Predigtthema: Durch Jesus unermesslich reich beschenkt und unbegreiflich wertgeschätzt
Predigttext: Matthäus 13, 44-46
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
- Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
- Edition C (Teil 1), Matthäusevangelium(Gerhard Maier)
- Historisch Theologische Auslegung, Das Evangelium des Matthäus (Gerhard Maier)
- John MacArthur, Studienbibel: Anmerkungen und Parallelstellen zu Mt.12,1-14
- Wiersbe Kommentar NT Band 1 Matthäus bis Apostelgeschichte
- William MacDonald Kommentar zum Neuen Testament
- Wuppertaler Studienbibel(Fritz Rienecker)
1.2 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Um sich mit dem Zusammenhang des Predigttextes vertraut zu machen, empfiehlt es sich, neben Matthäus 13 auch die Predigthilfen der vergangenen Sonntage über Matthäus 13 zu lesen.
Nach dem Gleichnis vom Sämann, vom Unkraut und vom Senfkorn kommt nun wieder ein Gleichnis, das den Acker als Veranschaulichung gebraucht. Wie in allen Gleichnissen in Matthäus geht es bei diesen beiden um das Reich Gottes. Man halte sich vor Augen, dass Jesus am Ufer des See Genezareth lehrte. Von dort aus hatten die Zuhörer sowohl den Blick auf die umliegenden Äcker, als auch auf den See mit den Fischern (vgl. das Gleichnis von den Netzen in Vers 47).
Etwas aus der Reihe scheint das Gleichnis vom Kaufmann zu fallen. Aber auch in diesem Gleichnis nimmt Jesus örtliche Gegebenheiten als Veranschaulichung: Am See Genezareth entlang führte die Römerstraße Via Maris, die bedeutendste Verkehrsader der Antike, die die Großmächte Ägypten mit Mesopotamien, Rom und Griechenland verband. Diese Straße war als Handelsstraße sehr bedeutsam. In Kapernaum, das ein Grenzort war, gab es eine Zollstätte. Man kann sich also vorstellen, dass jeden Tag viele Kaufleute die Straße passierten.
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Vers 44:
Himmelreich: Die Juden erwarteten den Messias als neuen König, der Israel wieder zu alter Größe und Würde heranführen würde. Sie erwarteten ein reales Königreich mit all seiner Macht. Jesus verdeutlicht mit seinen Gleichnissen über das Himmelreich, dass Gottes Reich ganz anders kommen würde als die Juden erwarteten. Eben nicht sichtbar auf Erden, sondern verborgen. Es wächst durch die Verkündigung von Gottes Wort (Gleichnis vom Sämann). Es wächst von einer kleinen Bewegung zu etwas Großem heran (Gleichnis vom Senfkorn). Es schließt nicht von vorneherein alle Bösen aus (Gleichnis vom Unkraut). Erst zu einem späteren Zeitpunkt werden die Engel Böse und Gute voneinander trennen (Gleichnis vom Netz). Im Gleichnis vom verborgenen Schatz im Acker verdeutlicht Jesus, dass dieses Reich nicht für alle sichtbar und erkennbar sein würde. Man kann es auch nicht durch eigene Anstrengung finden, sondern wer es findet, darf sich glücklich, ja, beschenkt fühlen! Damit ist das Himmelreich von ganz anderer Qualität als alle Reiche dieser Erde, die meist mit Blut und Kampf gegründet und erhalten wurden. Es ist ein Geschenk, Bürger von Gottes Himmelreich sein zu dürfen.
Den ein Mensch fand: Ein Mann findet einen Schatz, es wird aber nicht gesagt, dass er ihn auch gesucht hätte. Die Bibel bezeugt uns mehrfach von Menschen, die Gott fanden, ohne ihn zuvor gesucht zu haben, z. B. die Samariterin in Joh 4, Paulus oder der Kerkermeister in Apg 16. Gott ist ein Gott, der sich danach sehnt, von Menschen gefunden zu werden, auch wenn sie vorher nicht suchend waren (vgl. Römer 10, 11 und Jes 65,1). Das „zufällige“ finden verdeutlicht die Tatsache, dass Gottes Reich ein Geschenk ist, das Menschen zufällt, das sie aber auch ergreifen müssen (s.u.).
Die Freude über den gefundenen Schatz ist riesig. Sie ist der Beweggrund des Mannes, hinzugehen und alles zu verkaufen, um den Acker und somit den Schatz zu erwerben, der einen viel größeren Wert hat als alles, was der Mann besaß.
Verkaufte alles, was er hatte: Jesus verdeutlicht, dass der Schatz nicht ohne persönliches Opfer zu haben sein wird. Der glückliche Mensch, der den Schatz fand, war nicht Eigentümer des Ackers. Es könnte ein Landarbeiter gewesen sein, der beim Pflügen auf den Schatz stieß. In Israel galt das Recht, dass der Eigentümer des Landes der Eigentümer der Schätze im Boden war. Da über Israel viele Kriege und Wirren hinwegfegten und die Menschen schon damals das Vergraben als sichere Aufbewahrungsmethode vor Diebstahl schätzten, gab es auch Schätze, die vergessen und irgendwann wiedergefunden wurden. Deshalb musste der Finder erst den Acker erwerben, bevor er sich als glücklicher Besitzer des Schatzes wähnen konnte. Jesus verdeutlicht mit diesem Gleichnis: Wer nicht bereit ist, alles aufzugeben, um diesen Schatz (die Teilhabe am ewigen Leben) zu erwerben, der ist nicht würdig, ihn zu erhalten. So sagt Jesus zu dem reichen Jüngling in Lk 18,22: Es fehlt dir noch eines. Verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach! (vgl. Matth 10, 37- 39; 16,26). Jesus macht immer wieder deutlich, dass es gilt, ganz entschlossen nach dem ewigen Leben zu streben. Der Vergleichspunkt im Gleichnis ist nicht, dass man das ewige Leben irgendwie kaufen oder verdienen kann, sondern dass es notwendig ist, alles hinter sich zu lassen bzw. aufzugeben, was einen daran hindert, das ewige Leben zu ergreifen.
Vers 45 und 46
Das Himmelreich gleicht einem Kaufmann: Wer ist der Kaufmann? Zwei Auslegungen sind möglich: ein suchender Mensch oder der suchende Gott. Für die erste Möglichkeit spricht der ähnliche Aufbau der zwei Gleichnisse: jemand findet jeweils etwas, verkauft alles, was er hat und kauft jeweils etwas noch viel Wertvolleres dafür. Für die zweite Möglichkeit spricht der Vergleich mit den anderen Gleichnissen. Auch die vorigen Gleichnisse sind genauso aufgebaut, dass zuerst gesagt wird, mit was das Himmelreich zu vergleichen ist, danach kommt die Handlung: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn – Sämann – Sauerteig – Schatz – Netz. So liegt die Deutung hier nahe, dass der Kaufmann das Himmelreich veranschaulicht: Das Himmelreich gleicht einem Kaufmann. Folgen wir dieser Auslegung, dann möchte Jesus damit sagen, dass mit dem Kaufmann Gott gemeint ist, der auf der Suche nach kostbaren Perlen ist (Perlen= die Menschen, beachte: Mehrzahl!).
Dann sagt das Gleichnis weiter aus: Gott war bereit, alles zu verkaufen = herzugeben, das heißt, er hat seinen Sohn hergegeben, verkauft. Dazu würde passen, was Paulus in 1Kor 6,20 schreibt: Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.
Während im Gleichnis vom Schatz im Acker nicht gesagt wird, dass der Mann den Schatz suchte, wird hier nicht gesagt, dass sich der Kaufmann über die gefundene Perle freute. Wenn der Kaufmann mit Gott zu vergleichen ist, könnte das darauf hindeuten, dass Gott sich nicht über den verlorenen Zustand der Menschen freut. Sondern er gibt alles hin (seinen Sohn) um die Perle zu erwerben. Sein Beweggrund war nicht die Freude über einen Schatz, sondern die Liebe bzw. das Mitleid mit den Menschen, vgl. Mt 9,36: Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren geängstet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.
Perlen waren schon in der Antike wertvolle und geschätzte Schmuckstücke. Sie wurden im Altertum z. B. aus dem Roten Meer gefischt. Kleopatra, Cäsars Geliebte, soll eine Perle im Wert von 100 Millionen Sesterzen besessen haben (ca. 10 Millionen Euro), die Frau des Kaisers Caligula einen Perlenschmuck im Wert von umgerechnet ca. 20 Millionen Euro. Perlen waren also schon damals sehr begehrt und kostbar. Wenn Jesus die Menschen im Gleichnis mit Perlen vergleicht, zeigt er ihren Wert, den Gott ihnen beimisst und den sie als Gottes Ebenbilder von ihm zugesprochen bekommen.
- Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Vers 44:
Immer wieder betont die Bibel den verborgenen Charakter von Gottes Reich. Schon im Alten Testament wird gesagt, dass Gott sich verbirgt, und zwar wegen der Sünde des Menschen (Jes 8,17 u. 54,8; Hes 39,23).
Matthäus 13, 11 ist entscheidend für das Verständnis des Textes: Euch ist es ´von Gott` gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; ihnen ist es nicht gegeben. Der natürliche Verstand kann Gottes Wirklichkeit nicht erfassen, es muss ihm gegeben werden, d. h. Gott muss sich ihm offenbaren (1. Kor 2, 6- 16). Grundsätzlich gilt also, dass ein Mensch den verborgenen Schatz im Acker, das Himmelreich nicht finden kann. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in diesem Gleichnis nicht gesagt wird, dass der glückliche Finder nach dem Schatz gesucht hätte.
Das zeigt doch sehr anschaulich, wie es um den Menschen steht: Viele gehen achtlos an Gottes Reich vorbei, wie an einem vergrabenen Schatz. Sie wissen nicht, dass sie das Wertvollste links liegen lassen. Sie haben keine geistliche Antenne für Gottes Gegenwart. Doch immer wieder gibt Gott Gelegenheiten, ihn zu finden, z. B. durch die Verkündigung von Gottes Wort. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass Gottes Wort auch als Schatz bezeichnet wird, z. B. in Psalm 119,162: Ich freue mich über dein Wort wie jemand, der einen großen Schatz findet.
Warum zeigt Gott seine Macht nicht für alle unübersehbar und unüberhörbar? Das hat etwas damit zu tun, wie Gott herrscht und welche Nachfolger Jesus haben möchte: Gott ist Liebe (1. Joh 4,16) und sein Reich wird nicht durch Gewalt und Zwang aufgebaut, sondern durch freiwilliges, demütiges dienen (Matth 20,20-28). Deshalb kann dieses Reich nur durch den Geist der Demut gefunden werden (Ps 119,167). Es muss die Bereitschaft vorhanden sein, sich Jesus Christus und seinem Wort unterzuordnen (Joh 8,31). Wer sich auf ihn einlässt und alles andere, was ihn daran hindert, fahren lässt, gewinnt alles: Markus 10, 28: Da fing Petrus an und sagte zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
29 Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlässt um meinetwillen und um des Evangeliums willen,
30 der nicht hundertfach empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen – und in der kommenden Welt das ewige Leben.
Vers 45+46:
Der Kaufmann sucht wertvolle Perlen und ist bereit, alles zu verkaufen, um sie zu erwerben.
Dieses Motiv des suchenden Gottes zieht sich durch Gottes Wort wie ein roter Faden. Einige Beispiele:
Das Gleichnis erinnert an die Gleichnisse aus Lukas 15. Dort wird dreimal in Gleichnissen gesagt, dass Gott ein suchender Gott ist, der sich nicht damit abfinden kann, Menschen zu verlieren. In vielem ähneln sie dem Gleichnis über den Kaufmann.
Vom Vater des Verlorenen Sohns wird, wie im Gleichnis von der Perle, nicht gesagt, dass er sich über den Zustand seines Sohnes freute, sondern, dass es ihn jammerte. Die Freude war erst dann groß, als der Sohn wieder zuhause war und in seine Sohnesrechte eingesetzt wurde. Und dies bewirkte allein der Vater durch seine Liebe.
Der Beweggrund von Jesus Christus, sein Leben hinzugeben, war in erster Linie die Liebe und nicht die Freude über den Menschen (vgl. Jes 43,24: …aber mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten). Paulus bezeugt diese Tatsache auch in Röm 5,8: Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
Auch in Hesekiel 34,11ff stellt sich Gott als der Suchende vor: Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.
12 Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war.
Ganz auf dieser Linie finden wir auch die Aussage von Jesus zur Bestimmung seines Kommens auf die Erde: „Der Sohn des Menschen ist gekommen zu suchen und zu erretten, was verloren ist“ (Lk 19,10). Und von seinem Vater bezeugt Jesus: „Der Vater sucht … Anbeter“ (Joh 4,23).
Und schließlich finden wir in Gottes Wort auch die Einsicht des Menschen, verloren gegangen und auf Rettung angewiesen zu sein. In seiner Verzweiflung betet der Psalmbeter aus Psalm 119, 176: „Ich bin umhergeirrt wie ein verloren gegangenes Schaf. Suche deinen Knecht! Denn ich habe deine Gebote nicht vergessen“.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen
Die Gleichnisse eignen sich hervorragend für eine evangelistische Predigt. Wir haben bei der Predigt das eine „verlorene Schaf“ vor Augen, auch wenn sonst 99 „Gerechte“ in den Gottesdienst kommen.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Das Gleichnis vom Schatz im Acker spricht die Sehnsucht des Menschen an, einmal im Leben „das große Los“ zu ziehen. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, einen großen Schatz zu finden oder im Lotto zu gewinnen? Die Wirklichkeit sieht aber viel ernüchternder aus. Wir erleben gerade, dass Geld durch Inflation und Negativzinsen an Wert verliert. Gerade in unserer Wohlstandsgesellschaft möchten viele ihren Besitz möglichst krisenfest anlegen. Gerade auch durch die Corona-Krise ist die Angst gestiegen, Besitz und Status zu verlieren. Statt des unbedingten ergreifen Wollens ewiger Werte erleben wir eher unbedingtes Besitzstreben und Gier. Laut einer Umfrage ist die Angst der Deutschen vor einer Rezession aktuell größer als die Sorge um die eigene Gesundheit.
Der Predigttext ermutigt dazu, nach ewigen Werten zu streben. Wer Jesus ergreift, braucht keine Angst vor Wertverlust zu haben, denn Jesus ist das höchste, was ein Mensch haben kann. Und in der Nachfolge verspricht Jesus die Versorgung der Seinen.
Das Gleichnis vom Kaufmann spricht die Sehnsucht der Menschen nach Geltung an. Wir leben in einer Zeit, in der das Äußere viel mehr zählt als innere Werte. In so vielen Lebensbereichen geht es darum, seinen eigenen Wert zu zeigen und zu verteidigen. Die Aussage Jesu über den Menschen: sie sind verschmachtet wie Schafe, die keinen Hirten haben, treffen gerade auch auf unsere Zeit zu. Allein das Evangelium spricht dem Menschen Wert zu, ohne dass er dafür etwas leisten oder sich präsentieren müsste. Die Bibel bezeugt uns den Vater, der aus Liebe zu jedem einzelnen Menschen auf der Suche ist. Und die Bibel bezeugt uns, was der Vater investiert hat, um den verlorenen Menschen zu retten: seinen Sohn. Einen größeren Kaufpreis hätte der Vater nicht einsetzen können.
- Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Ich möchte den unermesslichen Wert des ewigen Lebens in Jesus aufzeigen.
Ich möchte Gottes große Liebe aufzeigen, wie er sich zu den Verlorenen aufmacht.
3.2 Predigtentfaltung – was sage ich in dieser Predigt?
Predigtthema: Durch Jesus unermesslich reich beschenkt und unbegreiflich wertgeschätzt.
Einleitung: Die Sehnsucht der Menschen nach Schätzen aufgreifen (Beispielgeschichte Schatzsuche): Wer hat nicht auch schon mal davon geträumt, einen Schatz zu finden? Welche Strapazen würdest du dafür auf dich nehmen? Was würdest du dafür riskieren?
Das Gleichnis weist uns darauf hin, dass Gott für uns einen Schatz bereithält, der von unschätzbarem Wert ist.
- Unermesslich reich beschenkt – deshalb: ergreife den Schatz!
- Warum Gottes Schatz verborgen ist – Gott verbirgt sich wegen der Sünde der Menschen. Er ist ein verborgener Gott, sein Reich ist ein verborgenes Reich.
- Warum es sich lohnt, Gottes Schatz zu entdecken – es geht um die Teilhabe an Gottes Reich durch Jesus Christus. Etwas Größeres kann ein Mensch nicht finden, dieser Schatz verliert nie seinen Wert.
- Welche Hinweise uns Gott gegeben hat, den Schatz zu entdecken – Gottes Wort ist unsere Schatzkarte! Dort sind alle Hinweise aufgeschrieben, die zum Auffinden des Schatzes notwendig sind. Dass du heute hier bist, ist kein Zufall, Gott möchte, dass du zu den glücklichen Findern gehörst!
- Wie ich den Schatz ergreifen kann: Wer einen Schatz finden möchte, muss bereit sein, sich auf den Weg zu machen, den ihn die Schatzkarte weist. Wer den geistlichen Schatz entdecken möchte, muss sich auf den Weg mit Jesus machen. Folge Jesus und seinen Worten, so wird er dich zum Schatz führen. Alles, was uns daran hindert, müssen wir ablegen, aufgeben, verkaufen, zurücklassen (Beispielgeschichte)…
- Unermesslich reich: Wenn du diesen Schatz ergriffen hast, darfst du dich jetzt schon glücklich und unermesslich reich schätzen. Denn in Jesus hast du schon hier und heute Anteil an Gottes neuer Welt.
- Unbegreiflich wertgeschätzt – deshalb: staune über Gottes Liebe
Was könnte uns davor zurückhalten, den Schatz zu ergreifen? Vielleicht Zweifel daran, dass Gott es tatsächlich gut mit mir meint? Vielleicht Selbstzweifel: Bin ich es überhaupt wert?
- Wie Zweifel über Gott überwunden werden können: Schau dir Gottes Suchaktion in der Bibel an: Gott fragt schon in 1. Mose 3: Adam, wo bist du? Er ist der suchende Gott: Ausschnitte aus Hesekiel 34, Lukas 15 u.a. Wegen seiner unbegreiflichen Liebe gibt er den Menschen, der in Sünde gefallen ist nicht auf.
- Was ist der Mensch wert? Wir sind nach Gottes Ebenbild geschaffen, darin liegt unser Wert begründet. Aber der Mensch ist in Sünde gefallen und verloren gegangen. Ohne die Liebe des Schöpfers ist der Mensch auf sich allein gestellt: Dann muss jeder selbst beweisen, was er wert ist. Aktuell können wir feststellen, dass das Recht auf Leben für ungeborene und alte Menschen immer mehr infrage gestellt wird. Was ist ein Mensch wert, wenn er nichts leistet und nur „kostet“?
- Wie Gott uns unseren Wert zurück erkauft hat: Warum jeder Mensch wertvoll ist, wie eine Perle, erfahren wir nur durch Gottes Wort: Die Bibel zeigt es uns ganz klar, wir sind so viel wert, wie Gottes Sohn. Er war der Kaufpreis für die Sünde. Einen höheren Preis hätte Gott für uns nicht zahlen können. Größere Liebe gibt es nicht (Joh 15,13).
- Was die angemessene Reaktion darauf ist: Beschäftige dich ausführlich mit dem Leben von Jesus. Wie er mit Menschen redet, ihnen begegnet, sie heilt, in Schutz nimmt und schließlich für sie stirbt. Je mehr wir über die Liebe von Jesus zu den Menschen staunen, desto mehr werden wir über seine unbegreifliche Wertschätzung staunen, die uns in ihm begegnet. Danke Jesus für das was er getan hat. Fange an, Gott für seine Liebe zu dir danken!
Schluss: Die Freude an irdischen Schätzen kann verfliegen. Der Schatz, den Gott schenkt, bleibt. Menschliche Liebe kann verglühen, Gottes Liebe niemals. Nur durch Jesus bin ich für alle Zeiten unermesslich reich beschenkt und unbegreiflich wertgeschätzt.
3.3 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Lied: „Ich bin entschieden, zu folgen Jesus“
Zitat: „Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, damit er gewinnt, was er nicht verlieren kann.“ Jim Elliot, Quelle: Aus dem Buch: Im Schatten des Allmächtigen (CLV, 1991), Seite 8
Beispielgeschichte Schatzsuche
Vor einigen Wochen machte die Nachricht über einen gefundenen Schatz Schlagzeilen. Ein glücklicher Schatzsucher fand am 07. Juni 2020 einen Millionen-Schatz, der 2010 von Forrest Fenn, einem amerikanischen Kunsthändler, versteckt wurde.
Über 10 Jahre machten sich tausende Menschen auf die Suche nach dem Schatz. Vier davon bezahlten die Suche mit ihrem Leben. Der Schatz war in den Rocky Mountains versteckt: eine Truhe mit Goldmünzen und Nuggets, antike Armbänder mit Diamanten, im Wert von über einer Million Euro. Auch seine Lebensgeschichte hatte der Millionär aufgeschrieben, wasserdicht verpackt und in die Truhe gelegt. Wer den Schatz findet, sollte nicht nur reich werden, sondern auch etwas über den Menschen lernen, der ihn versteckt hat. Jeder kann den Schatz finden, aber es sollte nicht zu einfach sein. Fenn hat ein Gedicht geschrieben, das zur Truhe führen sollte: Sechs Verse, etwas holprig gereimt, mit Hinweisen wie aus einem Roman von Karl May. Von einem Ort, an dem es kein warmes Wasser mehr gibt, ist da die Rede, von einem Canyon, einem versteckten Zeichen, einer mysteriösen »Heimat von Braun« und einem Ort, an dem sanftmütige Leute nichts verloren haben.
Fenn hat die gereimte Schatzkarte ins Internet gestellt, dort wurde sie hunderttausende Male weitergeschickt. Die Geschichte vom Schatz in den Bergen ist der Stoff, der Menschen zum Träumen bringt. Einmal im Leben das große Glück haben und den Schatz finden, das wäre es. Dazu hat Fenn einen Tipp gegeben: Er hat den Schatz an einem Ort versteckt, der ihm viel bedeutet. Um das Gedicht zu verstehen, muss man sich also gründlich mit Forrest Fenn beschäftigen, mit seiner Lebensgeschichte als Kunsthändler und Schlitzohr, irgendwo zwischen Indiana Jones und Dagobert Duck.
Auch Gott hat einen Schatz „versteckt“ und Hinweise gegeben. Wenn wir ihn finden wollen, müssen wir uns gründlich mit Jesus Christus beschäftigen, mit seiner Lebensgeschichte als Sohn Gottes, der Mensch wurde…
Beispielgeschichte aus der Missionsarbeit von Stefano Fehr
„Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich auf einer meiner ersten Missionsreisen aufs Missionsfeld vor bald 20 Jahren in Tansania ins Gespräch mit einem jungen ehemaligen Muslim kam. Sein Name ist Jummah Ali. Jummah Ali erzählte mir, wie er zum Glauben an Jesus fand und was dies für Konsequenzen nach sich zog. Eines Tages bekam Jummah Ali von einer Frau ein Johannesevangelium geschenkt. Auf der ersten Seite des Buches war die Adresse unseres Büros in Tansania eingedruckt. Jummah Ali begann zu lesen. Er war so beeindruckt, dass er mehr wissen wollte und an die angegebene Adresse schrieb. Das Wort Gottes überzeugte ihn, und nach vielen Briefen und Gesprächen kam er zum Glauben an Jesus Christus. Jummah Ali erzählte mir, dass er zwar einen inneren Frieden und Freude hatte, die Probleme für ihn aber sofort begannen.
Als seine Eltern erfahren hatten, dass Jummah den Islam verlassen hatte, warfen sie ihn samt seiner Frau und den zwei Kindern unverzüglich aus dem Haus. Jummah ging regelmäßig zum Gottesdienst und besuchte den Taufunterricht. Dies blieb auch seinem Arbeitgeber nicht verborgen. Auf der Stelle wurde er gekündigt. Seine Frau, die früher Namens-Christin gewesen war und nur durch die Heirat mit ihm Muslimin wurde, machte ihm große Vorwürfe, dass er den Islam verlassen hatte. Sie fürchtete um ihre Existenz. Aufgrund seines Glaubens an Jesus hatte Jummah Ali alles verloren.
Da ich noch recht neu im Dienst war, stellte ich Jummah Ali eine Frage, die ich heute sicher nicht mehr stellen würde. Ich fragte ihn: „Hast du während dieser schwierigen Zeit darüber nachgedacht, wieder zum Islam zurückzukehren und deine Entscheidung, Jesus nachzufolgen, zu revidieren?“ Jummah Ali schaute mich völlig entsetzt an. Er sagte: „Darüber nachgedacht, Jesus wieder zu verlassen? Nein, niemals! Als ich begriffen hatte, was Jesus für mich getan hat, dass er mich liebt, dass er mich erlöst hat, da war mir Jesus zum Wichtigsten in meinem Leben geworden. Keinen Moment habe ich daran gedacht, dies je wieder aufzugeben.“ Trotz Schwierigkeiten, trotz dessen, dass er alles verloren hat: Jesus ist ihm das Wichtigste.
Ehemalige Muslime bezeugen dies immer wieder: Trotz aller Verfolgung, trotz aller Schwierigkeiten, sie haben es niemals bereut, sich von Mohammed abgewandt und Allah verlassen zu haben, um Jesus nachzufolgen. Sie haben viel verloren und Schweres erlebt, aber durch Jesus Christus haben sie das ewige Leben geschenkt bekommen. Dies ist das Wichtigste für sie. … Es ist völlig klar: „Wer den Sohn hat, der hat das Leben, wer den Sohn nicht hat, der hat das Leben nicht (1. Joh 5,12). Die alles entscheidende Frage für uns ist also: Habe ich Jesus oder habe ich ihn nicht? Wenn ich ihn habe, dann habe ich das ewige Leben. Ob wir Gott glauben, dass er seinen Sohn für uns gegeben hat, oder nicht, das entscheidet über Leben und Tod. Jesus zu haben und sich zu Ihm zu bekennen, bedeutet in der islamischen Welt oftmals auch, einen Preis für das Christsein zu bezahlen. Verfolgung und Schwierigkeiten sind die üblichen Wegbegleiter eines ehemaligen Muslims in einem islamischen Land. Und doch erleben wir es so häufig, wie sich Muslime von Mohammed abwenden und Jesus Christus als ihren Erlöser annehmen.
(Karlheinz Deininger)