Nehemia

Predigthilfe vom 2.8.2009 – Nehemia 6,1 – 7,5

Monatsthema: Als Mitarbeiter des Herrn leben
Predigtthema: Leben aus der Weisheit Gottes

Bibelstelle: Nehemia 6,1 – 7,5

Verfasser: Thomas Richter

Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. Das Alte Testament erklärt und ausgelegt – Bd. 2. S. 262-266 und Walter Lüthi. Die Bauleute Gottes: Nehemia, der Prophet im Kampf und Aufbau der zerstörten Stadt. 7. Aufl. Basel: Friedrich Reinhardt, o.J. S. 83-95 und Warren W. Wiersbe. Sei fest entschlossen: Im Gegenwind standhaft bleiben. Dillenburg: CV, 2008. S. 77-93.

1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG

Nachdem die verschiedenen Anfeindungen gegen das Volk Gottes in Jerusalem nicht gefruchtet haben, erfolgt nun der „versteckte“ Angriff direkt auf die Person Nehemias. Die Gegner von außen (Neh 6,1-16) und innen (Neh 6,17-19) wollen die Vollendung des Werkes mit allen Mitteln verhindern. Die Lücken in der Mauer sind nach nur zwei Monaten Bauzeit geschlossen und es fehlen nur noch die Stadttore zur Wiederherstellung eines umfassenden Schutzraumes für Jerusalem. Unmittelbar vor der Vollendung des Werkes verdichten sich von daher die feindlichen Angriffe, um die endgültige Fertigstellung in letzter Sekunde zu verhindern. In solchen besonders gefährlichen, da meist nicht offensichtlichen, Momenten und Situationen bedarf es viel Einsicht und Verständnis, um zu erkennen, was wirklich geschieht. In unserem Predigttext entdecken wir von daher, wie Nehemia, da er beständig mit dem Herrn vertraut und verbunden ist, ein Leben aus der Weisheit führt (= Predigtthema) und so der Versuchung von außen und innen widerstehen kann.

2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN

Wo wir in, mit und unter dem Herrn leben, da wird uns der nötige Durchblick (6,1-13), Aufblick (6,14-16), Einblick (6,17-19) und Ausblick (7,1-5) geschenkt durch den, „in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind“ (Kol 2,3). Dies ist vor allem dann nötig, wenn der feindliche Angriff nicht mehr so offensichtlich, sondern versteckt erfolgt. Hier wird von der massiven Angriffsdrohung auf einnehmende und gewinnende Diplomatie umgeschaltet. Vermeintliche Hilfsangebote, die den Feind plötzlich als Freund und Verbündeten erscheinen lassen, denn vordergründig will man ja das Gleiche, nämlich treu dem König dienen. „Hier gilt es aufzupassen, dass das Feindbild nicht zum Freundbild retuschiert wird“ (Wilhelm Wagner). Der Tonfall wird nun verändert und anstatt Spott, Verachtung und Einschüchterung ist man nun plötzlich auf Fürsorge und Harmonie bedacht. Hier gilt es zwischen dem vordergründig Sichtbaren und dem hintergründig Verborgenen zu unterscheiden. Damit dies gelingt (= Unterscheidung der Geister), gilt es aus der Weisheit Gottes zu leben. „Nehemia durchschaute das finstere Wesen und die Taktik des Feindes; denn er kannte seinen Gott. So hatte Nehemia die Kraft, standhaft, mutig und treu zu sein“ (Aidlinger Bibellesezettel = Zeit mit Gott, H. 3 / 2007, S. 120).

A. Leben aus der Weisheit Gottes verhilft zum Durchblick (6,1-13)

Es gilt die Taktik des Feindes in Weisheit zu durchschauen, der mit List und Tücke versucht Nehemia zu verleiten (V. 1-4), zu verdrehen (V. 5-9) und zu verführen (V. 10-13).

a) Verleiten – das ‚anerkennende Hilfsangebot‘ (V. 1-4)

Nachdem nun die Lücken geschlossen sind, versuchen die umgebenden Feinde nun mittels diplomatischer Tücke Nehemiah zu Fall zu bringen.
Wahrscheinlich war das Tal Ono wie Jerusalem ein Sondergebiet, das direkt dem persischen König (d.h. dessen Verwaltung) unterstand und von daher in gewissen Sinne „neutraler“ Boden, da die Gegner hier nicht das „Sagen“ hatten (allerdings unmittelbar bei Sanballats Heimat gelegen). Vordergründig konnte Nehemia sich hier sicher fühlen.

„Eine Bitte um ein Gespräch kann man nicht ohne weiteres abschlagen. Vielleicht führt es sogar zu Kompromissen, die ein Ende der Feindschaft mit sich bringen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Gespräch fruchtbar ist. Nehemia steht daher unter großem Druck. Dieser Druck wird noch dadurch verstärkt, dass Sanballat die Einladung ständig wiederholt. ‚Sie sandten aber viermal zu mir auf die Weise‘ (6,4). Es war nicht auszuschließen, dass Sanballat mit Nehemia Frieden schließen und sogar mit ihm zusammenarbeiten wollte. Unter den Nachfolgern Jesu gibt es viel Feindschaft und Rivalität. Wo Zusammenarbeit möglich ist, sollte man deshalb auch gemeinsam arbeiten. Unter bestimmten Umständen kann Zusammenarbeit jedoch ein Fehler sein. Zusammenarbeit ist eindeutig da völlig fehl am Platze, wo sich Ziele unterscheiden. Welchen Sinn hat es, wenn zwei Menschen eine gemeinsame Reise unternehmen, von denen der eine zum Nordpol und der andere zum Südpol will?“ (John White. Nehemia: Hingabe und Strategie – Wegweisung für geistliche Führung. Marburg: Francke, 1986. S. 74). Vgl. hierzu Neh 2,20 und 2Kor 6,14-7,1

Oswald J. Smith: „Das Licht, das am weitesten ausstrahlt, gibt zu Hause den hellsten Schein“.

Die Aufforderung „komm“ bedeutet, dass Nehemia das Werk Gottes ruhen lassen müsste und die Gemeinschaft der Kinder Gottes verlassen müsste. Da Nehemia aus der Weisheit Gottes lebt, erkennt er dieses vordergründige Hilfsangebot als hintergründigen und hinterlistigen Versuch, der ihn verleiten soll den Auftrag Gottes zu vernachlässigen. Das Angebot sich auf neutralen Boden zu treffen, sieht nur vordergründig danach aus, dass er nun von den ihn umgebenden Statthaltern anerkannt wird. Auch die Beharrlichkeit und ständige Wiederholung des Angebotes bringt ihn nicht ins Schwanken, da er um die falschen Motive der Bittenden weiß. Er lässt sich nicht dazu verleiten andere Wege als Gottes Wege zu beschreiten, auch wenn vordergründig das Angebot verlockend ist. Er lässt sich nicht verleiten, weil er die Prioritäten in seinem Leben festgelegt hat und von daher weiß was Vorrang hat und woher seine Hilfe kommt (vgl. 1Mose 39,10).
Es gilt zu beachten: Kurz vor der Vollendung kommt die Versuchung und deshalb gilt die Warnung Jesu: „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach“ (Mk 14,38).

Wo stehe ich in der Gefahr ‚verleitet‘ zu werden?

b) Verdrehen – das ‚besorgte Hilfsangebot‘ (V. 5-9)

Nachdem die ersten Versuche fehlgeschlagen haben, wird nun eine weitere List angewandt. Es wird ein offener (= unversiegelter) Brief überbracht, der Gerüchte und Andeutungen enthält, die allerdings in Frageform gehalten sind und voller vordergründiger Besorgnis vorgetragen werden. Hintergründig soll Misstrauen gestreut werden nach dem Motto: Wo Rauch ist, da ist auch Feuer! Etwas bleibt immer hängen und steter Tropfen höhlt den Stein, wenn schon nicht bei Nehemia, dann wenigstens bei seinen Mitarbeitern. Nur ausreichend Gift verspritzen, dann wird es schon wirken, nur die Gerüchteküche genug anheizen, dann wird noch manch anderes mit aufgekocht.
Ganz anders sieht dagegen die Vorgehensweise der Kinder Gottes aus: Eph 4,29
Nehemia tritt den Gerüchten an der Stelle entgegen, wo sie ausgeschüttet wurden (V. 7f), aber ansonsten befiehlt er die Angelegenheit dem Herrn an (V. 9; vgl. Jes 37,14).

G. Campbell Morgan reagierte auf Gerüchte, die seine Person betrafen wie folgt: „Es wird vorübergehen. In der Zwischenzeit arbeite ich in aller Ruhe weiter“.

Wo stehen wir in der Gefahr ‚verdreht‘ zu werden, bzw. wo tragen auch wir dazu bei, dass Sachverhalte verdreht werden?

c) Verführen – das ‚geistliche Hilfsangebot‘ (V. 10-13)

Noch einmal wird die Methode gewechselt. Nun wird die ‚geistliche‘ Karte gespielt, denn Nehemia soll sich in den Tempel unter göttlichen Schutz begeben. Warum Nehemia zu Schemaja gerufen wird und nicht der Prophet zum Statthalter kommt wissen wir nicht (vgl. V. 10 mit Jer 36,5). Evtl. ist so sichergestellt, dass es keine Zeugen gibt für diesen Rat. Vordergründig ist der Tempel zwar ein Ort der Sicherheit (hier liegt das Verführerische), aber da Nehemia kein Priester ist, darf er die vorgeschlagenen Bereiche des Tempels nicht betreten (hier liegt die Versuchung; vgl. 4Mose 18,7).
Was vordergründig als „prophetisches Wort“ daherkommt, ist hintergründig ein Verstoß gegen das Wort und den Willen Gottes (vgl. 5Mose 13,2-7; 18,15-22). Nehemia bleibt beim Wort und lässt sich nicht durch eine vermeintliche geistliche Vollmacht verführen (vgl. 1Kor 4,6 mit Hes 13,6f). Der Verführung kann man widerstehen, wenn man weiß, „was geschrieben steht“ (vgl. Mt 4,1-11). In, mit und unter der Schrift lernt man göttlich zu denken! Beachtet hierzu die Warnungen von Jesus (Mt 7,15-23), Paulus (Apg 20,29-32) und Johannes (1Joh 2,18f; 4,1).

Wo stehe ich in der Gefahr geistlich ‚verführt‘ zu werden? Bin ich mit dem Willen Gottes vertraut, weil ich sein Wort gut kenne und verstehe?

B. Leben aus der Weisheit Gottes verhilft zum Aufblick (6,14-16)

Die Mauer wurde fertiggestellt, weil dieses Werk von Gott gewirkt war und Nehemia und das Volk Gottes entsprechend dem Wunsch und Willen Gottes mit- und zusammengearbeitet hatten. Ihre erste Frage war dabei nicht, ob sie das können (‚Begabung‘), sondern ob sie das sollen (‚Berufung‘). „Wir sind gerufen, Mitarbeiter‘ Gottes zu sein. Unsere Arbeit für ihn muss darum in seinem Herzen ihren Ursprung haben. Wer in ihm bleibt, bringt viel Frucht (Joh 15,5). Der Heilige Geist schenkt uns Entschlusskraft“ (Aidlinger Bibellesezettel = Zeit mit Gott, H. 3 / 2007, S. 119).

Der Aufblick zum Herrn lässt Nehemia widerstehen (vgl. V. 13 mit Hebr 12,2f). Der Herr kommt zu seinem Ziel (vgl. V. 16 mit Hebr 2,1).

C. Leben aus der Weisheit Gottes verhilft zum Einblick (6,17-19)

Wo der Herr am Werk ist, da wird mit der Zeit klar, wer für und gegen die Sache des Herrn ist (vgl. V. 17-19 mit V. 10-13). Das Verborgene kommt ans Tageslicht, denn der Herr steht zu seinem Wort und Werk und damit zu allem die nach seinem Wort an seinem Werk mitarbeiten.

„Und so sandte Tobija seinen Spitzeln auch weiterhin Briefe, während diese im Gegenzug ihre Landsleute immer wieder überreden wollten, die Seiten zu wechseln, bevor Jerusalem von den Heiden in Besitz genommen wurde. Nehemia ignorierte jedoch die Briefe sowie Drohungen und arbeitete weiter, bis der Auftrag erledigt war. Im Grunde genommen galt für sein Werk: Es war ‚von unserem Gott aus geschehen‘ (Neh 6,16), und wenn Gott ein Werk anfängt, vollendet er es auch (Phil 1,6). Zu Beginn des Geschehens hieß es: ‚Da betete ich‘ (2,4). Danach haben wir gelesen: ‚So gelangte ich nach Jerusalem‘ (V. 11 Zürcher). ‚Und sie stärkten ihre Hände zum Guten‘ (V. 18) bildet dann das nächste Glied in der Kette, dem zwei weitere Aussage folgen: ‚So bauten wir an der Mauer weiter‘ (3,38 Zürcher) und: ‚So arbeiteten wir‘ (4,15). Nun sind wir am Ende dieses Teils des Geschehens angekommen: ‚Und die Mauer wurde … fertiggestellt‘ (6,15). Doch dies kennzeichnet auch einen Neubeginn, denn jetzt steht Nehemia vor der Aufgabe, das Erbaute zu schützen“ (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 88).

D. Leben aus der Weisheit Gottes verhilft zum Durchblick (7,1-5)

Nehemia behält im Blick, dass das Werk zu vollenden ist. Um an seinem eigentlichen Auftrag zu bleiben, überträgt er Verantwortung an vertrauenswürdige Mitarbeiter (V. 1-3).
So kann sich Nehemia nach dem „äußeren“ Wiederaufbau, nun auch dem „inneren“ Wiederaufbau zuwenden (V. 4f). Wieder tut Nehemia das, was im der Herr als Last auf sein Herz gelegt hat (= Fortsetzung und vertiefende Entfaltung in der Predigt am 09.08.2009 zu Neh 8,1-18 [Leben aus dem Wort Gottes] – bitte weist auf die nächste Predigt hin und ladet zum Kommen und Weiterhören ein).

Andrew A. Bonar: „Seien wir nach dem Sieg genauso wachsam wie vor der Schlacht“.

„Mitarbeiter (Neh 7,2): Wie alle guten Führer wusste Nehemia, dass er den Auftrag nicht allein erledigen konnte. Eine seiner ersten Amtshandlungen bestand darin, zwei Mitarbeiter zu berufen – und zwar seinen Bruder Hanani (siehe 1,2) und Hananja, dem die Verantwortung für die Burg (siehe ‚Burg‘ auch 2,8) übertragen worden war. Die Burg war eine festungsartige Anlage auf dem Tempelgelände, die dem Schutz der Stadtmauer im Norden diente, wo man besonders leicht angreifen konnte. Hanani und Hananja würden mit Refaja (3,9) und Schallum (3,12), den Obersten der jeweiligen Stadtbezirke, zusammenarbeiten. Warum war Nehemia davon überzeugt, dass sich diese Männer als bewährte Führer erweisen würden? Weil sie zwei wunderbare Eigenschaften besaßen: Sie waren Gott treu und fürchteten ihn (7,2). Dr. Bob Jones sen. sagte oft: ‚Das Wertvollste an uns Menschen ist die Fähigkeit, in Abhängigkeit von Gott zu leben‘. Wenn wir wahrhaft den Herrn fürchten, werden wir in dem Werk, zu dem er uns berufen hat, Treue unter Beweis stellen. Wenn aber Führer Menschen fürchten, statt Gottesfurcht erkennen zu lassen, werden sie schließlich in eine Falle geraten (Spr 29,25) – ein Sachverhalt, der zum Versagen führt. […].Nicht jeder ist berufen, ein Nehemia zu sein. Einige von uns können auch Menschen wie Hanani, Hananja, Refaja oder Schallum sein und mit den göttlich gegebenen Führern zusammenarbeiten, um ihnen zu helfen, den Auftrag recht zu erledigen. Gott sucht treue, ihn fürchtende Männer und Frauen, die den Mut haben, ihm unter allen Umständen zu dienen, und die dies aus Überzeugung tun.
Torhüter (Neh 7,1.3): Was nützen stabile neue Tore, wenn niemand als Wächter dasteht und kontrolliert, wer die Stadt betritt oder verlässt? Welchen Nutzen haben Mauern, wenn die Tore für jeden Feind offenstehen, der in die Stadt eindringen will? Man sagt, dass die Chinesische Mauer mindestens viermal von den Feinden überrannt wurde, wobei jedesmal die Wachen bestochen wurden. Tore und Mauern sind nur dann etwas wert, wenn dort Wachen postiert werden. Den Torhütern (»Torwächtern« in V. 1) wurden spezielle Anweisungen im Blick darauf gegeben, wann sie die Tore öffnen und schließen sollten (V. 3). Hätte man die Tore morgens zu zeitig geöffnet, hätten sich die Feinde nur veranlasst gesehen, zu einem Zeitpunkt hereinzukommen, da die Stadtbewohner noch schliefen und unvorbereitet waren. Hätte man die Tore geschlossen und verriegelt, ohne Wachen in Dienst gestellt zu haben, hätte man feindlichen Agenten die Möglichkeit gegeben, sich unbemerkt einzuschleichen.
Wachen: Nehemia hatte darüber hinaus Wachen (‚Hüter‘ in V. 3 Luther ’12) mit zwei verschiedenen Aufgaben ernannt: Diejenigen, die an bestimmten Mauerabschnitten auf Streife gehen sollten, und diejenigen, die in der Nähe der eigenen Häuser Wache stehen mussten. Da viele der Leute an Teilstücken der Mauer gearbeitet hatten, die ihren Häusern jeweils gegenüberlagen (3,10.23.28-30), rief Nehemia sie jetzt auf, diejenigen Bereiche zu schützen, an denen sie zuvor mitgebaut hatten. Weil es Wachen an den Toren, Wächter auf den Mauern und eine zuverlässige ‚Bürgerpatrouille‘ gab, war die Stadt vor Angriffen von außen geschützt. All dies will uns heute etwas sagen. Wenn Gotteskinder nicht das schützen, was sie für den Herrn vollbracht haben, werden die Feinde kommen und es in Besitz nehmen. Wir müssen die Warnung des Paulus beachten: ‚(Bleibt stehen,) wenn ihr alles ausgerichtet habt‘ (Eph 6,13). Welch eine Tragödie, dass theologische Ausbildungsstätten, die einst bibeltreu waren, heute schriftgemäße Grundsätze verleugnen! Auf den Kanzeln von Kirchen, in denen einst das Evangelium gepredigt wurde, stehen heute Pastoren, die ‚ein anderes Evangelium‘ verkündigen. In jedem christlichen Werk kann schon nach einer Generation massiver geistlicher Niedergang einsetzen, so dass Gotteskin¬der wachsam sein müssen“(Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 90-92).

3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT

Unsere Predigtübersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erhältlich) benennt als möglichen Schwerpunkt für die Predigt das Thema „Hindernisse“. Der Herr hat Nehemia aufs Herz gelegt, was er zu tun hat (2,12). Er hat ihn berufen (1,11), gestärkt (2,2.4), ausgerüstet (2,5-9), geschützt (4,6ff) und geführt (Kap 5). In dieser Zeit hat Nehemia aus einer engen Gemeinschaft mit dem Herrn heraus gehandelt (1,4ff; 2,4b; 3,36f; 4,3; 6,9c+14) und so erkannt, wo die Hindernisse liegen und wie sie zu überwinden sind (6,1-7,5). Wo der Herr in uns Gestalt gewinnt und Raum hat, da leben wir aus der Weisheit Gottes (= Predigtthema).

Nehmen wir die Angriffe von außen und innen noch war, die das Volk Gottes auch heute treffen (besonders unsere verantwortlichen Brüder)? Wie unterstützen und stärken wir sie?

4. PREDIGTGLIEDERUNG

Leben aus der Weisheit Gottes verhilft zum
A. Durchblick (6,1-13)
a) Verleiten – das ‚anerkennende Hilfsangebot‘ (V. 1-4)
b) Verdrehen – das ‚besorgte Hilfsangebot‘ (V. 5-9)
c) Verführen – das ‚geistliche Hilfsangebot‘ (V. 10-13)
B. Aufblick (6,14-16)
C. Einblick (6,17-19)
D. Ausblick (7,1-5)