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Jahresthema: In Gottes Nähe leben
Predigtthema: Ein guter Start!
Predigttext: 1Mose 1,1-31 (oder bis 2,3)
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise zur Verkündigung, ersetzt aber nicht ein eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext (1Mose 1,1-31) vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Sowohl im AT (z.B. Ps 8; 19,1-7; 33,6-9; 136,4-9; Jes 40,21-31; 48,12f; 66,1f) als auch im NT (z.B. Mt 6,25-34; 19,4-6; Joh 1,1-18; Röm 1,19-23; 1Tim 2,11-15; 4,3f; Offb 4,11) wird auf den Schöpfungsbericht Bezug genommen. Bei der Auslegung ist zu beachten, dass der Schöpfungsbericht im Hebräischen in Prosa und nicht in Poesie geschrieben wurde. Von daher muss er nicht zwingend sinnbildlich verstanden werden.
Im Rahmen der Bibel kommt dem Schöpfungsbericht eine zentrale Bedeutung zu:
* Die Schöpfung ist Inhalt des Gotteslob (Ps 8; 19; 33; 104; Kol 1,15-20; Hebr 1,1-4; Offb 4,11)
* Die Schöpfung ist ein elementarer Bestandteil der Fürbitte der Gläubigen (Ps 74,12-17; 102,2; Jer 32,17; Apg 4,24)
* Der Schöpfungsbericht dient der Abwehr heidnischer Vorstellung und deren Konsequenzen (Ps 96; Jes 40,18-25; 44,6-18; Jer 10,1-16; Joh 1,1-18)
* Die Schöpfung offenbart Gottes Weisheit (Hiob 28; Ps 104; Apg 17,24-28)
* Die Schöpfung ist das Fundament für die neue Heilsverheißung und das neue Schöpfungshandeln Gottes (Ps 33,4-15; 136; Jes 44,24-28; 45,5-7; 51,5-16)
* Die Schöpfung zeigt durch das „Geschaffensein“ des Menschen, dass er der „Schutzbefohlene“ seines Schöpfers ist (Ps 119,73; Ps 139; Jes 64,7f)
* Durch die Bezugnahme auf die Schöpfung werden Streitfragen geklärt (Mk 2,27; 10,5-9; 1Tim 2,11-15; 4,3f)
* Die Schöpfungsordnung hat so lange Bestand, wie die Erde besteht (1Mose 8,22; 2Petr 3,4)
* Der Schöpfungsbericht ist der Rahmen für die Heilsgeschichte Gottes (Joh 1,1-18)
Es war nicht die Absicht Gottes den Menschen im Rahmen der Schöpfung in die Autonomie zu entlassen, sondern der Mensch soll über die Schöpfung „herrschen“ bzw. sie sich „untertan machen“ in Abhängigkeit von Gott. Herrschen ist nicht im Sinne von Ausbeutung zu verstehen, sondern im Sinne von „managen / beobachten / beaufsichtigen“. In diesem Sinne soll der Mensch als Gottes „Manager“ Verantwortung in und für die Schöpfung tragen (vgl. 1Kor 4,1f).
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* Hansjörg Bräumer. Das erste Buch Mose: Kapitel 1-11. Wuppertaler Studienbibel AT. Brockhaus Verlag (S. 36-64).
* Arnold G. Fruchtenbaum. Das 1. Buch Mose: Kapitel 1-11. Eine Auslegung aus messianisch-jüdischer Perspektive. CMD-Verlag (S. 29-80).
* John F. Mac Arthur. Der Kampf um den Anfang: Schöpfung, Evolution und die Bibel. CLV (S. 35-213 – online unter http://clv-server.de/pdf/255951.pdf).
* John F. Walvoord / Roy F. Zuck. Das Alte Testament erklärt und ausgelegt. Bd. 1: 1.Mose – 2.Samuel. Hänssler (S. 16-20).
* Carl Friedrich Keil. Biblischer Kommentar über das Alte Testament (AT). Bd. 1: Die Bücher Mose – Teil 1/2 – Genesis und Exodus (S. 6-45 – online unter http://bitflow.dyndns.org/german/KeilDelitzsch/Biblischer_Kommentar_Ueber_Das_Alte_Testament_Band_01_Buecher_01_02_1878.pdf).
Beachtenswerte Anmerkungen zum Predigttext (1Mose 1,1-2,3) bietet z.B. die MacArthur Studienbibel (unter http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/01-Das_Erste_Buch_Mose_Genesis.pdf; S. 45-51) und hilfreiche Diskussionsbeiträge und Artikel finden sich bei der Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ (www.wort-und-wissen.de/). Vgl. z.B. die Diskussionsbeiträge (als „pdf“ unter http://www.wort-und-wissen.de/diskussionsbeitraege.html) von:
* Reinhard Junker: Bereichert die Evolutionstheorie den Glauben? (2/13)
* Walter Hilbrands: Wie lange waren die Schöpfungstage – eine Untersuchung des hebr. „jom“ (Tag) in 1Mose 1,1-2,3 (3/06 – Studiendekan der FTH Gießen / Abteilungsleiter AT)
* Bernhard Knieß: Schrieb Mose den Pentateuch? – Teil 1-3 (3/97 – 1/99 – 2/99 – Studienleiter am Bibelseminar Königsfeld)
* Reinhard Junker und Richard Wiskin: 1Mose 1+2 – zwei sich ergänzende Schilderungen vom Anfang (1/91)
* u.v.a.
oder die Artikel (als „pdf“ unter http://www.wort-und-wissen.de/artikel.html) von:
* Hendrik J. Koorevaar: Die Frage der Literaturgattung und der Historizität von 1Mose 1-3 – Teil 1+2 (Prof. für AT an der ETF Leuven)
* u.a.
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Predigtanlass ist der erste Sonntagsgottesdienst im Jahr 2014, womit die Predigt ein „Startschuss“ für das neue Jahr ist. Aus diesem Grund sollte die Predigt weniger eine „wissenschaftliche“ Abhandlung bzw. Erklärung über die Entstehung der Erde sein, sondern vielmehr die Grundprinzipien Gottes herausstellen, die einen „guten Start“ ermöglichen. Von daher bietet es sich an, dass wir in der Verkündigung entfalten, was die ursprüngliche Absicht Gottes für den „Anfang“ war und von dieser Erkenntnis aus, sollten wir diese Prinzipien für einen guten Start ins neue Jahr übertragen: Was will und tut Gott in 2014, damit wir das sein können, wozu wir geschaffen wurden.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Ausgehend von Kol 1,15f sind zwei Erkenntnisse zum Verständnis des Schöpfungsberichtes zentral. Der Mensch wurde „zum Bilde Gottes“ erschaffen (vgl. 1Mose 1,27 mit 5,1; 9,6). Fragt man sich was dies bedeutet, so finden wir die Antwort in Jesus, denn Christus ist das „Bild Gottes“ (2Kor 4,4; Kol 1,15; 3,10). Aus diesem Grund erlangt der Mensch seine Bestimmung nie losgelöst von Christus. Dies gilt es in der Verkündigung herauszustellen: Ohne Jesus findet kein Mensch seine Berufung und Erfüllung (vgl. z.B. Röm 8,28-30; Gal 4,19; Phil 2,5; 1Joh 2,6).
Nachdem in Kol 1,15 deutlich wird, das Jesus das Bild Gottes ist, betont Kol 1,16: In ihm ist alles geschaffen. Aus diesem Grund kann über den Schöpfungsbericht nicht losgelöst von Christus, dem Wort Gottes, gepredigt werden (vgl. Joh 1,1-18). Ohne Jesus wird die Erschaffung der Erde nicht verstanden. Da alles durch Jesus entstanden ist, ist er auch derjenige an den man sich wendet, um die Schöpfung zu verstehen (vgl. 2Kor 5,17).
Fazit: Wer über die Schöpfungsgeschichte predigt, muss Jesus im Zentrum seiner Verkündigung haben, sonst fehlt das Entscheidende, denn es „ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm“ (Kol 1,16f). Er ist das wirkende und wirksame Wort Gottes (vgl. Joh 1,1-18; Hebr 1,1-4).
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Evtl. ist es hilfreich den im Textplan vorgesehenen Predigttext (1Mose 1,1-31) bis zu Kap 2,3 zu verlängern, sofern die zeitliche Predigtlänge diesen Raum ermöglicht, da in 1Mose 2,1-3 der Gedanke der Vollendung noch hinzukommt. Allerdings ist dies noch mal ein „neues“ Thema, das aber gut zur Schöpfung passt und diese abrundet. Auf Grund der Textlänge ist es notwendig, sich nicht in („technischen“) Details zu verlieren, sondern die Hauptgedanken der Schöpfungsabsicht Gottes herauszustellen und für das Jahr 2014 zu übertragen: Das Wort Gottes (bzw. Jesus) erhellt, ordnet, segnet und vollendet! Am folgenden Sonntag wird die Schöpfungsgeschichte ab 1Mose 2,15 fortgesetzt, so dass eine Verlängerung bis 1Mose 2,3 zu keiner Überschneidung führen würde.
3. Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winrich Scheffbuch vom 12.09.1982 mit dem Titel „Zufall oder Plan“ (1Mose 1,1-2,4). Diese Botschaft findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. 1. Mose 1] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch, Winrich] ausfüllt.
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Wir verkündigen, damit der ursprüngliche Wille Gottes zur Berufung und Bestimmung der Schöpfung (und des Geschöpfes) in Vergangenheit und Gegenwart erkannt werden kann.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
In der Mitte unserer Verkündigung steht deshalb die zentrale Rolle und Funktion von Jesus in der Erschaffung und Erlösung der Schöpfung und der Geschöpfe Gottes.
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Ein guter Start – damals und heute!
a) Gottes Wort erhellt (1,1-3)
b) Gottes Wort ordnet (1,4-23)
c) Gottes Wort segnet (1,24-31)
d) Gottes Wort vollendet (2,1-3)
oder nach Manfred Otto:
Gott loben, das ist unser Amt
a) den Gott hat alles geschaffen und weislich geordnet
* Die Schöpfung ist nicht ein Zufallsprodukt, sondern das Wunderwerk der Allmacht Gottes
* Gott überlässt die Schöpfung nicht sich selbst
* Gott setzt durch das Kreuz seines Sohnes eine Neuschöpfung in Gang
b) den Gott schuf den Menschen als Krone seiner Schöpfung
* Hoch erhoben ist der Mensch
* Tief gefallen ist der Mensch
* Herrlich erlöst ist der Mensch
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt? (Beispiele)
„Gottes Natur ist, dass er aus nichts etwas macht. Darum: wer noch nicht nichts ist, aus dem kann Gott auch nichts machen“ (Martin Luther)
„Wenn ich wissen will, wer ich eigentlich bin und wozu mich Gott entworfen hat, muss ich hinter das verlorene Paradies zurück, muss ich das Frühlicht des Schöpfungsmorgens aufsuchen und die ersten Worte zu hören versuchen, die Gott zu mir und meinem Vater Adam gesagt hat“ (Helmut Thielicke)
Dr. David Murray (Prof. für Altes Testament und Praktische Theologie am Puritan Reformed Theological Seminary) weist auf der Basis von 2Kor 5,17 auf folgende Zusammenhänge zwischen Schöpfung und Erlösung / Errettung hin:
* Geist (vgl. 1Mose 1,2 mit Joh 6,63)
* Licht (vgl. 1Mose 1,3 mit 2Kor 4,6)
* Trennung von der Finsternis (vgl. 1Mose 1,4 mit 1Thess 5,5)
* Frucht (vgl. 1Mose 1,11 mit Gal 5,22f)
* Bild Gottes (vgl. 1Mose 1,27 mit Röm 8,28f; Kol 3,10)
* Ordnung und Herrschaft (vgl. 1Mose 1,18-31 mit Röm 16,20; Eph 1,3; Hebr 2,6-9)
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(Thomas Richter)