Monatsthema: Unter Gottes Augen leben: David
Predigtthema: Mit Gottes gutem Geist
Bibelstelle: 1.Samuel 16,14-23
Verfasser: Jochen König
1. Zusammenhang
Gott hat seinen Propheten Samuel gesandt, einen neuen König in seinem Namen zu salben. Obwohl Saul nach menschlichem Ermessen noch in Amt und Würden ist bestimmt Gott den jungen David als dessen Nachfolger. Nach Gottes Sicht ist nun David der von Ihm eingesetzte König, derjenige, auf dem Sein Geist in besonderer Weise ruht.
2. Biblische Parallelen
Pharao entscheidet sich immer wieder bewusst gegen Gott und damit entscheidet sich Gott auch gegen ihn.
Die Jünger Jesu an Pfingsten, wo der Geist Gottes über sie kam.
3. Der Aufbau des Textes
a) V.14-15 Saul wird offensichtlich von einem bösen Geist geplagt der die Stelle des Geistes Gottes eingenommen hat
b) V.16-19 Saul erhofft sich durch Musik Besserung für sein (Seelen-)Leben
b) V.20-22 David kommt an den Hof als des Königs „geliebter“ Waffenträger
c) V.23 David kann durch sein Harfenspiel dem König Saul helfen
4. Einzelerklärungen
V.14 Wenn es hier heißt, dass der Geist des Herrn von Saul gewichen war, dann ist damit gemeint, dass der König der Gegenwart Gottes in seinem Leben keinen Raum lässt und Gott sich darum zurückzieht(siehe 1.Samuel 18,12).
Geist Gottes (ruwach) wörtlich: Wind
Römer 8,14 „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“
Der böse Geist hat nicht seinen Ursprung bei Gott (Gott ist gut nicht böse) aber dieser böse Geist ist von Gott zugelassen.
V.15 Die „Großen“ des Reichs, eigentlich die königlichen Diener oder Arbeiter, seine Untergebenen – in diesem Falle sicherlich seine Ratgeber, erkennen, dass ein böser Geist den König plagt.
„Böser“ Geist: in der hebräischen Wurzel auch zu übersetzten mit verletzen, brechen, missfallen. Dieser Geist „ängstigt“ bzw. jagt dem König schreckliche Angst ein, beunruhigt ihn.
Die Tatsache dieses bösen Geistes und dessen schlimme Auswirkung im Leben des König Sauls wird innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Versen (V.14+V.15)zweimal erwähnt.
V.16 An dieser Stelle übersetzt Luther korrekt mit „Knechten“. Diese Knechte unterbreiten dem König einen Vorschlag: Musiktherapie, damit es dem König durch das Harfenspiel besser ginge, er dadurch aufgemuntert und fröhlich werde.
V.17 Der König gibt den Auftrag einen Saitenspieler zu suchen, der sein Handwerk gut beherrscht.
V.18 Einer der jüngeren Hofangestellten kennt solch einen Saitenspieler, der anscheinend alle Qualifikationen erfüllt:
a) Herkunft aus „gutem Hause“ : Sohn Isais kommt aus dem Stamm Juda
b) David kennt sich aus mit dem Saitenspiel
c) Davis ist stark (Luther übersetzt mit tapfer)
d) Er ist ein Kämpfer (als Hirte gegen wilde Tiere und Räuber in Übung)
e) Er ist umsichtig, klug, verständnisvoll, vernünftig, besonnen oder (wie Luther übersetzt) verständig in seinem Reden … (… und Tun – das lässt die Hebr. Übersetzung zu)
f) Er hat ein positives äußeres Erscheinen
g) Gott ist offensichtlich in seinem Leben („… und der Herr ist mit ihm“)
V.19 Der König lässt diesen jungen Mann direkt von der Schafweide holen.
V.20 Der Vater, Isai, schickt nicht nur seinen Jungen, wie der Befehl des Königs lautete, sondern gibt noch Geschenke an den König mit.
V.21 David kommt an den Königshof und dient (so übersetzt Luther) vor Saul. Das Hebr. Wort àmad birgt zum andern aber auch die Bedeutung, dass eine Person einen Standpunkt vertritt, still steht, widersteht und sich nicht beirren lässt.
In diesem Zusammenhang wird berichtet, dass Saul David sehr lieb gewinnt und ihn zu seinem Waffenträger ernennt.
V.22 Nach einer „Probezeit“ lässt der König dem Vater Davids ausrichten, dass er mit seinem Sohn sehr zufrieden sei und ihn weiterhin als Diener beschäftigen will.
V.23 Tatsächlich erfährt Saul in Zeiten, wo der böse Geist Gottes ihn plagt, durch das Harfenspiel des Davids Erleichterung. Die persönliche Situation des Königs verbessert sich, ja es heißt sogar, dass der böse Geist von ihm wich.
5. Die Spitze des Textes
Der vom Geist Gottes verlassene König erfährt Hilfe vom Hirtenjungen David, der vom Geist des Herrn offensichtlich begleitet wird.
6. Der Text heute
a) Wer sich bewusst von Gott abwendet und im Ungehorsam lebt, der macht es dem Geist Gottes unmöglich sein gutes Werk in einem Menschen zu tun.
Die Auswirkung der Sünde (Römer 6,23 „Der Lohn der Sünde ist der Tod, …“) ist uns ganz deutlich im Neuen Testament aufgezeigt. Christen, die nicht bereit sind ihre Fehler, ihre Schuld und Sünde vor Gott zu bringen und sich vergeben zu lassen, entfernen sich von Gott und bauen eine immer höher werdende Mauer zwischen sich und Gott auf.
Es ergeht eine dringliche Mahnung an Christen, die, wie Saul, unter dem Vorzeichen des Ungehorsams, des Widerstrebes und des Verachtens bzw. Verschmähens von Gottes Wort ( siehe 1.Samuel 15,23) leben. Da geht es um Menschen, die zuvor schon erkannt hatten, dass sie ohne Jesus als ihren Herrn und Heiland verloren sind, die dann aber sich innerlich so gegen Gott stellen und verhärten, dass Gott dann nicht gegen ihren Willen handeln will und sich darum mit seinem Geist und seiner Gegenwart aus ihrem Leben zurückzieht.
b) Diesem warnenden Beispiel steht ein mutmachendes Beispiel gegenüber – David. Es ist nicht entscheidend, dass man einen Kopf größer ist wie alle anderen (siehe Saul) und damit Besonderes vorzuweisen hat, um von Gott akzeptiert oder geliebt zu werden. Hier beim Hirtenjungen David wird einmal mehr deutlich, auf was es Gott tatsächlich ankommt – das Herz bzw. die Herzenseinstellung eines Menschen gegenüber seinem Schöpfer.
Ein treu gelebtes Christsein wird tatsächlich von anderen registriert. Selbst wenn man keine öffentlichen Auftritte oder Ämter hat, so wird selbst für andere sichtbar werden: „… der Herr ist mit ihm / ihr!“
Die Person Davids macht wieder ganz neu Mut seinen Glauben im Kleinen und selbst im Verborgenen getreu zu leben – es wird eine (sichtbare) Auswirkung haben. Und wer im Kleinen treu ist, den kann Gott auch an anderer Stelle gut einsetzen.
c) Der praktische Dienst mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat treu zu verrichtet kann großen Segen bringen. Da geht es noch nicht einmal darum als Evangelist unterwegs zu sein, sondern sein Christsein bewusst am Arbeitsplatz in dieser Welt zu leben – das wird positive Auswirkungen auf unser Umfeld haben. David dient vor seinem König unter der Autorität seines Gottes. Es braucht viel mehr Christen in unserer Gesellschaft, die an ihrem Arbeitsplatz unter diesem Vorzeichen leben – dienen in der Verantwortung und unter der Leitung des Heiligen Geistes. So wird unsere Gesellschaft, so werden unsere Familie, so werden unsere Freundschaften und Beziehungen positiv geprägt und es kann echte Hilfe geschehen.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
a) Saul hat sich durch Ungehorsam immer mehr gegen Gott gestellt. Ihm kam es nur noch darauf an, den äußeren Schein zu wahren, innerlich jedoch hatte er sich selbst von Gott distanziert und war sein eigener Herr. Verhärtung beziehungsweise Verkalkung einer Kaffeemaschine könnte als Beispiel dienen:
Wer nur noch das Wort Gottes an sich „herunterlaufen lässt“, ohne es für sich persönlich ernst zu nehmen und Veränderung zuzulassen, der wird, wie eine Kaffeemaschine langsam aber sicher „verstopft“ bzw. verkalkt und damit unbrauchbar. Rechtzeitiges „Entkalken“ bzw. rechtzeitige Umkehr und Buße ist notwendig, um diesem „Verkalken“ abzuhelfen. „Kalklöser“ ist das Blut Jesu, das und reinigt von aller Ungerechtigkeit und unserem Leben wieder den richtigen „Durchfluss“ verschafft.
b) Wer mit der Gegenwart Gottes in seinem Leben rechnet und IHM sein Leben anvertraut, der wird von Gott geprägt. Seine Handschrift wird deutlich werden, auch (und gerade) für Menschen, die nicht (mehr) unbedingt mit Gott eine persönliche Beziehung haben: Christen aus dem eigenen Umfeld
c) Gesegnete Gottes (seine Kinder) verbreiten über ihr eigenes Leben hinaus diesen Segen. Siehe auch biblische Beispiele wie Joseph, Daniel, etc. . Wie schaut es aus mit uns an dem Arbeitsplatz, Familie, Freundeskreis, in den uns Gott hineingerufen hat. Sind wir dort als Segensträger auch ein Segen für die Kollegen drum herum?
8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung:
„Du bist ja von allen guten Geistern verlassen!“ Sagt man, wenn …
Eine kleine Einstiegsgeschichte erzählen.
Wie viel schlimmer ist es wenn der Geist Gottes eine Person verlässt!
Verlassen von Gott
Gottes Intention ist es enge Gemeinschaft mit uns Menschen zu haben (darum hat er uns „in seinem Bilde“ geschaffen) und in Seiner Liebe will ER unser Bestes. Wenn wir jedoch uns bewusst abwenden von IHM, wenn Gleichgültigkeit unser Leben bestimmt und wir trotz besserem Wissen und vielen Gottesbegegnungen uns nicht mehr von Ihm ansprechen, korrigieren und vergeben lassen, dann entfernen wir uns mehr und mehr von IHM und lassen keinen Platz für Seinen Heiligen Geist. Resultat: Verlassen von Gott! Jedoch geschieht das nicht von heut auf Morgen und Gott gibt auch nicht gleich auf – wer jedoch in diesem Zustand des Ungehorsams bleibt, wer zwar Hörer mit den Ohren ist aber nicht mehr mit dem Herzen, der Leitet diese Trennung von Gott selbst ein.
Verlassen auf Gott
David hat sein Gottvertrauen, seinen Glauben „im Kleinen“ eingeübt in einem ganz beschiedenen Rahmen. Dort hat er Gehorsam seinem leiblichen Vater und Gehorsam seinem Himmlischen Vater gelebt.
Der junge David hat sein Vertrauen sowohl bei den Schafen auf der Weide wie auch als Waffenträger und Musiker am Königshof auf Gott gesetzt. Wer sich so auf Gottes Gegenwart und Seine Hilfe verlässt, bei dem werden andere Menschen einen Unterschied erkennen – sie werden das sehen, wozu uns Gott geschaffen hat – als sein Ebenbild.
Wer sich von Gott prägen lässt, in dessen Leben wird Seine Handschrift auch für andere sichtbar werden.
Auf Gott ist Verlass
Herausgerissen aus seiner Familie, seinem Umfeld, seiner Heimat und seinen Freunden ist der junge David auf sich selbst gestellt. So würden die meisten Menschen seine Situation wohl formulieren. Aber alleingelassen ist David auf keinen Fall. Er verlässt sich auch in dieser fremden Situation auf seinen Herrn – und dies wird sichtbar. Selbst die hohen Erwartungen eines Königs können ihn nicht unsicher machen. Denn auf Gott ist Verlass und so vertraut der junge Bursche auf dessen Hilfe – und die macht Gott wahr. Sind auch wir Menschen, die gerade in solchen „schwierigen“ Zeiten, wo wir herausgerissen werden aus einem sicheren und gewohnten Umfeld, mit der Gegenwart und Hilfe Gottes rechnen. Dort wird Glaube ganz praktisch. Dort wird sich zeigen, ob Vertrauen im Kleinen zuvor eingeübt wurde und man Gott auch für die „großen“ Dinge vertraut.
Gerade im Umgang mit Menschen, die von anderen „Geistern“ umgetrieben und geplagt werden dürfen wir mit der Hilfe Gottes rechnen. ER kann und will befreien. Stellen wir uns für diesen „Hilfsdienst“ zur Verfügung?
Seine wir uns darüber im Klaren, dass wir nicht selbst für die Besserung oder Heilung verantwortlich sind, sondern dies bewirkt alleine der Geist Gottes.