Monatsthema: Jesus-Erzählungen
Predigtthema: Jesus der Sohn Gottes.
Bibelstelle: Markus 1,9-13(15)
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
1. Zusammenhang
Die öffentliche Wirksamkeit Jesu beginnt.
Markus schildert knapp die ersten Stationen: Die Taufe des Johannes, die Versuchung und die erste Predigt.
2. Bibliche Paralellen
Die Neuschöpfung beginnt mit Jesus: Der Geist wie eine Taube – 1. Mose 1,2, der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Die Stimme vom Himmel: Wie beim Bundesschluß am Sinai. Der Himmel öffnet sich, wie bei Hesekiel 1,1 und Petrus Apg. 10,11. Zur Versuchung in der Wüste vergl. 5. Mose 8,2. Jesus zitiert daraus, vergl. Matth. 4,4.
Der Bekehrungsruf steht ganz in der Linie aller atl. Propheten
3. Der Aufbau des Textes
V. 9-11 Erste Szene: Jesus lässt sich taufen. Der Geist Gottes bestätigt ihn als Sohn
Gottes.
V. 12-13 Zweite Szene: Die Versuchung Jesu, durch den Geist Gottes ausgelöst.
V. 14-15 Dritte Szene: Jesus predigt.
4. Einzelerklärungen
V. 9 Jesus – auf deutsch: Gott hilf
Nazareth = aufbrechender Spross vergl. Jes. 11,1
Galiläa = Gebiet der Heiden vergl. Jes. 8,23
V. 10 Der Himmel, im hebräischen „die Himmel“, der Wohnsitz Gottes
wie eine Taube, nicht als Taube.
Herabkommen = herunterkommen, im griechischen als bleibendes Geschehen
verstanden
V. 11 „Sohn“, Jesus hat nur im rechtlichen Sinn einen irdischen Vater.
„Wohlgefallen“ vergl. Jes. 42,1 , wörtlich: von jemand eine gute Meinung haben, in jemand vollstes Vertrauen haben.
V. 12 „treiben“ im griech.: Mit Macht wegtreiben.
V. 13 „versuchen“ – auf Kernechtheit prüfen, hineinstoßen bis in den Kern.
„Satan“ – hebr.: Anfeinder, Widersacher.
V. 14 predigte= als Herold ausrufen
V. 15 erfüllt = zur Fülle gekommen, voll gemacht.
Zeit = Kairos – Gottes Zeit, nicht Chronos, die ablaufende Zeit
Reich Gottes = das Königreich, die Königsherrschaft
nahe = er hat sich genähert, nämlich in der Person Jesu. Es ist noch nicht
vollendet
Tut Buße = verändert euren Willen, denkt um, kehrt um!
5. Die Spitze des Textes
Jesus ist der Sohn Gottes, der dem Satan widersteht und in seiner Person die Königsherrschaft Gottes bringt.
6. Der Text heute
Da liegt alle Betonung: Jesus ist der Sohn Gottes. Gott selber bei uns.
Nicht: der gute Mensch, der gescheiterte Revolutionär, der Helfer der Entrechteten usw.
Das bekennen wir gerade heute in die vielfältigen Verwirrungen hinein.
Er tritt zum Kampf um uns gegen den Satan an und richtet die Herrschaft Gottes auf.
Wer an ihn glaubt, der ist Bürger des Gottesreiches, mitten im vergehenden Reich dieser Welt.
Wir bekennen mit unserem Text, dass Gottes Reich schon da ist, da wo Jesus ist und er wird diese Herrschaft bei seiner Wiederkunft sichtbar vollenden
7. Beispiele und Verdeutlichungen
A) Gottes JA zu Jesus
a) Galiläa, das verachtete Land. Dort wohnt eine Mischbevölkerung, die nicht einmal richtig
hebräisch spricht. Unheiliges Land – vergl. Nathanael:“ Was kann aus Nazareth Gutes kommen?“ Joh.1,46. Doch da beginnt Gott sein Erlösungswerk.
b) Die Taufe: Jesus macht sich den Sündern gleich. So tief steigt er herunter, um uns zu
begegnen. Tiefer geht’s nicht mehr. Doch – am tiefsten, als er am Kreuz hängt.
c) Gott bestätigt dieses Tun Jesu in aller Öffentlichkeit.
Er spricht sein JA und sein Geist erfüllt Jesus. Jesus hat Gottes Wohlgefallen, d.h.: der Vater setzt volles Vertrauen in den Sohn.
B) Jesu JA zu Gott
a) Der Geist treibt Jesus in die Wüste. Zur Erprobung. Ist Jesus durch und durch echt?
Die Hausfrau sticht mit einer Nadel in den Kuchen. Ist er ganz durch?
b) Jesus steht in engster Verbindung mit dem Vater: Er folgt dem Treiben des Geistes.
„Merk Seele dir dies große Wort: Wenn Jesus ruft, so geh …“
Den Geist Gottes hört man nur, wenn man ganz bei ihm ist.
c) Jesus besteht diese Versuchung. Er besteht sie nicht mit Wundertaten, sondern allein
mit dem Wort Gottes. Vergl. Matth. Und Luk. Mit den gleichen Mitteln wie wir.
C) Unser JA zu ihm
a) Johannes gefangen. Ist jetzt Gottes Weg aus? Nein, jetzt kommt der Größere.
Gott tritt in Jesus an mit Macht. Jesus der Herold Gottes. Wie früher der Amtsbote.
Jesus ruft die Gottesherrschaft aus.
b) Tut Buße: Umdenken = von mir wegdenken.
Jesus befreit mich aus der Selbstsuche und öffnet mich für Gott und den Nächsten.
Ich denke, will nicht mehr meines, sondern das, was er will. Glaube beginnt mit neuem Wollen.
c) Das Gottes-Reich ist nahe. Wo Jesus ist, da ist die Herrschaft Gottes. Der König des
Reichs sammelt bis heute die Bürger des Reiches.
Bist du Bürger des Reiches Gottes?
8) Gliederung und Material zur Predigt
Einleitung: Die Engelchöre sind verklungen. 30 Jahre Schweigen über Jesus. Jetzt kommt er.
In der gleichen Art: Damals in der Krippe, jetzt bei den Sündern am Jordan. Er
beugt sich ganz herunter. „Er erniedrigte sich selbst“.
1. Jesus geht nach unten
Schon die Ortsangabe läßt jedem frommen Juden die Haare zu Berge stehen: Das unheilige heidnische Galiläa (vergl. Nathanael) Doch dort wächst Jesus auf. Von dort beginnt er sein Rettungstun. Eben dort, wo die Menschen ihn am Nötigsten haben: die Kranken brauchen den Arzt! Deshalb kommt er auch an den Jordan und lässt sich taufen.
„Ich bin gekommen, die Sünder zu suchen“, sagt er selbst. Das ist unser Glück. Er kommt dorthin, wo wir in Sünde gefangen sind. Du brauchst deine Sünde nicht zu verstecken, gib sie ihm. Er nimmt sie auf sich. Will retten.
Gott bestätigt diesen Weg. Er bekennt sich zum Sohn. „Du bist mein lieber Sohn“!
Das Wunder: Jesus ist Gott bei uns. Er ist der Sohn Gottes. Er hat das ganze Vertrauen des Vaters.
Das ist unser Bekenntnis: Wir glauben an den Gott Jesus. Gegen alle Irr- und Umdeutungen heute. Dort sind wir Christen getrennt vom Islam und Judentum: Die Moslems leugnen, wie die Juden, die Göttlichkeit Jesu. Daran hängt aber alles. Vergl. 2. Kor. 5,19: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber.
Auch Joh. 3,16: Gott gibt den Sohn, damit wir ewiges Leben haben.
2. Der Satan will nach oben
Jesus lebt in engster Verbindung mit dem Vater. Er folgt dem Treiben des Geistes. Gott stellt den Sohn in die Erprobung. Der Satan darf ihn versuchen. Das gibt es auch im Leben des Christen. Der Satan darf uns erproben (vergl. Hiob) Sind wir kernecht? Oder nur furniert? Das zeigt sich im Leiden. Dazu dienen schwere Wege. Gott will uns kernecht machen
Der Satan wittert Morgenluft. Der Gottessohn ist ihm ausgeliefert. Wenn er ihn aus der Verbindung mit dem Vater bringt, ist der Satan ganz oben. Er versucht das immer wieder.
Er will sein, wie Gott. Darum greift er den Geliebten Gottes an, bis heute die Geliebten, uns.
In der Wüste. Der Ort, wo das Leben bedroht ist, aber auch der Ort, wo das Leben auf das Wesentliche konzentriert ist. Sag bewusst JA zu deinen Wüstenwegen. Sie machen dich sieghaft. Jesus besteht die Probe. Er besiegt den Satan mit den gleichen Mitteln, die auch wir zur Verfügung haben, nämlich mit dem Wort Gottes. Das ist unsere Kraft, damit bestehen wir gegen Sünde, Hölle, Tod und Teufel.
Die Engel dienen Jesus: eine Vorschattung auf die schwerste Stunde dann in Gethsemane.
Hier in der Wüste hat Jesus eingeübt, dass er dann in Gethsemane ganz im Willen des Vaters bleibt
3. Gehen wir mit Jesus
Darauf kommt alles an, dass wir seinem Ruf zur Umkehr folgen. Johannes ist gefangen. Aber jetzt ist der Stärkere da. Jesus bringt die Gottesherrschaft. Er ist der König des Reiches Gottes und beruft die Bürger des Reiches.
Noch ist es keine räumliche Größe, sondern eine personale. Jesus ist der König. Wo er ist, da wird Gottes Herrschaft aufgerichtet.
Bürger des Reiches wird man durch Buße, Umkehr, Bekehrung. Das ergreift uns im Willen.
Viel mehr als Gefühl. Der neue Wille, gewirkt durch den heiligen Geist. Ich will nicht mehr Meines. Sünde, das ist Eigensucht! Ich will nun, was Jesus will. Ich lebe in und nach seinem Willen.
Wir bezeugen das Evangelium, d.h. wir rufen die Herrschaft Jesu Christi aus und rufen die Menschen hinein in das Reich Gottes,hin zu Jesus.
Schluss:
Die Engelchöre sind verklungen: Euch ist heute der Heiland geboren!
Jetzt aber geschieht Größeres: Der Heiland selbst ist da und rettet Sünder.