Offenbarung

Predigthilfe vom 24.9.2006 – Offenbarung 21, 1-8

Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der sich nach Vollendung sehnt
Predigtthema: Die überwinden in Treue

Bibelstelle: Offenbarung 21, 1-8

Verfasser: Eckhard Löffler

Vorbemerkungen
Manche Predigttexte schließen mit V 7 ab (1).
Gnade und Gericht gehören allerdings zusammen. V 8 sollte hier aber nicht Hauptthema sein.

Predigttipps:
V 1 „sah“ heißt: Die neue Schöpfung wird sichtbar. Glaube und Schauen werden eins.
Die höchste Kraft aller Zeiten ist der Geist Gottes. Er wirkt schon in die jetzige Schöpfung hinein.
Die neue Schöpfung wird vom Frieden Gottes durchtränkt sein.
Die Gemeinde Jesu war der Anfang, gehörte zur Vorbereitung der neuen Welt und bildet ihr Herzstück.
Christliche Hoffnung unterscheidet sich grundsätzlich von einem Denken, das nur auf Sichtbares und Wissenschaftliches ausgerichtet ist dadurch, dass Gott in der Mitte steht (2).
Gott liebt seine Welt und die Menschen. Liebe will Nähe. Wir werden Gott ganz nah haben und sein.
Bis dahin sind wir Gäste in dieser Welt, nicht die Gastgeber.
An bestimmten Orten hat Gott sich schon hier finden lassen: Im Paradies (1. Mo 2, 8); im Zelt, wo die Lade stand (2. Mo 25, 8; 33, 7); im Allerheiligsten des Tempels (1. Kö 8, 6); bei Jesus, als der Himmel offen war (Mt 3, 16), usw.
Kein Meer mehr! Ein Manko der künftigen Welt? Für den biblischen Menschen war seit 1. Mo 1 das Meer die vom Schöpfer zurückgedrängte Chaosmacht, vom Menschen im Ernstfall nicht „in den Griff zu kriegen“ (3).
Der Israelit stand mit Grausen am Strand und sah, wie die Angriffe der feindlichen, zerstörerischen Macht, Welle um Welle, die geschaffene Gotteswelt bedrohte. Gott gebot „Bis hierher und nicht weiter“ (Hiob 38, 8.10).
V 1b heißt: Gott schaltet alles aus, was Welt und Menschen bedroht, s. auch V 4.
V 2f Heilig heißt „abgesondert, Gott gehörig“. Schon jetzt sind Jesusleute heilig, nicht aus eigener Vollkommenheit, sondern weil ER, der mit den Seinen eins sein will, heilig ist (1. Petr 1, 15f; 2, 9).
Das neue Jerusalem hat sich für ihren Mann (Gemeinde Jesu) besonders schön gemacht. Die engste Nähe zwischen zwei Menschen, die Ehe, wird durch das Einswerden beschrieben.
Diese Vorfreude lebt in der Gemeinde. Jeder Gottesdienst soll dadurch bestimmt sein. Im Einklang mit Gottes Geist sagt auch die Braut „Komm!“ (Offb 22, 17).
Das erklärt die Sehnsucht der Jesus-Nachfolger nach ihrer „ewigen Heimat“ (2. Ko 4, 17f) (4).
Gewissensfrage: Was wünschen wir uns stärker als Gottes Liebe und Nähe?
Am Endlichen und Unheiligen liebt man sich satt, an Gott nicht.
V 3 Gott wird seinen ewigen Wohnsitz (griech.: Zelt, s. auch 2. Ko 5, 1: eigentlich „Zeltwohnung“.) bei seiner Gemeinde haben (4). Kein Abstand mehr zum großen Gott, keine Dissonanzen. Alle Mächte von unten sind verschwunden. Das Leben Gottes regiert nun alles.
V 4 Tränen abwischen? Männer weinen doch nicht. J.A.Bengel: „Was soll Gott diesen Leuten denn abwischen, wenn sie das Weinen verlernt haben?“
Im Sinne Gottes wäre sicher unsere Vorsorge, dass Tränen gar nicht erst rollen müssten.
Von der Auferstehung her wird gedacht: Der Tod hat selber sterben müssen, seinen zweiten Tod, den Tod des Todes (Offb 20, 14).
V 5 Keine Renovierung der alten Verhältnisse! Diese Welt wird nicht runderneuert, sondern neu geschaffen.
Das Neuschaffen geschieht hier schon, wo Jesus in einem Menschen Wohnung bezieht. Ein schöpferischer, neuer Lebensanfang.
Die größte Stunde der Gemeinde Jesu. Bis dahin ist alles Stückwerk (1. Jo 3, 2!; 1. Ko 13, 9-11).
V 6 Für Gott ist das alles schon gelaufen. Er schuf am Ostermorgen und am Pfingsttag, behält das letzte Wort und bringt seine Leute ans Ziel.
„Umsonst“ ist das große Wort (Rö 3, 24) und beinhaltet das ganze Evangelium. Wer das glaubt und hofft, bezieht schon hier Gottes Zukunft ein (5). Begründete Hoffnung! (6)
V 7 Überwinden klappt nicht aus eigener Kraft.
Bleiben in und Halten an Jesus sind Voraussetzungen für Leben (Jo 15, 5) und Kennzeichen der Überwinder. Das sind keine Kraftprotze, im Gegenteil, s. Mt 5, 3-12; 2. Ko 11, 30.
Um zu erben, muss ich „nur“ Kind sein oder werden (7).
V 8 Erschreckend. Es geht um die, welche der Versuchung zur Untreue gegenüber Jesus nicht standhalten, sondern ihrem Herrn absagen (Hebr 6, 4-6). Feiglinge sind nicht tapfer genug, um sich der antichristlichen Welle zu widersetzen und sich zu Jesus zu bekennen.
„Ungläubige“ wird auch mit Untreue, Treulose übersetzt. Hurer haben die Ehe mit Gott gelöst und Zauberer und Giftmischer haben anderen den „Zaubertrank“ „moderner Kultur und Glaubensauffassung“ eingetrichtert. (8).
Der zweite Tod wirft für uns Fragen auf, weil noch nicht alles klar ist. Er beschreibt aber das schwere Schicksal der Leute, die Jesus verworfen und sich anderen Ideologien und Mächten verschrieben haben, die nie das Leben geben können und darum Lüge sind.

Gliederungsvorschlag
So ist es in der Ewigkeit:
1. Gott ganz nah
2. Die neue Welt ganz heil

Liedvorschläge (aus „Ich will dir danken“)
Lobpreiset unsern Gott 366; Vater, mach uns eins 401; Nicht der Anfang 420; Wenn nach der Erde Leid 358; Keiner weiß, wann 360; Wir haben eine Hoffnung 361; Du sollst nicht müde werden 362; Wir warten dein, o Gottessohn 363; Du bist mein Ziel, mein Gott 368; Wer Gott folgt, riskiert 381.

Fußnoten
(1) Die Predigtreihe der evang. Kirchen schließen z.B. mit V 7, um mit V 8 nicht noch einen negativen Klang in den verheißungsvollen Abschnitt des Zuspruchs und der Einladung zu bringen.
(2) Thomas muss erst vom Begreifen wollen zum Glauben kommen (Jo 20, 26-29). Das ist für ihn eine neue Welt, allerdings noch nicht die in V 1 versprochene.
(3) Das Tsunami-Beispiel (jap. tsu=Hafen und nami= Welle) zeigt die Hilflosigkeit der Menschen.
Japan hat eine Tiefseesteilküste. Riesenwellen bilden sich quasi erst kurz vor dem Strand und schlagen deshalb über die Hafenmauer in den Hafen, wo sie die Schiffe und Häuser zertrümmern.
Eine Reihe verheerender Tsunamis machten dieses Naturphänomen weltweit bekannt. Höhepunkt am 26.12.2004: 231.000 Tote. Menschen finden im und auf dem Meer ihre Grenzen. Sie können nur reagieren. Beispiel Pellworm: Die Deiche müssen wieder erhöht werden.
(4) Schon Abraham zeigte auch am Ziel seiner Reise, dass er hier keinen ersten Wohnsitz hat (Hebr 11, 9f), sondern den künftigen erwartet. Dieses Denken zeigt sich auch in den Briefanfängen des Paulus. Oft sind ZWEI Adress-Orte angegeben: 2. Wohnsitz in Korinth, erster Sitz in Christus.
(5) Ps 73, 25: Wenn ich nur dich habe…
(6) Wer in einer Raupe schon den Schmetterling sehen kann, weiß mehr als alle, die nur die Raupe sehen.
Alte Liederdichter haben das hervorragend ausgedrückt, z.B. Paul Gerhardt. Zukunftswissen aus Gottes Wort in einer vergehenden, sterbenden Welt.
(7) Keine Erbstreitigkeiten mehr! Redewendung im Blick auf Verwandtschaften, die sich offensichtlich gut vertragen: „Habt ihr schon geerbt und geteilt?“
(8) Furchtbar, dass auch sogenannte Theologen dazugehören könnten: „Gott ist tot“. Glaubenszersetzer gab es zu allen Zeiten: „Sollte Gott gesagt haben? …“ (1. Mo 3, 1). Wer Gottes Wort eigenmächtig verkürzt oder verlängert/“verschlimmbessert“, lädt sich ewige Probleme auf (Offb 22, 18f).