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Jahresthema: In Gottes Nähe leben
Predigtthema: Entlarven- den religiösen Irrweg
Predigttext: Römer 2,17-29
Verfasser: Mathias Koch
Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Hilfreich sind die Anmerkungen und Parallelstellen der MacArthur Studienbibel (unter http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/)
Unter 45 „Der Brief des Apostel Paulus an die Römer“
Werner de Boor: Der Brief des Paulus an die Römer, Wuppertaler Studienbibel, R.Brockhaus Verlag Wuppertal 1962. (S.15- 24)
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Adolf Schlatter: Erläuterungen zum Neuen Testament, Der Brief an die Römer Bd. 05. Calwer Verlag Stuttgart 1962. (S. 46- 52)
Werner de Boor: Der Brief des Paulus an die Römer, Wuppertaler Studienbibel NT, R.Brockhaus Verlag Wuppertal 1962. (S.77- 84)
Heiko Krimmer: Römerbrief Edition C Bibelkommentar NT Bd. 10. Hänssler 2000. (S.77- 94)
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Kann ich irgendetwas vorweisen, was zu meiner Gerechtigkeit führt? Wenn der Mensch moralisch korrekt, fromm lebt und Vorbildcharakter hat, dann muss das doch in die Rechnung Gottes, im Bezug auf die Gerechtigkeit mit einfließen?! Daraus kann der Mensch sich doch seiner Gerechtigkeit sicher sein?! Paulus liefert hier uns die Antwort. Er spricht von den frommen Juden, die sich in einer falschen Sicherheit wiegen. Sie berufen sich auf das Gesetz Gottes, rühmen sich dessen, meinen den Willen Gottes zu kennen und lehren und leiten andere. Und doch fällt das Urteil über sie nüchtern aus. Auch sie sind nicht gerecht und stehen unter dem Gericht.
Dieser Text spricht klar in unsere Gemeindesituation heute. Der Mensch scheint den Drang zu haben einem gewissen frommen, religiösen Klischee zu entsprechen. Was verspricht er sich davon? Etwas zur Gerechtigkeit beizutragen. Paulus deutet zwei weitere Aspekte an: Selbstgefälligkeit und mangelnde Integrität. Was spricht Paulus in uns an?
Exkurs „Gerechtigkeit“:
Was ist unser Verständnis von Gerechtigkeit?
Wir Europäer des 21. Jahrhunderts denken bei Gerechtigkeit meist an zwei unterschiedliche Arten von Gerechtigkeit.
o Austeilende, verteilende Gerechtigkeit: Der Gute wird belohnt, der Böse bestraft. Jedem das Seine.
o Ausgleichende Gerechtigkeit: Güter werden ausgetauscht, Verträge werden geschlossen. „Ich tausche meinen Fußball gegen deinen Tischtennisschläger.“ „Dieses Auto kostet 35.000 €.“
Gerechtigkeit und Gesetz hängen zusammen. Gerechtigkeit ist etwas, das man vor allem von einem Richter verlangt. Seine Aufgabe ist es, durch Rechtsprechung Gerechtigkeit herzustellen. Durch Gesetz und Gerechtigkeit werden die Lebensverhältnisse so geordnet, dass alle in diese Verhältnisse einbezogenen Personen zu ihrem Recht kommen, ohne es sich selber – in der Regel auf Kosten eines anderen – nehmen zu müssen.
Exkurs „Gesetz“
Entscheidend sind die weiteren Ausführungen des Paulus zum Gesetz: Vgl. Römer 2,12f; 3,19f; 3,21; 3,31; 5,12ff; 7,7ff; 8,2-4
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Wie lässt sich dieser Text in die Heilsgeschichte eingliedern? Grundsätzlich muss dieser Abschnitt in den Kontext integriert werden, nämlich der Argumentationsweg des Paulus von Römer 1,16f auf 3,21ff. Alle Menschen sind Sünder, ohne Ausnahme. So berichtet Paulus vom Zorn Gottes über die Gottlosigkeit (1,18-1,32) und dessen Konsequenz das Gericht Gottes (2,1-16). Auch die Juden sind unter diesem Gericht (2,17-29). Dieser Abschnitt ist eine Absage an jegliche Art der Selbsterlösung. Der Mensch, und sei er noch so fromm, steht unter dem Gericht Gottes. Paulus schreibt dies speziell an die Juden, da sie sich privilegiert sahen. Sie beriefen sich auf das Gesetz und auf die Beschneidung, als die Zeichen, dass sie klar zu Gott gehören und gerecht sind. Jedoch macht das Versagen der Juden sie schuldig aufgrund der Bevorzugung, die sie durch das Gesetz und die Verheißungen Gottes hatten. Sie sollten Licht und Leiter sein. Doch durch die Tatsache, dass auch die Juden gefehlt hatten, steht vor Gott nun ein jüdischer Gesetzesbrecher an derselben Stelle wie ein Heide. Die Beschneidung des Juden wird hinfällig.
Die äußerliche Beschneidung am Fleisch hat für einen jüdischen Gesetzesbrecher keinerlei Auswirkungen auf den Stand vor Gott. (Vgl. 3,20) Lediglich, und hier tönt das Evangelium an, die Beschneidung des Herzens im Geist (Vers 29) ist entscheidend. (Vgl. 3,28). „Das sind die wahren Mitglieder des erwählten Gottesvolkes, die es im Herzen sind, die also in ihrem Sein die Erwählung leben. Ihre Beschneidung ist eine Beschneidung des Herzens, das heißt, in ihrer Person tragen sie das Zeichen der Erwählung, nicht gegründet auf den „Buchstaben“, – das gesetzlich rechthaberische Vorweisen eines äußeren Zeichens, – sondern solche Beschneidung geschieht im Geist durch den Geist Gottes.“ (Heiko Krimmer, S.92.)
Vgl. hierzu 3 Mo 26,41; 5 Mo 10,16; 30,6; Jer 4,4; Phil 3,3; Kol 2,11)
2.3 Vorbereitungen für den Text
Parallelstellen lesen, denn die Schrift legt sich selbst aus. Hierzu eignet sich eine Studienbibel.
Wo erkenne ich mich wieder im Text?
Wo verlassen wir uns auf falsche Sicherheiten?
Was sind unsere frommen Werke?
Was ist Beschneidung? Was nutzt sie Vgl. 1 Mose 17, 9-14
Wie ist die Beschneidung des Herzens durch den Geist heute zu verstehen?
Wo tönt hier das Evangelium an?
3. Predigt
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Der Mensch ist erlösungsbedürftig. Es gibt einen Zorn Gottes und auch ein Gericht. Der Mensch kann sich nicht davor retten, nicht mit eigenen Taten, noch mit religiösen Wegen. Er braucht die Erlösung von Gottes Seite kommend.
3.2 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Mögliche Gliederung
Vermeintliche Sicherheit
a. Das Gesetz
Keiner hält das Gesetz
a. Verse 21ff „deine Beschneidung ist Unbeschnittensein geworden.“
Beschneidung des Herzens ist entscheidend
a. Im Geist
b. Evangelium?
Tipp:
Nach Abschluss der Vorbereitung Überlege dir deine Intention der Predigt in einem konkreten Satz.
– Die Gemeinde hat am Ende der Predigt verstanden, dass…; kognitives Ziel
– Die Gemeinde ist ermutigt… ; emotionales Ziel
Nach Abschluss des Predigtschreibens soll die Gesamte Predigt an der Intention geprüft werden. D.h. Der ganze Inhalt der Predigt sollte dieser Intention untergeordnet sein (Exkurse nur im Ausnahmefall). Hier gilt: Was nicht unterstützt, lenkt ab (das kann bedeuten, dass „für mich“ wichtige Punkte sterben müssen!)