Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der seinem Wort glaubt
Predigtthema: Am Wort sich nicht ärgern
Bibelstelle: Lukas 4, 16-30
Verfasser: Eckhard Löffler
Bausteine zu Lukas 4, 16 – 30 (ab V 14 lesen)
Einer zeitlichen Reihenfolge zieht Lukas evtl. eine thematische vor (s. Lukas 4, 23 / 5, 31). Kapernaum galt als „seine“ Stadt (Mt 9, 1 ; 4, 13), obwohl Nazareth „seinen“ Jesus für sich beanspruchte. Neid?
V 16 Nazareth war der Ort der prägenden Jahre seiner Erziehung. Man war gespannt. Gerüchte gab es genug, aber Verwandte, Freunde, Bekannte von früher wollten nun was für IHR Umfeld (V 23). UNSER Jesus. Welche Stadt könnte nicht gut ein paar Wundertaten gebrauchen?
Offensichtlich war Jesus erzogen worden den Gottesdienst gewohnheitsmäßig zu besuchen (1).
Predigen vor der eigenen Verwandtschaft ist nicht einfach.
Schriftlesung halten durfte jeder religionsmündige Jude nach Erlaubnis des Synagogenleiters. Dazu stand man auf. Gelehrt wurde im Sitzen (Mt 5, 1).
V 17 Jesus suchte sich den Text nicht selbst heraus. Nur die Rolle Jesaja war vorgeschrieben.
Übrigens wird hier kein „2. oder 3. Jesaja“ erwähnt, – man kannte nur einen.
Jesus „fand“ die Textstelle beim Aufwickeln der Buchrolle.
V 18 aus Jes 61 – allerdings mit einem (wohl auswendigen) Zusatz: Jes 8, 6.
Selbstverständlich war der MESSIAS der Träger des Hl. Geistes. Im AT kam der Geist Gottes nur für bestimmte Zeiten und Aufträge auf bestimmte Personen. Auf dem Messias RUHT der heilige Geist (Jes 11, 2; 42, 1); Salbung beschreibt die Ausrüstung mit dem Geist (Apg 4, 27; 10, 38).
Das erste Ziel des Messias ist „Armen die gute Botschaft zu bringen“(2). Ohne Gewalt und Umsturz (Mt 26, 53). Das WORT von der Erlösung schafft Neues.
„Zerbrochene in Freiheit setzen“. Es geht um die Sklaverei von Sünde, Tod und Teufel.
V 19: Das Gnadenjahr (auch Erlass- oder Jubeljahr) wurde alle 50 Jahre gefeiert (3. Mo 25, 10): Die Sklaven wurden freigelassen. So wurde erwartet, dass der Messias die Knechtschaft gottfeindlicher Mächte beendet (Jes 61,1f; 58, 6) – und Christen wissen mehr: Endgültig bei der Wiederkunft Jesu und im Jüngsten Gericht, in der Ewigkeit, wenn der Teufel die ewige Verdammnis erleben wird (Offb 19, 20; 20, 10.14; 21, 4; 1. Ko 15, 26).
V 21 HEUTE heißt: Der Messias ist da!
Die Folge für Israel: Es kommt kein weiterer Messias. Die Welt braucht keinen weiteren Retter erwarten. Nur der FALSCHE Messias wird noch auftreten, der Antichrist.
V 25 Auch Elia bewirkte Wunder, am deutlichsten außerhalb der eigenen Heimat (1. Kön 17, 1.9-24), ebenso Elisa (2. Kön 5, 1-14). Auch Jesus-Nachfolger wirken dort am besten, wo Gott sie haben will – und wenn es „am Ende der Welt“ ist.
V 28 Bewunderung schlägt um in Wut. Solange Jesus Wunder tut: Willkommen. Bleiben Zeichen und Beweise aus: Hass.
Auch Gottesdienste schließen unheilige Gedanken nicht aus. Der Feind kann Hass und Wut anzetteln, wo üblicherweise Liebe und Vergebung im Mittelpunkt stehen.
Jesus sucht nicht staunende Fans sondern NACHFOLGER. Seine Taten richten sich nicht zuerst nach meinen Wünschen und Gedanken. Umgekehrt: Meine Erwartungen sollen sich an Gottes Wort orientieren.
V 29 Der Vater lässt nicht zu, dass schon hier die Passion zum Höhepunkt kommt. Die Stunde war noch nicht da (Joh 17, 1).
Gliederungsvorschläge
I
1. Wofür Nazareth offen war
2. Wofür Jesus offen war
3. Wofür Nazareth NICHT offen war (nach Dr. Gerhard Maier)
II
1. Der Verheißene ist gekommen
2. Das Verheißene wird erfüllt
——————————————-
Fußnoten:
(1) Auch Paulus besuchte „gewohnheitsmäßig“ zuerst die Synagogen fremder Städte
(2) s. a. den Anfang der Bergpredigt Mt 5, 3: zuerst die Armen.