1.Samuel

Predigthilfe vom 10. August 2014 – 1. Samuel 7, 2-17

Jahresthema: In Gottes Nähe leben

Predigtthema: Vertrauen!

Predigttext: 1. Sam 7,2-17

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Allgemeine Hinweise und einführende Anmerkungen bieten

MacArthur, John: Studienbibel: http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/09-Das_Erste_Buch_Samuels.pdf

Darby, John Nelson: Betrachtung über das erste Buch Samuel, (unter http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=182&structure_id=313&part_id=1210 )

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung von 1. Sam. 7,2-17 bieten z.B.

Wiersbe, Warren W.: Sei erfolgreich. Studien des Alten Testaments. – Dillenburg : Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg.

Gaebelein, Arno C.: Kommentar zum Alten Testament : Band 1: 1. Mose bis 2. Chronik. 1. Aufl. – Dillenburg : Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg

MacDonald, William: Kommentar zum Alten Testament, 1. Aufl. – Bielefeld : CLV

Holland, Martin: Das erste Buch Samuel. Maier, Gerhard [Hrsg.] 1. Aufl.. Wuppertaler Studienbibel, Reihe: Altes Testament. – Wuppertal : R. Brockhaus Verlag,

Walvoord, John F. [Hrsg.] Das Alte Testament erklärt und ausgelegt : Band 1 (Erster Mose bis Zweiter Samuel). 1. Aufl.. Das Alte Testament erklärt und ausgelegt ; Hänssler,

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Wir sind mitten drin im 1.Samuelbuch. Die bisherigen Predigttexte haben gezeigt, wie Gott an menschlichen Tiefpunkten anknüpft, um gnädig neues Leben zu schenken.

6.7. Es wurde gezeigt, wie Hanna nach langem Warten und Leiden an einem persönlichen Tiefpunkt ist und es wird deutlich, wie sie an diesem Punkt mit ihren unerfüllten Wünschen umgeht. Sie ist kinderlos aber nicht gottlos. Deshalb macht sie aus ihrer Not ein Gebet. Mit dem Gelübde signalisiert sie: Ich gebe meine unerfüllten Wünsche in Gottes Hand. Gott hört ihr Gebet. (1.Sam.1,1-20)

13.7 Hanna hat versprochen, ihr zukünftiges Kind Gott zurückzugeben und hält dieses Versprechen ein. Sie lässt den geschenkten Samuel wie versprochen wieder los: aus Gottes Hand – in Gottes Hand (1.Sam.1,21-28)

20.7 Hannas Lobgesang zeigt ihre vertrauensvolle Herzenshaltung. Die Loslassende weiß sich von Gott reich beschenkt und lobt und betet an (1.Sam.2,1-10).

27.7 Der Platz, an den der junge Samuel gestellt ist, ist aufgrund der dort wirkenden Priesterschaft alles andere als vertrauenserweckend und menschlich gesehen überhaupt nicht „pädagogisch wertvoll“ für einen jungen Menschen. Die Priesterschaft ist verkommen. (1.Sam.2,12-26).

3.8. Auch an dem deutlich werdenden geistlichen Tiefpunkt fängt Gott mit Samuel neu an und macht damit gnädig mit seinem Volk Israel weiter und schenkt neues geistliches Leben, obwohl das auch Gericht über Elis Familie bedeutet. Samuel hört, gehorcht und wächst darin, Werkzeug Gottes zu sein (1.Sam.3,1-21)

Wir überprüfen: Welche Predigten wurden in der Gemeinde gehalten, welche nicht? Es ist Sommerzeit: Einige sind oder waren im Urlaub. Vermutlich können wir nicht voraussetzen, dass jeder alle Information über Samuel mitbekommen hat.

2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen

Unser Text beschreibt das Ende der Richterzeit. Politisch, sozial und vor allem geistlich war es eine sehr finstere Zeit, in der auf allen Gebieten Anarchie herrschte. Aber auch zu der Zeit gab es Menschen, die am Glauben an Gott festhielten und wie ein helles Licht in dieser dunklen Zeit schienen.

Unser Text steht im Zusammenhang mit der Entwicklung von Israel zur Monarchie. Er zeigt, wie Gott trotz allen fragwürdigen Entwicklungen weiterhin alle Fäden in der Hand hat.

„Das Anliegen dieser Bücher (1.Samuel und 2.Samuel) bestand darin, die Geschichte der Gründung der hebräischen Monarchie aufzuzeigen. Folglich umfassen sie (a) die Karriere Samuels, des Königmachers, (b) die Karriere Sauls, des untreuen Königs, der den Bund missachtete und so zum Tyrannen wurde, (c) die Karriere Davids, eines wahrhaftig theokratischen Königs, der die ewige und einzig legitime Dynastie gründete, aus der schließlich der Messias hervorging. (G.L Archer. Einleitung ins Alte Testament. S.152)

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen

Die erhoffte Wirkung durch die Anwesenheit der Bundeslade blieb aus. Auch heute erleben Menschen Ratlosigkeit bzgl. ihrer Beziehung zu Gott (V.2). Auf was verlässt man sich wirklich? Welchen Stellenwert haben Traditionen und Routine? Stärken sie das Vertrauen in Gott oder haben sie ein Eigenleben, das vom Vertrauen in Gott ablenkt?

Auch heute erleben Menschen, wie Gott deutlich macht, was faul ist und worin echte Buße besteht. Letztlich geht es immer um das ganz persönliche Vertrauensverhältnis zu Gott, das wiederhergestellt werden muss. Samuel leitet dazu an. Das geistliche „Fremdgehen“ wird beendet. Und plötzlich werden auch wieder Siege erlebt, weil Gott dafür sorgt.

3. Sagen, wo es hingeht

Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winrich Scheffbuch vom 17.9.1978. Diese Botschaft findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. 1.Samuel 7] ausfüllt.

Die Predigt vom 31.10.2010 Markus Wäsch: Gott im Kasten. Diese Predigt findet ihr unter http://www.sonntagabendtreff.de/themen. Die Predigt zeigt auf, was tote Tradition und äußerliche Religion bzw. Aberglaube sein kann, und wie im Gegensatz dazu Vertrauen zu Gott eben nicht aussieht (Kapitel 4-6). Dadurch wird umso klarer, welchen Schwerpunkt Samuel setzt und wie sein Vertrauen in Gott zum Sieg und Ziel führt (Kap.7).

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Gott ist ein Gott, der dem hilft, der sich ganz auf ihn verlässt und ihm vertraut. Manchmal ist Erneuerung des Vertrauensverhältnisses unumgänglich.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Die Vertrauensbeziehung zu Gott kann verloren gehen und muss wiederhergestellt werden. Bei Samuel wird deutlich, wie Israel das erlebt. Durch Sündenerkenntnis und Sündenbekenntnis führt Samuel das Volk (kurzfristig wieder) in eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott. Gott bestätigt den Schritt und Israel darf Gott als Kämpfer und Sieger erleben.

Glaube – oder Aberglaube, Magie,… (Kap.4-6). Gott kann zu nichts gezwungen werden. Auch nicht durch religiöse Handlungen. Wie reden wir z.B. über Abendmahl und Taufe? Was „muss“ Gott da anscheinend tun? (Wer diese Beispiele in der Predigt nimmt, der sollte allerdings wissen, wie er kurz und bündig positiv formulieren kann, was Abendmahl und Taufe bedeutet. Wir dürfen nicht nur schimpfen, sondern müssen einen Weg zeigen).

Siege in der Vergangenheit (Jos.3; Jos.6) – Siege heute (Kap.4-6). Was früher „funktioniert“ hat muss heute noch lange nicht „funktionieren“ (Bsp. „Wir müssen mal wieder das Zelt holen“ – früher kamen bei Zeltevangelisationen viele zum Glauben, aber ist das wiederholbar / kopierbar?). Methoden bringen nicht weit, wenn sie nicht aktuell geistlich untermauert sind. Es kommt darauf an, ob aus der geklärten Beziehung zu Gott heraus (und nach seinem Aufruf / Wort dazu) Dinge getan werden.

Vorbild Samuel (Kap.7). Samuel macht deutlich, wie Vertrauen in Gott aussieht. Nicht Kultgegenstände bringen magische Macht, sondern Umkehr und Buße „bewegen“ Gott. Auf was vertrauen wir?

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

„Die Vertrauensbeziehung erneuern“

Warren W. Wiersbe: Den Herrn suchen (7,3-17)
Sie taten ihre falschen Götter weg (7,3-4)
Sie bekannten ihre Sünden (7,5-6)
Sie beteten um Hilfe zu Gott (7,7-11.13-14)
Sie gedachten des Sieges (7,12)
Sie respektierten Samuel (7,15-17)

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

„Ein Götze ist ein Ersatz für Gott; etwas, dem wir anstelle des Herrn vertrauen und dienen. Die Israeliten dienten damals Götzen aus Holz, Stein und Metall, aber die heuteigen Gläubigen haben raffiniertere und attraktivere Götzen: Häuser und Ländereien, Reichtum, Autos, Boote, Stellung und Anerkennung und sogar andere Menschen. Alles in unserem Leben, was den Platz Gottes einnimmt und die Opfer und die Hingabe beansprucht, die nur Gott allein gehört, ist ein Götze und muss hinausgeworfen werden. Götzen, die im Herzen sitzen sind viel gefährlicher als Götzen, die in einem Tempel aufgestellt sind.“ (Wiersbe S. 48)

„Hudson Taylor, der Gründer der China-Inland-Mission, hatte in jeder seiner Wohnungen eine Tafel, auf der stand: „Eben-Ezer – Jahwe Jireh“. Diese hebräischen Worte bedeuten zusammengenommen: „Der Herr hat uns bis zu diesem Punkt geholfen, und von nun an wird er sorgen.“ Welch eine Ermutigung für unseren Glauben!“ (Wiersbe S.51)

Buße und Umkehr – ganz….
Als die kriegerischen Iren einst zum Christentum übertraten und sich taufen ließen, da pflegten sie beim Untertauchen den rechten Arm hochzuhalten, damit er nicht vom Taufwasser berührt werde; denn dieser rechte Arm, der das Schwert zu führen hatte, sollte ausgenommen sein von den Geboten Jesu Christi. Und ganz die gleichen Versuche machen wir; irgend was wollen wir nicht hergeben, alles, nur das nicht. Und ausgerechnet das, was uns so schwerfällt herzugeben, das will Gott haben. Er sieht nicht so sehr auf das, was wir hingegeben haben, als auf das, was wir zurückbehielten; denn eben das ist unser Götze, das ist’s, was uns von ihm trennt. Aus: Debler, „Fruchtbares Schweigen“

Was hindert das Vorwärtskommen…
C. H. Spurgeon: Ich habe euch schon früher einmal von den beiden Holländern erzählt, welche einmal über ein kleines Wasser rudern wollten. Beide hatten sich an geistigen Getränken gütlich getan und waren, als es dunkel war, nach dem Wasser gegangen, um nach Hause zu rudern. So ergriffen sie die Ruder und ruderten immerfort und kamen doch nicht von der Stelle. Sie konnten sich nicht erklären, wie sie bei all ihrer Arbeit nicht vorwärts kamen, sondern auf derselben Stelle blieben, bis endlich der eine den andern fragte: „Alexanderchen, hast du auch den Anker gehoben?“ Nein, der hatte das nicht getan und so ruderten sie völlig zwecklos, da er Anker unter dem Wasser lag und das Boot festhielt. Du musst den Anker heben, junger Mann; ob derselbe um Liebe zu geistigen Getränken, oder Fleischeslust, oder das Spiel oder Dieberei oder Untreue ist. Du bist ein Tor, wenn du dir einbildest, vorwärts kommen zu können, während du selber sehr gut weißt, dass der Anker noch unten im Sumpfe steckt.

Vom Segen des Sündenbekenntnisses…
Dem bekannten Evangelisten Schrenk klagte eines Tages eine einfache Frau, dass sie trotz allen Betens und Kirchengehens keinen inneren Frieden finden könne. Schrenk fragte sie, ob sie vielleicht eine Schuld auf dem Gewissen habe. Da gestand sie denn Folgendes: Als Mädchen habe sie in einem vornehmen Haus gedient. Da sei eines Tages ein Gast in die Küche getreten, um sich die Hände zu waschen. Hierbei habe er einen wertvollen Ring ausgezogen und einstweilen zur Seite gelegt, hernach aber vergessen, ihn wieder anzustecken. Den habe sie sich als eitles Ding angeeignet, und darauf, als der Besucher beim Fortgehen seinen Ring wieder suchte, auch nicht herausgegeben. Der Gast äußerte nun den Verdacht, sie werde ihn wohl gestohlen haben. Dafür habe sie ihn aber verklagt, und da er seine Anschuldigung nicht beweisen konnte, sei er vom Gericht wegen „böswilliger Verdächtigung“ noch gestraft worden. Diese Sache drücke sie nun seit Jahren in furchtbarer Weise und raube ihr alle innere Ruhe. „Ja, da müsse sie eben den Ring wieder seinem Eigentümer zustellen und ihn um Verzeihung bitten“, sagte ihr Schrenk. Das war natürlich höchst schmerzlich für die Frau; doch sie befolgte den Rat, und damit wich auch der Bann von ihrer Seele.
Sündenbekenntnis

Hilft Gott? Was heißt allmächtig? …
Martin Luther hielt einmal Kirchenvisitation. Er bat einen Bauern, das christliche Glaubensbekenntnis aufzusagen. Dieser begann: „Ich glaube an Gott, den Allmächtigen!“
Hier unterbrach ihn Luther und fragte: „Was heißt allmächtig?“ Ganz ehrlich antwortete der Bauer: „Ich weiß es nicht!“ – „Ja, lieber Mann“, versetzte Luther und klopfte dem Bauern dabei freundlich auf die Schulter: „Ich und alle Gelehrten wissen es auch nicht; aber glaube nur in Einfalt, dass Gott gewiss und wahrhaftig dir, deinem Weibe und deinen Kindern aus allen Nöten aushelfen kann, wenn du schon von der ganzen Welt verlassen bist – das ist Gottes Allmacht!“

Du bist ihm wichtig…
Fürst Bismarck las eines Abends mit einem Freund auf der Terrasse seines Hauses. Nach mancherlei ernstem Gespräch blickten beide eine Weile schweigend hinaus in den nächtlich dunklen Garten, über dessen alten, hohen Bäumen eben die Sterne heraufzogen. – Da unterbrach der Kanzler die Stille, indem er, zu dem unermesslichen Himmelsgewölbe emporblickend, sagte: „Wenn man diese Tausende von Welten sieht, dann scheint es einem wohl ganz unmöglich, dass der ewige Gott sich um das Leben jedes einzelnen kleinen Menschen bekümmern und für ihn sorgen könne; und doch, ich hab’s erfahren.“

Wann hilft Gott? …
Im 17. Jh. erhielt ein englischer Gesandter in Schweden düstere Nachrichten aus seiner Heimat. Er war beunruhigt und ging nachts in seinem Zimmer auf und ab. Sein Diener sprach ihn an: „Darf ich Ihnen eine Frage stellen? Glauben Sie, dass Gott die Welt sehr gut regierte, bevor Sie geboren wurden?“ „Ja.“ „Und glauben Sie auch, dass er das auch tut, wenn Sie nicht mehr da sind?“ „Ja.“ „Meinen Sie nicht, dass Sie ihm vertrauen können, dass er das auch jetzt, in diesen paar Jahren, tut?“ (nach William J. Petersen + Randy Petersen, Psalmen, Lieder des Lebens, Hänssler, 2001)

Zum 1.Gebot sagt Bonhoeffer: „Unter Gott hat alles Platz, neben ihm nichts.“

(Günther Ott)