Monatsthema: Ganzes Christsein
Predigttext: 1.Johannes 3,19-24
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Hilfen zur Auslegung finden sich in den Kommentaren von Heiko Krimmer (Edition C Bd. 21) und von Werner de Boor (Wuppertaler Studienbibel).
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise zur Situation der Hörer
Wir schließen mit diesen 6 Versen unsere Predigtreihe im 1.Johannesbrief ab. Auch in diesen Versen spricht Johannes wieder ganz praktisch in unsere Lebenssituation als Christen hinein. Immer wieder ringen wir als Nachfolger Jesu mit unserem anklagenden Herz. Und diese Anklagen des Herzens können berechtigt sein, als Reaktion auf Sünde in unserem Leben, oder unberechtigt. Die Folge eines anklagenden Herzens oder Gewissens ist geistliche Unsicherheit. Und gerade für Menschen, die unter eine solchen Herzensunsicherheit leiden, soll die Predigt eine Ermutigung sein. Eine Ermutigung, die Gewissheit nicht an den eigenen Gefühlen festzumachen, sondern an den Verheißungen Gottes. Die Predigt soll auch ermutigen, nicht zuerst die eigene Schuld und Schwächen im Blick zu haben, sondern darauf zu schauen, wo der Heilige Geist im eigenen Leben am Wirken ist. Wo wirkt der Geist Gottes Liebe zu anderen Menschen, wo wirkt der Geist Gottes ein klares Bekenntnis zu Jesus Christus, wo wirkt der Geist Gottes Gehorsam gegenüber Gottes Geboten?
Wir sollten aber in unserer Predigt auch die im Blick haben, die recht „erfolgreich“ ihr anklagendes Herz ignorieren. Johannes macht in diesen Versen sehr deutlich, dass ignorieren keine Lösung sein kann. Johannes sehnt sich vielmehr danach, dass seine Leser freimütig zu Gott kommen und voller Zuversicht beten. Und das ist nur möglich, wenn das anklagende Herz eben nicht nur ignoriert wird, sondern wenn die Anklage des Herzens überwunden wird. Und hier sind eben wieder die Mittel entscheiden, die oben schon genannt wurden, nämlich die Größe Gottes und seine Verheißungen zu betrachten und das Wirken des Heiligen Geistes im eigenen Leben wahrzunehmen.
2.2 Hinweise zum Verstehen des Textes
Die Verse 19 und 20 sind grammatikalisch ziemlich herausfordernd, aber die Aussageintention von Johannes ist doch recht klar. Johannes bringt zum Abschluss von Kapitel 3 einen ermutigenden Einschub, mit dem er erklären möchte, wie sich denn die Glaubenstests, von denen bereits geredet hat, in der Situation einer geistlichen Unsicherheit anwenden lassen.
In Vers 19 müssen wir wahrnehmen, dass Johannes wahrscheinlich mit einem Rückverweis beginnt. An dem, was er vorher beschrieben hat, wird etwas erkennbar. Es scheint naheliegend, dass Johannes die hingebungsvolle Liebe im Blick hat, die er in Vers 16-18 ganz praktisch gefordert hat. Das bedeutet, wo immer hingebungsvolle Liebe im Leben eines Nachfolgers Jesu sichtbar wird, ist das ein Hinweis auf den Geist Gottes, der in ihm wirkt. Dieses Erkennen des Wirkens Gottes im eigenen Leben ist für Johannes sehr wichtig. Sein Ziel ist es ja, die strauchelnde Gemeinde in der Erkenntnis und in der Gewissheit zu bestärken, dass sie das ewige Leben haben. Und genau deshalb betont er: Seht doch, wie Gott in eurem Leben am Wirken ist.
Johannes weiß, wie leicht das Herz eines Nachfolger zu einem anklagenden Herz werden kann, wie der Teufel durch ein solches anklagendes Herz tiefe Zweifel streuen will. Und Johannes ermutigt, indem er auf Gottes Größe verweist. Gott ist größer als das menschliche Herz, er ist der Richter, der alles überblickt und seine Vergebung und Gnade ist größer, als unser menschliches Fassungsvermögen. Johannes lädt ein durch den Blick auf Gottes Größe das anklagende Herz zur Ruhe zu bringen.
Ab Vers 21 kommt Johannes dann auf die großen Vorzüge eines im tiefsten Sinne beruhigten Herzens zu sprechen, das sich mit großer Freimütigkeit Gott nähert. Johannes unterstreicht mit welch großer Zuversicht Kinder Gottes ihre Bitten vor ihren himmlischen Vater bringen dürfen.
Auch hier zeigt Johannes, dass im geistlichen Leben die drei Testthemen ganz fundamental sind: Glaube, Liebe und Gehorsam. Keines dieser Elemente ist verzichtbar. Wahres geistliches Leben äußert sich immer im Glauben an Jesus Christus den Sohn Gottes, in der Liebe untereinander und damit auch im Gehorsam gegenüber Gottes Gebot.
Johannes will die Gemeinde ermutigen Jesus treu nachzufolgen und sich nicht durch spezielle Sonderlehren verwirren zu lassen. Jesus wünscht sich treue, liebevolle, gehorsame Nachfolger, die in ihm leben und in denen lebt (vgl. Joh 15,1ff).
Johannes schließt die Verse mit dem Thema „Erkennen“, so wie er auch in Vers 19 begonnen hat, und erneut wird deutlich, wie wichtig, aber auch wie unverfügbar die geistliche Erkenntnis ist. Sie ist eine Gabe des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ist Gott, der in uns wohnt und dessen Ziel es ist, in die Wahrheit zu führen (Joh 16,13) und die Gotteskindschaft zu versichern (Röm 8,15-16). Um dies zu tun, benutzt der Heilige Geist besonders die Testkriterien Glaube, Liebe und Gehorsam, die Johannes in seinem Brief immer wieder aufgreift.
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Predigthörer sollen ermutigt werden das Wirken des Heiligen Geistes in ihrem Leben wahrzunehmen und sich ganz auf Gottes Verheißung im Blick auf ihre Rettung verlassen.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Freimut statt Anklage
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
1. Was hilft, wenn mein Herz mich anklagt? (V.19-20)
2. Das Geschenk eines beruhigten Herzens (V.21-22a)
3. Die Basis: Glaube, Liebe und Gehorsam (V.22b-24a)
4. Der Dienst des Heiligen Geistes (V.24b)
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(Tobias Schurr)