| Jahresthema: | Für ein gutes MITEINANDER |
| Predigtthema: | Einander Mut machen |
| Predigttext: | 1. Thessalonicher 5, 1-11 |
| Autor: | Günther Ott |
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1 Überblick über das Jahresthema 2021
Ein gutes Miteinander, wer wünscht sich das nicht? Eine Gemeinschaft, die unser Leben bereichert, belebt und stärkt, wollen wir doch alle. Gott hat uns Menschen so geschaffen, dass wir auf Gemeinschaft angelegt sind. Und obwohl wir uns nach Gemeinschaft sehnen und auch auf Gemeinschaft hin gemacht sind, erleben wir, dass menschliche Gemeinschaft sehr zerbrechlich ist und sehr leicht gestört oder sogar zerstört werden kann. Diese Herausforderung sehen wir auch im Miteinander von Christen in der Gemeinde und es ist aus diesem Grund immer wieder sehr wichtig darüber nachzudenken, wie Gemeinschaft gelingen kann, wie unser Miteinander von Gott geprägt, immer mehr wachsen kann.
In der Bibel sehen wir, dass es Gott ein großes Anliegen ist, dass seine Kinder in seinem Sinne Gemeinschaft leben und er gibt uns viele Aufforderungen, wie Miteinander gelingen kann. In unserem Jahresthema wollen wir im Jahr 2021 (jeweils am letzten Sonntag des Monats) dieses Miteinander bedenken und uns von Gott prägen lassen. Unser großer Wunsch ist es, dass unsere Gemeinden dadurch gemeinsam in ihrer Beziehung zu Jesus und auch in ihrer Beziehung zueinander wachsen. Und wir beten, dass durch die Art wie sie miteinander leben auch für andere immer mehr sichtbar wird, welcher Herr sie zusammengeführt hat.
Umrahmt wird dabei unser Jahresthema von der großen Aufforderung, die Jesus seinen Jüngern mitgibt (Joh 15) und die auch Paulus aufgreift (Röm 13,8-10), dass wir uns als Kinder Gottes untereinander lieben sollen (Januar & Dezember). Unter diesem Oberthema lassen sich schlussendlich alle anderen Themen, die wir unter dem Jahresthema behandeln, zusammenfassen. Die Liebe, die Jesus auf unvergleichliche Weise vorgelebt hat ist eine Liebe, die bereit ist, sich für den anderen hinzugeben. Eine Liebe, die ein großes Zeugnis für unseren Gott ist.
- Diese Liebe äußert sich zunächst darin, dass wir als Kinder Gottes bereit sind, uns gegenseitig in Liebe anzunehmen (Februar), weil wir wissen, dass Christus derjenige ist, der uns in Liebe angenommen hat.
- Weiter zeichnet sich dieses Miteinander in Liebe dadurch aus, dass Kinder Gottes bereit sind einander zu dienen (März). Auch dies hat Jesus vorgelebt und war bereit sein Leben als Lösegeld für uns zu geben.
- Ein liebevolles Miteinander lebt auch davon, dass wir aufeinander achten und uns dazu ermuntern im Glauben wirklich dran zu bleiben (April) und in der Heiligung zu leben.
- Für eine gute Gemeinschaft ist es zudem wichtig unnötige Konflikte zu vermeiden und sorgfältig darauf zu achten, andere nicht auf falsche Weise zu provozieren (Mai).
- Echtes Miteinander unter Glaubensgeschwistern lebt auch davon, dass wir füreinander im Gebet einstehen (Juni), weil wir genau wissen, wie abhängig wir alle davon sind, dass unser Herr uns führt, leitet und bewahrt.
- Zu diesem füreinander einstehen, gehört natürlich auch, dass wir als Kinder Gottes umeinander wissen, die Verbindung zueinander suchen und so als Nachfolger Jesu eine Einheit bilden (Juli).
- Weil wir auch als Christen immer wieder untereinander schuldig werden, ist auch das Thema Vergebung ein sehr wichtiger Grundstein für ein gutes Miteinander (August). Auch hier haben in Jesus Christus das große Vorbild, was Vergebung bedeutet. Und gleichzeitig ist Jesus derjenige, der echte Vergebung erst ermöglicht, weil er für unsere Schuld am Kreuz gestorben ist.
- Geistliches Miteinander beinhaltet auch, dass wir lernen uns in eine geistliche Gemeinschaft einzuordnen. Dazu gehört, dass wir verstehen, wie Gott sich das Miteinander unter seinen Kindern vorgestellt hat und die Bereitschaft sowohl demütig Verantwortung zu übernehmen wie auch sich auf eine gute geistliche Weise unterzuordnen (September).
- Das Leben als Christ ist kein Sprint, sondern eher ein Langstreckenlauf, bei dem es immer mal wieder auch Durststrecken gibt. Auch hier braucht es ein gutes geistliches Miteinander, um uns immer wieder zu einem Leben in der treuen Nachfolge anzuspornen und nicht müde zu werden die Liebe Gottes in die Welt zu tragen (Oktober).
- Geistliche Durststrecken und Herausforderungen können immer wieder auch entmutigend sein und auch hier ist es ein Geschenk Gottes, dass er uns als Glaubensgeschwister zusammengestellt hat. So können wir uns gegenseitig ermutigen die richtige Ausrichtung zu behalten und den Blick auf Jesus, auf sein Werk und auf seine Wiederkunft nicht zu verlieren (November).
Schlussendlich bleibt die Liebe, das Oberthema, das unser Miteinander zusammenhält. Wenn wir aus der Liebe Jesu leben, wenn seine Liebe unser Leben prägt, wird dies auch in einem guten Miteinander unter Glaubensgeschwistern, in der Liebe zueinander sichtbar werden. Bildlich dargestellt könnte das Thema so aussehen: Unser „Miteinander“ ist eine Frucht mit verschiedenen Beeren, die sich ergänzen und von denen jede einzelne sehr wichtig ist. Im Laufe des Jahres werden wir die einzelnen Beeren nacheinander betrachten.

Eine PowerPoint-Vorlage mit der Grafik findet ihr unter: https://christusbund.sharepoint.com/:p:/s/medien/EQTQFa12LktBqBCcQsW9qmcBi9et5hf-ZzzoObTt-zou1g?e=Xauf41
2 Hinweise zum Textverständnis
2.1. Zum Kontext
Wir können davon ausgehen, dass beide Thessalonicherbriefe von Paulus sehr früh (nach MacArthur Studienbibel 50-51 n.Chr.) und vermutlich knapp nacheinander geschrieben wurden. Sie betonen das zukünftige Wiederkommen Jesu und die praktischen Auswirkungen, die diese Aussicht auf unser Leben im Heute haben sollte.
(Wiersbe, S.189): „Jedes Kapitel in 1.Thessalonicher endet mit dem Hinweis auf die Wiederkunft Jesu Christi, und diese Wahrheit wird auf das tägliche Leben angewandt. Eine eifrige Erwartung seiner Rückkehr ist
- ein Beweis der Errettung (1,9-10),
- eine Motivation, Menschen für ihn zu gewinnen (2,17-20),
- und eine Ermutigung zu einer heiligen Lebensführung (3,11-13).
- Diese Wahrheit ist ein Trost im Leid (4,18)
- und ein Ansporn, dem Herrn mehr zu vertrauen (5,23-24)“
(MacDonald, S.356): „Eines der wichtigsten Themen des 1.Thessalonicherbriefes ist die Wiederkunft des Herrn Jesus. Sie wird in jedem der fünf Kapitel mindestens einmal erwähnt. G.R. Harding Wood hat diese Anspielungen zusammengefasst in der folgenden ausgezeichneten Synopse: Der Christ, der die Wiederkunft unseres Herrn Jesus erwartet, hat keinen Platz für:
- Götzen in seinem Herzen (1,9-10)
- Nachlässigkeit in seinem Dienst (2,9+19)
- Spaltungen in der Gemeinde (3,12+13)
- Depressionen in seinem Geist (4,13-18)
- oder Sünde in seinem Leben (5,23)“
Das Thema der Wiederkunft Jesu ist für Christen, die auf Jesus warten, eine große Ermutigung im Leben in dieser Welt. Jesus kommt ganz sicher. Er sagt sogar, dass er BALD kommt (Offb. 22,20). Christen, die durch dieses Thema mehr irritiert als ermutigt werden, haben allen Grund, darüber nachzudenken, um sich ganz neu darauf auszurichten und darüber froh zu werden.
Das Thema der „Ermutigung“ (einander Mut machen) ist sicher auch unabhängig von dem Gedanken der Wiederkunft wichtig. Aber mit Blick auf die Wiederkunft Jesu kommt in der Zeit der Predigt (i.d.R. am 28.11.2021, am Anfang des neuen „Kirchenjahres“, 1.Advent = „Ankunft“) ein wichtiger, vielleicht sogar entscheidender Gedanke dazu. Bei all dem Entmutigenden unsere Zeit macht es Mut, wenn wir wissen dürfen, dass Jesus kommt und „allem Leid ein Ende setzt“.
Advent bedeutet, einander Mut machen: Jesus kommt. Es wäre dabei zu wenig, wenn wir uns am 1.Advent 2021 nur auf die erste Ankunft Jesu im Stall in Bethlehem vorbereiten, dessen Ankunft wir dann am 24.12. feiern (so wichtig das auch sein mag). Aber der nächste „echte“ Termin bzgl. „Ankunft“ ist die Wiederkunft Jesu, nicht das Weihnachtsfest 2021.
Der 1.Thessalonicher-Brief lässt sich folgendermaßen gliedern:
- 1,1-3,13 Persönliche Erklärungen des Paulus
- 4,1-5,8 Praktische Anweisungen des Paulus
Unser Text (5,1-11) befindet sich bei den „praktischen Anweisungen“. Paulus zeigt, wie Christsein im Horizont der Wiederkunft Jesu in der Kraft des Heiligen Geistes gelebt werden kann und soll. Es kommt dabei darauf an, sich gegenseitig Mut zu machen (PARAKALEO = ermahnen und ermutigen), um vor der Wiederkunft die richtigen Prioritäten zu setzen.
2.2 Zur Textstruktur
Die Textstruktur lässt sich folgendermaßen darstellen (siehe Grafik)
Paulus zeigt, dass sich die Christen in Thessaloniki in der Zeit vor der Wiederkunft Jesu von Nichtchristen (in der Grafik rot) unterscheiden werden. Sie wissen mehr über die Zukunft dieser Welt, reden deshalb anders, denken deshalb anders, handeln deshalb anders.
Ein Merkmal von Christen ist es, dass sie wachsam auf ein herrliches Ziel zu leben und dass sie sich auf dem Weg dorthin gegenseitig Mut machen (5,11 „deshalb“). Paulus sieht, dass die Thessalonicher das schon tun und bestärkt sie darin. So soll es auch heute bei uns sein.

2.3 Zu den Versen
2.3.1 Verse 1-3
ELB 1 Was aber die Zeiten und Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben wird. 2 Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. 3 Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit!, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen.
- Tag des Herrn
Der Tag des Herrn bedeutet eine Zeitenwende. Er bringt sowohl Gericht als auch Segen. Je nachdem, wie man zu Jesus gestanden hat, werden die Folgen und das „Weiterleben“ sein.
(Eberhard Hahn in Edition C, S.108): „So ist der Tag des Herrn zunächst der Tag der Wiederkunft Jesu Christi, an dem sein Gericht und sein Heil offenbar wird (Joh.5,22; Apg.17,31; 2.Kor.5,10)“
- Ihr wisst
Paulus war nur sehr kurze Zeit in Thessaloniki (Apg. 17,1-15). Trotzdem hat er in dieser kurzen Zeit viel gelehrt, auf was er jetzt zurückgreift. Er geht davon aus, dass die Gemeinde gewisse Grundlagen über zukünftige Ereignisse, Zeiten und Zeitpunkte kennt.
- Zeiten und Zeitpunkte
Das sind (wohl) die Ereignisse, die dem Tag des Herrn vorausgehen. (vgl. auch Apg.1,7)
Paulus betont hier bzgl. dem „Tag des Herrn“ die Unvorhersehbarkeit eines genauen Zeitpunktes („wie ein Dieb“). Die Welt wird sich in einem relativ ruhigen Zustand befinden oder wird zumindest von sich aus den Zustand so beschreiben, ganz unabhängig, ob das den Tatsachen entspricht („Friede und Sicherheit“). Beruhigendes Reden wird typisch sein für die Zeit („wenn – dann“). Das Eintreffen wird dann plötzlich sein („wie Geburtswehen“).
Paulus betont die Unausweichlichkeit des Tages des Herrn. Wie eine Geburt kommen wird, so wird auch der Tag des Herrn kommen. Und dabei weiß eigentlich jeder bei einer Geburt schon lange, dass sie irgendwann kommt und jeder könnte sich darauf grundsätzlich vorbereiten. Es wird darauf ankommen, es auch ganz praktisch zu tun.
2.3.2 Verse 4-5
ELB 4 Ihr aber, Brüder, seid nicht in Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb ergreift; 5 denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis.
Diese Verse können zweierlei bedeuten:
- Wer um die Ereignisse weiß, der wird nicht überrascht sein, wenn sie dann da sind. Hier wird die Überraschung betont („wie ein Dieb“). Wer also mit dem Tag des Herrn rechnet, der wird wachsam sein und sich vorbereiten.
- Wer Christ ist, der wird den Tag des Herrn nicht erleben, weil er davor entrückt worden ist. Die Gemeinde wird den Tag des Herrn nicht erleben („Söhne des Lichts und Söhne des Tages“).
Ganz egal, welche zeitliche Reihenfolge der Endzeit wir für uns auch annehmen – Paulus mahnt in den folgenden Versen sehr deutlich zur Wachsamkeit und Nüchternheit und macht damit deutlich, worauf wir uns konzentrieren sollen. Wachsamkeit und Nüchternheit – das soll uns jederzeit kennzeichnen, ganz unabhängig davon, wie die Reihenfolge dann sein wird.
2.3.3 Vers 6-11
ELB 6 Also lasst uns nun nicht schlafen wie die Übrigen, sondern wachen und nüchtern sein! 7 Denn die da schlafen, schlafen bei Nacht, und die da betrunken sind, sind bei Nacht betrunken. 8 Wir aber, die dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, bekleidet mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung des Heils. 9 Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, 10 der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben. 11 Deshalb ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut!
- Schlafen – wachen, nüchtern – betrunken
Die Begriffe bezeichnen einen geistlichen Zustand. Wer auf die die offenbarten Wahrheiten Gottes in der Bibel hört und sein Leben danach ausrichtet, der gehört zu den Wachen und Nüchternen.
- Glaube – Liebe – Hoffnung
Diese Begriffe kennzeichnen das Leben und die Haltung von Nachfolgern Jesu. Sie ziehen sich durch den ganzen Brief. Wer an Jesus glaubt, wie es die Schrift sagt, der wird auch lieben und hoffen (können).
Paulus sieht das Leben des Christen in dieser Welt als Kampf. Er wählt hier wieder einmal das Bild des Soldaten, um die Situation möglichst treffend zu beschreiben (vgl. Eph. 6; 2.Tim.2). Auf dem Weg zum Ziel geht es nicht ohne Kampf ab, zu dem es eine vorhandene Schutzausrüstung gibt, die auch notwendig sein wird.
- Deshalb ermahnt einander – wie ihr auch tut
Weil wir unterwegs sind zu einem Ziel, braucht es gegenseitige Ermutigung. PARAKALEO meint ermahnen und ermutigen. Paulus freut sich, dass die Thessalonicher das auch schon tun und bestärkt sie darin.
2.4 Weitere Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
Hahn, Eberhard. 1.und 2.Thessalonicher (in: Edition C Bibelkommentar)
Wiersbe, Warren W. 1.Thessalonicher (in: Kurzkommentar zum Neuen Testament.
Constable, Thomas L. 1.Thessalonicher (in: Das Neue Testament erklärt und ausgelegt)
MacDonald. Der 1.Thessalonicherbrief. (in: Kommentar zum Neuen Testament)
3 Erklärungen zum Thema (Einander Mut machen)
3.1 Einander Mut machen – Welche Folgen hat es, wenn wir uns daran orientieren?
Wir zeigen durch unser Hinweisen und unser Hinleben auf die Wiederkunft Jesu, dass wir die Situation verstanden haben, in der wir leben: Wir leben auf diesen Tag zu, der ganz sicher kommen wird. Jeder vergangene Tag bringt uns einen Tag näher zu diesem Tag der Wiederkunft hin. Wir sind als Gemeinde Jesu gemeinsam unterwegs zu diesem Ziel, Jesus zu begegnen, um dann in seiner unmittelbaren Nähe zu sein.
Bis zu diesem Zeitpunkt der Wiederkunft braucht es Ermahnung – d.h. Ermutigung und Korrektur. Das kann ganz einfach die regelmäßige Erinnerung an die Wiederkunft bedeuten. Diese Erinnerung richtet uns immer wieder neu aus, wenn wir bedenken, was das bedeutet: Jesus kommt (Es ist der „Tag der Abrechnung“: es gibt Lohn oder Schande, vgl. Mt. 20,1-16; Mt.25,1-30).
Bis zum Zeitpunkt der Wiederkunft ist es notwendig, dass wir uns gegenseitig anspornen (vgl. Predigthilfe zu Hebr.10).
3.2 Einander Mut machen – Was sind die Konsequenzen, wenn wir uns nicht daran orientieren?
(das Gegenteil vom vorherigen Punkt)
Wir können es uns eigentlich nicht leisten, auf gegenseitige Ermutigung im Blick auf die Wiederkunft zu verzichten.
3.3 Einander Mut machen – Worin liegen die Schwierigkeiten bei der Umsetzung?
Weiß ich selber Bescheid über die Situation, in der wir uns befinden? (geistlicher Kampf, gemeinsam unterwegs zum Ziel, Zeichen der Zeit, …).
Lebe ich (noch) mit den Verheißungen Gottes? Was bedeutet mir selber die Wiederkunft Jesu? Ist mir (noch) bewusst, dass es sich am Glauben an Jesus entscheidet, ob ein Mensch Himmel oder Hölle am Ende erlebt?
3.3 Einander Mut machen – Wie geht unsere Gesellschaft damit um?
Sie weiß um die Wichtigkeit von Ermutigung bzgl. einer Zielerreichung und tut ihr Mögliches („Wir schaffen das“, „Das kriegen wir hin“, …).
Sie kann dabei aber nur mit den eigenen Kräften rechnen (wir dagegen können göttliche Ermutigung in Umlauf bringen – Gottes Wort).
Sie kann nicht über den Horizont schauen (Ein Afrikaner wurde gefragt, was ein Christ sei? Er antwortete: Er kann über den Horizont schauen!). (Wir Christen dürfen mit den Augen des Glaubens sehen).
Sie hat nur den innerweltlichen Horizont oder lebt in Spekulationen über die Zukunft (Wir Christen dürfen um die offenbarte Wahrheit wissen …).
4 Veranschaulichungen
4.1 Einander Mut machen – Wie hat Jesus uns Mutmachen vorgelebt?
Jesus macht anderen Mut, indem er zeigt, wie er mit der Schrift lebt und sie versteht. (Bsp. Emmausjünger. Er erklärt die Verheißungen, die sich erfüllt haben und bestärkt das Vertrauen in ausstehende Verheißungen in der Zukunft). (Bsp. schon als 12-jähriger zeigt er, dass er in der Schrift zuhause ist und sein will).
4.2 Einander Mut machen – Welche weiteren Beispiele finden wir in der Bibel?
Paulus macht Timotheus Mut, gerade was das Leben in den „letzten Tagen“ anbelangt (2.Tim.3). Diese Erklärungen sollen dem ermüdeten/entmutigten Timotheus neue Kraft geben.
4.3 Einander Mut machen – Was lehrt uns das über die Gemeinde?
Gemeinde als Leib: wir schauen nacheinander? Wie erklären wir uns gegenseitig die Bibel? Gott hat uns mit begabten Menschen beschenkt, die uns weiterhelfen können. Wir selber können andere in aller Demut das weitergeben, was wir selber schon erkennen durften.
Gemeinde als Kontrastgesellschaft (hoffentlich) – wir sind nicht ohne Glauben, Liebe, Hoffnung. Gott hat uns Wissen über die Zukunft der Welt anvertraut, so dass wir dadurch einer verlorenen Welt zum Segen werden können.
5 Anwendung
5.1 Wie werden wir von Jesus ausgerüstet, um uns einander Mut zu machen?
- Durch Gottes Wort: Unser Text gibt uns klare Auskunft über die Zukunft.
- Durch Gottes Geist: Der Geist der Wahrheit gebraucht das Wort der Wahrheit zum Leben in der Wahrheit.
- Durch Gottes Gemeinde: Brüder und Schwestern sind mit dem Weg zum Ziel.
5.2 Was sollen wir in unserem Leben unternehmen?
- Prüfen, ob wir selber auf dem Weg zum Ziel sind.
- Andere ermutigen: zum Bibellesen, zum Gottesdienst, zum Gespräch, …
6 Sagen, wo es hingeht
6.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Hörer sollen einander ermutigen, immer mehr ein Leben zu führen, das sich ganz auf den wiederkommenden Herrn ausrichtet.
„Danke lieber Vater, du gabst uns deinen Sohn. Dein Geist gibt uns die Kraft zu dienen, bis er wiederkommt“ (Lied: Er ist der Erlöser).
6.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Einander Mut machen
Advent bedeutet: einander Mut machen
6.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Einander Mut machen
- Weil wir wissen, was/wer kommt
- Weil wir gemeinsam unterwegs sind
Einander Mut machen
- Wir haben ein Ziel
- Wir sind auf dem Weg zum Ziel
Einander Mut machen
- Weil es (viel) Entmutigendes gibt
- Weil es (aber noch mehr) Ermutigendes gibt
(Günther Ott)