1.Samuel

Predigthilfe vom 12.1.2003 – 1.Samuel 17

Monatsthema: Unter Gottes Augen leben: David
Predigtthema: Mit Gottes Mut

Bibelstelle: 1.Samuel 17

Verfasser: Jochen König

1. Zusammenhang
Die Philister sind mit ihrem Heer ins Land eingefallen und rüsten sich nun zur entscheidenden Schlacht. Die Israeliten unter dem König Saul haben ihre Kräfte versammelt und so liegen die beiden Heere sich gegenüber.

2. Biblische Parallelen
Letztlich jede Schlacht, die in der Bibel aufgeführt wird und in der der Gegner anscheinend übermächtig ist, aber Gott seinem Volk, seinem Gesandten oder seinen Kindern beisteht und ihnen den Sieg schenkt.
a) Die anscheinend tödliche Sackgasse nach dem Auszug aus Ägypten, wo Gott einen wunderbaren Weg durchs Schilfmeer bereitet und die Feinde vernichtend schlägt.
b) Die anscheinend hoffnungslose „Schlacht“ der Israeliten in der Wüste gegen Hunger und Durst, wo Gott Brot vom Himmel und Wasser aus dem Felsen schenkt.
c) Paulus und Silas, die auf Grund ihres Zeugnisses bedroht und ins Gefängnis geworfen werden, dort jedoch von Gott auf wunderbare Weise aus dieser fast aussichtslosen Situation befreit werden.

3. Der Aufbau des Textes
a) V.1-3 Die Situation: Die Philister auf der einen Seite auf einem Berg, gegenüber das Heer der Israeliten.
b) V.4-10 Der Vertreter des Feindes, Goliat, spottet über die Israeliten und deren Gott. Er schlägt einen Zweikampf vor um die Auseinandersetzung zu entscheiden.
c) V.11 Saul und seine Soldaten sind entsetzt und fürchten sich.
d) V.12-19 Davids drei ältere Brüder sind unter den Soldaten Israels. Er selbst ist immer wieder kurz zu Hause, um nach den Schafen zu schauen. Bei dieser Gelegenheit bringt er Proviant für seine Brüder und deren
Vorgesetzten mit.
e) V.20-30 David wird Augen- und Ohrenzeuge von Goliats Auftritt, der über Israel und dessen Gott spottet. Er befragt die Soldaten zur Sachlage und hat anscheinend die Absicht geäußert, gegen diesen Mann zu kämpfen.
f) V.31-37 David wird vor Saul gebracht, der auf Grund der äußeren Er- scheinung Davids dringlich von einem Zweikampf abrät. David ist jedoch von der Unterstützung Gottes und einem Sieg über Goliat überzeugt.
g)V.38-40 David soll wenigstens die königliche Ausrüstung zur Verfügung gestellt bekommen, die jedoch nicht passt, und so geht er mit den Waffen eines Hirten, nämlich Stab und Steinschleuder, in den Kampf.
h) V.41-54 Der äußerlich ungleiche Zweikampf verläuft völlig unerwartet. David schlägt den Riesen dank der Hilfe Gottes und seiner Steinschleuder und entscheidet damit den Kampf für die Israeliten.
i) V.55-58 Für den König und seinen Feldherrn stellt sich die Frage der Herkunft dieses mutigen Mannes, die David nach seinem Sieg für die beiden klärt.

4. Einzelerklärungen
V.1 Die Stadt Socho liegt ca. 15 km von Jerusalem entfernt im Norden des Stammesgebietes Juda.

V.2 Die Philister (wörtl. Einwanderer) waren eines der Seevölker, die gegen Ende der Spätbronzezeit im südöstlichen Mittelmeerraum auftauchten. Zur Zeit der Erzväter siedelten sie im Negeb. Von dort aus kam es immer wieder zu Übergriffen. Die offenen Feindseligkeiten begannen in Eben-Eser (1.Sam.4), wo die Philister die Bundeslade eroberten (Jerusalemer Bibellexikon, S.696).

V.4 Goliat aus Gat: Sein Name bedeutet „der Strahlende, der Glänzende“ und kommt von dem hebr. Wort „galah“ das übersetzt aufdecken, entdecken wegnehmen bedeutet.
Ein Riese mit einer Größe von 6 Ellen ( 1 Elle = 0,5 m) und einer Handbreite (ca. ½ Elle = 25 cm ). Damit ein Mann mit über 3 m Körpergröße.

V.5 Der eherne Helm war wohl aus Kupfer so wie sein Schuppenmantel und die Spitze seines Speers. Allein die Speerspitze hatte ein Gewicht von ca. 8 kg, vergleichbar der Kugel beim Kugelstoßen der Männer.

V.11 Die Israeliten samt ihrem König waren entsetzt (hebr.: chathath = in Stücke zerbrochen, niedergeschlagen) und sie fürchteten sich sehr.

V.13 Isais ältester Sohn hieß Eliab, das wörtlich übersetzt „Gott ist mein Vater“ bedeutet. Der zweite Sohn hieß Abinadab („meinem Vater gewollt geopfert“) und der dritte Sohn Schamma („Staunen“).

V.15 David durfte wohl immer wieder auf einen Kurzbesuch nach Hause, um dort nach den Schafen zu sehen. Die Entfernung war nicht sehr groß(15 km).

V.24 Noch einmal wird die Reaktion der Israeliten auf das Sprechen Goliats beschrieben: Sie fliehen und fürchten sich sehr.

V.26 Es geht um die Ehre des Volkes Gottes und vor allem um die Ehre des lebendigen Gottes.

V.33 Saul bescheinigt David, dass er nicht hingehen kann. Wörtlich könnte man übersetzen „du bist nicht fähig“.

V.42 David wird vom Feind als jung angesehen, eben ein junger Mann, Bursche, Diener, Kind. Luther übersetzt „admoniy“ mit bräunlich. Wenn man die Grundbedeutung anschaut, entspricht es wohl eher „rötlich“.

V.43 „elohim“ (Plural von eloah))
1. Übersetzungsmöglichkeit: … bei seinen, Goliats Göttern
2. Übersetzungsmöglichkeit: … Davids Gott (wenn es um den dreieinigen Gott geht).

V.47 Alle sollen innewerden (hebr.: „yada“), wissen, erkennen, erfahren, dass Gott nicht durch das Schwert (hebr.: chereb = charab: Müll, Ödland, Zerstörung) und auch nicht durch den Spieß /Speer rettet.

V.50 Das Wort „überwinden“ (hebr.: chazaq) kann auch mit stark, fest werden übersetzt werden.

V.52 Die Philister werden zurückgejagt bis weit hinein in ihr eigenes Territorium nach Gat und Ekron, zwei der Hauptstädte im Philisterland.

V.58 Das Herkunftszeugnis Davids:
Ein Sohn deines Knechtes (ebed: Sklave, Leibeigener) Isais („Ich besitze“), der Bethlehemiter („Brothaus“).

5.Die Spitze des Textes
David, ein Hirtenjunge mit großem Gottvertrauen, besiegt mit Gottes Hilfe den Söldner und Riesen Goliat.

6.Der Text heute
a) Christsein scheint unmöglich
So übermächtig wie das Auftreten des Feindes in Form von Goliat, so übermächtig erscheint uns oft der Feind Gottes. Satan, der Fürst dieser Welt, hat große Kräfte und seine Waffen scheinen oftmals unüberwindbar.
Unrecht in der unterschiedlichsten Art, sei es die Unwahrheit, das Hinterziehen von Steuern, falsches Zeugnis geben über einen anderen um daraus für sich zu profitieren, der Egoismus im Allgemeinen, die Eitelkeit, Habsucht, Ehrsucht und viele andere Waffen sind schlagkräftig und wollen uns zum Kapitulieren in unserem Christsein zwingen. Dazu kommt noch der Hohn der Leute, wie man sich denn heute noch an christlichen Werten orientieren könne, die nicht mehr aktuell und schon längst überholt wären. So „outet“ man sich dann lieber nicht als bibeltreuer Christ der nach Gottes Willen lebt, sondern schweigt peinlich betroffen aus lauter Angst vor dem, was einem entgegengeschleudert werden könnte.

b) Gott gebührt die Ehre
David geht es nicht um sich selbst oder um das, was er eventuell verlieren oder gewinnen könnte (Ansehen, Ruhm, Macht, Rang und Namen), es geht ihm um die Ehre Gottes.
Was motiviert mich, etwas zu tun oder zu lassen? Sind dahinter nicht oft eigene Interessen, damit ich besser dastehe? Oder geht es mir in meinem Tun und Sein um die Ehre Gottes? Als Gesandter, als Botschafter Gottes bin nicht zuerst ich persönlich angegriffen, sondern der, den ich vertrete, Gott selber. Sind wir uns als Gemeinde Christi dieses Auftrages noch bewusst?

c) David ist im Glauben an seinen Gott gewachsen. Er hat Vertrauen zu Ihm und kann auf Glaubenserfahrungen zurückgreifen, die ihn vorwärts treiben und nicht apathisch werden lassen. Wie gerne hätte es der Teufel, wenn wir Christen mutlos den Kopf in den Sand stecken und nicht mehr gegen die Sünde ankämpfen würden. Wer sich jedoch nicht an seiner eigenen Ohnmacht, sondern an Gottes Allmacht und seiner Gegenwart orientiert und festhält, der darf erfahren, dass der Sieg über die Sünde und den Tod schon errungen ist.

d) Wann haben wir das letzte Mal anderen in der Gemeinde von solch einem Sieg über die Sünde berichtet? Gab und gibt es diesen Platz im Hauskreis oder in der Gruppenstunde, wo wir anderen mitteilen können, wie Gott uns durchgeholfen und „Sieg“ geschenkt hat.
Auch in unserem weltlichen Umfeld dürfen wir Farbe bekennen, so wie David das tat, als er nach seiner Herkunft gefragt wurde. Auch wir dürfen auf unseren Vater im Himmel verweisen. Soli Deo Gloria.

7.Beispiele und Verdeutlichungen
a) Gott und Menschen gegenüber wieder ganz neu bekennen: „Ohne dich (Jesus) können wir nichts tun“. Wir erkennen unsere Hilflosigkeit und vertrauen auf Gottes Hilfsbereitschaft. Wer das Christsein nicht in der Abhängigkeit von Christus lebt, der wird beim Kampf gegen die Sünde kläglich scheitern.
Beispiel: Auto ohne Motor
Zunächst scheint nach außen hin alles in Ordnung. Solange es abwärts geht „läuft“ die Sache, und das Fahrzeug unterscheidet sich kaum von einem richtigen Auto. Schon auf der Ebene wird es dann schwierig. Man muss die Karre schieben. Das ist kräftezehrend und man geht dabei kaputt. Wenn es dann an einen Berg geht, ist es völlig vorbei mit dem Schein. Da überrollt einen höchstens noch das motorlose Auto.
Ähnlich ist es bei Menschen, die ihr Christsein aus eigener Kraft leben. Sie wissen, dass sie eigentlich „ohne Motor“ unterwegs sind, den Schein nach außen aber wahren wollen. Das geht eine Weile gut, solange es bergab oder eben verläuft (wie bei Saul). Doch wenn sich dann Probleme zu einem Berg aufhäufen, ist ein solches Leben zum Scheitern verurteilt.
Praktisch: „Wo lebe ich mein Christsein autonom (ohne Gott)?
Vertraue ich wirklich in allen Bereichen auf IHN?“
Ganz neu IHN als „Motor“ in mein Leben einbauen: Betet alle Zeit!

b) Beispiel: Auto mit Motor
Gott in seinem Leben zu haben ist absolute Voraussetzung, dass sich unser Leben bewegt. Es reicht aber noch nicht einen Motor eingebaut zu haben. Zur Gegenwart Gottes in unserem Leben muss sich auch das Vertrauen /der Glaube ihm gegenüber einstellen. Da muss man den Zündschlüssel rumdrehen, damit der Motor anspringt und einkuppelt, damit das Auto sich dann auch bewegt.

8.Material und Gliederung zur Predigt

Einleitung:

Ohnmacht
„.. ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Joh.15,5)
Wer wie Saul sein Leben nur dem Schein nach als Christ lebt, der wird sehr schnell an seine Grenzen kommen. Wie schnell ist dies geschehen, dass wir nicht mehr in der Abhängigkeit unseres Herrn leben sei es aus christlicher Routine, Gedankenlosigkeit oder aber aus bewusster Rebellion. Da können wir alle „Geschütze auffahren“ und „alle Kräfte mobilisieren“, so wie Saul das auch tat, aber ohne die Gegenwart Gottes und das Vertrauen auf Seine Hilfe wird es beim gleichen Resultat enden: Wir müssen Angst haben vor Satan und der Sünde. Sie scheinen ein übermächtiger Gegner zu sein, und Saul hatte Recht, als er zu David sagte: „Du kannst nicht hingehen, um mit diesem Philister zu kämpfen (V.33), denn du bist zu jung dazu, …“ Wer auf sich und seine eigenen Qualitäten schaut, der wird schnell kapitulieren.
Ein Christ, der sich auf sich selbst verlässt, der ist verlassen.

Allmacht
„.. wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“ (Joh.15,5)
Wenn sich ein Christ allerdings auf das besinnt, was das Christsein ausmacht, nämlich „Christus in uns“, dann kann Gottes Allmacht Großartiges in seinem Leben tun. Bei David hieß das den Goliat zu besiegen. In unserem Leben heißt das den Kampf gegen Sünde und Tod zu besiegen. Dabei ist uns bewusst, wie auch David, dass es Gott allein ist, der den Sieg schenkt. Wir dürfen im Glauben mutig vorwärts gehen und mitsiegen.

Bekannt gemacht
„Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserem Herrn“ (2.Tim.1,8)
Wie bei Johannes dem Täufer („Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“
Joh.3,30) so war es auch bei David, und so soll es auch in unserem Leben sein: Gott gebührt die Ehre! Wer einen Sieg über die Sünde, Hilfe in aussichtsloser Situation oder ein Wunder in seinem Leben erfahren hat, der sollte sich das nicht selbst gutschreiben, sondern ganz bewusst von seinem Vater im Himmel zeugen.
Wir wollen unserem Auftrag als Wegweiser wieder ganz neu nachkommen und auf den Weg und das Ziel hinwiesen, das Jesus Christus und die Gemeinschaft mit ihm ist.