweglich sein, dass er in einem Augenblick hier über der Erde oder im Himmel schweben kann.«“ (MacArthur, 1Kor, S. 468).
Natürlich – geistlich (V. 44): „Beim vierten Gegensatz geht es um den Bereich der Existenz. Unser irdischer Leib ist zweifellos natürlich. Der natürliche Bereich ist der einzige Bereich, in dem wir leben und funktionieren können. Der physische Körper ist der physischen Welt angepasst und auf sie begrenzt. Selbst mit den Unzulänglichkeiten und Beschränkungen durch den Sündenfall ist unser irdischer Körper wunderbar für ein Leben auf der Erde gemacht, dem irdischen Leben fabelhaft angepasst. Aber das ist der einzige Bereich und das einzige Leben, für das er angepasst wurde. Der neue Leib des Gläubigen wird geistlich auferweckt werden. Unser Geist wohnt in einem irdischen Körper, aber eines Tages wird er einem geistlichen Leib innewohnen. Auf jeden Fall werden wir dann geistliche Wesen sein. Sowohl unser Geist als auch unser Leib wird dann dem himmlischen Leben vollkommen angepasst sein. Jesus sagte: »Die Kinder dieser Weltzeit heiraten und lassen sich heiraten; diejenigen aber, die gewürdigt werden, jene Weltzeit zu erlangen und die Auferstehung aus den Toten, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen, denn sie können nicht mehr sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind« (Lk 20,34-36). Bei der Auferstehung wird an uns alles in alle Ewigkeit vollkommen sein. Wir werden nicht genauso sein wie die Engel, aber wir werden ihnen darin »gleich« sein, dass auch wir für das himmlische, geistliche, übernatürliche Leben vollkommen ausgestattet und passend gemacht sein werden.“ (MacArthur, 1Kor, S. 468).
V. 45-49: „Adam und Eva waren ursprünglich in einer Probephase. Hätten sie sich treu erwiesen statt ungehorsam, wären ihre Körper verherrlicht und unsterblich geworden durch das Essen der Frucht vom Baum des Lebens, von dem sie dann hätten essen können (vgl. 1Mose 2,9). Weil sie gesündigt hatten, wurden sie aus dem Garten vertrieben, bevor sie vom Baum des Lebens nehmen konnten und in alle Ewigkeit im Zustand der Sünde gelebt hätten (3,22). Der letzte Adam wurde zu einem lebendig machenden Geist. Der letzte Adam ist Jesus Christus. »Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht. …, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn« (Röm 5,19.21; vgl. V. 12.15). Durch Adam haben wir den natürlichen Leib geerbt; durch Christus werden wir den geistlichen Leib in der Auferstehung erben“ (MacArthur, 1Kor, S. 469).
„Adam, der erste Mensch, von dem die natürlichen Menschen abstammen, erzeugt auf der Erde, war in der Tat direkt von der Erde erschaffen worden (1Mose 2,7). Er war in jeder Hinsicht irdisch. Doch Christus, das »danach Kommende« genannt, weil er geistliche Menschen hervorgebracht hat, lebte schon ewig, bevor er Mensch wurde. Er lebte auf der Erde in einem natürlichen Leib, aber er kam aus dem Himmel. Adam war an die Erde gebunden, Christus an den Himmel. Aufgrund unserer natürlichen Abstammung von Adam sind wir Teil der Irdischen. Durch unser Erbe in Jesus Christus werden wir ebenfalls Teil der Himmlischen. Durch Adam sind wir irdisch, durch Christus wurden wir himmlisch. Eines Tages werden sich unsere natürlichen Leiber in die himmlischen Leiber verwandeln. Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen. Wie wir den natürlichen Körper Adams gegen den geistlichen Körper Christi austauschen werden, so werden wir auch Adams Bild gegen Christi Bild austauschen.“ (MacArthur, 1Kor, S. 469f)
„Ebenso wie bei unserem Herrn wird auch unser Leib, der jetzt vergänglich, entehrt, schwach und natürlich ist, auferweckt werden in einem Leib, der unvergänglich, herrlich, stark und geistlich sein wird. Was unseren Dienst und die Offenbarung Gottes oft verhindert hat, wird dann der wunderbare Kanal der Erfüllung sein. Wir werden seine Kraft haben, in der wir ihm dienen und ihn loben werden, und seine Herrlichkeit, mit der wir ihn offenbaren und rühmen werden. »Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters« (Mt 13,43). Im Himmel werden wir strahlen wie die Sonne, in der prächtigen und glänzenden Herrlichkeit, die der Herr in seiner Gnade mit den Seinen teilen wird. Christus wird »unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten […], sodass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann« (Phil 3,21). Wir können uns nicht genau vorstellen, wie alles sein wird. Selbst unser derzeitiges geistliches Auge kann sich unsere zukünftigen geistlichen Körper nicht vorstellen. »Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist« (1Joh 3,2). Wir werden unsere eigenen Auferstehungsleiber nicht sehen oder gar haben, bevor wir Christi Auferstehungsleib gesehen haben. Erich Sauer hat wunderschön bemerkt: »So werden die Gräber der Menschen zu Saatfeldern der Auferstehung und die Friedhöfe des Volkes Gottes durch den himmlischen Tau zu Auferstehungsfeldern der verheißenen Vollkommenheit.« Die kommende Auferstehung ist die Hoffnung und Motivation der Gemeinde und aller Gläubigen. Was auch immer mit unseren derzeitigen Körpern geschehen wird – ob sie gesund oder krank, kurz- oder langlebig, verwöhnt oder misshandelt sind -: Sie sind nicht unsere bleibenden Körper, und wir sollten sie nicht zu innig festhalten. Unsere selige Hoffnung und Zusicherung ist, dass diese erschaffenen natürlichen Körper eines Tages als geistliche Körper wiederhergestellt werden. Obwohl wir nur einen flüchtigen Blick auf diese neuen Körper haben, sollte es uns genug sein zu wissen, dass »wir ihm [Jesus] gleichgestaltet sein werden«“ (MacArthur, 1Kor, S. 470f).
C. Konsequenzen der leiblichen Auferstehung für die „Lebenden“(V. 50-53)
Der Zeitpunkt der leiblichen Auferstehung (= Umgestaltung) ist eindeutig markiert: Die Wiederkunft Jesu (V. 23b). Doch was geschieht mit Christen, die noch leben, wenn Jesus wiederkommt?
„Der Apostel offenbart nun, dass Christen, die bei der Wiederkunft des Herrn leben, nicht sterben müssen (entschlafen), damit ihr Körper umgestaltet wird. »Danach werden die, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit« (1Thess 4,17). Während Gläubige auferweckt oder hinaufgeholt werden, werden sie verwandelt werden. Egal ob Gläubige sterben oder entrückt werden, ihre Leiber werden vom Verweslichen in das Unverwesliche verwandelt werden, vom Natürlichen ins Geistliche. Da das Verwesliche das Unverwesliche nicht erben kann, müssen Henoch und Elia auf dieselbe Weise verwandelt worden sein, wie entrückte Gläubige verwandelt werden. Auf jeden Fall werden alle Gläubigen gleich für den Himmel ausgestattet sein (vgl. Phil 3,20-21)“ (MacArthur, 1Kor, S. 475).
„Jesus sagte, vom zukünftigen Auferstehungstag sprechend: »So komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin« (Joh 14,3). Als er in den Himmel aufgefahren war, sagten die Engel den zuschauenden Jüngern: »Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!« (Apg 1,11). Mit Paulus sollte jeder Gläubige »die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus« (Tit 2,13). Weil sie irdisch sind, können die natürlichen Körper das ewige Königreich nicht bewohnen. Daher muss es solch einen Tag und solch einen Augenblick geben, denn dieses Verwesliche [das, was ein Gegenstand des Verderbens ist] muss Unverweslichkeit anziehen, und dieses Sterbliche muss Unsterblichkeit anziehen. Das mit anziehen übersetzte Wort wurde gewöhnlich verwendet, wenn es um das Anziehen von Kleidern ging, und beschreibt unseren erlösten Geist, der mit einem erlösten Leib bekleidet sein wird (vgl. 2Kor 5,1-5)“ (MacArthur, 1Kor, S. 476).
3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT
Die Frage auf die unser Text antwortet lautet nicht: „Was wird nach dem Tod sein“! Sondern die Frage lautet: „Wie werden wir auferstehen bzw. was geschieht in der Entrückung“? Hier gilt es das Monatsthema (von der Auferweckung des Herrn leben) fortzuführen und den nächsten Aspekt zu enthüllen (= die Hoffnung der Auferstehung).
4. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNG
Zum Einstieg: „Bei der Christenverfolgung, die in Südfrankreich, in Vienne und Lyon, im Jahre 177 nach Christus stattfand, hatte der Glaubensmut, mit dem die Christen die schrecklichsten Qualen aushielten, den heidnischen Pöbel so in Wut gebracht, dass er noch nicht zur Ruhe kam, als die Märtyrer tot waren. Er ließ seinen Zorn auch noch an den Totengebeinen aus. Man lies sie sechs Tage unter freiem Himmel liegen, verbrannte sie dann zu Asche, zerstampfte sie zu Staub und warf den Staub in die Rhone, dass er von den Wellen fortgerissen würde. jeder Rest von diesen Menschen sollte ausgetilgt werden. Kein Stäubchen von ihnen sollt übrig bleiben. Jetzt wollen wir sehen, sagten die Heiden, ob sie auferstehen werden, wie sie behaupten. Sollte ihr Gott wirklich so stark sein, dass er sie aus dem Staub wieder lebendig machen könnte? Mit was für einem Leib sollten sie den jetzt wieder auferstehen? Damit war die Frage gestellt, mit der unsere Epistel beginnt, die Frage, die jeder in irgendeiner Form hat, mit der keiner von uns schon ganz fertig ist, mag er ein Suchender, ein Zweifelnder oder ein Glaubender sein“ (erzählt von Prof. Karl Heim).
Zu V. 52: „Aber was ist das für ein Tag, wenn die letzte Posaune geblasen wird? Paulus sagt: Zur Zeit der letzten Posaune ist Auferstehungstag. Es wird nicht immer Sterbetage geben. Es wird nicht immer Beerdigungstage geben. Es wird nicht immer Gedenktage geben. Einmal ist Auferstehungstag.
a) Die letzte Posaune wir plötzlich geblasen: Wenn der Gekreuzigte wiederkommt und das Signal gibt, dann wird die letzte Posaune geblasen. Jesus sagt: Ich komme wie ein Dieb in der Nacht. Er kommt unerwartet. Alle apokalyptischen Kalender sind Makulatur. Zum Alarm gehört der Moment der Überraschung. Die Martinshörner tönen plötzlich und unerwartet. Sagen sie nicht: ‚Sie hat bisher nicht geklungen, sie wird auch in Zukunft nicht klingen‘. Die Länge der Zeit ist keine Widerlegung der Wahrheit. Wie wenn sie heute ertönen würde?
b) Die letzte Posaune wird laut geblasen: Die letzte Posaune erzeugt einen durchdringenden Ton. Wenn sie geblasen wird, dann wird die ganze Welt davon erfüllt sein. Keiner kann es überhören. Selbst die Toten werden gerufen. Jesus wird einen solchen Ton über diese Erde schicken, dass keine Stelle im Hörschatten bleibt.
c) Die letzte Posaune wird zur Verwandlung geblasen: Der Engel bläst seine obligate Posaune, die das Signal eines großen Geheimnisses ist. Wir werden alle verwandelt werden. Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht ererben. Wir können nicht bleiben, wie wir sind, aber wir bleiben, die wir sind! Die Identität der Person wird gewahrt. Denken sie an die Verwandlung einer Raupe in einen Schmetterling. Der neue Mensch kommt aus dem alten Menschen. Unser niedriger Leib wird verwandelt in den Herrlichkeitsleib. Wir werden verwandelt zu Ostermenschen, und das geschieht nicht erst hinter der Friedhofsmauer. Schon heute und jetzt können wir die alten Klamotten ablegen und die Mode des Reiches Gottes tragen. Jede Kirche, jeder Gemeinschaftssaal ist eine Umkleidekabine. Da kommt man anders heraus, als man hineingeht! (in Auszügen: Konrad Eißler, Lebendige Gemeinde H. 4/1999, S. 28f).
Zum Abschluss: „Karl Bornhäuser erzählt vom Diakonissenpfarrer Walter in Karlsruhe aus einer Ansprache über die Auferstehung: „Auferstehung, ja, Auferstehung, mit der geht‘s mir grad wie dem schwäbischen Büble. Das ischt mit seim älteren Bruder ans Grab von der Mutter komme, die jüngscht verstorbe war, und hat arg gheult. Da sagt der Ältere – das ischt schon so en Gecheider gwese, denn heutzutag werde die Bube schon früh gscheid – Muscht net so heule. Weischt, das da unte ischt nur die Hülle. Der Geischt, der Geischt, der ischt bei Gott.‘ Darauf sagte der Kleine: ‚Das gfallt mir net. I will mei Sach beisamme habe. In die begreifliche Heiterkeit der Gemeinde hinein sprach Walter dann weiter: „So denke ich auch. Wenn ich einmal aufersteh‘ durch Gottes Gnad‘, dann will ich nicht da oben rumschwebe als ein Geischt, dann will ich auferstehn als der Pfarrer Walter“ (Heinz Schäfer, Hört ein Gleichnis, Nr. 490).
5. PREDIGTGLIEDERUNG
Die Hoffnung der Auferstehung und
a) die Frage nach dem Jenseits (V. 35-39)
b) der Einblick in das Jenseits (V. 40-49)
c) die Bereitschaft für das Jenseits (V. 50-53)
Nach Theo Sorg:
A. Der Grund der Auferstehung ist die Schöpfermacht Gottes
B. Das Ziel der Auferstehung ist ein neuer Leib
C. Das Unterpfand der Auferstehung ist der auferstandene Christus