Monatsthema: Als Nachfolger des Herrn leben
Predigtthema: Wie wir dienen können
Bibelstelle: Lukas 17, 1-10
Verfasser: Thomas Richter
Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. Fritz Rienecker. Das Evangelium des Lukas – Wuppertaler Studienbibel. Wuppertal: R. Brockhaus. S. 398-406 und Norman Crawford. Lukas – Was die Bibel lehrt 3. Dillenburg: CV. S. 354-358 und Gerhard Maier. Lukas-Evangelium 2.Teil – Edition C-Bibelkommentar 5. Neuhausen: Hänssler. S. 336-348.
1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG
Jesus ist nach dem Reisebericht des Dr. Lukas seit 9,51 nun auf dem Weg zum Ziel: Leiden und Verherrlichung in Jerusalem. Aus diesem Grund vertieft er die Hilfestellungen zur Nachfolge (= Monatsthema) für die, die sich ihm anvertraut haben und mit ihm gehen. Die Frage die sich dabei aufwirft lautet: Was passiert, wenn einer stört, die Gemeinschaft mit Gott und den Geschwistern zerstört? Wie sollen die Jünger Jesu reagieren? Was ist für uns zu tun? Auf diesem Hintergrund erläutert Jesus seinen Nachfolgern, wie sie dem Herrn dienen können und dabei auch einander dienen (= Predigtthema).
2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN
Hilfreiche Bausteine enthält bereits der Predigttipp zu Lk 17,1-10 von Heiko Krimmer (www.wbb-online.de/pt) vom 13.02.2005. Deshalb nachfolgend nur einige Ergänzungen:
Was haben Menschen die Jesus nachfolgen für eine Perspektive? Das Leben in der Nachfolge (= Monatsthema) erfordert eine realistische (V. 1f), seelsorgliche (V. 3f), vertrauende (V. 5f) und dienende (V. 7-10) Perspektive.
A) Ganz nüchtern: Nachfolge mit einer realistischen Perspektive (V. 1f)
V. 1: Unmöglich – unvermeidlich – unausweichlich sind Verführungen – Anlässe zur Sünde – Ärgernisse.
Warnung: Den Geschwistern kein „Skandalon“ sein (= das, was zu Fall bringt, indem es Sünde verursacht bzw. das, was Widerspruch, Entwürdigung, Missbilligung hervorruft).
Die Nachfolger Jesu sollen nicht aneinander „irre“ werden. Wie lässt sich das vermeiden?
B) Ganz vergebungsbereit: Nachfolge in einer seelsorglichen Perspektive (V. 3f)
Die Verse 3f sind die Antwort, damit das in V. 1f Geschilderte nicht eintritt. So ist ein Zweifaches von entscheidender Bedeutung:
* Achte auf dich selbst! (V. 3a)
* Achte auf die anderen! (V. 3b+4)
Zu V. 3 siehe die wegweisenden Ausführungen zu der hier angesprochenen Frage von John MacArthur. Vergeben befreit. Bielefeld: CLV, 2008. S. 157-186 (kostenloser Download unter http://www.clv-server.de/pdf/256207.pdf).
Gleichgültigkeit der Sünde gegenüber ist kein Zeichen von Reife, sondern vielmehr ein Zeichen dafür, dass wir nicht nach der Weisung Jesu handeln. Jesus kennt seine Jünger und gerade deshalb bekommen wir diese Anweisung. „Nur eine Gemeinde die Unrecht benennt kann es vergeben“ (Dietrich Bonhoeffer).
So stellt sich wieder die Fragen: Wie können wir das miteinander leben, ohne wieder den anderen Nachfolgern Jesu zu einem „Skandalon“ zu werden?
C) Ganz konsequent: Nachfolge durch eine vertrauende Perspektive (V. 5f)
Angesichts dieser Herausforderung (V. 3f) rufen die Jünger aus: „Füge hinzu bzw. lege zu!“, denn ihnen ist sofort bewusst, dass sie dies nicht aus sich heraus schaffen. So tritt nun noch ein drittes „achte“ hinzu, nämlich „achte auf den Herrn“! Nicht die Menge, sondern die Echtheit des Glaubens ist entscheidend (vgl. 1Mose 15,6: „Er machte sich fest im Herrn“ [wörtl.])! Hier gilt es drei grundlegende Frage in der Predigt zu beantworten:
* Wie entsteht Glaube? (V. 5a)
* Was ist Glaube? (V. 5b)
* Wohin führt Glaube? (V. 6)
Zu V. 6 siehe Wilhelm Busch. Es geht am Kreuz um unsere Not: Predigten aus dem Jahr 1944. Die Wilhelm Busch Bibliothek 3. Neukirchen-Vluyn: Aussaat, 2006. S. 110-116 (kostenloser Download unter http://www.clv-server.de/pdf/255681-03.pdf).
„Nicht einen großen Glauben brauchen wir, sondern Glauben an einen großen Gott – das ist der Senfkornglaube. Dieser Glaube lehrt uns das Wegsehen von uns selbst hin auf Gott und seine Möglichkeiten“ (Werner Schmückle). Die entscheidende Frage ist also nicht, ob ich eine Veränderung für möglich halte, sondern ob ich seinem Wort gehorche und auf ihn vertraue, also glaube (vgl. Joh 8,31; 14,21-24).
Den Mangel sehen – das Senfkorn achten – Wunderbares erleben (Reinhold Rückle).
D) Ganz befreiend: Nachfolge als eine dienende Perspektive (V. 7-10)
Wir sind als Nachfolger Knechte des Herrn und ein Knecht tut, was der Herr sagt. Im Miteinander der Nachfolger braucht es den festen Willen zu diesem Miteinander und die Bereitschaft einen Schlussstrich zu ziehen.
V. 10: „unnütz“ = „keines Lobes würdig“
Zu V. 10 siehe C.H. Spurgeon. Gehe in den Weinberg! Erweckungspredigten über Gleichnisse Jesu. 4. Aufl. Bielefeld: CLV, 1997. S. 47-67 (kostenloser Download unter http://www.clv-server.de/pdf/255306.pdf).
3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT
Unsere Predigtübersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erhältlich) benennt als möglichen Schwerpunkt für die Predigt das Thema „Dienstverständnis“. Wir haben zu beachten, dass Jesus uns durch sein Wort nicht nur die „Sache“ vorgibt, sondern auch die Art und Weise, wie wir als Nachfolger des Herrn (miteinander) leben (= Monatsthema):
* Um Jesu Willen: Scheidung von der Sünde
* Auf Jesu Weise: Bemühung um die Geschwister
* In Jesus allein: Verbindung mit dem Vater
4. PREDIGTGLIEDERUNG
A) Ganz nüchtern: Nachfolge mit einer realistischen Perspektive (V. 1f)
B) Ganz vergebungsbereit: Nachfolge in einer seelsorglichen Perspektive (V. 3f)
C) Ganz konsequent: Nachfolge durch eine vertrauende Perspektive (V. 5f)
D) Ganz befreiend: Nachfolge als eine dienende Perspektive (V. 7-10)
oder nach Konrad Eißler:
A) Die Erinnerung
B) Die Überlegung
C) Die Konsequenz
oder nach Gottfried Voigt:
A) Unsere Pflicht – unendlich
B) Unser Anspruch – null
C) Unser Lohn – Gottes Geschenk