Lukas

Predigthilfe vom 11.8.2002 – Lukas 7,11-17

Monatsthema: Rettung aus Glauben
Predigtthema: Vom Weinen zum Staunen

Bibelstelle: Lukas 7,11-17

Verfasser: Jürgen Vier

Nichts ist unmöglich!

1. Zusammenhang:
Diese Geschichte hat uns nur Lukas überliefert. Er berichtet ja nicht streng zeitlich / chronologisch geordnet, sondern ordnet unter Umständen thematisch. So wohl auch hier. Wir können davon ausgehen, dass Lukas diesen Bericht der Totenauferstehung bewusst hier eingeordnet hat zur Veranschaulichung von V. 22!

2. Biblische Parallelen:
Einziger Bericht dieser Totenauferstehung, aber weitere Berichte wie z. B. 2. Kö 4 sind hilfreich.

3. Textaufbau:
Lk 7,11+12 Situationsbeschreibung
Lk 7,13+14 Reaktion Jesu auf diese Situation
Lk 7,15-17 Reaktion der Beteiligten auf Jesu Handeln!

4. Einzelerklärungen:
V. 11:
Jesus wandert nun von Kapernaum nach Nain. Nain lag ca. 35 km Luftlinie von Kapernaum entfernt. Das entspricht ca. 10 Stunden Fußweg. Wahrscheinlich war das damals mit so vielen Menschen eher eine Zwei-Tages-Tour. Nain war ein kleines und unbedeutendes Dörfchen. Aber man geht davon aus, dass sich dort einst das ereignet hat, was uns in 2.Kö 4 berichtet wird (Totenauferweckung bei Elisa!).

V. 12:
Aber diese Totenauferstehung ist lange her – und selbst wenn sie wirklich so geschehen ist bleibt doch auch für uns in unserem Dorf: Menschen werden geboren, sterben und werden begraben. Und jetzt war eben so eine Beerdigung. An die Totenauferstehung damals denkt doch niemand, wenn er sein einziges Kind zu Grabe tragen muss. Das einzige Kind, und sie war dazu noch Witwe. Sie war völlig allein, ohne Hilfe, ohne Sozialversicherung, keine Unterstützung, keinen Ansprechpartner, keinen gegenüber mehr. Und das Dorf trauerte mit!!
Zugleich bedeutete ein früher Tod im AT Gericht Gottes (vgl. Ps 55,24; 102,25; 1.Kö 17,17ff)
Der Tod ist die volkstümlichste Macht der Welt. Nichts ist so sicher wie der Tod. Aber halten wir auch hier fest: Der Tod ist in der Bibel die Trennung von Gott, dem Herrn des Lebens. Darum sind bereits viele tot, obwohl sie leben, weil sie nicht mit Gott leben!
Der Tod ist der Feind Gottes und des Menschen (vgl. bei Lazarus; Lk 9,60; Mt 23,29-32). Diesem Feind veranstaltet man kein Fest.

V. 13-15:
Jesus zeigt nun in dieser notvollen Situation echtes Erbarmen, echtes Mitleid. Halten wir uns aber bildhaft vor Augen was genau geschieht: Aus Nain kommt eine große Trauermenge, die dem Tod die letzte Ehre erweist, die die Macht des Todes anerkennt. Gleichzeitig schreitet Jesus mit einer Menge in Richtung Nain, die Jesus als den Herrn des Lebens, als den Messias verehrt. Diese Gruppen bewegen sich aufeinander zu – und nun zeigt Jesus, wer der wirkliche Herr ist. Er zieht nicht andächtig den Hut, er gibt nicht dem Tod die Ehre – so wie wir das getan hätten, sondern er zeigt die Grenzen des Todes auf.
Er spricht diesen Jüngling an, so als ob er lediglich schläft (vgl. Lk 20,38). Er bricht das Todesschweigen, redet kurz mit dem „erwachenden Jüngling“ und übergibt ihn wieder seiner Mutter (vgl. 2.Kö 4,36 und Joh 19,26).

V. 16:
Ehrfurcht greift um sich, nachdem Jesus so öffentlich und klar seine Macht gezeigt hat. Rechte Ehrfurcht führt, wie wir hier sehr schön sehen, zum Gotteslob – und nicht zur Angst. Ehrfurcht entsteht immer da, wo Menschen in ungewohnter Weise in Berührung kommen mit der unsichtbaren Welt und Wirklichkeit.
Echte Gottesfurcht führt dann auch zum Gottesbekenntnis. Ein großer Prophet und Gott hat sein Volk besucht(vgl. Lk 1,68, 4,41 oder die Jünger in Lk 9,20 „Du bist der Christus“ = wesentlichen gleiche Bekenntnis).

V. 17:
Diese Tat machte Jesus überaus bekannt im ganzen umliegenden Land. Wir sehen hier aber auch: Personen stehen bei solchen Wundern wenig im Blickpunkt, sondern Jesus selbst (vgl. Lazarus von Bethanien Joh 11,1; Tochter des Jairus Lk 8,41; Mk 5,22; hier gibt es gar keine weiteren Personenangaben; vgl. AT: 1. Kö 17,17-24; 2. Kö 4,8-37).

5. Textspitze:
Bei Jesus ist wirklich nichts unmöglich!

6. Text heute:
– Wir leben in einer Zeit, in der Menschen glauben / befürchten / hoffen, dass bald dem Menschen nichts mehr unmöglich sein wird. Neue Entdeckungen auf vielen Gebieten geben dazu Anlass. Aber an einem Punkt gibt es bisher keine menschliche Hoffnung: Der Tod ist eine Grenze, die der Mensch nicht in den Griff bekommen wird. Jesus allein ist der Herr auch über den Tod.

7. Veranschaulichungen:
– Werbung von Toyota: Nichts ist unmöglich – Toyota! Stimmt das?
– Ist das überhaupt eine tolle Vorstellung? Wir denken an Grenzbereiche und darüber hinaus (z.B. klonen, kleine Computer im Körper, genmanipulierte Nahrungsmittel…)
– Gleichzeitig will doch niemand an einer Krankheit sterben, für die es längst Medikamente gibt – oder? Aber es gibt für uns immer wieder Grenzen, die wir akzeptieren müssen (sofern Gott nicht ein Wunder tut!), in die wir hineingestellt sind, z.B.:
– Persönlich: Krankheiten, Behinderungen, Allergien, Unfälle, Ehekrise bei den Kindern, nachlassen der eigenen Kraft; Abhängigkeiten von Alkohol, Drogen, Sex, Arbeitssucht, Tod…
– Arbeitswelt: Gewissenskämpfe durch Schulalltag (Fantasiereisen, Mandalas, Evolutionslehre); betriebliche Auftragslage, Einschätzung durch den Chef, beruflichen Veränderungen immer gewachsen?…
– Gemeinde: Mitarbeitersituation bestimmt Angebot und Möglichkeiten; Gaben der Mitarbeiter – wie auch meine – sind begrenzt; Projekte werden geistreich und fantasievoll ins Auge gefasst und am Ende bleiben doch nur Luftblasen; oft herrscht die Einstellung vor: Das Evangelium will keiner wissen! Wissen wir, dass das Evangelium jeder wissen muss?….
– Weitere Möglichkeit: Totensonntag = Widerspruch in sich selber, da wir mit jedem Sonntag daran erinnern – auch uns: Der Herr ist auferstanden!
– Beerdigungen: Wir veranstalten dem Feind kein Fest! Ganz praktisch könnte das so aussehen, dass man sich zu Lebzeiten konkrete Gedanken darüber macht, wie seine eigene Beerdigung gestaltet werden soll: Welche Lieder? Welcher Predigttext? Welcher Grabsteintext?…..

8. Predigtgliederung:
I. Einleitung:
Siehe Punkt sieben!

II. Hauptteil:
1. Jesu Reden und Handeln schafft Leben!
a. Sehen wir hier an der Totenauferweckung!
b. Sehen wir auch in Schöpfung!
c. Sehen wir das auch heute bei unseren Beerdigungen?

2. Jesu Reden und Handeln fordert Reaktionen!
a. Gottesfurcht
b. Gotteslob
c. Gottesbekenntnis / Jesusbekenntnis

3. Jesu Reden und Handeln geschah für uns!
a. Jesus entthront den Tod!
b. Jesus weist auf seinen eigenen Tod vor den Toren der Stadt und der großen Menge hin.
c. Sprichwort: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – aber sobald die erste Schwalbe da ist, wissen wir: Es kommt der Sommer! Er ist nahe! Darauf ist Verlass! Diese Totenauferweckung ist für uns so eine Schwalbe der Hoffnung!

III. Schluss:
Nichts ist unmöglich – bei Jesus! Glaubst du das?