Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der sich nach Vollendung sehnt
Predigtthema: Die auf Gerechtigkeit hoffen
Bibelstelle: Offenbarung 6, 1-11
Verfasser: Eckhard Löffler
Vorbemerkungen
In Offenbarung 6 beginnt die eigentliche Endgeschichte (bis 19, 5). Endzeitliche Geburtswehen haben Parallelen in Elias Erlebnissen mit Vorboten des Kommens Gottes (1. Kön 19, 11ff.).
Die Siegel kann kein Würdiger brechen (Offb 5, 1f.). Trauer im Himmel. Überraschung: Der „Löwe von Juda“ zeigt sich als das geschlachtete Lamm (Offb 5, 5-13). Jesus ist die befreiende Lösung der Weltgeschichte. Er öffnet die Siegel.
Im Bild der vier Reiter sehen wir die Mächte, die im Kampf um Menschen und die Weltgeschichte stehen.
Auch die antichristlichen Mächte müssen gegen ihren Willen für Christus arbeiten. (1) Schachfiguren in Gottes Hand. Und solange Israel nicht „blickt“ (2. Ko 3, 14-16) wer Christus ist, wird es eben seine weltliche Macht zum Überleben nutzen – wie alle anderen Länder auch. Die große Überraschung wird sein, wenn Israel den Herrn erkennt.
Andere Bibelverse waren in den vergangenen Jahrhunderten kaum so der subjektiven Auslegung ausgesetzt wie diese. Deshalb bleiben wir beim Wort.
Predigttipps:
V 1 Die vier Reiter sind Mächte, die im Kampf um den Menschen stehen.
Das Lamm (= Christus) öffnet Siegel und setzt die Geschichte in Gang.
Die Donnerstimme erinnert an die Übermacht Gottes.
V 2 Die Mehrzahl der Ausleger spricht beim weißen Pferd vom Wort Gottes. Weiß: keine dunklen Farben, zerstörerische Mächte, dämonische Mächte. Der erste Eindruck, dass Licht, Reinheit und Wahrheit überall gern aufgenommen wird, trügt. Der Bogen steht für Kämpfen. Und um die Reinheit des Wortes wurden unzählige Schlachten geschlagen, in der Weltgeschichte und im einzelnen Menschenherzen.
Wer letztlich den Sieg behält, ist schon klar. Gott hat auf Golgatha reinen Tisch gemacht und gesiegt für alle Zeit und Ewigkeit.
Gott erbeutet keine Sklaven. Er erwartet Glauben von Überzeugten, Freiwilligen. Die letzte Schlacht ist geschlagen, aber noch nicht im einzelnen Menschenherzen entschieden …
V 3f Rotes Pferd: Die erste Großmacht sind die dämonischen Gewalten. Kennzeichen: Sie nehmen anderen und sich selbst den Frieden. (1)
V 4 Sich selbst und andere umbringen wird zur Tagespolitik gehören; Selbstmordattentäter, die auch Unschuldige vernichten. Das „große“ Schwert beschreibt großen Einfluss (2).
Eine Antwort: Sie kennen den Weg zum Frieden nicht (3). Der Friede Gottes ist durch Jesus besiegelt. Er hat Frieden gemacht (Eph 2, 14). Friedenspolitiker ohne Jesus wissen nicht, wovon sie reden. Mit Gewalt lässt sich Frieden nicht erreichen – höchstens ein „Friedhofsfriede“.
V 5.6. Die zweite Macht (schwarzes Pferd) trägt eine Waage und bekundet alle Not, die der „Kampf ums Dasein“ verursacht. Seitdem der Mensch Gott fortläuft, verliert er die Übersicht über sein Leben und dessen Garanten Staat, Industrie, Wirtschaft, Lohn und Rente „brachte“ mir mein Wohlstand?
Bettler und Millionäre sind vor Gott gleich, allerdings kommen die Reichen (Öl und Wein zählen zum Wohlstand) besser durch, als Arme, die Grundnahrungsmittel wie Weizen und Gerste kaum bezahlen können (4).
V 7.8. Die dritte Macht, der Reiter des fahlen Pferdes, gilt als Vertreter von Krankheit und Tod.
Kaum eine Macht kann das Jesus-Vertrauen so verdunkeln wie Knappheit, Krankheit, Sorge, Hunger, Tod.
Aber gerade Krankheit und Tod können Fenster in die Wirklichkeit Gottes werden (5).
V 9ff ZEUGEN Jesu in der Ewigkeit.
Das „NEUE Lied“ hat in Gemeindekreisen Geschichte gemacht. Auch inhaltlich neu? NEIN! Praktisch wechselten moderne Musikstile und -instrumente (Schlagzeug, Bassgitarre und elektronisches Klavier waren lange ungeduldet).
V 10f Auch himmlische Musik kann laut sein. Der Grund dafür ist die gewichtige Frage des Menschen an Gott. Die Zeugen Jesu, die schon in der Ewigkeit sind, nehmen Anteil am Leben der Gemeinde (Hebr 12, 1): WARUM das alles? Warum setzt Gott noch keinen Schlusspunkt?
Er denkt auf weite Sicht, verliert aber die letzten Ziele nicht aus den Augen.
Verlässliche Ruhe und sicheren Frieden verspricht nur Gott.
Gliederungsvorschlag
Verlangen nach dem Ziel – Willigkeit für den Weg zum Ziel
1. Gottes Wort bleibt hier umkämpft.
2. Die vollendete Gemeinde nimmt Anteil.
3. Gottes Wort wird Frieden schaffen.
Fußnoten
(1) Der Islam gehört zu den satanisch geprägten Religionen. Übervorteilung, Entführung, Terror, Mord gegenüber Andersgläubigen sind legale Ausdrucksmittel. „Ehrenmord“ wird von betroffenen Verwandten erwartet und gebilligt.
Dazu war die Uneinigkeit unter islamischen Staaten konkret seit 1948 ein Mittel Gottes, Angriffe auf sein Volk abzuwehren.
(2) Die Presse stand (zu) lange auf Seiten der „armen, unterdrückten Islamisten“.
Mittlerweile schwenken Politik, Kirchenleitungen und Presse behutsam ein auf ein Interesse an Israels Überlebenswünsche.
(3) Das Problem ist: Jeder will SEINEN Frieden – vom Kinderzimmer bis zur Weltpolitik:
Jüdische Zeloten versuchten, den Frieden mit Gewalt zu erreichen,
Jüdische Essener bereiteten sich auf den heiligen Krieg vor.
Alle Parteien sind für den Frieden.
Jesaja 59,8: „Sie kennen den Weg des Friedens nicht. Unrecht ist auf ihren Wegen. Wer auf ihnen geht, der hat keinen Frieden.“
Slobodan Milosevic: „Die Friedensgrenzen für ein neues Jugoslawien lassen sich nur mit dem Bajonett ziehen“.
Mao Tse Tung: „Das Streiten und der Krieg werden bald ausgemerzt sein. In nicht allzu ferner Zukunft. Doch der einzige Weg, den Krieg aus der Welt zu schaffen, besteht darin, diesem Kriege unseren Krieg entgegenzusetzen“. (Worte des Mao-Tse-Tung, 1967, sog. Mao-Bibel, S. 67)
Der “Friede” dieser Welt hat mit dem Gottesfrieden nur verschwindend wenige Gemeinsamkeiten.
Alle wollen Frieden, aber nur IHREN, nicht den weltumfassenden Gottesfrieden.
Damit es „endlich Ruhe gibt“ baten Jünger um Feuer vom Himmel (Lk 9, 54) und Petrus schlug im Namen des Friedens einem Angehörigen der hohepriesterlichen Eingreiftruppe ein Ohr ab (Mt 26, 51-54).
(4) Teuerung: Ein Pfund Weizen und ein Pfund Gerste kosten einen Tageslohn.
Öl und Wein wurden oft geistlich gedeutet. Der Wein als reinigendes Blut Christi (Abendmahl), das Öl als Bild des Heiligen Geistes. Ob diese Deutung diesem Bibelwort gerecht wird, bleibt fraglich.
(5) Gerade kranke und sterbenskranke Christen haben wirksam Zeugnis gegeben für die Nähe ihres Herrn, der Sieger bleibt über alles. Beispiele genug in Gemeinschaften und Gemeinden.