Jahresthema: Gebet – In allen Lebenslagen im Gespräch mit Gott
Monatsthema: Joseph – Träume, Tränen, Triumph
Predigtthema: Joseph – begabt, bereit, berufen
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 2017 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
Unter Umständen kann sich auch mal der Blick in eine englische Übersetzung lohnen, weil auch in modernen deutschen Übersetzungen manchmal „fromm-deutsche“ Begriffe benutzt werden, die im Englischen viel direkter und „normaler“ übersetzt sind.
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Wir sind im Alten Testament unterwegs. Bitte lies am besten den ersten Predigttipp zu unserer Joseph-Reihe vom 02.08.26 durch. Wir können von Joseph viel für unser persönliches Glaubensleben lernen. Aber auch Joseph ist ein gutes Bild auf Christus hin. Durch Versklavung und Erniedrigung hindurch zur rechten der Macht, bringt er die große Rettung für das noch kleine Volk Israel. Er schafft Versöhnung mit den Brüdern wieder her. Wir können also auch anhand der Josephsgeschichte immer wieder Jesus in den Blick nehmen.
In unseren beiden Textstellen (Kapitel 40+41) geht es um drei Traumdeutungen von Joseph. Gott teilt Joseph durch Träume dritter mit, was er in Zukunft tun wird. Der Becker und der Mundschenk sind dabei „nur“ das Übungsfeld. Hier geht es um die nahe Zukunft der beiden. Der eigentliche und entscheidende Traum ist der, des Pharao. Aber durch die Deutung der beiden ersten kommt Joseph überhaupt erst aus dem Gefängnis raus und kann den entscheidenden Traum deuten und wird zur Rettung des Volkes Gottes und den Ägyptern. Seine „Gabe“ der Traumdeutung wird dann zum Segen des Volkes.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Bevor ich mit dir etwas in die Details zum Text gehen will, möchte ich dich einladen den Text erst einmal in aller Ruhe zu lesen. Am besten, du liest den Text einmal in der Luther-/Elberfelderübersetzung und danach in einer neueren Übersetzung (Ich empfehle Neue Genfer Übersetzung (NGÜ), oder Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ)). Ich persönlich mache es meistens so, dass ich den Text ausdrucke und beim Lesen schon ein paar Anmerkungen, Unterstreichungen oder Fragezeichen mache. Das hilft mir dann, den Text besser zu verstehen und ich bin fokussierter auf den Gedankengang des Textes.
Gute Hilfen in der Vorbereitung leisten folgende Dinge:
- MacArthur Studienbibel à ist sehr zu empfehlen, da sie sehr bibeltreu ist und sogar gratis (www.sermononline.de) als pdf zur Verfügung steht.
- Die Ryrie-Studienbibel à nicht ganz so umfangreiche Textkommentierung wie die von MacArthur, aber kann ergänzend mit hinzugezogen werden.
- https://dasbibelprojekt.visiomedia.org/ Hier findest du kurze Videoclips über das Matthäusevanglium. Diese helfen einen Gesamtüberblick über den Brief zu bekommen.
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Träume und deren Deutung
In der Josephsgeschichte nimmt das Thema der Träume eine sehr große Rolle ein. Joseph selber hat Träume (1Mo 37,5) und er deutet später Träume. Vor allem in nicht jüdischen Kulturen waren Träume immer eine mögliche Option der Reden der Götter. Wir sehen das an verschiedenen Geschichten. Egal ob in Babylon oder Ägypten – wenn der König einen Traum hatte, dann sah er es als Reden/Hinweis einer höheren Macht an und ließ seine Magier kommen. In unsere Geschichte sehen wir das bei den beiden Gefangenen. Sie haben einen Traum und sind traurig, weil niemand ihnen den Traum erklärt, also deutet. Für sie ist klar: Der Traum hat eine Bedeutung für mein Leben. Für uns heute ist es immer wieder eine spannende Frage: Spricht Gott heute noch durch Träume und Visionen? Wie ordnen wir das in der Josephsgeschichte ein? Es ist interessant, dass wir gehäuft Gottes Reden durch Träume dort antreffen, wo es keine/wenige Bibeln (offenbarte Wort Gottes) gibt! Im AT redet Gott durch Träume in der Regel zu Heiden – Abimelech (1Mo 20), Laban (1Mo 31) Mundschenk und Becker (1Mo 40) Pharao (1Mo 41), Lager der Midianiter (Ri 7), Nebukadnezar (Dan 2+Dan 4). Auf der anderen Seite findet man Träume bei den Erzvätern, Königen und Propheten des ATs. Beispiele hier sind Jakob (1Mo 28), Joseph (1Mo 37), Salomo (1Kö 3), Daniel (Dan 7ff) und viele andere Propheten. Gott gebraucht oft die Ansprache durch Vision/Träume an seine Propheten, die dann diese Botschaft dem Volk überbrachten. Interessant ist die Aussage Gottes über Mose in 4Mo 12,6f: Und er sprach: Hört doch meine Worte! Wenn ein Prophet des HERRN unter euch ist, dem will ich mich in einer Erscheinung zu erkennen geben, im Traum will ich mit ihm reden. 7 So steht ⟨es⟩ nicht ⟨mit⟩ meinem Knecht Mose. Er ist treu in meinem ganzen Haus; 8 mit ihm rede ich von Mund zu Mund, ⟨im⟩ Sehen und nicht in Rätselworten, und die Gestalt des HERRN schaut er.“ Offensichtlich ist der Traum/die Vision nicht die Nummer 1 unter den Reden Gottes, denn es sind „Rätselworte“. Träume bleiben ja immer verschleiert und es nicht 100% klar, was gemeint ist und ob es von Gott ist oder nicht! Oft bedarf es einer Deutung (Joseph, Daniel). Auf der anderen Seite haben Träume und Visionen auch die falschen Propheten, die sogar Gott sendet, um sein Volk zu versuchen. 5Mo 13,2-4: „Wenn in deiner Mitte ein Prophet aufsteht oder einer, der Träume hat, und er gibt dir ein Zeichen oder ein Wunder, 3 und das Zeichen oder das Wunder trifft ein, von dem er zu dir geredet hat, indem er sagte: »Lass uns anderen Göttern – die du nicht gekannt hast – nachlaufen und ihnen dienen!«, 4 dann sollst du nicht auf die Worte dieses Propheten hören oder auf den, der die Träume hat. Denn der HERR, euer Gott, stellt euch auf die Probe, um zu erkennen, ob ihr den HERRN, euren Gott, mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele liebt.“ Auch interessant ist die Stelle im Buch Jeremia! Wir lesen dort in 23,26ff: „Wie lange ⟨noch⟩? Haben die Propheten ⟨etwa⟩ im Sinn – sie, die Lüge weissagen und Propheten des Truges ihres Herzens sind –, 27 beabsichtigen sie ⟨etwa⟩, meinen Namen bei meinem Volk in Vergessenheit zu bringen durch ihre Träume, die sie einer dem anderen erzählen, so wie ihre Väter meinen Namen über dem Baal vergaßen? 28 Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam?, spricht der HERR. 29 Ist mein Wort nicht brennend wie Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? 30 Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die einer vom anderen meine Worte stehlen. 31 Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die ihre ⟨eigene⟩ Zunge nehmen und sprechen: Ausspruch ⟨des HERRN⟩. 32 Siehe, ich will an die, die Lügenträume weissagen, spricht der HERR, und die sie erzählen und mein Volk irreführen mit ihren Lügen und mit ihrer Flunkerei! Ich aber, ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen. Sie nützen diesem Volk gar nichts, spricht der HERR.“ Für das Thema der Träume und Visionen ist hier wichtig – Das offenbarte Wort Gottes steht über einem Traum! Denn es ist klar, dass es von Gott kommt. Ein Traum kann eben auch in die Irre leiten! Nicht der Traum oder die Vision, sondern das Wort Gottes ist wie ein Hammer und wie ein Feuer! Träume und Visionen bleiben eine Möglichkeit, wie Gott redet. Wir entdecken es vor allem dort, wo es kein Wort Gottes gibt! (heute z.B. muslimische Welt). Im Neuen Testament finden wir einige Träume/Visionen gerade am Anfang des Kommens Jesu und zu Beginn der Gemeinde. Z.B. Mt 1 (Traum von Joseph), Mt 2 (Traum der Weisen aus dem Morgenland), Apg 10 (Petrus bei Cornelius) oder Apg 16 (Paulus vor Mazedonien) berichten davon. Zu Pfingsten zitiert Petrus in seiner Predigt in Apg 2,17 eine Stelle aus Joel 3,1ff: „Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch. Und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure jungen Männer werden Visionen sehen“. Petrus identifiziert das Pfingstwunder mit Joel 3,1-5. Ansonsten findet man Träume und Visionen im Neuen Testament sehr selten! Hier steht im Vordergrund das, was in Hebr 1,1f steht: „Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, 2 hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn“ Gott hat vielfältig und auf vielerlei Weisen gesprochen – eben hin und wieder auch durch Träume und Visionen. Allerdings hat er jetzt geredet durch den Sohn. Wir haben das Evangelium vom Sohn Gottes. Wir haben das Wort Gottes komplett. Seine Jünger/Jüngerschüler haben es uns hinterlassen im Auftrag Gottes. 2Tim 3,16 spricht davon, dass alle Schrift von Gott eingegeben ist, wörtlich „Gott gehaucht“ ist. Für uns heute gilt ganz nach Jer 23,28: „Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit“. Alles andere muss sich immer am Wort Gottes prüfen. Vielleicht nehmen wir noch das Beispiel von Paulus in Apg 16,9f als konkretes Beispiel: „Und es zeigte sich dem Paulus in der Nacht eine Erscheinung: Ein mazedonischer Mann stand da und bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! 10 Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, suchten wir[4] sogleich nach Mazedonien abzureisen, da wir schlossen, dass Gott uns gerufen habe, ihnen das Evangelium zu verkündigen.“ Einer, in dem Fall Paulus, hat diese Erscheinung bei Nacht. Es scheint nicht sofort klar zu sein, dass das von Gott kommt und was es bedeutet. Miteinander schließen sie, dass es der Ruf Gottes nach Mazedonien ist. Paulus tritt nicht auf uns sagt: Gott hat mir gesagt, wir müssen nach Mazedonien! Offensichtlich bedarf es das beraten mit den anderen um zu überlegen, was das zu bedeuten hat. Das finde ich grundsätzlich ein wichtiges Prinzip. Sollte jemand in der Gemeinde einen Traum/Vision haben, dann sollte sie demütig davon berichten und die Leitungsbrüder müssen miteinander unter Gebet beraten, was damit anzufangen ist. Manchmal muss man vielleicht auch ehrlich sagen: „Keine Ahnung ob das von Gott ist oder nicht – aktuell können wir damit nichts anfangen.“ Lasst uns hier ehrlich und offen miteinander umgehen. Visionen/Träume/Bilder oder sonstiges können heute sehr stark manipulativ und zu geistlichem Machtmissbrauch verwendet werden, vor allem wenn sie einleiten mit den Worten: „Der Herr hat gesagt“ – Was Gott sagt, bzw. gesagt hat haben wir 100% im Wort Gottes. Alles andere muss sich daran messen. Auch eine Stimme, die man hört muss nicht zwingend Gottes Stimme sein, denn 2Kor 11,13ff sagt: „Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen.
14 Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an; 15 es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen; und ihr Ende wird ihren Werken entsprechen“ oder das Beispiel von Ahab und den falschen Propheten und dem einen wahren Propheten Micha (2Chr 18). Einfach mal dieses Kapitel lesen und verstehen, dass hier selbst die falschen Propheten meinen, sie wären richtig und nur einer hat den Durchblick!
Gerade im Zeitalter der Gemeinde scheinen Träume/Visionen in den Hintergrund des normalen Gemeindealltags zu gelangen. Es gibt keine Anweisung dazu in den Briefen nach dem Motto: Die Gabe der Träume und des Traumdeutens. Wir sehen Träume am Anfang der Gemeinde, als sich das Evangelium ausbreitet – zu den Heiden (Petrus die Vision der unreinen Tiere – Apg 10) – auf kontinental Europa (Paulus Vision mit dem mazedonischen Mann – Apg 16). Wir sehen den Apostel Paulus, der als letzter Apostel von Jesus vor Damaskus in einer Erscheinung berufen wird (Apg 9) und der selbst Offenbarungen durch Visionen hatte (2Kor 12,1-4). Paulus wurde aber dadurch zum Sprachrohr Gottes, der Worte Gottes aufschrieb, die wir heute haben. Er steht an einer heilsgeschichtlichen Stelle und hat eine Schlüsselfunktion. Seine Sonderberufung wurde bestätigt durch Zeichen und Wunder (2Kor 12,12). Das ist ein sehr wichtiges Thema gerade im Zeitalter der Gemeinde. Wann glauben wir jemandem, der mit Träumen und Visionen kommt und vielleicht dann noch autoritative Worte Gottes ausspricht nach dem Motto: „Der HERR sagt…“?Hebr 2,3f: „Sie (die Rettung) ist ⟨ja⟩, nachdem sie ihren Anfang ⟨damit⟩ genommen hatte, dass sie durch den Herrn verkündet wurde, uns gegenüber von denen bestätigt worden, die es gehört haben, 4 wobei Gott zugleich Zeugnis gab durch Zeichen und Wunder und mancherlei Machttaten und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.“ Diejenigen, die Worte des Herrn weitergegeben haben (Apostel), wurden von ihm durch Zeichen, Wunder und Machttaten bestätigt! Das sollte man mal mindestens erwarten, wenn jemand mit Träumen und Visionen kommt und meint, autoritative Worte Gottes zu reden. Das war der Maßstab der Apostel und auch der Propheten im AT (5Mo 18,21-22 – trifft das Wort ein oder nicht). Doch selbst Paulus schreibt uns im Gal 1,8f: „Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht! 9 Wie wir früher gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: Er sei verflucht!“ Man könnte noch ergänzen „und Wunder tut“ – denn das kann die andere Seite nach Jesus auch (Mt 24,24) und sie wird es tun. Es werden falsche Propheten/Christusse mit Visionen/Träumen und Wundern aufstehen und werden Verführer sein.
Fazit: Ja, Gott kann heute noch durch Träume reden. Wir haben Berichte davon. Aber es bleibt die Ausnahme und ist vor allem im Gemeindekontext immer im mazedonischen Modell (Apg 16) unter mehreren Augen zu prüfen. Träume/Visionen scheinen im NT Gemeindekontext keinen wirklich wichtigen Part zu spielen. Wir finden keine wirkliche Anweisung in der Briefliteratur, wie man damit umgehen soll, wie man es fördern soll oder dergleichen. Es wird eher gewarnt, dass durch falsche Propheten die Gemeinde auf Abwege kommen kann.
Joseph – Was zeichnet ihn aus?
Joseph steht für uns aus NT-Sicht für jemanden, der mit Gott unterwegs ist. Ja man könnte ihn als Christ bezeichnen, der seinen Glauben am Arbeitsplatz im Alltag lebt. Der Pharao selbst gibt ihm folgendes Urteil in 1Mo 41,37f: „Haben wir ⟨je⟩ einen gefunden wie diesen, einen Mann, in dem der Geist Gottes ist? 39 Und zu Josef sagte der Pharao: Nachdem dich Gott dies alles hat erkennen lassen, ist keiner so verständig und weise wie du.“ Tatsächlich ist Joseph der „Christ“, der seine Beziehung zu seinem HERRN und Gott im Alltag lebt, und zwar an dem Platz, an den ihn Gott hingestellt hat. Tatsächlich sucht Joseph das Beste für Ägypten. Schon spannend – die Ägypter haben ihm eigentlich übel mitgespielt und er sitzt unschuldig im Gefängnis. Aber anstatt bitter zu werden, sieht Joseph seinen Dienst im Auftrag Gottes am Volk der Ägypter ganz nach Jer 29,7: „Und sucht den Frieden/Wohl der Stadt, in die ich euch gefangen weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN! Denn in ihrem Frieden werdet ihr Frieden haben“. Dadurch ist Joseph ein gewaltiges Zeugnis für Gott mitten im heidnisches Umfeld Ägypten und jeder kann die Allmacht Gottes sehen. Dieser Gott hält, was er verspricht! Er hält, was er durch den Traum angekündigt hat. Alle konnten durch Joseph sehen, dass sein Gott der wahre Gott ist. Der Mundschenk und der Bäcker konnten durch den Dienst von Joseph Gott begegnen, sein Reden an sie ganz persönlich wahrnehmen.
Joseph – Annahme der Wegführung Gottes
Joseph ist zu Unrecht im Gefängnis. Er muss dort mehrere Jahre unschuldig verbringen. Aber Joseph hat gelernt jede Situation aus der Hand Gottes zu nehmen und dort sein Leben in den Dienst des HERRN zu stellen. Tatsächlich war Joseph für Gott Knecht bei Potifar und machte seine Arbeit gut. Genauso war Joseph jetzt mit und für Gott im Gefängnis und Gott war bei ihm – bei Potifar und im Gefängnis. Joseph hat ein „Ja“ zu seiner Situation und bringt sich mit seinen Möglichkeiten und seinen Gaben ein. Joseph lebt das, was wir in Kol 3,17+23 finden: „Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!“ Josephs „Ja“ zu Gottes Wegführung, die er aktuell noch nicht versteht und die sogar aus seiner Sicht ungerecht sind (er ist unschuldig im Gefängnis), hilft ihm sich dort für Gottes Werkzeug gebrauchen zu lassen. Er bricht seine Beziehung, sein Vertrauen zu dem Gott seiner Väter nicht ab, sondern lebt seinen Glauben genau dort, wo Gott ihn hingestellt hat. Der Dienst für den HERRN findet nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens statt – er kann auch im Gefängnis unter widrigen Umständen stattfinden und muss deswegen nicht weniger „fruchtbringend“ sein. Wie oft machen wir einen „schlechten Dienst“, weil wir mit der aktuellen Situation unzufrieden sind? Joseph ist hier tatsächlich ein Vorbild. Er dient in dieser Lage und setzt seine Gaben für den HERRN ein.
Der Mundschenk und der Bäcker – für was stehen sie und welche Aufgabe hat Joseph?
Es ist schon sehr interessant, dass hier zwei Personen vorgestellt werden, die beinahe das gleiche erleben. Beide sitzen im Gefängnis, weil sie sich „gegen ihren Herrn versündigten“. Es fällt einem sehr schwer, diese Geschichte nicht im Gesamtkontext der Bibel zu sehen und zu deuten. Beide haben sich versündigt vor ihrem Herrn, dem Pharao (V1). Die Schrift sagt, dass dieses Urteil auch vor Gott gilt. Röm 3,23: „denn alle haben gesündigt“. Und beide haben den Zorn des Pharaos auf sich gezogen (V2). Auch das finden wir in der Bibel, dass Gottes Zorn offenbart ist über alle Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit der Menschen (Röm 1,18; Röm 2,5). Beide sind also ein super Bild für uns Menschen, die alle Sünder sind und der Zorn Gottes und sein Gericht über unserem Leben steht. Die beiden stehen also für Sünder, die Rechenschaft vor ihrem HERRN, letztlich Gott, ablegen müssen. Jetzt gibt es in der Geschichte ein zweifaches Urteil. Der eine, in dem Fall der Mundschenk, wird begnadigt und darf wieder als Mundschenk arbeiten. Der andere, der Bäcker, wird zum Tode verurteilt. In unserer Geschichte gibt es keinen Anhaltspunkt, warum gerade der Mundschenk begnadigt wurde und der Bäcker nicht! Wir wissen aber den Anhaltspunkt, wann ein Mensch von Gott begnadigt wird und wann eben nicht! Das ist in der Übertragung hier der entscheidende Punkt, bzw. Frage: Wann wird ein Mensch von Gott begnadigt und wann eben nicht? Wann darf der Mensch leben und zwar ewig leben und wann muss er sterben und zwar in Ewigkeit (zweiter Tod, Offb 20). Das ist das wichtigste Thema und unsere Textstelle zeigt schon das Evangelium an – es gibt tatsächlich die Möglichkeit, obwohl man Sünder ist, Gnade zu finden. Joh 3,36: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm“. Es kommt nicht auf die Taten des Menschen an, denn die verurteilen ihn nur – er ist ja ein Sünder. Nur wer sich Jesus Christus anvertraut, an ihn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer Jesus ablehnt, der wird keine Gnade bei Gott finden, sondern nur seinen Zorn. Denn er bleibt ein Sünder und hat das verdient, was das Wort Gottes in Röm 6,23a sagt: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod“. Der Bibelverse geht dann wie folgt weiter, Röm 6,23b: „die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“
Es gibt das Gnadengeschenk des ewigen Lebens für diejenigen, die „In Christus sind“. Warum ist das möglich? Nur, weil Jesus Christis den Zorn Gottes auf sich nahm und all unsere Schulden, und die Konsequenz unserer Sünde vor Gott bezahlt hat. Kol 2,14: „Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, ⟨den⟩ in Satzungen ⟨bestehenden⟩, der gegen uns war, und ihn auch aus ⟨unserer⟩ Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte;“. Gnade ist teuer, niemals kostenlos. Sie hat den Sohn Gottes sein Leben und sein teures Blut gekostet. Aber für uns ist sie umsonst – ein Geschenk! Das ist das Evangelium, die gute Nachricht, die man hier im übertragenen Sinne sehen kann in dieser Geschichte. Was ist die Aufgabe von Joseph in der Geschichte? Joseph ist der Vermittler zwischen dem Mundschenk/Bäcker und Gott. Er erklärt ihnen das Reden Gottes (indem Fall den Traum). Er bringt sie und Gott im gewissen Sinne zusammen. Aber es beginnt damit, dass er echtes Interesse an ihrem Wohlergehen hat, V7: „Warum seid ihr heute so traurig?“ Er nimmt sie als Menschen wahr und geht auf ihre Lebenssituation ein. Dann bringt er die Botschaft Gottes in diese Situation hinein.Joseph tut hier bildhaft das, was der Auftrag Israels war (vgl. Berufung Abrahams in 1Mo 12,3: „in dir/durch dich sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden“) und was unser Auftrag heute an unseren Mitmenschen ist. Wir finden es mal in 2Kor 5,20 so: „So sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ Unser Dienst ist ein Versöhnungsdienst. Wir wollen Sünder in unserem Umfeld, die unter dem Zorn Gottes und dem kommenden Gericht stehen, mit diesem Gott, der diese sündigen Menschen unendlich liebt und seinen Sohn Jesus für sie (für alle Menschen!!!!) in den Tod gegeben hat, versöhnen. Für diesen vermittelten/versöhnenden Dienst steht Joseph in unserer Geschichte. Er ist der Gläubige, der im Gefängnis mit Ungläubigen sitzt und über seinen Glauben redet und anderen dient.
Joseph – Wie sah sein Dienst aus?
Man kann die Geschichte lesen und einfach einen Mann sehen, den der HERR mit der Gabe des Traumdeutens ausgestattet hatte. Josephs Dienst war aber der: Heiden (Mundschenk und Bäcker) das Reden Gottes (hier durch einen Traum) so zu „übersetzen“ und zu erklären, dass es für die beiden zu verstehen war. Joseph war sozusagen ein Evangelist im Gefängnis, der Gottes Worte erklärte und auf ihn hinwies: „Auslegen steht bei Gott – doch erzählts“. So lesen wir in Vers 8. Auch in 1Mo 41,16 lesen wir: „Da antwortete Josef dem Pharao: Das steht nicht bei mir; Gott wird antworten, was dem Pharao zum Heil ist.“ Josephs Dienst war, wie eben im vorherigen Abschnitt betont, ein vermittelnder und versöhnender zwischen Ägyptern und Gott! Dabei geht es letztlich um Rettung! Gott ist ein Rettergott (1Tim 2,3-4) und seine Rettung heißt: Jesus Christus! Jesus bedeutet übersetzt – JHWH (Gottesname) ist Rettung! Joseph verkündigt diesen Gott im Gefängnis. Er verkündet diesen Gott beim Pharao, dem König von Ägypten. Dabei nutzt er die ihm von Gott gegebene Gabe – Träume zu deuten – letztlich Gottes verschleierte Wort an die Ägypter durch Träume (Pharao, Mundschenk, Bäcker) zu erklären. Es ist im Prinzip genau das, was wir in Röm 10,14-17 finden: „Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber sollen sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber sollen sie hören ohne einen Prediger?15 Wie aber sollen sie predigen, wenn sie nicht gesandt sind? Wie geschrieben steht: »Wie schön sind die Füße derer, die Gutes verkündigen[6]!« 16 Aber nicht alle haben dem Evangelium gehorcht. Denn Jesaja sagt: »Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt?«17 Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi.“ Hier kommt beides zusammen in unserer Geschichte. Er gibt den Verkündiger/Ausleger (Joseph), der sich hat Senden lassen in dieses heidnische Umfeld und es gibt Wort Gottes (damals durch Traum an Pharao, Mundschenk und Bäcker). Gott gebraucht den Dienst des Josephs und setzt ihn zum Segen und zur Rettung einer ganzen Nation ein.
Wie sehen an Joseph und seinem Dienst folgendes:
1. Er lebte seinen Glauben und seine Gottesbeziehung auch in widrigen/gottlosen Umständen und tat seine weltlichen Aufgaben für Gott
Ich denke, dass das die Basis ist, um ein guter und glaubwürdiger Zeuge für unseren HERRN Jesus zu sein. Wir müssen gut in der Welt unterwegs sein. Wir müssen bekannt für Engagement und gute Arbeit sein. Wir brauchen Liebe und Interesse an unserer Gesellschaft und sollten kein Bubbel-Dasein (wir ziehen uns von allen Menschen zurück) leben. Wir wollen unsere Arbeit für unseren HERRN Jesus tun (Kol 3,17+23) und deswegen wollen wir sie Best möglichst machen. Ein weiteres Beispiel an dieser Stelle ist Daniel. In Dan 6 kann ihm nichts Negatives zur Last gelegt werden, denn er war ehrlich und gewissenhaft. Bei dem Katalog für die Ansprüche an einen Ältesten heißt es in 1Tim 3,7: „Er muss aber auch ein gutes Zeugnis haben von denen, die draußen sind“.
2. Er lebte seinen Glauben aktiv in seinem Umfeld und nicht als „U-Boot-Christ“
Glauben an Gott war für Joseph keine Privatsache. Er konfrontierte seine Mitmenschen damit (schon bei Potifar, hier im Gefängnis und beim Pharao). Dadurch war er ein Zeugnis für Gott und ein Segen Gottes für die Mitmenschen. Glaube und Alltag waren für ihn keine zwei verschiedenen Bereiche, sondern sein Motto war: Glaube wird im Alltag gelebt. Ein U-Boot-Christ dagegen ist so einer, der nur am Sonntag oder in der Kleingruppe auftaucht und seinen Glauben an Jesus lebt. Den Rest der Woche ist er auf Tauchstation!
3. Er hatte das Ziel, Mitmenschen mit Gott in Verbindung zu bringen, damit Rettung geschieht
Gerade bei der Geschichte mit dem Pharao wird deutlich: Joseph ist da zur Rettung des Volkes. Er kennt nicht darum, dass wir einen Gott verkaufen, der unserem Mitmenschen auch bissle guttut, sowie ein wenig Sport in der Woche. Glaube ist kein Hobby, sondern Lebens-Elixier. Ohne Glaube an Jesus Christus werden unsere Mitmenschen verloren gehen. Joseph steht da als Licht im dunklen Ägypten, dass den Ägyptern den Weg zu Gott zeigt. Jesus sagt das mal so in Mt 5,13-17: „Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden. 14 Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind. 16 So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.“ Wir sollen Salz und Licht sein – das ist unser Auftrag. Wir sind es, weil Jesus das Licht der Welt ist (Joh 8,12), dass allem Menschen Leben geben will und wir dieses Licht (Jesus) in uns tragen (Gal 2,20). Damit sind wir Christen Lichtträger oder Fackelträger, die andere Menschen erleuchten sollen. Salz (wir Christen) ist dabei nicht der Geschmack in einer faden Welt, sondern das Konservierungsmittel. Wir sind dazu berufen, dass die Welt um uns herum, unsere Mitmenschen, das echte Leben erkennen (Jesus) und zum Glauben an ihn finden durch unser Zeugnis/unsere Verkündigung (Röm 10,17) – Aufgabe vom Salz -Konservieren! Das darf durch gute Werke geschehen, die sie bei uns sehen. Joseph tat genau das. Er tat Gutes und redete von Gott.
Joseph – ein Bild auf Christus
Wie viele Geschichten in der Bibel, die uns das Thema Rettung erklären, bietet auch die Josephsgeschichte zahlreiche Vergleiche auf Jesus Christus hin. Wir finden in 1Kor 10,6 folgenden Hinweis: „Diese Dinge (Geschichten aus dem AT) aber sind als Vorbilder („Typos“) für uns geschehen, damit wir nicht nach Bösem gierig sind, wie jene gierig waren“. Geschichten aus dem AT sind oft Vorbilder/Typos für uns. Sie zeigen uns ein Prinzip auf, sie weisen auf etwas größeres hin. Im Hebräerbrief wird der Begriff „Schatten“ verwendet. Joseph ist auch so ein Vorbild auf Christus. Sein Leben als Liebling des Vaters führt in die Erniedrigung/Sklaverei und von dort auf den Thron der Macht zur rechten der damaligen Weltmacht – dem Pharao. Seine Lebensgeschichte/Sendung diente zur Rettung der Ägypter/Israels – durch ihn brachte Gott die Rettung vor der drohenden Hungersnot. Der fantastische Satz 1Mo 50,20: „Ihr zwar, ihr hattet Böses gegen mich beabsichtigt; Gott ⟨aber⟩ hatte beabsichtigt, es zum Guten ⟨zu wenden⟩, um zu tun, wie es an diesem Tag ist, ein großes Volk am Leben zu erhalten.“ Kann man auch auf Jesus anwenden!
1.4 Struktur des Abschnittes:
Wir lesen in unseren zwei Abschnitten von drei Träumen, die Joseph deutet. Zwei im Gefängnis – Mundschenk und Bäcker, die genauso eintreffen, wie es Joseph vorhergesagt hat. Dadurch kommt Joseph nach langer Wartezeit (2 Jahre) aus dem Gefängnis und deutet dem Pharao einen Traum (eigentlich zwei – Kühe und Ähren) und wird zum Retter des ganzen Volkes.
2. Verstehen, worum es geht
In unserem Abschnitt ist es sehr wichtig, dass man den Überblick behält und die wichtigen Dinge aufzeigt, sonst verheddert man sich in der Länge des Textes. Wir wollen uns tatsächlich, wie das Thema sagt, auf Joseph und seinen Dienst (begabt, bereit, berufen) fokussieren und dann letztlich den Übertrag auf das eigene Leben machen. Wo bin ich begabt, bereit und berufen?
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
(Überlegungen zum Predigtanlass / Hörer / Liedvorschläge)
Wir alle leben unser Christsein in einer gottlosen Welt. Wir alle haben den Auftrag, Zeugen für Jesus zu sein und unser ganzes Leben als ein Dienst für Gott zu leben (Röm 12,1). Joseph ist uns hier ein gutes Vorbild und wir können von seinem Leben eine Menge lernen.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
(Überlegungen zur Heilsgeschichte / Gattung / Übertragung usw.)
Wir haben einen Text aus dem AT in einer ganz anderen Zeit und in einer ganz anderen Kultur. Vor allem was das Thema: „Wie redet Gott heute“ angeht müssen wir hier aufpassen. Wir haben das Thema der Träume angeschaut. Wir finden es in Ausnahmefällen auch zu Beginn des Gemeindezeitalters. Es hilft uns, wenn wir in der Josephsgeschichte die Träume als damaliges Reden Gottes sehen (was es ja auch war) und heute die Parallele suchen, nämlich das Wort Gottes – die Bibel (hier haben wir das ganze Reden Gottes)
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
(Überlegungen zur Länge / Bekanntheit / Art usw. des Textes)
Es hilft sicherlich, wenn wir kurz die Bezüge herstellen und manches des Textes erzählen und nicht lesen.
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
(Vorschlag)
Wir wollen Joseph als Vorbild des Glaubens sehen und betrachten (Hebr 11,22). Was können wir von ihm lernen für unseren Glaubensalltag mit Jesus. Wo sollen wir uns einbringen mit dem, was Gott uns anvertraut hat? Wie erreichen wir das Ziel, dass Worte Gottes unserem Mitmenschen zur Rettung dient?
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
(Vorschlag)
Joseph – begabt, bereit, berufen (Verbandsvorschlag)
Joseph – Durch Dienen Menschen für Jesus gewinnen
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Joseph – Durch Dienen Menschen für Jesus gewinnen
- Gute und ehrliche Arbeit als Vertrauensgrundlage
- Zuhören und Gottes Worte auch mit meiner Begabung weitergeben
- Menschen retten für Zeit und Ewigkeit
Zu 1. Gute und ehrliche Arbeit als Vertrauensgrundlage
Wir wollen Josephs Arbeit für das Gefängnis und für seine Mitgefangenen hervorheben. Er war bestrebt, dass die Arbeit gutgetan wird, dass es den Menschen in seinem Umfeld durch seine Arbeit gut geht. Das Motto aus Kol 3,17+23 sollten auch wir leben. Wir wollen unseren Platz und die Aufgabe, an die der HERR uns gestellt hat, Best möglichst mit seiner Hilfe tun. Es wird wahrgenommen, ob wir uns für unsere Mitmenschen engagieren oder nicht! Wenn Joseph im Gefängnis durch Negatives aufgefallen wäre, durch seinen Hass auf seine Mitgefangenen, oder durch herablassende Behandlung seiner Untergebenen, hätte er mit Sicherheit kein Gehör beim Mundschenk oder Bäcker gefunden. Sein gutes Verhalten ist die Basis dafür, dass das was er sagt oder den Mitmenschen rät, auch Gehör findet. Wenn wir eher negativ auffallen oder gar komisch sind, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn unsere Mitmenschen uns nicht achten und uns nicht zuhören. Eine intakte Beziehung zum Umfeld in dem ich lebe, ist die Grundlage für Evangelisation.
Zu 2. Zuhören und Gottes Worte auch mit meiner Begabung weitergeben
Joseph ist für die Nöte und Probleme seiner Mitgefangenen da. Er hat echtes Interesse am Wohlergehen des Mundschenks und Beckers. Er nimmt wahr, dass es ihnen nicht gut geht! Natürlich ist der Andockpunkt in der Geschichte für Joseph vermeintlich leichter als bei uns, denn es handelt sich um ein spirituelles Problem – Ein Traum war damals in der ägyptischen Kultur das Reden der Götter. Was macht Joseph jetzt? Er nimmt sich Zeit und fragt nach. Und dann bringt er seinen Glauben, seine Gotteskenntnis und seine in dem Fall passende Gabe (Traumdeutung) in die Situation hinein. Joseph redet damit Worte Gottes in das Leben dieser Menschen hinein. Er ist ein Zeuge Gottes. Im Gefängnis, aber auch bei der Geschichte vor dem Pharao. Er bezeugt den allmächtigen Gott Israels, der Träume schenkt und deuten lässt. Joseph tut etwas, was den Glauben an Gott wecken kann, bzw. er schafft das Umfeld dafür, wo Glaube entstehen kann. Röm 10,17: Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi. Hier ist Joseph ein super Vorbild. Er redet von Gott und spricht in die Situation der Mitmenschen hinein. In seinem Fall hat Gott ihm die Gabe der Traumdeutung gegeben. Wenn wir das übertragen, dann ist es wichtig, dass wir an den Mitmenschen sind. Wir sollten ihnen zuhören und Worte von Jesus in ihre Situation sprechen, also Jesus bezeugen und dafür auch Worte Gottes gebrauchen. Sicherlich haben manche eine spezielle Gabe dafür (Evangelisation). Aber Jesus bezeugen ist letztlich keine Gabe, sondern eine Aufgabe und wir sind immer davon abhängig, dass Gott uns gebraucht und unsere Worte in das Herz des Gegenübers fallen lässt.
Zu 3. Menschen retten für Zeit und Ewigkeit
Die Josephsgeschichte zeigt den Willen Gottes – Rettung! Joseph wird von Gott extra nach Ägypten gesendet, um sein Volk vor der kommenden Hungersnot zu retten. Dabei wird das heidnische Ägypten gleich mitgerettet und durch Joseph gesegnet. Er ist dabei ein super Bild auf Jesus. Jesus kam, um alle Menschen zu retten. Nicht vor einer Hungersnot, sondern vor dem kommenden Zornesgerichts Gottes, weil alle Sünder sind. Dabei spielen die beiden Gefangenen eine bildhafte Rolle. Beide haben gesündigt und auf beide ist der Pharao zornig – das ist die Situation eines jeden Menschen vor Gott! Aber Rettung ist möglich durch Glauben an den Sohn Gottes. Allerdings gibt es am Ende immer zwei Ausgänge! Keine drei oder nur einen. Entweder, man ist ein von Gott begnadigter Mensch wie der Mundschenk, dann ist man gerettet. Oder man ist jemand, der keine Gnade, sondern nur das Gericht bekommt – dafür steht der Bäcker. Hier ist es wichtig, dass wir betonen: Das ist keine Willkür Gottes, sondern Gnade hat einen Namen – Jesus Christus! Tit 2,11: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen.“ Jeder Mensch darf bei Jesus diese Gnade finden. Das ist unsere gute Nachricht für die Welt. Das, was damals in Ägypten passiert ist, nämlich dass durch Joseph eine große Rettung geschah, ist durch Jesus allumfänglich du ewig geschehen. Joseph zeigt uns den Plan Gottes mit unserem Leben. Wir sollen dazu da sein, um anderen Menschen das Evangelium zu bringen, damit sie die Rettung Gottes finden. Wir haben den Dienst der Versöhnung (2Kor 5,20).
(Manuel Nowak)