Lukas

Predigthilfe vom 23. Februar 2020 – Lukas 8, 1-3 (Röm 6,16ff; 1.Petr 4,10f)

Jahresthema: Jeder Christ ein Mitarbeiter – Berufen, um Gott und den Menschen zu dienen

Predigtthema: Maria von Magdala – Befreit zum Dienen

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

  1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 2017 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Hilfen zur Auslegung finden sich in den entsprechenden Kommentaren der Reihen Edition C und Wuppertaler Studienbibel. Zu Römer 6 ist auch der Kommentar von Eckard Schnabel in der Reihe ‚Historisch Theologische Auslegung‘ zu empfehlen.

1.2. Wichtige Gedanken in unserem Abschnitt

In der zweiten Predigt zu unserem Jahresthema: „Jeder Christ ein Mitarbeiter – Berufen, um Gott und den Menschen zu dienen“ nehmen wir heute eine ganz besondere Frau in den Blick. Maria von Magdala war die Frau, der Jesus nach seiner Auferstehung als erstes begegnet ist (Joh 20). Jesus beauftragte Maria, seinen Jüngern von seiner Auferstehung zu berichten. Maria, war außerdem eine der Frauen, die am Karfreitag bis zum Ende am Kreuz blieben (Joh 19,25).

Lukas 8,2 berichtet uns ganz kurz darüber, wie Maria zu Jesus gekommen ist. Maria war von sieben Dämonen besetzt und Jesus hat diese Dämonen ausgetrieben. Er hat Maria freigemacht. In dieser Freiheit lebte Maria nun ganz für Jesus. Sie und einige andere Frauen dienten Jesus und seinen Jüngern, indem sie sich mit ihrem Vermögen einsetzten.

Die geistliche Haltung von Maria wird in Joh 20 besonders deutlich. In Vers 13 als sie mit den Engeln redet, spricht sie sehr betont von Jesus als „meinen Herrn“. Sie glaubte von ganzem Herzen an Jesus, aber auch sie konnte den Tod Jesu nicht einordnen und rechnete nicht mit einer Auferstehung.

Ausgehend von Maria wollen wir in dieser Predigt über das Thema: „Befreit zum Dienen“ nachdenken. Hierzu müssen wir zusätzlich zu den Einblicken ins Leben von Maria noch andere biblische Abschnitte hinzunehmen, um dieses Thema zu füllen.

  1. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Wir predigen das Thema „Befreit zum Dienen“ in unserer Serie zum Thema Mitarbeiterschaft. Wir wollen in dieser Serie anhand verschiedener biblischer Vorbilder darüber nachdenken, was Mitarbeit im Reich Jesu bedeutet. Dabei wollen wir zur Mitarbeit ermutigen, aber natürlich auch bedenken, welche Herausforderungen im Blick auf die Mitarbeit bestehen. Über allem soll deutlich werden, dass es Jesus selbst ist, der uns in seinen Dienst ruft und mit dem ausrüstet, was wir brauchen, um ihm zu dienen.

2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen

Das NT berichtet uns recht wenig über das Leben von Maria von Magdala. Doch die Aspekte, die uns berichtet werden, geben einen hilfreichen Rahmen für unser Thema. Maria war von sieben Dämonen besetzt, von denen Jesus sie befreit hat. Sie wurde aber nicht nur von den Dämonen befreit, sie wurde eine treue Nachfolgerin und Dienerin Jesu. Diese Treue sehen wir besonders beim Tod und der Auferstehung von Jesus, wo Maria eine ganz zentrale Rolle spielt.

Die Befreiung durch Jesus bildete die Grundlage für den Dienst von Maria und ist damit Basis für unser Thema.

Anhand der Ausführungen von Paulus in Röm 6,16ff können wir unser Thema weiter vertiefen. Paulus gibt uns ganz grundsätzlich zu bedenken, dass wir in unserem Leben immer Sklaven sind. Wir dienen dem, dem wir gehorsam sind. Und damit bleiben in der geistlichen Logik von Paulus eben genau zwei Herren übrig, denen wir dienen können. Entweder wir dienen der Sünde oder wir leben im Gehorsam Gott gegenüber.

In diesen Versen von Paulus sehen wir, wie die menschliche Verantwortung betont wird (V.16: wem ihr euch zur Verfügung stellt). Zugleich unterstreicht Paulus aber auch, dass die menschliche Verantwortung ganz abhängig ist von Gottes Wirken ist (V.18: Frei gemacht aber von der Sünde). Wenn Gott uns nicht aus der Macht der Sünde befreit, sind wir tot in unserer Sünde.

Als Nachfolger Jesu sind wir nun in die Verantwortung gestellt, wie Maria mit der Freiheit umzugehen, und sie konsequent in den gehorsamen Dienst für Jesus zu stellen.

Wenn wir dann noch 1.Petr 4,10f hinzuziehen, wird zudem deutlich, wie wir diesen Dienst nur in Abhängigkeit von Gott tun können. Er stattet uns mit den entsprechenden Gaben aus und befähigt uns in seiner Gnade dazu, dass wir einander dienen können. Maria folgte Jesus treu nach. Sie und die anderen Frauen setzten ihr Vermögen ein, um Jesus zu dienen und übernahmen so einen wichtigen, treuen Dienst. Petrus stellt uns in diesen beiden Versen auch das große Ziel des Dienstes vor Augen, zu dem Gott uns befreit hat: „damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus“.

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen

Es bietet sich an das Thema „Befreit zum Dienen“ in drei Schritten zu behandeln. Ausgehen sollten wir von der Wahrheit, dass der natürliche Mensch unter der Macht der Sünde nicht fähig ist Gott zu dienen. Im Leben der Maria von Magdala war diese Unfähigkeit sehr deutlich sichtbar. Der Teufel hatte sichtbar die Macht über ihr Leben. Auch wenn es in der Regel nicht so offensichtlich ist, gilt diese Wahrheit für jeden Menschen, bevor er zum Glauben an Christus findet. Paulus spricht in Röm 6 davon, dass die Christen in Rom Sklaven der Sünde waren. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie relevant es für eine Gemeinde ist, zu bedenken, wer in der Gemeinde Mitarbeiter sein kann.

Im zweiten Schritt dürfen wir aufzeigen, auf welch herrliche Weise Jesus Freiheit in unser Leben bringt. Er hat den Preis für unsere Schuld bezahlt und uns freigekauft. Wir können in den Evangelien zeigen, dass es Jesus um viel mehr ging, als Menschen nur körperlich zu retten. Jesus kam, um Sünder aus ihrer Schuld zu befreien (z.B. Mk 2,17; 1.Tim 1,15).

Maria von Magdala hat diese doppelte Rettung erlebt. Sie wurde von den Dämonen frei und eine treue Nachfolgerin Jesu. Jesus ist ihr Herr geworden. Er hat ihr Leben neu gemacht. Wenn wir über die Freiheit in Christus sprechen, sollten wir ganz konkret zum Glauben an Jesus Christus einladen und auch betonen, dass Jesus der einzige Weg zur Rettung ist (vgl. Apg 4,12).

 

Schließlich im dritten Schritt betrachten wir die Konsequenz der Freiheit zu der Jesus uns befreit hat. 1.Petr 4,10f macht sehr deutlich, dass wir Beauftragte Gottes sind und die Gaben, die er in unser Leben gegeben hat, zum Segen für andere und zur Ehre Gottes einzusetzen sollen. Gerade im Blick auf unsere Freiheit in Christus scheint es mir wichtig, dass wir Stellen wie Phil 1,1 und Gal 5,1 miteinander verbinden. Paulus betont sehr stark, die Freiheit, die er und wir in Christus haben, aber gleichzeitig macht er deutlich, dass wir diese Freiheit nur dort erleben werden, wo wir uns als Sklaven Jesu in seinen Dienst stellen. Wieder kann uns Maria als herausforderndes Beispiel für ein solches Dienstverständnis dienen. Sie lebte die Freiheit, indem sie ihr Leben ganz an Jesus band und das bedeutete in ihrem Fall, dass sie bereit war, bis zu seinem letzten Atemzug bei ihrem Herrn zu bleiben. Und auch nach dem Tod war sie die erste, die Jesu Leichnam die letzte Ehre erweisen wollte. Maria lebte uns vor, was es bedeutet zum Dienst befreit zu sein.

  1. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Die Predigt soll am Beispiel der Maria von Magdala die Zuhörer ermutigen, die Freiheit, die Jesus in ihr Leben gebracht hat, wirklich zu leben. Sie sollen erkennen, dass die Freiheit in Christus keine Freiheit zur Beliebigkeit, sondern eine Freiheit zum Dienst für Jesus ist.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Maria von Magdala – Befreit zum Dienen

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

  1. Gefangen in unserer Schuld
  2. Echte Freiheit gibt es nur bei Jesus
  3. Dienen als zwingende Konsequenz der Freiheit

(Tobias Schurr)