1.Samuel

Predigthilfe vom 14. September 2014 – 1. Samuel 13, 8-15

Jahresthema: In Gottes Nähe leben

Predigtthema: Handeln!
Predigttext: 1. Samuel 13, 8-15

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Samuel hatte in Kapitel 12 sein Richteramt gerade niedergelegt: Nun war Saul verantwortlich, das Volk zu führen, juristisch, aber letztlich natürlich immer auch geistlich, mindestens als Vorbild. (Interessanterweise wird Samuel aber dann hier und an weiteren folgenden Stellen doch noch gebraucht mindestens in seiner Funktion als Priester aber schon auch als Gottes Sprachrohr/Prophet.)

Und so ist es interessant, welche ersten Schritte Saul nun als Verantwortlicher macht.
In der Predigt wird auch auf die Entwicklung in Vers 1-7 einzugehen sein: Jonathan setzt einen erfolgreichen „Nadelstich“ gegen die Philister, und die Philister reagieren darauf mit einer großen Mobilmachung. Strategisch macht das Sinn: Das neue „König“reich Israel soll wohl gleich im Keim erstickt werden. Aber für Israel bedeutet es, dass es sich einem kompletten Heer gegenüber sieht, und das Volk bekommt Angst. (Vers 5+6 zeigen die Ausgangssituation)

Auch in dieser Predigt gibt es wieder zwei ausgeprägte Linien:
A) Die Heilsgeschichte Gottes entwickelt sich weiter: Der irdische König erweist sich schnell als ungeeignet, so dass sein Königreich nicht „für immer bestehen wird“ (Vers 13+14). Interessanterweise hätte dafür diese eine Situation des geduldigen Wartens gereicht. Aber so wird das Königreich auf jemand anders übergehen. Und natürlich ist hier zunächst David im Blick, aber natürlich erfüllt es sich dann vollkommen im Messias, dem Davidssohn.
B) Dieser Text liefert ein ganz praktisches Beispiel von ungeduldigem sündigen Handeln und es macht dabei deutlich, dass Gott nicht nur irgendwelche Opfer will, sondern dass er richtiges Handeln möchte. Wichtig ist dabei, die Verwerfung Sauls heilsgeschichtlich einzuordnen. Die Verwerfung war nötig, damit David und in der Linie dann Jesus kommen können. Heute verwirft Gott einen Gläubigen in dieser Form nicht mehr. Bei allem Nachdruck auf Gehorsam muss die neutestamentliche Gnade mit einbezogen werden.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Die wesentlichen Informationen zur Auslegung bieten alle gängigen Studienbibeln. Besonders hilfreich für diesen Text sind die Genfer Studienbibel und die Studienbibel von John MacArthur (die gibt es als PDF frei verfügbar)
Gute komprimierte Informationen finden sich auch im „Handbuch zur Bibel“.

Weitere Möglichkeiten:
Darby, John Nelson: Betrachtung über das erste Buch Samuel, (unter http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=182&structure_id=313&part_id=1210 )

Gaebelein, Arno C.: Kommentar zum Alten Testament : Band 1: 1. Mose bis 2. Chronik. 1. Aufl. – Dillenburg : Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg

MacDonald, William: Kommentar zum Alten Testament, 1. Aufl. – Bielefeld : CLV

Holland, Martin: Das erste Buch Samuel. Maier, Gerhard [Hrsg.] 1. Aufl.. Wuppertaler Studienbibel, Reihe: Altes Testament. – Wuppertal : R. Brockhaus Verlag,

Walvoord, John F. [Hrsg.] Das Alte Testament erklärt und ausgelegt: Band 1 (Erster Mose bis Zweiter Samuel). 1. Aufl.. Das Alte Testament erklärt und ausgelegt; Hänssler,

Anmerkungen:
V. 08: Siehe 1. Samuel 10,8
Ansonsten vergleiche die Verweise und Hinweise in den Bibeln und Studienbibeln

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Die Predigt wird Anfang September gehalten in den Sommerferien. Es ist damit zu rechnen, dass die Hörer die Predigtreihe in den Sonntagen davor nicht vollständig gehört haben, deshalb darf nicht zu viel vorausgesetzt werden, bzw. es darf ruhig immer wieder explizit auf die vorherigen Texte eingegangen werden. Wichtig sind dabei besonders Kapitel 8-12.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Auf die heilsgeschichtliche Einordnung einerseits und das Thema des praktischen Gehorsams andererseits ist oben schon hingewiesen worden.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Das „voreilige Opfer Sauls“ dürfte zumindest treuen Gemeindegliedern bekannt sein, aber wahrscheinlich nicht in den Details. Eine genaue Betrachtung dieses relativ kurzen Abschnittes ist also hilfreich.
Allerdings dürfte man es eher im Blick auf die praktischen Glaubensfragen von Ungeduld und Ungehorsam im Kopf haben und weniger in seiner heilsgeschichtlichen Linie auf dem Wege hin zum König David und dem König der Könige. Gerade diese Linie darf deshalb ruhig deutlich betont werden.
Damit bietet sich angesichts eines recht kurzen Textes auf jeden Fall auch genug Stoff für eine entsprechende Predigtlänge.
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Ich halte die Predigt damit der Hörer einerseits ein vertieftes Verständnis von der Heilsgeschichte Gottes bekommt, andererseits auch konkrete Hilfestellung zum Thema „Geduld und Gehorsam“
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Handeln

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

A) Gottes Handeln! (Hier ist Platz für die Heilsgeschichtlichen Linie, besonders in Vers 13-14

B) Menschliches Handeln! (Hier ist Platz für das Thema „Geduld und Gehorsam“)
Ba) Nur Geduld – Gott ist deine Stärke! (V8)
Bb) Nur Geduld – Was ist (nicht) deine Aufgabe? (V9)
Bc) Nur Geduld – Gehorsam ist besser als Opfer! (V10-13)
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Als Veranschaulichung eignen sich viele biblische Ereignisse, die zeigen, dass Gott keine besonderen militärischen Helden oder große Massen braucht (Ba)

Sprüche 16, 32 (Luther)

Prediger 4, 17

Vgl. auch 1. Sam 15,22

Siehe auch Opferkritik bei den Propheten gegen das „Plärren der Lieder“ – MT 5, 24 – Versöhnung ist wichtiger als Opfer.

(Mirko Lau)