Monatsthema: Als Nachfolger des Herrn leben
Predigtthema: Wie wir glauben können
Bibelstelle: Lukas 5, 1-11
Verfasser: Thomas Richter
Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. Fritz Rienecker. Das Evangelium des Lukas – Wuppertaler Studienbibel. Wuppertal: R. Brockhaus. S. 139-146 und Norman Crawford. Lukas – Was die Bibel lehrt 3. Dillenburg: CV. S. 112-114 und Gerhard Maier. Lukas-Evangelium 1.Teil – Edition C-Bibelkommentar 4. Neuhausen: Hänssler. S. 204-212.
1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG
Im Monat September wollen wir grundlegende Texte aus dem Lukasevangelium betrachten, die uns verdeutlichen, was es heißt in der Nachfolge Jesu zu leben. Was wir beispielhaft zwei Monate lang bei Nehemia beobachtet haben, gilt es nun noch einmal gründlich von Jesus her zu reflektieren. Der Predigttext verdeutlicht uns am Beispiel der Reaktion des Petrus wie wir glauben können (= Predigtthema).
2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN
Ausführliche Anmerkungen zum Text und für die Predigt findet ihr bereits in unseren Predigttipps zu Lukas 5,1-11 unter www.wbb-online.de/pt
* für den 05.03.2006 von Eckhard Löffler
* für den 10.08.2003 von Heiko Krimmer
* für den 05.05.2002 von Günther Ott
Bitte studiert diese hilfreichen Predigttipps ausführlich, denn wir beschränken uns nachfolgend auf einige wenige Anmerkungen, die den Bezug zwischen dem Predigttext und dem aktuellen Predigtthema aufzeigen.
Zum Einstieg:
Vor der Nordseeküste tobte ein schwerer Orkan. Alarmbereitschaft war auf allen Rettungsstationen angeordnet. Der Rundfunk sendete seine Warnmeldungen über das Meer. Auf den Kommandobrücken der Schiffe standen die Diensthabenden mit besorgten Gesichtern. Es war der 28. November 1951. Es dunkelte schon als der englische Dampfer „T“ bei Borkum auf Grund lief. Schwere Brecher überfluteten das Schiff. Noch einmal ließ der Kapitän die Maschinen rückwärts laufen – ohne Erfolg. So gab der Funker das alte Seenotzeichen: SOS – Save Our Souls ! Daraufhin begann eine Rettungsaktion der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die zu den aufregendsten unserer Zeit gehört. Das kleine Rettungsboot „Borkum“ lief 25 Minuten später aus. Die Männer an Bord wussten, was auf dem Spiel stand. Aber bevor die „Borkum“ an die “T“ heran war, brach das Schiff unter der Wucht der Brecher auseinander. Dazu lag der Dampfer ungünstig auf einer Sandbank. Die kleine „Borkum“ musste unter Gefahr für Boot und Besatzung an das Wrack heranfahren. Dabei wurde sie von den Wellen und Grundseen wild herumgeworfen. Beständig war sie in Gefahr, an dem Wrack zu zerschellen. Dann drehte sie wieder ab und nahm einen neuen Anlauf unter dem Bug des Wracks hindurch. Der Funkverkehr war längst zusammengebrochen. Auf dem Deck des auseinandergebrochenen Schiffes standen der Kapitän und die Mannschaft. Zerschlagen, durchfroren – übermüdet – hoffnungslos! Aber als die Borkum den zweiten Anlauf fuhr, erkannte der Kapitän die Absicht der Retter: Über die wildbrandende See auf das Rettungsboot springen! Verrückt, nein die einzigste und letzte Chance, die sie noch hatten. Auch wenn der Kapitän üblicherweise als letzter von Bord geht, nun musste er anders handeln: Aussteigen, Einsteigen und damit Umsteigen – das wäre die Rettung. So sprang er als erster über den brodelnden Abgrund, um seinen Männern Mut zu machen. Zwanzig Anläufe fuhr die „Borkum“, und dreizehn Mann der Besatzung retteten sich durch den Sprung über den Abgrund. Aber das waren nicht alle! Zwei Mann gingen verloren. Sie wagten den Sprung nicht. Sie wagten es nicht. Dabei war es ganz einfach: Sie mussten nur umsteigen, d.h. aussteigen aus dem Alten, dem Kaputten und einsteigen ins Neue. Aber die Rettung war ein Wagnis, man musste was riskieren. Aussteigen – Einsteigen – Umsteigen, das ist das Rettungsprogramm. Damals in Borkum und heute wieder. Lasst mich noch eine Rettungsgeschichte erzählen, sie steht in meiner Bibel (Lk 5,1-11):
1) Wie wir glauben können: Aussteigen und so Neues erkennen (V. 1f)
Der erste Schritt geht von Jesus aus. Eine Bekehrung beginnt nie damit, dass ich etwas tue, sondern dass der Herr in mein Leben tritt. Aus diesem Grund beginnt unser Zeugnis auch nie mit „ich“, sondern immer mit „der Herr“. Jesus sieht mich, kommt und spricht zu mir (vgl. 1Mose 1; 1Joh 1,1-3). Der Grund für den Ausstieg: Jes 7,9b!
Mit was sind wir beschäftigt, wenn es darum geht das Wort Gottes zu hören? Steig aus!
2) Wie wir glauben können: Einsteigen und so Neues erfahren (V. 3-7)
Das rettende Wort ist ein Wort gegen die Erfahrung und Petrus hört es trotz (oder vielleicht gerade wegen) seiner Enttäuschung (vgl. Hebr 11,6).
Lassen wir uns noch durch das Wort Gottes aus dem Konzept bringen und wagen es mit Jesus? Steig ein!
Nach Ulrich Parzany; „Auf dein Wort“ (Lk 5,1-11) – ERF Ansprache Nr. 29619 vom 25.09.1995: „Als ich Student war in Göttingen, ging ich auf dem Weg zum Hörsaalgebäude immer an einem Haus vorbei. In dessen Garten stand ein schönes großes Segelboot. Vier Semester habe ich in Göttingen studiert. Und vier Semester stand dort im Garten das Segelboot. Und es hatte einen ganz fleißigen Besitzer, der regelmäßig alle Monate das Segelboot gestrichen hat. Er hat es bestens in Schuss gehalten. Es war wahrscheinlich das am besten gepflegte Segelboot weit und breit. Der Rumpf wurde immer wieder neu gestrichen. Es war großartig anzusehen. Nur – ich habe nie gesehen, dass dieses Segelboot von dort wegbewegt worden wäre, dass es irgendwo ins Wasser kam. Es stand im Garten und wurde fitgemacht für das, was es eigentlich soll, nämlich im Wasser schwimmen – aber dazu kam es nie. Nun weiß ich nicht, was das für ein merkwürdiger Kauz war, und was der vorhatte. Jedenfalls, manchmal habe ich so den Eindruck, dass unsere Konferenzen und Mitarbeiterkreise und so, da machen wir uns fit für den großen Fang. Das Schiff soll „auf dein Wort hin“ dahin, wo die Fische sind, und die Netze sollen raus. Wir machen uns fit für den Fang. Es wird alles bestens vorbereitet. Nur zu Wasser kommt es nie”.
3) Wie wir glauben können: Umsteigen und so Neues erproben (V. 8-11)
a) Glauben heißt: Ich bin gehalten durch Jesus (V. 8-10b)
Sündenbekenntnis
Haben wir uns schon in dieser Weise vor Jesus zu uns selbst bekannt, als Sünder die vor dem Herrn nicht bestehen können?
Wann haben wir das letzte Mal gebeichtet, wie es um uns steht?
b) Glauben heißt: Ich bin geborgen in Jesus (V. 10b)
Sündenvergebung
Wann haben wir den erlösenden Zuspruch Jesu gehört?
c) Glauben heißt: Ich bin gebunden an Jesus (V. 11)
Sündenbekämpfung
Sind wir bereit Jesus zu folgen, ohne Vorbehalte, egal wohin die Reise geht (vgl. Nehemia)? Steig um!
Bsp.: Es ist wie bei einer Kletterpflanze. Die Anbindung an den Stab engt nicht ein, sondern gibt dem Leben die Richtung und ermöglicht so ein Wachsen in die Höhe. So ist es auch mit unserem Herrn, wenn er uns in die Nachfolge beruft (vgl. Joh 7,17).
Beachten: Nachfolge heißt nicht das Jesus überall mit hingeht, wo ich gerade bin. Nachfolge heißt, dass ich mir von ihm den Weg zeigen lasse und dahin folge, wo er mit mir hin will. Aber egal wo ich hinkomme, Nachfolge heißt immer: Jesus ist schon da!
Nach Ulrich Parzany; „Auf dein Wort“ (Lk 5,1-11) – ERF Ansprache Nr. 29619 vom 25.09.1995: „Ich behaupte, wenn wir wirklich dem Wort Gottes glauben würden, gibt es keine Mitarbeiterprobleme. Und solange wir Mitarbeiterprobleme haben, ist es ein Zeichen, dass wir als Christen zu viel allem anderen vertrauen, aber nicht dem Worte Gottes. Und ob das das Wort Gottes ist, dem wir glauben, hängt nicht an unseren Worten, sondern hängt an unserem Gehorsam. Das ist der Punkt“.
3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT
Unsere Predigtübersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erhältlich) benennt als möglichen Schwerpunkt für die Predigt das Thema „Vertrauen“.
Steig aus! Steig ein! Steig um! Das ist Gottes Rettungsprogramm für und mit uns (vgl. Joh 7,17). Wie können wir glauben? „Aber auf dein Wort hin, will ich ….“. Jesus agiert und darauf reagieren wir. Nur in dieser Reihenfolge kommt es zum Glauben. Allem was wir tun, geht eine Tat Gottes voraus.
4. PREDIGTGLIEDERUNG
Wie wir glauben können:
1) Aussteigen und so Neues erkennen (V. 1f)
2) Einsteigen und so Neues erfahren (V. 3-7)
3) Umsteigen und so Neues erproben (V. 8-11)
oder nach Wilhelm Wagner:
1) Die Begegnung
2) Die Veränderung
3) Die Verwendung
oder nach Peter Hahne:
1) Er kam
2) Er sah
3) Er siegte
oder nach Friedhold Vogel
1) Das Wunder
2) Das größere Wunder
3) Das größte Wunder