Jahresthema: Gebet – in allen Lebenslagen im Gespräch mit Gott
Predigtthema: Wenn du Teil einer Gemeinde bist – Beten als Gemeinschaft
Vorschlag zur Textlesung Mt 18,19-20
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Im Rahmen des Jahresthemas „Gebet – in allen Lebenslagen im Gespräch mit Gott“ geht es nun um das „gemeinsame Gebet in der Gemeinde“. Der Text will uns die Bedeutung und Wichtigkeit von Gebetsgemeinschaften verdeutlichen und Christen ermutigen sich am gemeinsamen Gebet in Gruppen und Kreisen zu beteiligen.
Für viele Christen ist es immer noch eine Hürde vor anderen laut zu beten oder sich an Gebetsgemeinschaften zu beteiligen.
Die Predigt will einerseits sensibel für die verschiedenen Empfindungen machen aber auch Wege und Hilfe aufzeigen, wie Hemmschwellen abgebaut werden können. Dazu wollen wir uns an Gottes Wort und der Praxis der ersten Gemeinde orientieren.
„Wenn eine Gemeinde nicht betet, ist sie tot.
Das gemeinsame Gebet sollte nicht an letzter Stelle stehen, es sollte das Wichtigste sein. Eine Gemeinde steht und fällt mit ihrer Gebetsmacht.“
(Charles Haddon Spurgeon)
Finales Manifesto: „Der letzte große Kampf der Menschheit“, Fontis Verlag, 2015, S. 112.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
- Neudorfer, H.-W. (2007) Apostelgeschichte. Herausgegeben von G. Maier. Holzgerlingen: Hänssler (Edition C Bibelkommentar Neues Testament).
- Werner de Boor. Die Apostelgeschichte – Wuppertaler Studienbibel.
- Wiersbe, Warren W.; Wiersbe Kommentar NT Band 1 – Matthäus bis Apostelgeschichte, CLV. (S.969-972).
- Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Gern verweisen wir auf die bereits vorhandenen und ausführlichen Predigthilfen:
Predigthilfe vom 23. Februar 2025 – Apg 2,37-47 von Tobias Schurr
(Siehe Anmerkung zu Vers 42)
Predigthilfe vom 13.7.2008 – Apg 2,42-47 von Eckhard Löffler
Beten als Gemeinschaft
1. Gemeinsames Gebet gehört zum Wesen der Gemeinde
Gemeinsames Gebet gehört zum innersten Wesen der christlichen Gemeinde. Die Gemeinde Jesu ist nicht nur eine organisatorische Zweck- oder Interessengemeinschaft, sondern eine geistliche Gemeinschaft von Christen, die gemeinsam vor Gott leben.
Schon von der ersten Geburtsstunde an, war die Gemeinde eine betende Gemeinschaft.
- die einmütig und beharrlich im Gebet auf Gottes Eingreifen wartet (Apg 1,14f)
- die auf Gottes Wort hörte, Gemeinschaft pflegte, das Brot brach und gemeinsam betete (Apg 2,42).
- die ihre Nöte und Sorgen im Glauben an Gott ausbreitete und Gott für sein Handeln lobte und pries (Apg 4,24ff-31).
- die durch Gebetserhörungen Mut und Zuversicht bekam, um Gottes Wort freimütig zu bezeugen (Apg 4,24ff-31).
Die Gebetsgemeinschaft ist deshalb nicht bloß eine zusätzliche Veranstaltung neben dem eigentlichen Gemeindeleben. Sie ist der gemeinsame Ausdruck einer ernsthaften und lebendigen Glaubensbeziehung zu Gott.
Das Gebet war in der Synagoge ein fester Bestandteil der jüdischen Gottesdienstliturgie und wurde von der Gemeinde übernommen. Doch nicht wegen der Tradition wurde das Gebet übernommen, sondern weil es von Jesus selbst gelehrt, praktiziert und vorgelebt wurde (Lk 5,16; 6,12; 9,18; 9,28ff.; 11,6f.; 22,39ff.). Gebet ist das Herzensstück der Gemeinde.
Auszüge, wofür eine Gemeinde gemeinsam betet:
Mt 18,19–20 Verheißung über Einmütigkeit im Gebet
Apg 12,5.12 Gemeinde betet für Petrus der im Gefängnis war
Apg 13,1–3 Gemeinde betet für Mitarbeiter und dessen Berufung in die Mission
Apg 14,23 Gemeinde betet für ihre Ältesten und Mitarbeiter (Einsetzung)
Apg 20,36 Gemeinde betet kniend, als Paulus verabschiedet wurde.
Eph 6,18 Gemeinde betet für alle Mitchristen
Röm 15,30-32 Gemeinde betet um Bewahrung vor dem Bösen (Mt 6)
Phil 1,19 Gemeinde betet für Mitarbeiter in Not
Phil 4,6 Gemeinde betet und legt ihre Sorgen vor Gott nieder
Kol 4,2-3 Gemeinde betet für offenen Türen für das Evangelium
1Thes 5,25 Gemeinde betet für die leitenden Brüder (vgl. 2Thes 3,1f.)
1Tim 2,1-2. Gemeinde betet für die Regierenden und alle Obrigkeit
1Tim 2,8 Gemeinde betet mit heiligen und reinen Herzen, ohne Zorn
Jak 5,13-16 Gemeinde betet für die, die Unrecht leiden, krank sind, Vergebung suchen
Kol 1,9 Gemeinde betet um geistliche Erkenntnis und Wachstum
1Pet 4,7 Gemeinde betet besonnen und nüchtern
2. Gemeinsames Gebet schafft geistliche Einheit
Die theologische Grundlage der Gebetsgemeinschaft zeigt sich in Apg 2,42. Menschen hörten das Evangelium, kamen zum lebendigen und persönlichen Glauben an Jesus und waren vom heiligen Geist erfüllt. Die neue Gemeinschaft traf sich täglich, blieb in der Lehre der Apostel, die Gottes Wort auslegten. Ob in V.42 das „Brotbrechen“ ein Hinweis auf das Abendmahl ist, ist nicht ganz sicher – dennoch wird klar, die Grundlage des christlichen Gebets war und ist die Gemeinschaft mit Gott selbst.
- Gemeinsame Ausrichtung auf JESUS
Durch Jesus Christus haben Gläubige freien Zugang zum Vater (Hebr 4,16) und treten im Gebet gemeinsam vor Gott: Gebetsgemeinschaft bedeutet deshalb:
- gemeinsame Ausrichtung auf Christus,
- gemeinsames Leben aus der Gnade,
- gemeinsames Vertrauen auf Gottes Wort und Wirken.
Darum betet die Gemeinde auch im Namen Jesu Christi, weil nur durch JESUS Gemeinschaft mit Gott möglich ist.
- Gemeinschaft der Gläubigen untereinander
Die Gemeinde ist nach dem Neuen Testament der „Leib Christi“ (1Kor 12). Christen gehören geistlich zusammen. Darum ist die Gebetsgemeinschaft mehr als nur, wenn mehrere Einzelpersonen zufällig gleichzeitig beten. Im gemeinsamen Gebet wird sichtbar:
Wir tragen einander, wir danken miteinander und füreinander, wir leiden und weinen gemeinsam, wir hoffen und freuen uns gemeinsam (Röm 12,15f).
Gebetsgemeinschaft ist ein Ausdruck des gelebten Glaubens und verbindet die Herzen und stärkt die geistliche Einheit (Apg 4,32-33).
Christen richten sich gemeinsam an Gottes Willen aus und lassen sich in das Band der Liebe einbinden (Eph 4,1-6).
Es ist gleichsam eine Erfüllung von Johannes 17 (Jesu Gebet um Einheit) und eine Aufforderung aus Epheserbrief 4 (Zur Einheit im Geist).
3. Gemeinsames Gebet bezeugt unsere Beziehung und Abhängigkeit von Gott
Die Wichtigkeit von Gebetsgemeinschaften in der Gemeinde begründet sich unter anderem auch in der Tatsache, dass das Gebet zum festen Element einer gesunden Gottesbeziehung jedes einzelnen Gemeindegliedes gehört.
- Eine betende Gemeinde bekennt: Wir brauchen Gott!
Wo Gebet fehlt, entsteht leicht frommer Aktivismus (siehe Apg 6,1ff.) als Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden…schnell verliert man sich in Organisation, Arbeit, Programme – aber wenig geistliche Tiefe.
Gemeinsames Gebet bewahrt Gemeinden davor, sich auf menschliche Stärke zu verlassen.
- Eine betende Gemeinde streitet weniger!
In der Gemeinde finden Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, Hintergründen, Meinungen, Generationen gemeinsam vor Gott zusammen. Gemeinsames Gebet verbindet und bewahrt vor spaltenden Diskussionen und Streitigkeiten.
Wer miteinander betet zeigt, wir sind vor Gott alle gleich – gemeinsames Gebet macht uns voreinander demütig, geduldig, liebevoller und barmherziger. Es hilft uns einander zu verstehen, zu vertragen und zu ertragen. Damit werden nicht alle Unterschiede weggebetet – aber es hilft uns zum geschwisterlichen Umgang. Darum ist die Gebetsgemeinschaft ein wichtiger Ort geistlicher Einheit.
- Eine betende Gemeinde sieht den anderen!
Jakobus ruft die junge Christenheit auf: „Betet füreinander“ (Jak 5,16).
In Gebetsgemeinschaften tragen Christen ihre Sorgen, Krankheiten, Zweifel, Familienlasten und geistliche Kämpfe gemeinsam vor Gott.
Niemand muss allein kämpfen, niemand allein seinen Glauben leben – gerade da, wo einzelnen Christen müde und schwach im Glauben sind, nicht mehr beten können – ist es wichtig, dass andere Christen mit ihnen beten. Gerade darin wird auch Gemeinde praktisch erfahrbar (z.B. auch Alten- und Krankenbesuche mit Gebet).
- Eine betende Gemeinde wächst geistliche im Glauben!
Wenn wir die Bibelstellen über das gemeinsame Gebet in der Apostelgeschichte verfolgen, wird deutlich: Gemeinsames Gebet stärkt den Glauben, die Hoffnung, die geistliche Wachsamkeit und die missionarische Ausrichtung. Viele geistliche Aufbrüche der Kirchengeschichte entstanden aus Gebetsgemeinschaften.
Gebet verändert nicht nur Situationen — es verändert zuerst die betenden Menschen selbst.
- Eine betende Gemeinde ehrt Gott!
Das eigentliche Ziel gemeinsamer Gebete ist nicht ein bestimmtes „Gebetsgefühl“ oder eine religiöse Atmosphäre – oder um „Gebetserhörungen“ zu erleben.
Das Ziel ist: Gott gemeinsam zu suchen, Gottesbeziehung zu leben, den Vater im Himmel zu ehren, sich seinem Willen zu unterstellen und gemeinsam aus seiner Kraft zu leben.
Gebetsgemeinschaft erinnert die Gemeinde daran:
Christus selbst ist die Mitte seiner Gemeinde.
Wenn Christen gemeinsam vor Gott treten, entsteht oft: Trost, geistliche Tiefe, neue Hoffnung, Liebe und erneuerte Ausrichtung auf Gott. Im Gebet führt Gottes Geist uns auch zur Buße, zur Umkehr und zur Versöhnung.
Wichtiger HINWEIS: Gebet ist keine „geistliche Magie“ – und kein Opfer, worauf Gott reagieren muss. Schnell kann man auch Bibelstellen wie Mt 18,19–20 falsch verstehen.
- Es geht nicht um geistliche Funktionalität, sondern um die Gottesbeziehung
- Es geht nicht um religiösen Aktivismus, sondern um die Abhängigkeit zu Gott
- Gebet wird nicht „mächtiger“, nur weil mehr Menschen beten.
- Gott lässt sich nicht durch Masse manipulieren.
Wahres gemeinsames Gebet bedeutet Unterordnung unter Gottes Willen — nicht der Versuch, Gott unseren Willen aufzuzwingen.
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Die Predigt greift verschiedene Stellen über das gemeinsame Gebet auf und entfaltet sie zu einer Art Themenpredigt. Dabei ist darauf zu achten, die einzelnen Bibelstellen nicht aus deren Kontext zu reisen oder falsch zu interpretieren.
Darum wollen wir den wichtigen Grundsatz beherzigen und die Bibel mit der Bibel auslegen.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
In fast allen Gemeinden gibt es Gruppen und Kreise die regelmäßig zum Gebet zusammenkommen. Oft gibt es spezielle Gebetskreise, diese hervorzuheben und zu würdigen ist wichtig. Man sollte sich davor in Acht nehmen, die vorhandenen Gebetspraxis oder -häufigkeit zu kritisieren. Zum einen wäre das nicht förderlich, sondern eher demotivierend. Zum anderen kann eine Gemeinde nie genug beten – und wer bestimmt dann, wann eine Gemeinde ausreichend betet
Vielmehr könnten man aber Ideen, Vorschläge und Praxisbeispiele als Anregung geben – aber immer mit dem Hinweis, dass es nicht einfach mehr Programme oder Gebetsveranstaltungen braucht, sondern Gebet in den bereits bestehenden Gruppen und Kreisen vielleicht mehr Raum einnehmen kann oder darf.
Aber natürlich darf auch zum Besuch der Gebetsstunden oder zu gezielten Gebets -Zweierschaften ermutigt werden.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Einige praktische Reflektionsfragen:
- Wie steht es um unsere eigenen Gebetsgemeinschaften?
Wir wollen selbstkritisch reflektieren, welchen Stellenwert das gemeinsame Gebet in unserer Ortsgemeinde hat. Dabei soll zuerst jeder Christ, der Teil einer Gemeinde ist, sich diese Fragen selbst stellen:
- Trage ich zum gemeinsamen Gebet in der Gemeinde bei?
- Warum gerät das gemeinsame Gebet bei mir oft in den Hintergrund?
- Welche Gründe hindern mich am gemeinsamen Beten?
Auch in Gemeindekreisen und -gremien werden schnell Dinge gut geplant und durchgeführt (was notwendig ist) – und doch scheint die bewusste gemeinsame Abhängigkeit vom Herrn unter den Tisch zu fallen.
- Sind wir als Mitarbeiterkreis, Ältestenschaft usw. vielleicht mehr am Organisieren – und beten deshalb weniger?
Wo gemeinsames Gebet nur ein Randthema ist, zeigt sich oft unbemerkt eine geistliche Haltung:
- Setzen wir mehr Vertrauen auf Aktivität, Strukturen und Menschen als auf Gott selbst?
- Lass ich mich von Menschenfurcht oder Äußerlichkeiten abhalten?
- Haben wir eine Sensibilität im Blick auf Gebetsgemeinschaften?
Nicht jeder Christ empfindet gemeinsames Beten als leicht oder selbstverständlich. Manche beten nicht gern laut vor anderen und haben innerlich Hemmungen, sind schüchtern oder unsicher. Einige wissen oft nicht, was sie beten sollen, weil vieles bereits „weggebetet“ wurde. Manche haben das gemeinsame Gebet nie gelernt oder schlechte Erfahrungen gemacht. Deshalb sollten Gebetsgemeinschaften
- keine Atmosphäre erzeugen, in der Menschen sich geistlich beurteilt oder unter Druck gesetzt fühlen.
- Niemand muss „schön“, „besonders geistlich“ oder „lange“ beten.
- Gebet ist kein geistlicher Leistungsnachweis, sondern ein gemeinsames „zum Vater kommen“.
Es ist wichtig, dem Einzelnen die Freiheit zu lassen und niemanden zum lauten Gebet zu drängen. Eine stille Teilnahme ist ebenso wertzuschätzen. Neue oder unsichere Christen wollen wir aber liebevoll mitnehmen und anleiten. Oft wächst Freiheit im Gebet langsam – durch Vertrauen, Vorbilder und eine warme Atmosphäre.
- Wie gestalten wir hilfreiche Formen für gemeinsame Gebetszeiten?
Es kann hilfreich sein, Gebetsgemeinschaften klar und einfach zu strukturieren.
Bei explizierten Gebetstreffen hilft ein kurzer geistlicher Einstieg. Zum Beinspiel ein Bibelvers zu Beginn oder ein Lied kann die Herzen sammeln und den Blick auf Gott ausrichten. Lange Andachten oder Liedblöcke, die Zeit zum Gebet rauben, kann man angemessen einschränken. Grundsätzlich haben unterschiedliche Formen unterschiedliche Chancen und Herausforderungen.
Kleine Gruppen: Das Gebet in kleinen Gruppen kann persönlicher und offener sein, wird aber von manchen als unangenehm oder überfordernd empfunden – ist aber eine Hilfe, um das Beten vor und mit anderen einzuüben.
Große Gebetsrunden: In größeren Gruppen braucht es mehr Überwindung. Daher kommt es vor, dass dabei öfters dieselben Personen beten. Manche werden dadurch stiller oder ziehen sich innerlich zurück.
Folgende liebevolle Hinweise könnten helfen:
- kurz und verständlich beten und auch anderen Gelegenheit lassen
(kurze Pausen aushalten, gerade für die Dauerbeter ist das wichtig 😊) - nicht predigend oder belehrend beten (keine geistlichen Abhandlungen)
- keine privaten oder sensiblen Informationen öffentlich machen
Ermutigung zur Teilnahme am gemeinsamen Gebet
Wir dürfen Christen die Angst nehmen von falschen Gebeten, vor Wiederholungen oder dem was andere Denken könnten.
- Niemand muss perfekte Worte finden.
- Gott sucht keine rhetorisch beeindruckenden Gebete, sondern ehrliche Herzen.
- Bitte Gott im Stillen, dass er dich vom eigenen Druck befreit, besonders geistlich wirken oder beten zu müssen.
- Mach dir bewusst, dass du mit Gott redest – egal wer um dich herum ist.
- Es hilft darum die Augen zu schließen – dann ist man weniger abgelenkt.
- Fang mit kurzen und schlichten Gebeten an: „Danke Herr JESUS, für…“; „Herr, hilf uns.“;…
Gebetsgemeinschaft lebt nicht von Vollkommenheit, sondern von gemeinsamer Ausrichtung auf Christus. Und manchmal ist schon die stille Anwesenheit eines Menschen unter den Betenden ein erster wichtiger Schritt.
Diese Hilfen zum gemeinsamen Gebet betreffen nicht nur den Gemeindebereich, sondern lassen sich auch auf die Ehe, Familie oder Freundeskreis anwenden.
„Das gemeinsame Gebet in der Ehe ist ein Prüfstein für die Ehe.
Wenn Ehepartner nicht miteinander beten, fehlt der Ehe das tiefste Geheimnis – das gemeinsame Einssein mit Jesus Christus.“
(Friedhold Vogel)
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Kraft der Gemeinde kommt nicht zuerst aus Organisation oder Programmen, sondern aus ihrer Abhängigkeit von Gott im Gebet. Zuhörer sollen ermutigt werden, das gemeinsame Gebet in der Gemeinde wieder neu wertzuschätzen, weil es zum inneren Wesen der Gemeinde gehört und eine geistliche Notwendigkeit für eine gesunde Gemeinde ist.
Gesundes Gemeindegebet hat wesentliche Merkmale:
Heiligkeit – Gebet ohne Gehorsam und Buße verliert geistliche Kraft.
Einheit – nicht gleiche Persönlichkeit, sondern gleiche Ausrichtung auf Christus.
Fürbitte – die Gemeinde trägt Lasten gemeinsam.
Ausdauer – die erste Gemeinde „verharrte“ im Gebet.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Man kann die Kerngedanken auf einige wenige Punkte abkürzen:
- Gebet ist kein Zusatzprogramm, sondern das geistliche Fundament und Herzstück des Gemeindelebens (Apg 2,42).
- Eine gesunde Gemeinde ist eine betende Gemeinde.
- Das gemeinsame Gebet offenbart unsere Abhängigkeit zu Gott.
Wir bekennen im gemeinsamen Gebet: Wir sind Teil der Gemeinde Jesu. Wir tragen Gemeinde nicht aus eigener Kraft, sondern werden als Gemeinde von Gott getragen. Wir kommen gemeinsam als Bedürftige vor Gott.
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Wenn du Teil einer Gemeinde bist – Beten als Gemeinschaft
1. Gebetsgemeinschaft ist Ausdruck unserer Abhängigkeit von Gott
2. Gebetsgemeinschaft verbindet und trägt einander
3. Gebetsgemeinschaft öffnet Gelegenheiten für Gottes Wirken
Warum die Gemeinde gemeinsam beten soll:
1. Weil Gebet zum Wesen der Gemeinde gehört
2. Weil wir einander geistlich brauchen
3. Weil Gott durch betende Gemeinden wirkt
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Zitate von Friedhold Vogel (1937–2006): Er war ein deutscher evangelisch-methodistischer Pastor, Prediger, Evangelist und christlicher Schriftsteller. Er war unter anderem Autor zahlreicher Bücher über Gebet und geistliches Leben sowie als Mitarbeiter des Evangeliums-Rundfunks (ERF). Besonders bekannt wurde er durch seine leidenschaftlichen Vorträge über Gebet, Erweckung und Gemeindeleben.
„Nur durch gemeinsames Gebet wird eine Gemeinde, die sich in Eigenaktivitäten festgefahren hat, eine neue missionarische Stoßkraft erhalten.“
„Nur durch gemeinsames Gebet wird krank machender „Gemeindemief“ einem geistlich frischen Wind weichen.“
„Was eine Kirche zur Kirche von Jesus Christus macht und was eine Gemeinde zur Gemeinde von Jesus Christus macht, was ihr göttliche Qualität gibt, göttliche Kraft und göttliche Ausstrahlung, ist das gemeinsame Gebet.“
„Lassen Sie es nicht zu, dass in Gebetsgemeinschaften querbeet gebetet wird, dass die Beter von einem Anliegen zum anderen springen, sodass am Ende niemand weiß, warum man eigentlich zusammengekommen ist.“
(Klaus Eberwein)