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Jahresthema: In Gottes Nähe leben
Predigtthema: „Mann sein“ bzw. „Frau sein“ und die Konsequenzen
Predigttext: 1Mose 2,15-25
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise zur Verkündigung, ersetzt aber nicht ein eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext (1Mose 2,15-25) vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
In 1Mose 1,1-2,4a wird ein systematischer Schöpfungsablauf vorgestellt. Darauf aufbauend werden ab 1Mose 2,4b spezielle Aspekte, die für die Schöpfung Gottes elementar sind, detaillierter entfaltet und erklärt. Der hebräische Ausdruck für „Mensch“ lautet „Adam“ und von daher ist in unserem Predigttext nicht einfach nur der generalisierende Ausdruck „Mensch“, sondern auch „Adam“ (als Mann) zu berücksichtigen. Dabei darf aber wiederum nicht übersehen werden, dass sich das Urteil „sehr gut“ auf die Erschaffung von „Mann“ und „Frau“ und ihre gegenseitige Ergänzung bezieht (vgl. 1,26-31 mit 2,15-25). Der Predigttext erklärt und veranschaulicht, wie sich dieses „sehr gut“ als Urteil Gottes im Hinblick auf sein Geschöpf „Mensch“ auswirkt. Gott erschafft „Mann“ und „Frau“ und somit gibt es ein von Gott gewolltes Geschlecht des Menschen. „Mann sein“ bzw. „Frau sein“ ist kein Produkt des Zufalls- bzw. der Erziehung.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* Hansjörg Bräumer. Das erste Buch Mose: Kapitel 1-11. Wuppertaler Studienbibel AT. Brockhaus Verlag (S. 73-82).
* Arnold G. Fruchtenbaum. Das 1. Buch Mose: Kapitel 1-11. Eine Auslegung aus messianisch-jüdischer Perspektive. CMD-Verlag (S. 93-108).
* John F. Walvoord / Roy F. Zuck. Das Alte Testament erklärt und ausgelegt. Bd. 1: 1.Mose – 2.Samuel. Hänssler (S. 21f).
* Carl Friedrich Keil. Biblischer Kommentar über das Alte Testament (AT). Bd. 1: Die Bücher Mose – Teil 1/2 – Genesis und Exodus (S. 58-65 – online unter http://bitflow.dyndns.org/german/KeilDelitzsch/Biblischer_Kommentar_Ueber_Das_Alte_Testament_Band_01_Buecher_01_02_1878.pdf).
Beachtenswerte Anmerkungen zum Predigttext (1Mose 2,15-25) bietet z.B. die MacArthur Studienbibel (unter http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/01-Das_Erste_Buch_Mose_Genesis.pdf; S. 52f).
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Zur Einführung und Orientierung für das „Neue Jahr“ legen wir im Januar die Grundlagen, damit wir als Menschen (und besonders als Christen) unsere göttliche Berufung und Bestimmung erkennen und im Alltag annehmen können. Im Januar geht es zentral darum, dass wir wahrnehmen, wie der ursprüngliche Wille Gottes allgemein für die Menschen und im speziellen für Männer und Frauen aussieht.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
In unserem Predigttext geht es nicht nur um das allgemeine Miteinander von Mann und Frau, sondern es geht auch um die Bestimmung des Menschen zur „Einehe“ (vgl. die Anwendung von 1Mose 2,15-25 z.B. in Mt 19,4-9; Eph 5,21-33; 1Petr 2,21-3,7) und die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Zu beachten ist hierbei, dass auf Grund der zeitlichen Vorordnung der Mann den Auftrag für den „Garten“ und die Warnung vor dem Baum der Erkenntnis erhielt und damit auch die Verpflichtung zur Weitergabe und Beachtung dieser Information. Doch ist der „Mann“ an sich ergänzungsbedürftig und braucht ein Gegenüber. Deshalb erschuf Gott die Frau aus der „Seite“ (= wahrscheinlichere und bessere Übersetzung als „Rippe“) des Mannes, womit die gegenseitige Abhängigkeit und Zusammengehörigkeit zum Ausdruck kommt. Auf diesem Hintergrund bezeichnet z.B. Frauke Bielefeldt Frauen als ‚architektonische Meisterwerke‘: „Gott nimmt eine von den ‚zälas‘ des Menschen. Dieses Wort ‚zäla‘ wird ja oft an dieser Stelle als ‚Rippe‘ übersetzt. Es gibt hier aber eine Schwierigkeit: es gibt nur diese einzige Stelle, wo es auf den menschlichen Körper bezogen wird; die Bedeutung ‚Rippe‘ übernimmt man aus den alten Übersetzungen. Das Wort bezeichnet aber normalerweise ein Seitenelement von Bauteilen, z.B. von Türen, vom Altar, oder ein ganzes Seitengemach. Gott nimmt also ein Seitenteil des Menschen und baut es zur Frau aus. Während er also den Menschen aus der Erde geformt hatte wie ein Töpfer es tut, betätigt er sich als Architekt: er baut, konstruiert die Frau aus einem Seitenbauelement“.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Der Wortlaut des Predigttextes wird i.d.R. den meisten Hörern bekannt sein (vor allem nach der Lutherbibel). Ob er in seiner Tiefe und Bedeutung reflektiert wurde und für das Miteinander von „Mann“ und „Frau“ bzw. zur Grundlegung des „Mannseins“ oder „Frauseins“ fruchtbar gemacht wurde, kann nicht zwingend vorausgesetzt werden. Wichtig ist, dass im Rahmen der Verkündigung im Blick bleibt, dass im Januar durch den Bezug auf den Schöpfungsbericht Grundlagen gelegt werden. Zum Wesen, Leben, Aufgaben und Dienst von Mann und Frau gibt es viele (auch umstrittene) Fragestellungen bzw. Sichtweisen. Aus diesem Grund dient diese Predigt dazu, dass der grundlegende Wille Gottes zum Thema „Männer“ und „Frauen“ erklärt und verkündigt wird, der generations- und kulturübergreifend gültig ist und bleibt.
3. Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winrich Scheffbuch vom 19.09.1982 mit dem Titel „Wer bin ich – wozu lebe ich?“ (1Mose 2,18-25). Diese Botschaft findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. 1. Mose 2] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch, Winrich] ausfüllt. Hilfreich ist auch die Predigt von Torsten Pfrommer vom 08.03.2009 unter dem Thema „Partnerschaft: Was wenn Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen“ (1Mose 2,18-25 – Predigt Nr. 2379 unter http://www.feg-giessen.de/nc/gottesdienst-gebet/predigten-online.html)
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Verständnis und Einsicht wecken bzw. vertiefen über die wunderbare Schöpfungsabsicht Gottes im Hinblick auf die gegenseitige Ergänzung und Abhängigkeit von Mann und Frau und ermutigen, dass Männer und Frauen zur Ehre Gottes das leben, wozu er sie geschaffen und berufen hat.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Wir entfalten im Rahmen dieser Verkündigung was der grundlegende Wille Gottes für Männer (1Mose 2,15-20) und für Frauen (1Mose 2,21f) ist und welche Konsequenzen diese göttliche Bestimmung des Menschen durch die Berufung zum Mannsein bzw. Frausein hat (1Mose 2,23-25).
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
„Mann sein“ bzw. „Frau sein“ und die Konsequenzen:
a) Was macht den Mann zum Mann? (V. 15-20)
b) Was macht die Frau zur Frau? (V. 21f)
c) Was folgt daraus? (V. 23-25)
oder nach Gerhard Hennig:
a) Der gewollte Mensch
b) Der beseelte Mensch
c) Der versorgte Mensch
d) Der angewiesene Mensch
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Evtl. ist die Veranschaulichung bzw. Vergegenwärtigung der ursprünglichen Ausgangssituation in der Schöpfung ein hilfreicher Predigteinstieg: “Stellt euch mal vor, es gäbe keine Frauen! Wie sähe wohl unsere Welt aus? Bzw. was wäre wohl heute anders? Kommen Männer überhaupt alleine zurecht?”
“Das Wort Hilfe ist im Hebräischen kein entwürdigendes Wort. Helfen heißt: so stützen, dass zwei zusammen etwas schaffen, was für einen zuviel ist. Und Gottt selbst wird auch Hilfe genant. Jesaja 41,20: ‘Ich bin bei dir, ich stärke dich, ich helfe dir auch’. Es ist also keineswegs entwürdigend für eine Frau oder einen Mann, für einen Menschen überhaupt, wenn man sagt: ‘Du bist mir eine Hilfe’. Aber nun heißt es ‘Hilfe als sein Gegenüber’. Das kommt im Hebräischen aus dem Wort ‘ragen’ – etwas baut sich vor mir auf, ein Berg, eine Stadt oder ein anderer Mensch, etwas anderes steht mir gegenüber. Die Frau ist nicht mein Spiegelbild, sondern ein echtes Gegenüber, ‘Gegenpart’, wie Martin Buber übersetzt. Und so zusammen – er der Mann und sie, die Frau, entsprechen sie dem Bilde Gottes. Es gibt in der Bibel nicht das Bild vom selbständigen Menschen, beispielsweise das des Mannes, der in sich gefügt und sicher ist, der das Leben meistert, der aber leider hin und wieder auch sexuelle Bedürfnisse hat, für die er nun mal eine Frau braucht – eine oder mehrere. Und wenn dieses Bedürfnis erstmal wieder befriedigt ist, zieht er sich wieder auf sich selbst zurück und hat an sich selbst genug. Oder da ist die Frau, die endlich selbständig geworden ist und auf eigenen Füßen steht. Aber auch sie hat Bedürfnisse, ansonsten sind ihr Beziehungen zu Männern eher lästig. Nein, so sind wir Menschen nicht gedacht, als selbständige Menschen, die eben auch sexuelle Bedürfnisse haben, sondern der Mensch ist eine Frage, der Mensch ist ein Bedürfnis, ist eine offene Person, die nur zusammen mit einer anderen leben kann. Er ist alleine nicht komplett. Er ist auf ein Gegenüber hin geschaffen, und nur so bleibt er menschlich. Das gilt auch, wenn man nicht verheiratet ist. Auch dann bleibt man auf einen oder mehrere Mitmenschen als Gegenüber bezogen. Auch Menschen, die alleine leben, leben in Beziehungen” (Klaus Teschner).
“Hinter jedem großen Mann steht eine große Frau” (Quelle unbekannt)
“Gott der Vater sagt am Anfang der Welt: ‘Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei’. Der Sohn, Jesus Christus, der hört diesen Schrei eines Menschen am Teich Bethesda ‘Herr, ich habe keinen Menschen’ und der Heilige Geist, der wird Christen zu Mithörern dieser Schreie machen, zu Mithörern der Schreie von Menschen, die keinen Menschen mehr haben oder überhaupt noch nie hatten. Diese Klage hören wird bei Menschen, die keinen Partner gefunden haben, die den Eindruck haben, dass niemand sie interessant und anziehend findet, dass sich noch nie jemand um sie bemüht hat. Diese Klage hören wir vor der Ehe, wir hören sie in der Ehe: ‘Herr, ich habe keinen Menschen’. Wir hören sie nach der Ehe, nachdem man lebenslang zusammengelebt hat und nun auf einmal alleine zurechtkommen muss. Und wir hören sie auch von Kindern. Ich hatte ein Gespräch mit einem Vikar, und obwohl diese Gespräche vertraulich sind, kann ich wohl so viel sagen: Er hat eine lebendige Kinderarbeit in der Gemeinde, in der er ist. Er sagt: ‘Ich habe den Kindern gesagt, ich bin zwar evangelischer Vikar, aber für mich gilt das Beichtgeheimnis auch. Was ihr mir sagt vor Gott, das behalte ich für mich – vor Gott’. Wie viele Kinder kommen da und reden mit ihm und sagen: ‘Wir haben Angst, dass unsere Eltern sich trennen’. ‘Herr, ich habe keinen Menschen, obwohl du das doch so gedacht hast, dass ich einen Menschen hätte, aber ich habe keinen’. So sagen die Menschen vor der Ehe, in der Ehe, nach der Ehe und so sagen sie auch weit über die Ehe hinaus” (Klaus Teschner).
“Was macht eigentlich das Paradies zum Paradies”?
(Thomas Richter)