Jahresthema: In Gottes Nähe leben
Predigtthema: Gott für mein Leben, mein Leben für Gott
Predigttext: 1. Samuel 12, 1-25 (Samuel legt sein Richteramt nieder)
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Samuel ist keine ganz einfache Persönlichkeit: 1. Samuel 8, 6-7 legen den Schluss nahe, dass Samuel den Wunsch nach einem König zunächst als persönliche Zurücksetzung erlebt hat. Auch der Hinweis auf seine Söhne hier in 1. Samuel 12,2 direkt neben dem Hinweis auf den König könnte man so deuten, dass Samuel seine Söhne als bessere Alternative zum König sieht. Auch Samuel war also evtl. nicht frei von „Eitelkeiten“, umso wichtiger ist es, die genaue Entwicklung von 1. Samuel 8-10 im Blick zu haben.
Und auch 5. Mose 17, 14-20 muss zur Kenntnis genommen werden, weil dort deutlich wird, dass Gott mit diesem irdischen König von Anfang an rechnet.
Es ist auch im Hinterkopf zu behalten, dass Samuel trotz der Niederlegung des Richteramtes nach diesem Kapitel nicht völlig von der Bildfläche verschwindet: Er wird in der Folge ausdrücklich gebraucht, um Opfer zu bringen (Kapitel 13, 8-10) und in Kapitel 15,10ff dann doch wieder als Prophet, was ihn im wahrsten Sinne des Wortes „zum Schreien“ bringt (15,11). In Kapitel 16 „muss“ er David salben. Nach dem Beruf gibt es die Rente, nach der Berufung nicht … (Und sogar nach seinem Tod soll er dann Saul noch einmal Rat geben in 1. Sam. 28) Damit zeigt Samuel das Los des Propheten: Die Menschen wollen ihn und brauchen ihn, aber am Ende hören sie doch nicht wirklich auf ihn. Das müssen wir in dieser Welt oder auch bei der Begleitung in der Gemeinde in einem gewissen Sinne auch bereit sein auszuhalten …
Samuel ist der berufene und von Kapitel 1 her beglaubigte Diener Gottes, der die ersten Könige des „König“reiches Israel begleitet. Und das ist er auch, weil das Priestersystem nach Eli leider verdorben war.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Die wesentlichen Informationen zur Auslegung bieten alle gängigen Studienbibeln. Besonders hilfreich für diesen Text sind die Genfer Studienbibel und die Studienbibel von John MacArthur (die gibt es als PDF frei verfügbar)
Weitere Möglichkeiten:
Darby, John Nelson: Betrachtung über das erste Buch Samuel, (unter http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=182&structure_id=313&part_id=1210 )
Gaebelein, Arno C.: Kommentar zum Alten Testament : Band 1: 1. Mose bis 2. Chronik. 1. Aufl. – Dillenburg : Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg
MacDonald, William: Kommentar zum Alten Testament, 1. Aufl. – Bielefeld : CLV
Holland, Martin: Das erste Buch Samuel. Maier, Gerhard [Hrsg.] 1. Aufl.. Wuppertaler Studienbibel, Reihe: Altes Testament. – Wuppertal : R. Brockhaus Verlag,
Walvoord, John F. [Hrsg.] Das Alte Testament erklärt und ausgelegt: Band 1 (Erster Mose bis Zweiter Samuel). 1. Aufl.. Das Alte Testament erklärt und ausgelegt; Hänssler,
Anmerkungen:
V. 12: Unbedingt Kapitel 8-10 beachten, wie es im Detail zur Inthronisation von Saul kam.
V. 17: Die Weizenernte war in der Trockenperiode, ein Regen war da normalerweise nicht zu erwarten …
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Die Predigt wird Anfang September gehalten in den Sommerferien. Es ist damit zu rechnen, dass die Hörer die Predigtreihe an den Sonntagen davor nicht vollständig gehört haben, deshalb darf nicht zu viel vorausgesetzt werden, bzw. es darf ruhig immer wieder explizit auf die vorherigen Texte eingegangen werden. Vor allem hier bei 1. Samuel 12, dass die Kenntnis von Kapitel 8-10 voraussetzt.
Geeignete Lieder sind Lieder zum Thema „Dienst“ oder „Hingabe“: Ein Leben gegeben, Du hast uns als Gemeinde in deinen Dienst gestellt.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Es gilt ein ausgewogenes Maß zu finden:
Dieser Text hat seine wesentliche Bedeutung in der heilsgeschichtlichen Linie: Jetzt ist der König eingesetzt, den das Volk will, aber mit dem Gott auch rechnet und den Gott benutzt, um daraus Jesus, den König der Könige erwachsen zu lassen.
Aber andererseits braucht der Hörer auch Erbauung in Bezug auf sein ganz praktisches geistliches Leben: In diesem Sinne werden bei Samuel viele praktische Punkte deutlich, was es heißt, als Diener Gottes zu leben.
Zur heilsgeschichtlichen Einordnung: Natürlich gilt 1. Samuel 8,7: Gott ist als König verworfen worden, aber andererseits gibt es eben die „Königs-Gesetze“ in 5. Mose 17, 14ff, die zeigen, dass hier auch etwas geschieht, was „geschehen muss“: Ohne König Saul kein König David, ohne König David keine messianische Verheißung, kein Messias, kein „König der Könige“. In der Heilsgeschichte zeigt Gott verschiedenste menschliche Wege zum Heil auf, die aber alle eben am Menschen scheitern, dazu gehört auch dieser Versuch eines menschlichen Königs: Auch in dieser Königslinie wird gezeigt, dass der Mensch nicht in der Lage ist, die Dinge wirklich selber zu regeln, sondern die Lösung muss von Gott kommen, Gott muss König sein und in Jesus Christus wird/ist er es dann schließlich auch (wieder).
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Der Text ist in den Details sicherlich weniger bekannt. Die meisten Predigthörer werden nicht wissen, dass es ein Kapitel gibt, in dem Samuel sein Richteramt offiziell niederlegt. Deshalb muss mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, warum dieses Kapitel wichtig ist, welchen Platz es in der Heilsgeschichte hat und was wir auch ganz praktisch davon lernen können.
3. Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von David Jaffin vom 12.07.1997 mit dem Titel „Samuel – Teil 3/4 – Samuel legt sein Richteramt nieder“ (ab Minute 15). Diese Botschaft findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ und „Autor“ ausfüllt.
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Ich halte diese Predigt, damit der Hörer versteht, wie Gott in der Geschichte handelt und wie ich in der Geschichte handeln soll.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Gott für mein Leben – mein Leben für Gott!
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
A) Gott für mein Leben – Gottes Heilsgeschichte geht weiter: Gott bereitet weiter die Linien für den König der Könige vor
B) Mein Leben für Gott – Wie kann ich meinen Glauben praktisch im Alltag leben?
a) (V.1-5) Lebe selbstlos: V1 Er warnt, aber lässt auch gehen; V2 Er dient ein ganzes Leben (beachte auch, dass er später noch gebraucht wird; V3-5 Er hat sich nie bezahlen/bestechen lassen
b) (V.6-13) Weise auf Gottes Taten hin: Er erkennt die Spuren und das Urteil Gottes.
c) (V.14-19) Ein Diener Gottes wirbt für Gottes Verheißungen und mahnt vor Gottes Konsequenzen. Er führt Sünde vor Augen
d) (V20-25) Rufe zum Gottvertrauen
e) (V23) Bete für das Volk!
Das bietet sicherlich Stoff für mehrere Predigten. Bete und prüfe, was deine Zuhörer brauchen!
(Mirko Lau)