Monatsthema: Leben ohne Kompromisse vor dem Herrn
Predigtthema: Den Herrn mit ganzem Herzen ehren
Bibelstelle: Maleachi 3,13-21
Verfasser: Eckhard Löffler
Vorbemerkungen
Gott ist Erlöser und Vergelter. Es geht hier um das Leiden in dieser und das Freuen in jener Weltzeit.
Erklärungen und Tipps:
V 13 Gott sind die ständigen Anklagen der Menschen langsam zu viel. Ihn anrufen, kritisieren, um Hilfe bitten ist okay, aber der Widerspruch wird ihm zu stark. Gemeinden können Gott nicht nur Mühe machen, sondern ihn auch angreifen. Gott ist kein gefühlloser Gott, den nichts verletzen könnte. Er ist eben lebendig. (1). Gott lebt. Er ist DIE lebendigste Macht aller Zeiten, hat selbst das Leben erschaffen.
V 14 Buße der Gemeinde.
Das Thema: „Was hab ICH davon?“ zieht sich durch die Bibel und die Geschichte. „Was bringt´s?“, genauer “Was bringt MIR das?” wird zum Maßstab in der Beziehung zu Gott.
Die Gemeinde ist aber dem Ruf zur Umkehr gefolgt. Sind Esras und Nehemias Bußreden gemeint (Neh 8, 9; 9, 1ff)? Damals hatten sie sich neu dem Wort Gottes verpflichtet und mutig mit denen gebrochen, die den Glauben an Gott mit heidnischem Denken vermischten, obwohl die Übermacht auf der Seite der „Vermischer“ war. (2)
V 15 Die Gegner der Gemeinde. Muss Gott nicht eingreifen, wenn sein Wort mit Füßen getreten wird? (Ps 42, 4; Mi 7, 10; – im Blick auf die Göttervorstellungen 1. Kö 18, 26ff).
Wünschen wir uns im Blick auf gottfeindliche Umstände ein „Strafgericht vom Himmel“?
Gottlose wissen zwar, dass es einen Gott gibt (Rö 1, 21), wissen aber nicht, WER der lebendige Gott ist.
Und ihnen geht es äußerlich gut dabei (Ps 73, 3.12), was Gotteskindern ein Anstoß sein kann. Siehe V14: „Was hab ICH davon?“
Die Gemeinde des AT kannte noch nicht das Geheimnis des Kreuzes!
V 16 Das Buch der Erinnerungen. (3) Die Fragen der Gemeinde: „Was bringt´s?“ hat Gott nicht überhört. Sie haben ihn getroffen.
Wichtiger ist für Christen ihr Eintrag ins Buch des Lebens (Lk 10, 20; Offb 3, 5; 20, 12).
V 17 Die Gemeinde wird als „Sondergut“ Gottes beschrieben. Gott will, dass sein Wille die letztlich einzig maßgebliche Macht ist. Viele Mächte greifen nach dem Menschen. Wo Gott aber seine Hand drauf gelegt hat, handelt es sich um sein Eigentum.
Ein liebender Vater geht mit seinen Söhnen SCHONEND um. „Pädagogik“ (eigentl. Führung und Begleitung der Kinder) hat immer das WOHL der Anbefohlenen im Sinn.
V 18 Der Unterschied wird deutlich. Es geht bei Gott nicht um den VERdienst der Menschen, sondern um den DIENST, den Gott ihnen tut und dem sie nun aus Dankbarkeit dienen. (Mt 19, 27; 20, 1-16).
Das Rätsel der „ungerechten Gerechtigkeit“ Gottes beschäftigte schon Viele. Bis hin zu Jesus, der die Schuld Anderer übernimmt (nach juristischem Verständnis eine pure Ungerechtigkeit) und so die Gerechtigkeit erzielt, die vor Gott gilt (Jes 53, 5; Rö 1, 17; 3, 21f; 10, 3; 2. Ko 5, 21).
V 19 Der Tag Gottes. Heute bedeutet für Gotteskinder die Praxis Nicht-Anerkennung, Benachteiligung, Niederlage, Verfolgung, Spott und die Ungläubigen sind vorne dran. Aber Gott wird das an seinem Tag deutlich umkehren.
Wie Jesus in der Bergpredigt bei vordergründiger Betrachtung Verhältnisse auf den Kopf stellt (4), wird Gott alles „richten“. (5)
Gott wird aber auch herb auftreten. Der Schirokko-Wüstenwind verbrennt die Flora wie Stroh und setzt der Fauna stark zu.
Der Gegensatz zwischen DANN und JETZT wird eindrücklich beschrieben.
V 20f Gottesfürchtige dürfen ihr HEIL erwarten. Der „kommende Tag“ wird in drei Bildern beschrieben:
1. Der SONNENAUFGANG ist unaufhaltsam. Gott selbst wird die Sache der Rechtlosen in seine Hände nehmen und „SEINE Sache“ durchsetzen.
2. Die KÄLBER, die nach der Gefangenschaft des dumpfen Stalls Grünflächen erleben, beschreiben das Glück der Befreiten.
Der Reigentanz war damals auch unter Frommen üblich. David tanzte mit aller Macht vor Freude über das Eingreifen seines Gottes (2. Sam 6, 14).
3. Die Heimkehrenden gehen über „verbranntes Land“ und erleben den Zerfall der Gottlosen.
Früher unter den Füßen der Gottesgegner zertrampelt, sind sie immer noch da. (6)
Das ist der Tag, den GOTT macht nach vielen Tagen, die die MENSCHEN gemacht haben (Ps 118, 24).
Gliederungsvorschlag
1. Was haben wir davon?
2. Es kennt der Herr die Seinen
3. Gott erreicht sein Ziel
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Fußnoten
(1) Gott ist lebendig. Bischof John A. T. Robinson schrieb 1986 das Aufsehen erregende Buch “Gott ist anders“, in dem er klärt: Gott ist nicht so, wie die meisten treuen Bibelleser es verstehen: „Gott ist die Tiefe des mythologischen Daseins.“ Das könnte fast alles bedeuten.
(2) Sehr aktuell: Wo werden heute biblisch-christliche Werte aufgegeben, um “in” zu sein und „Leute zu erreichen“?
(3) Die meisten Religionen kennen jeweils ein geheimnisvolles Buch, in dem im Himmel notiert wird, was in einem Leben gut und schlecht verlief. Der Islam kennt zwei unsichtbare Engel, die unmerklich auf den Schultern des Menschen sitzen und sich alles merken, was geschieht. Einer ist für die guten Taten, der Andere für die Fehltritte zuständig.
(4) Bibelausleger G. K. Chesterton: „ Liest man die Bergpredigt zum ersten Mal, hat man das Gefühl, dass alles auf den Kopf gestellt wird. Beim zweiten Mal entdeckt man, dass alles genau richtig gestellt wird. Zuerst denkt man, ein solches Leben sei unmöglich, um dann festzustellen, dass nicht Anderes möglich ist.“
(5) “Richten” in zweierlei Sinn: 1. „in Ordnung bringen“ (gängiger Ausdruck im Schwäbischen), 2. gerechte Urteile sprechen.
(6) Das Bild der zertretenen Gottlosen findet sich im vorderen Orient öfter. Im Ägyptischen Museum in Kairo ist das Denkmal eines Pharaos zu sehen, der seine Füße auf den Rücken der vor ihm niederknienden, besiegten Feinde stützt (1. Kö 5, 17; Ps 8, 7; 18, 39; 47, 4; Mt 22, 44; Mk 12, 36; Rö 16, 20; 1. Ko 15, 25.27; Eph 1, 22; Hebr 2, 8).