Markus

Predigthilfe vom 7. Juni 2015 – Markus 1, 1-8

Monatsthema: Jesus-Erzählungen
Predigtthema: Der Ruf zu Jesus.
Bibelstelle: Markus 1,1-8
Verfasser: Dr.Heiko Krimmer

Der Ruf zu Jesus: Markus 1,1-8 (zum 7.6.2015)
1. Der Zusammenhang
Unser Text ist der Beginn des Markus – Evangeliums, verfasst von dem Judenchristen
Johannes-Markus (vergl. Apg. 12,12; Kol. 4,10), der ein enger Mitarbeiter des Petrus, Paulus und Barnabas war. Um 60 n.Chr. verfasst, richtet es sich vorwiegend an heidenchristliche Leser. Markus schöpft wohl vieles aus den „Predigten“ des Petrus und will Jesus, den Sohn Gottes, als den Sieger über die Dämonen, Hölle, Tod und Teufel besonders betonen.
2. Biblische Paralellen
Auch die anderen 3 Evangelien berichten von dem „Vorläufer“ Johannes dem Täufer bis in den Wortlaut hinein (seiner Predigt) übereinstimmend. Er war die bestimmende Gestalt im Vorfeld der Jesusgeschichte. Alle 4 Evangelien sehen in Johannes den in Jesaja 40,3 ff angekündigten „Prediger“, der den Messias ankündigt.
3. Der Aufbau des Textes
V. 1 Einleitung für das ganze Evangelium
V. 2-3 Alttestamentl. Herleitung und Bevollmächtigung für Johannes den Täufer
V. 4 Vorstellung des Täufers und Kurzfassung seiner Predigt
V. 5 Die Wirkung seiner Predigt
V. 6 Johannes, der „Prophet“
der 2. Elia, schon am Äußeren deutlich
V. 7-8 Markante Sätze aus der Predigt des Täufers, die auf den Messias hinweisen
4. Einzelerklärungen
V.1 „Anfang“ vergl. 1.Mose 1,1 :“am Anfang“.
Markus sieht in Jesus den Beginn der 2. Schöpfung, der Neuschöpfung (vergl.
2. Kor. 5,17)
„Evangelium“ – Freudenbotschaft, wohl aus Jes. 52,7 hergeleitet.
V.2 Beginn mit atl. Zitat = AT und NT gehören untrennbar zusammen. Das NT ist die
Erfüllung atl. Verheißungen. Zitat aus Maleachi 3,1 „Bote“, wörtlich „angelos“
vergl. „Engel“, also betont: Gottes Bote
V.3 Zitat aus Jes.40,3. Auf Johannes gedeutet: Der Wegmacher. „In der Wüste“ –
wie die Wolken und Feuersäule.
V. 4 „Johannes“ – Gott ist gnädig.
„Täufer“, keine Selbsttaufe (Reinigung), wie im Judentum,
wörtlich: „der Untertaucher“ . Ganzhingabe.
„Buße“ – Um-denken = den Sinn (die ganze Person) neu ausrichten
„Vergebung“ hier griechisch wörtlich „Freilassung“
„Sünde“, wörtlich: das Ziel verfehlen
V. 5 „im Jordan“, nicht weit vom Bach Krit. (vergl. 1. Kön.17,2 ff) wie Elia
„bekennen“ eigentlich: einem Urteil zustimmen. (der Bußpredigt des Johannes)
V. 6 Gewand aus Kamelhaar: typisch für Propheten (vergl. Sachj. 13,4)
Gürtel (vergl. 2. Kön. 1,18 Elia)
Heuschrecken und wilder Honig = Nahrung für Gottgeweihte (vergl. Ri. 14,8 ff)
V.7 stärker, wörtl.: mächtig, Widerstand zu leisten = unbesiegbar
Schuh-Riemen = Schnüre der Sandalen
V. 8 laufen, wörtl.: eintauchen
5. Die Spitze des Textes
Wer Jesus begegnen will, muss von seinen Sünden lassen und wird dann den heiligen Geist empfangen.
6. Der Text heute
Die Gestalt und die Person Jesus ist heute vielleicht umgedeutet und umstritten. Markus bezeugt ihn klar als den Gott Jesus, den Sohn Gottes. Mit ihm wird Gottes Heil vollendet, beginnt die neue Schöpfung. Das bezeugen wir heute – wie Markus und Johannes der Täufer – deutlich in die Wirrnis unserer Zeit
Die zweite Bedeutung liegt auf der Notwendigkeit der Buße. Wir müssen wieder klar und deutlich Sünde benennen. Ohne Buße und Vergebung kann man nicht mit Jesus leben.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
A) Gott kommt
a) „Anfang“ – der Verweis auf 1. Mose1,1 ist wichtig hier, auch auf Johannes 1 „Am Anfang war das Wort…“, wie bei der Schöpfung. Das „Wort“ Jesus!
b) Johannes näher beschreiben.
Schon seine Geburt ist ein Wunder. Vergl. Luk. 1,5-25, und V. 57-66. Jetzt redet Gott wieder in Israel.
c) Evangelium – frohe Nachricht. Die römischen Herolde verkündigen überall im Reich die Siege ihrer Kaiser. Hier wird Gottes Sieg ausgerufen.
B) Johannes als Wegweiser
a) Der Isenheimer Altar mit der Darstellung des Täufers: Sein überlanger Zeigefinger.
Das ist seine Aufgabe: Hinweiser auf Jesus zu sein.
b) Wegweiser – aber ich bin noch nicht am Ziel. Nicht verwechseln, Wegweiser und Ziel.
Dem Wegweiser folgen. Nicht unter Hinweisschild bleiben.
c)Persönliches Zeugnis: Wer ist mir zum Wegweiser zu Jesus geworden?
Eltern, dieser Bruder, Evangelist, Buch etc.
C) Buße und Vergebung
a) Luthers Erklärung:
Was heißt Buße tun? Umkehren in die offenen Arme Gottes. Dazu gehört, dass wir
unsere Sünde von Herzen erkennen, vor Gott und in gewissen Fällen auch vor Menschen
bekennen, bereuen, hassen und lassen, und im Glauben an Jesus Christus in einem
neuen Leben wandern.“
b) Vergebung, das ist Freikauf. Ich bin bankrott, kann meine Schulden nicht mehr
bezahlen. Jesus kauft mich frei, stellt mich in seiner Firma ein. Nun kann ich neu
beginnen. Keine alte Rechnung steht mehr offen
c) Sünde, nicht zuerst moralisch gemeint (einzelne böse Taten), sondern Zielverfehlung.
Ein Leben, das nicht auf Jesus, auf die Ewigkeit ausgerichtet ist.
8. Gliederung und Material zur Predigt
Einleitung: Am Anfang (vergl. 1. Mose 1,1) Der Beginn der Neuschöpfung. Gott handelt zur Vollendung. Das bezeugt Markus.
1. Jetzt geht’s los
Gott sendet den Sohn. Das ist Evangelium, Freudenbotschaft. Viele Siegesmeldungen der römischen Herolde. Das aber ist die Siegesmeldung. Der Messias Gottes, der König Gottes ist jetzt da. Gott tritt an zum Kampf, um uns freizukaufen.
Gott redet wieder in Israel. Johannes der Täufer. Der 2. Elia. Vergl. Ort und Kleidung.
Er ist Wegweiser auf Christus hin, sein Name ist Programm: Gott ist gnädig. Er ist die Erfüllung von Maleachi 3,1: der Herold, der die Ankunft des Königs ausruft. Wir sind solche Boten. Wegweiser. Heute den Sieg Gottes ansagen, hinein in die Weltuntergangsszenarien.
Unsere Verkündigung soll zu Jesus hinleiten. Wie ich (der Verkündiger) hingeleitet worden bin. Dank dafür (persönliches Zeugnis). Unsere Welt heute braucht Wegleitung. Sonst gehen die Menschen verloren. Wir haben die beste Nachricht, die es gibt: der Stärkere ist da. Stärker als Satan, Tod und Sünde.
2. So geht’s nicht
Dem Herrn den Weg bereiten: Dass er zu mir kommen kann. Wir sind Sünder. Nicht zuerst moralisch, sondern wir sind auf dem falschen Weg, haben falsche Ziele. Vergängliche Ziele: Besitz, Ehre, Selbstverwirklichung. Jesus setzt, ja ist, das neue, ewige Ziel. Die ewige Gemeinschaft mit Gott.
Deshalb ruft schon Johannes zur Umkehr. „Buße tun“ heißt, umkehren…. (Luthers Erklärung). Meine Sünde bekennen, dem Urteil über mich zustimmen. Das wollen die meisten Menschen nicht! Ein Christ ist einer, der seine Sünde erkennt, bekennt und Vergebung will. (Beisp. 7,C,b).
Damals Bußbewegung in Israel. Der Täufer wird gehört. Wir bitten um Bußbewegung in unserem Volk. Dann müssen wir aber auch Sünde deutlich beim Namen nennen.
(vergl. Johannes in Lk. 3 ab V 7)
3. So geht’s gut
Die Taufe als Zeichen der Umkehr. Die Johannestaufe war eine Bußtaufe. Untertauchen –
ganz abwaschen. Reinigen von Sünde. Die Taufe, die Jesus bringt, ist mehr: Mit dem heiligen Geist taufen. Die Taufe und der Glaube gehören untrennbar zusammen. So empfangen wir den heiligen Geist. Dass wir „neu leben“ können.
Wo früher die Taufe eindeutiges Geschehen war, müssen wir heute eigentlich bewusster „Bekehrung“ sagen. Der volkskirchliche Missbrauch der Taufe (Säuglingstaufe als genügend), verdunkelt den unbedingt nötigen Entschluss zu glauben.
Jesus ist jetzt da. Heute in seinem Wort und in der Gemeinschaft der Glaubenden. Wir rufen Menschen in seine Nachfolge, zu neuem, ewigem Leben.
Schluss: Der Beginn der Neuschöpfung. Das beginnt bei dir. Bist du eine neue Kreatur?
H.K.