Predigtthema (Plan-Vorschlag): Neues Herz und neues Leben
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Der Predigttext ist ein Abschnitt aus Hesekiel, also einem der großen Propheten. Diese Gattung gehört mit zu den schwierigsten Abschnitten, weil Prophetie grundsätzlich schwer zu verstehen ist, und weil gut herausgearbeitet werden muss, inwieweit sich der Abschnitt erfüllt hat oder nicht.
Es wird in den Wochen auch nicht fortlaufend Hesekiel gepredigt, sondern nur einige wenige ausgewählte Abschnitte aus Hesekiel, der Zusammenhang des Textes ist also nicht präsent.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden, findet man z.B. unter www.bibleserver.com.
Der erste Gang sollte immer das Selbststudium sein, sich anhand von verschiedenen Bibelübersetzungen und Studienbibeln eine eigene Vorstellung davon zu erarbeiten, welche geistlichen Wahrheiten der Abschnitt enthält und was Gott im Sinne von 1. Tim 1,5 und 2. Tim 3,16+17 dem Leser bzw. Predigthörer zeigen möchte.
Erst in einer zweiten Phase liest und hört man dann andere Auslegungen (inklusive dieses Predigttips). Dabei darf man durchaus auch prüfend lesen, ob die Argumente und Schlussfolgerungen der Autoren wirklich schlüssig und überzeugend sind.
Als Hilfen zur Auslegung empfehle ich jedem Verkündiger, sich folgende Studienbibeln zuzulegen: Elberfelder erklärt, MacArthur (gibt es auch als PDF zum kostenlosen Download), Ryrie, Genfer Studienbibel bzw. Reformations-Studienbibel (gute theol. Ergänzung zu den Vorherigen),
Der Autor dieses Predigttips hat selbst keine praktische Erfahrung mit deutscher Auslegungsliteratur zu Hesekiel, von daher kann an dieser Stelle nichts wirklich empfohlen werden.
Grundsätzliche Möglichkeiten:
- „Das Alte Testamten erklärt und ausgelegt“ von John Walvoord und Roy Zuck (Hänssler-Verlag)
- „Hesekiel“ von Roger Liebi (Kapitel 1-24) (CMV-Verlag)
- Der Predigttip von Heiko Krimmer zur gleichen Passage vom 11.11.2001
1.3 Erklärungen zum Verständnis des Predigttextes
Von Hes. 8,1 her können wir sagen, dass dieser Abschnitt ca 5,5 Jahre nach der Verschleppung offenbart wird, also ca. 580 vor Christus.
Die Kapitel 8-11 liefern dann vor allem Gerichtsaussagen über Jerusalem, jeweils markant abgegrenzt durch 8,1 und 11,22
Hes 11,14 grenzt mit der „prophetischen Formel“ einen eigenständigen Abschnitt vom vorherigen ab. (Insofern muss man in der Verkündigung nicht zu sehr auf den Text-Zusammenhang eingehen) Der Satz zeigt auch, dass Jahwe mit seiner ganzen Autorität hinter dem Folgenden steht.
Vers 15 beschreibt nun zunächst Hesekiels Gegenwart, in der es eine Fremd-Bevölkerung in Jerusalem gibt, die eigentlich keinen Verheißungsanspruch auf das Land hat, „Haus Israel“ und „Bewohner“ bilden einen Gegensatz. Es ist beschämend, dass ausgerechnet „Ausländer“ feststellen, dass das Haus Israel „fern von Jahwe“ ist. Sie scheinen daraus einen eigenen Besitzanspruch abzuleiten, evtl. sogar „im Willen des Gottes Israels“ (passiv „uns … ist gegeben“) – das schmerzt!
In Vers 16 wird die Passage zum „Heiligtum“ unterschiedlich übersetzt. Im Kern scheint klar: Das Haus Israel erlebt in der Zerstreuung weniger „heiligende Zuwendung“ Gottes als vorher. Ohne Tempel fehlt einfach zu viel. ABER Gott hat sein Volk eben doch nicht verlassen, das sieht man dann z.B. an Daniel und seinen Freunden, die „so gut wie möglich“ ihren Glauben zu leben versuchen und dann auch Gottes Beistand erleben. Aber das Volk muss aushalten, dass es sich so anfühlt, als hätte sich Gott zurückgezogen.
Und genau das wird aber auch nicht so bleiben – Vers 17: Gott selbst („ich will euch sammeln …“) muss und wird initiativ das Volk erst einmal zurückholen (bezeichnenderweise tut er es laut Hes. 36,20ff vor allem um SEINES Namens Willen, weil SEIN Volk ihn in der Fremde entweihte). Bei allen Anwendungsfragen, die vielleicht am Ende offen bleiben, ist dieser Vers ein starker Anker: Gott selbst wird eine Lösung schaffen, ER wird retten!
Vers 18: Es wird einen „äußeren“ Reinigungsprozess des Landes geben.
Vers 19: Und dann wird Gott aber vor allem auch eine INNERE Erneuerung starten, die mit drei Formulierungen beschrieben wird: a) EIN („einiges/gemeinsames“) Herz – also eine neue Einheit im Volk b) ein und denselben Geist, den dann letztlich ALLE bekommen c) ein fleischernes statt dem steinernen Herz. (vgl. auch Hes 36,26f)
Das steinerne Herz steht hier für die bisherige Verhärtung Israels, die verschiedentlich in der Geschichte formuliert wurde (z.B. 5. Mose 10,16; Psalm 95,8) und nun eben in der „Versteinerung“ vor dem Exil seinen Höhepunkt gefunden hat. Das fleischerne Herz ist dann als Gegensatz dazu das Herz, dass Gott wirklich fürchtet, liebt und dient (5. Mose 10,12)
Vers 20: Die erste Hälfte betont, dass Gott auch weiterhin – so wie immer – den Gehorsam seines Volkes will (5. Mose 10,13). Gottes Gesetz ist heilig, gerecht und gut, es ist „selbstverständlich“, dass seine Kinder danach leben. Die zweite Hälfte betont das aufeinander-bezogen-Sein: Gehorsam alleine reicht Gott nicht, zumal äußerer Gehorsam letztlich nichts über das Herz oder die Motivation aussagt (vgl. 1. Kor 13,3). Er möchte das tiefe Bewusstsein, sein Volk zu sein, auserwählt, aufgenommen in die Familie und als Besitz zugehörig, und dass ER eben wirklich GOTT für sein Volk IST.
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Der Ausleger dieses Textes sollte sich verschiedener Blickwinkel auf diesen Abschnitt bewusst sein:
1) Ein Jude, der im babylonischen Exil lebt, und diese Verse hört (Hes 11,25) würde erwarten, dass nach dem Exil dann „endlich alles gut wird“. Er muss dann irgendwann nach der Rückkehr (irritiert) feststellen, dass sich Vers 19 und 20 nicht wirklich erfüllen und dass die Erfüllung von Vers 17 und 18 letztlich auch nicht dauerhaft war. Er bleibt dann erst einmal mit Fragen zurück.
2) Heutige Leser, die in der Entwicklung der letzten 120 Jahre im Blick auf Israel eine Erfüllung dieser Verse sehen, müssten anerkennen, dass sich bis jetzt (wieder) nur Vers 17 erfüllt hat und 18-20 noch nicht. Und gibt es Gewissheit, dass sich Vers 17 diesmal dauerhaft erfüllt hat? Im Grunde dann auch nicht …
3) Christen, die den neuen Bund als eine Erfüllung dieser Verse ansehen, lösen dafür auch vor allem die Verse 19-20 aus diesem Abschnitt raus, evtl. Vers 18 noch im Bezug auf das Privatleben und Vers 17 müsste dann aber schon auf den Himmel übertragen werden, eine Übertragung auf die Gemeinde(n) wäre sehr losgelöst von einem konkreten „Raum“, also sehr „geistlich“ übertragen. Und Vers 19 und 20 sind dann ja aber in dieser Welt auch noch nicht vollkommen erfüllt, sondern es bleibt die Spannung und der stetige Wechsel zwischen altem Menschen und neuem Menschen, der in Vers 19 und 20 so erst einmal nicht durchklingt.
Alle Auslegungen führen noch nicht zu einer vollkommenen Erfüllung (in dieser Welt).
Was können wir dann für die Verkündigung festhalten – im Blick auf Israel:
a) Es ist schwer das, was aktuell in Israel passiert, dem Predigtabschnitt konkret zuzuordnen: Wir wissen nicht, was das Volk Israel zum jetzigen Zeitpunkt wirklich „sicher und dauerhaft“ hat.
b) Eine tiefgreifende geistliche Wende Israels steht noch aus (Vers 18-20). Israel braucht sie dringend und darin liegt auch die beste Chance auf echten Frieden. Wir wollen dafür beten.
c) Das beinhaltet „automatisch“, dass Israel im Moment noch nicht wirklich nach Gottes Willen lebt, also auch weiterhin Schuld auf sich lädt. Wir wollen deshalb nicht vorschnell aktuelles Verhalten verurteilen, aber wir können auch nicht einfach alles „schön reden“, was die israelitische Regierung aktuell veranlasst, wir können sie auch hier nur der Gerechtigkeit und Gnade Gottes anbefehlen.
d) Wir leiden mit dem Volk Israel (und allen Leidenden) mit und sind „besorgt“ im Blick auf das Leid des einzelnen Israeliten bzw. Menschen, aber wir müssen uns nicht um Israel als Volk „sorgen“: Gott führt sein Volk zu jedem Zeitpunkt „nach Plan“ und er führt in die Erfüllung! Israel ist das (einzige) Volk, das in dieser Welt bis zum Schluss eine Existenzgarantie hat!
Was können wir dann für die Verkündigung festhalten – im Blick auf uns Christen:
Das Neue Testament liefert einige konkretere Anklänge an unseren Predigtabschnitt:
a) 2. Kor 3,3: vor allem der Gedanke, dass eben durch den GEIST INS („fleischerne“) HERZ geschrieben wurde, dabei kann es aber etwas irritieren, dass für Paulus der Gegensatz die steinernen TAFELN sind (und nicht das „Herz“ selbst).
b) Römer 2,29 thematisiert die Beschneidung des Herzens im Geist. Dieser Gedanke wird in 5. Mose 10,16 (aufgegriffen in Jer 4,4) tatsächlich dem verhärteten Nacken entgegengesetzt (siehe oben zu Vers 19).
c) Hebr 8,10 (und 10, 16f) zitiert Jer 31,33, was man wiederum als Parallelstelle zu Hes 11,19f verstehen kann (und zu Hes 36,24-28 in Einheit mit 37,26-28).
Darüber hinaus kann man die im NT betonte Liebe und Einheit der Gemeinde gut als Konkretion von Vers 19a (EIN Herz) begreifen (vgl. Apg 4,32a).
Auch alles, was mit dem Geistempfang seit Pfingsten möglich ist, kann Hes 11,19b zugeordnet werden (wie z.B. Röm 5,5 oder Gal 4,6)
Insofern kann man den neuen Bund in Christus als eine Erfüllung dieser Stelle ansehen, wenn auch das ganz wörtliche Aufgreifen von Hes 11 im NT ausbleibt.
Wobei die unter 2.1.3 festgestellte Spannung bleibt, dass auch das neue Herz noch nicht vollkommen zur Entfaltung kommt, sondern wir als Christen in der Verantwortung stehen, in dieses neue Leben hineinzuwachsen und das Potential des neuen Menschen (neues Herz, neuer Geist) immer mehr auszuschöpfen. Von daher verbietet sich jede Überheblichkeit gegenüber anderen Menschen und Israel: „Wir“ sind nicht besser, „besser“ ist der Heilige Geist, dem „wir“ hoffentlich immer seltener im Weg stehen!
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
a) An diesem Sonntag ist Younited#Weekend, es werden wenig junge Leute im Gottesdienst sein.
b) Zumindest zur Abfassungszeit dieses Predigttips war der „Iran-Krieg“ (Anfang Mai ´26) noch nicht abgeschlossen, Israel wird nach wie vor mit Raketen beschossen. Die aktuelle Bedrohung und mittelfristige Zukunft Israels beschäftigt die Gläubigen. Der Abschnitt gibt Raum dafür, hier Aussagen zu machen, aber die müssen vom Text her wirklich gut durchdacht und hergeleitet sein. Dabei stehen wir in der Verantwortung sowohl leidtragende Israeliten als auch leidtragende arabische Nachbarn mit der richtigen Perspektive zu berücksichtigen und Schuld nicht nur einseitig festzustellen.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Die Anwendung für Israel ist vom Text her natürlich möglich, muss aber vor Ort gut auf die Zuhörerschaft und deren Erkenntnisstand angepasst sein, insofern kann es sinnvoll sein, ihr nicht zu viel Raum zu geben und sich darauf zu fokussieren, was Israel wirklich braucht.
Deutlich alltagsnäher und -relevanter ist die geistliche Auslegung auf uns Christen, dass in unserem Alltag gerade Vers 18-20 in der Kraft des Heiligen Geistes immer mehr Wirklichkeit wird. Dabei ist einerseits der Anspruch Gottes klar zu benennen, aber dann muss eben auch ein konkreter praktischer Weg aufgezeigt werden, wie die Verse Wirklichkeit werden können. Und das heißt eben nicht, sich jetzt aus eigener Kraft (noch) mehr anzustrengen, Gehorsam zu sein, sondern eine echte Herzensveränderung zu erleben hin zur echten tiefen Liebe zu Gott und zu seinem Wort und Willen und zur Heiligung und gleichzeitig durch Gnade auszuhalten, dass sich (leider) das alte Herz doch immer wieder „melden wird“.
Es liegt in der Natur dieses alttestamentlichen prophetischen Textes, dass ein Gottesdienstbesucher ohne Vorwissen („Fernstehender“) von der ganzen Fülle überfordert sein wird. Entweder reduzieren wir also für ihn von vornherein die Inhalte und erklären sie gründlich oder geben ihm zumindest immer wieder das Signal, dass wir verstehen, dass die Inhalte für ihn im Ganzen eine Überforderung sind und heben für ihn die grundsätzlichen Punkte hervor, dass Gott z.B. seine Versprechen erfüllt, dass er eigentlich ein gutes/geordnetes Leben für uns will oder dass wir alle dringend ein neues Herz brauchen.
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – wozu halte ich diese Predigt?
Je nach Zuhörerschaft (Nicht-Christen / jung im Glauben / tief und lange im Glauben) kann es verschiedene Ziele geben:
Für wirklich erfahre Christen kann dieser Abschnitt eine Möglichkeit sein, in die Auslegungsschwierigkeiten von prophetischen Texten einzuführen (und z.B. wirklich die Punkte 2.1.1-3 auszuführen)
Im Blick auf Israel kann das Ziel sein, ein vertieftes ausgewogenes Verständnis für die Situation Israels zu bekommen, ein vertieftes Vertrauen in Gottes Führung und eine neue Leidenschaft im Gebet.
Im Blick auf uns Christen ist das Ziel, die Grenzen und Möglichkeiten der Erfüllung in Christus zu erkennen und eine Befähigung in der Umsetzung der Verse 18-20.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Christen sind auch nicht besser – aber ist das Gottes Plan?
1. Gottes Plan mit Israel (Wenn man Israel thematisieren möchte)
2. Gottes Plan mit der Gemeinde
3. Gottes „Masterplan“
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Einleitung: In dieser Welt läuft vieles falsch (das kann man verschiedentlich veranschaulichen), Gottes Plan war immer ein Anderer, wenn man sich z.B. die 10 Gebote aus diesem Blickwinkel anschaut, dann bieten sie den Rahmen für ein richtig schönes Miteinander. Aber der Mensch ist ein „Störfaktor“.
Es gab dann eine Phase, in der Gott seine wunderbare Ordnung vor allem mit einem einzelnen Volk zeigen wollte, mit dem Volk Israel, die er so geführt hat, dass sie alles hatten und das alles einzig und allein Gott verdankten, aber sie waren so wie wir Menschen sind: Sie haben sich immer wieder von Gott ab- und dem Bösen zugewendet. Und an einem bestimmten Punkt in der Geschichte macht Gott deshalb eine Ansage für die Zukunft:
TEXTLESUNG
1. Gottes Plan mit Israel
Hier kann man nun möglichst komprimiert in den Gerichtszusammenhang einführen und sich dann darauf fokussieren, dass
a) Israel immer eine Zukunft haben wird und
b) wir für eine geistliche Wende in Israel beten sollen.
Dabei wird ganz deutlich, dass das eigentliche Problem das menschliche Herz ist, das eine tiefgreifende Erneuerung braucht, und dass Gott ja eigentlich auch nicht nur ein einzelnes Volk, sondern alle Menschen damit erreichen will, und die christliche Gemeinde soll dann eigentlich eine Antwort auf dieses Problem sein:
2. Gottes Plan mit der Gemeinde
Hier kann nun entfaltet werden, dass Gottes Ziel immer (noch) ist, dass wir seine Ordnungen in dieser Welt leben! Dieses Ziel ist unaufgebbar, Vers 20 ist immer der Anspruch!
Aber dazu braucht es eine echte „geistliche Erneuerung“ (Vers 19), ein neues Herz, den Geist Gottes.
Die Verkündigung muss hier herausarbeiten, wie dieses neue Herz durch Gottes Geist Wirklichkeit werden kann. Wie kommt es zu einer echten Wesens- und Willensveränderung? Wie kommt es zu echter Liebe? (1. Joh 4,19) (Wie) ist es z.B. möglich, dass ich die Bibel (sein Wort/seine Ordnungen) nicht „nur“ aus Gewohnheit und mit einer gewissen Überwindung, sondern wirklich gerne lesen, mit Leidenschaft, weil ich sie „liebe“? Wenn ich z.B. Gottes Liebe darin wirklich erlebe und ihren unschätzbaren Wert erkenne (was dann auch der Verkündiger aufzeigen sollte).
Und dabei erleben wir aber mit einem gewissen Schmerz, dass das auch noch vorläufig und flüchtig ist, wir haben die Liebe zur Bibel, zu den Mitmenschen und zu Gott noch nicht dauerhaft, fallen immer wieder zurück in alte Verhaltensmuster, wie Israel auch …
3. Gottes „Masterplan“
a) Die endgültige Erfüllung im Himmel, wenn wirklich alles alte weg ist.
b) Das Leben (bis dahin) aus Gnade und Vergebung (Evangelium) in dieser Spannung vergängliches weiterhin (manchmal) attraktiv zu finden und dann wieder neu die Wertschätzung für Gott und alles Heilige zu entwickeln.
Christen sind auch nicht besser – da müssen wir uns immer wieder demütig drunterstellen und wollen uns doch immer wieder neu nach dem neuen Herz ausstrecken!
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Für das Ziel, Gott (und alles Heilige) wirklich von Herzen zu lieben, gibt es auf jeden Fall unsere Erfahrung aus der Alltagswelt, dass es uns deutlich leichter fällt unangenehme Dinge für die Menschen zu tun, dir wir wirklich lieben, als für die, die wir nicht so lieben. Echte tiefe Liebe macht Gebote leichter (1. Joh 5,3) und Liebe macht auch Lasten leichter (Mt 11,30)
Und wir machen auch die Erfahrung, dass wenn wir eine Person, z.B. einen Freund, sehr mögen, dass wir dann tendenziell mehr Interesse und Anteilnahme für seine Verwandten und Freunde haben als für Menschen ohne eine solche Verbindungperson. (-> Wenn wir Gott von Herzen lieben, fällt es uns automatisch leichter, seine anderen Kinder und Menschen zu lieben.)
(Mirko Lau)