1.Samuel

Predigthilfe vom 21. September 2014 – 1. Samuel 15, 10-35

Jahresthema: In Gottes Nähe leben

Predigtthema: Gehorchen!
Predigttext: 1. Samuel 15, 10-35

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Wichtig ist die Vorgeschichte:
Nachdem Samuel sein Richteramt niedergelegt hatte (Kapitel 12 – Predigttext vom 07.09.), hatte Saul ziemlich schnell versagt: Im Kampf gegen die Philister wird Saul ungeduldig und opfert selber anstatt auf Samuel zu warten, wie es eigentlich besprochen war. Daraufhin sagt Samuel ihm zu, dass ihm das Königreich wieder genommen wird (Kapitel 13, bes. V8-15 – Predigttext vom 14.09.) und Gott das Königtum einem anderen König geben wird, einen Mann nach Gottes Herzen (13,14).
Im folgenden (nicht Predigtabschnitt) ist Jonathan der Mann, der mit der Hilfe Gottes und ohne viele andere Soldaten den Philistern eine empfindliche Niederlage beizubringen.
(Es ist eigentlich schade um Jonathan, dass er nicht König sein durfte, er wäre evtl. auch ein guter gewesen.)
Saul erweist sich im folgenden als Mann, der geistlich völlig orientierungslos ist: Er holt einfach die Bundeslade dazu und denkt wohl an magische Hilfe. Er begeht einen unbedachten Schwur, der dann seinen Sohn trifft.
Und dann bekommt Saul den Auftrag, das Volk der Amalekiter auszurotten, weil es sich in der Vergangenheit zu oft an Israel vergangen hat. Aber Saul vollstreckt den Bann nicht vollständig!

Insgesamt gilt bei diesem Predigttext das, was auch in den letzten Wochen schon galt:
A) Die Heilsgeschichte Gottes entwickelt sich weiter: Der irdische König erweist sich als ungeeignet, so dass er nicht König bleibt (Vers 11.23). Aber so kann das Königreich auf jemand anders übergehen. Und natürlich ist hier zunächst David im Blick, aber natürlich erfüllt es sich dann vollkommen im Messias, dem Davidssohn.
B) Dieser Text liefert ein ganz praktisches Beispiel von Ungehorsam und es macht deutlich, dass Gott ein wirkliches Hören auf sein Wort wichtiger ist als Opfer oder fromme Rituale.
Wichtig ist dabei die Verwerfung Sauls heilsgeschichtlich einzuordnen. Die Verwerfung war nötig, damit David und in der Linie dann Jesus kommen können. Heute verwirft Gott einen Gläubigen in dieser Form nicht mehr, wenn er ungehorsam ist. Bei allem Nachdruck auf Gehorsam muss die neutestamentliche Gnade mit einbezogen werden.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Die wesentlichen Informationen zur Auslegung bieten alle gängigen Studienbibeln. Besonders hilfreich für diesen Text sind die Genfer Studienbibel und die Studienbibel von John MacArthur (die gibt es als PDF frei verfügbar)
Gute komprimierte Informationen finden sich auch im „Handbuch zur Bibel“.

Weitere Möglichkeiten:
Darby, John Nelson: Betrachtung über das erste Buch Samuel, (unter http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=182&structure_id=313&part_id=1210 )

Gaebelein, Arno C.: Kommentar zum Alten Testament : Band 1: 1. Mose bis 2. Chronik. 1. Aufl. – Dillenburg : Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg

MacDonald, William: Kommentar zum Alten Testament, 1. Aufl. – Bielefeld : CLV

Holland, Martin: Das erste Buch Samuel. Maier, Gerhard [Hrsg.] 1. Aufl.. Wuppertaler Studienbibel, Reihe: Altes Testament. – Wuppertal : R. Brockhaus Verlag,

Walvoord, John F. [Hrsg.] Das Alte Testament erklärt und ausgelegt: Band 1 (Erster Mose bis Zweiter Samuel). 1. Aufl.. Das Alte Testament erklärt und ausgelegt; Hänssler,

Hilfreich ist auch die Predigt von Winrich Scheffbuch unter dem Titel „Ein König sucht Ehre“ sowie von Werner Gitt zum Thema „Wie genau nimmt es Gott mit unserem Gehorsam“ zu diesem Text unter www.sermon-online.de.
Anmerkungen:
V11: Samuel wurde zornig und schrie … – So wie Samuel scheinbar in 1. Sam 8, 7 den Wunsch nach einem König zuerst eher gegen sich selber als gegen Gott versteht, scheint er auch hier nun unzufrieden zu sein, dass die Berufung, die er ausgesprochen hat, nun wieder zurückgenommen wird. Aber insgesamt bleibt es schwierig zu spekulieren, warum hier Samuel zornig wird.

V32ff: Ausgangslage für diesen Text ist der angekündigt Bann an allen Amalekitern (Kap 15,3). Für uns heute ist das sperrig, dass Gott ein ganzes Volk inklusive Frauen und Kinder töten lässt.
Aber dazu muss man insgesamt sehen: Gott richtet nur dann ganze Völker, wenn sie wirklich sehr lange immer wieder böse waren (vgl. 1. Mose 15,16 – Israel bekommt erst dann Kanaan, wenn die Bevölkerung dort genug gesündigt haben …) und dann richtet er wirklich das ganze Volk, denn die Kinder würden so weitermachen wie die Eltern.
Letztlich müssen wir auch grundsätzlich akzeptieren, dass Gottes Gericht immer gerecht ist.
(Höre dazu auch die Predigt von Werner Gitt)
2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Es ist grundsätzlich wichtig, immer wieder die Vorgeschichten aufzugreifen, da wir gerade aus den Sommerferien kommen und nicht jeder jeden Text vorher gehört hat.
Geistlich ist der eine oder andere nach Urlaub/Ferien nun wieder voll im Berufs-/Schulalltag angekommen, auch dort macht man schnell mal Kompromisse. In diese Situation hinein kommt der klare Aufruf, Gott wirklich genau zu gehorchen und keine scheinbar geistlichen Kompromisse zu machen.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Auf die heilsgeschichtliche Einordnung einerseits und das Thema des praktischen Gehorsams andererseits ist oben schon hingewiesen worden.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Auch dieses Kapitel dürfte treuen Gemeindegliedern zumindest bekannt sein, aber eben doch eher in der praktischen Umsetzung („Gehorsam ist besser als Opfer“) als in der heilsgeschichtlichen Linie an der Stelle vom Übergang des Königtums von Saul auf David.
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Ich halte die Predigt damit der Hörer einerseits ein vertieftes Verständnis von der Heilsgeschichte Gottes bekommt, andererseits auch konkrete Hilfestellung zum Thema „Gehorsam ohne faule Kompromisse“
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Gehorchen!

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

 

A) Gehorchen hat Folgen – nicht gehorchen auch!
Aa) Der Ungehorsam Amaleks wird bestraft! (Vorgeschichte und V31-33)
Ab) Der Ungehorsam Sauls wird bestraft (V11)
(Dies ist der Platz für die heilsgeschichtlichen Linien, dass Gott das Problem der Sünde langfristig lösen will, weil er eigentlich nicht rechten und verwerfen will: Ein menschlicher König hilft da nicht, deshalb wird das Feld für David bestellt und den späteren Davidsohn Jesus Christus / an dieser Stelle muss auch eingeordnet werden, dass Gott damals Saul verworfen hat, um den neuen Bund vorzubereiten, heute in diesem neuen Bund verwirft er nicht mehr. )

B) Gehorchen ist besser als fromme Rituale
Ba) Gottes Maßstab ist 100% (V13-14) – vgl. z. B. die Bergpredigt an vielen Stellen
Bb) Gehorsam als Dankbarkeit für Gottes Erwählung (V17)
Bc) Schieb es nicht auf andere! (V20-22)
Bd) Es gibt keine kleinen und großen Sünden! (V23)
Be) Kehre rechtzeitig um! (V25ff) [nicht die neutestamentliche lebenslange Gnade vergessen]

Insgesamt ist das (zu) viel Stoff für eine Predigt. Der Prediger muss beten und prüfen, welche Punkte er wirklich vor Ort predigen soll.
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Prediger 4, 17

Vergleiche auch Opferkritik bei den Propheten gegen das „Plärren der Lieder“, verweise finden sich in den Studienbibeln und unter den Verweisstellen – MT 5, 24 – Versöhnung ist wichtiger als Opfer.

Als Veranschaulichung dienen auch viele „sonderbare“ Aufträge Gottes, Krieg zu führen, die dann tatsächlich Erfolg bringen: z. B. die Eroberung Jerichos.

David ist nach seiner Sünde mit Bathseba ein Vorbild, weil er die Sünde sofort zugibt.
(Mirko Lau)