Monatsthema: Ganzes Christsein
Predigttext: Psalm 110,1-7 Am Ende ist und bleibt Jesus Sieger
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Hilfen zur Auslegung finden sich in den Kommentaren von Dieter Schneider (Wuppertaler Studienbibel), Hans Brandenburg (Das lebendige Wort), Helmut Lamparter, das Buch der Psalmen (Calwer Verlag, Stuttgart) und Arno C. Gaebelein, Kommentar zum AT.
1.2. Wichtige Gedanken in unserem Abschnitt
2. Verstehen, worum es geht
Dieser Psalm beschreibt in prophetischer Sicht Jesus als den vollkommenen Priester und König. Keinem König in Israel wurde jemals solch eine Beschreibung zuteil. Es gab nie einen König, der zugleich auch Priester gewesen wäre, hier wird Jesus beschrieben, der als der uneingeschränkte Herr und König vom Vater bestätigt ist und dem der Vater alles zu Füßen legt. Auf Psalm 109 in dem David seine ganze Not über die Welt und seine Feinde hinausschreit folgt eine starke Antwort in Psalm 110 mit der Beschreibung des Kommenden und die Gewissheit: Jesus ist König. (siehe auch das Buch der Psalmen, Dieter Schneider, Seite 74)
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
David, der diesen Psalm geschrieben hat schaut selbst über die menschliche Linie und Nachkommenschaft hinaus. Beides das neue Königreich und das neue Priestertum ist begründet nicht in den weltlichen Nachkommen Davids, sondern in Jesus Christus, der als wahrer Mensch und wahrer Gott auf diese Erde kam aus der Wurzel Isais.
• Der das Reich Gottes schon errichtet hat, noch nicht im weltlichen Sinn sondern in den Herzen der Erlösten.
• Der zum Hohepriester, zum Fürsprecher und zum Erlöser geworden ist. Und es wird die Zeit beschrieben, da Jesus als der Wiederkommende, dann ganz anders als bei seinem ersten Kommen seine Macht ausüben wird.
• Jesus selbst hat auf Psalm 110 hingewiesen
Matth. 22,41-46; Markus. 12,35-37; Lukas 20,41-44
und im NT finden wir weitere Stellen, die sich auf diesen Psalm beziehen:
Apg. 2,33-35; Hebr. 1,13; 5,6-10;6,20; 7,24.
Es geht im ganzen Psalm um den Priesterkönig Jesus Christus. Keiner der israelitischen Könige vereinigte die beiden Ämter, das Königtum und das Priestertum, in sich, obwohl manche die Hand danach ausstreckten. David hat zwar einige Handlungen vollzogen, die an das priesterliche Amt streiften, aber Priester war er nicht. Der Priester-König, von dem hier die Rede ist, ist Davids Herr, und das ist Jesus, der Messias (Apg. 2,33-35; Matth. 22,41-46). Niemand anders ist es als der wirkliche Hohepriester, Jesus von Nazareth, der Juden König. Der Psalm schildert die Einsetzung dieses hohepriesterlichen Königs, seine Kämpfe und seinen Sieg. Hier wird deutlich was schon der Prophet Natan David ankündigen durfte. Dein Königreich wird ewig bestehen. Damit wird klar, schon Natan hat nicht das irdische Königreich Davids gemeint sondern auf Jesus und die ewige Nachkommenschaft des Messias hingewiesen.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Man hat den Eindruck, David ist eigentlich nur Übermittler einer Botschaft Gottes. David leitet den Psalm mit den kurzen Worten ein: „Es sprach der Herr (Jahwe; der Ewige) zu meinem Herrn. Und dann darf David das Zwiegespräch des Vaters mit seinem Sohn mithören. Zuerst lesen wir die Aufforderung an den Sohn, „setz dich zu mir, setz dich zu meiner Rechten“, da ist der Platz des Sohnes, beim Vater. Und dann erklärt der Vater dem Sohn sein Programm, das er mit ihm vorhat. „Ich lege deine Feinde dir als Schemel zu Füßen.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
V. 1. Der Psalm beginnt mit der Verherrlichung Jesu und dem neuen geistlichen Königreich nach dem Willen des Vaters. In seiner menschlichen Gestalt stammt Jesus Christus von David ab. (bereits ist 2. Sam. 4,12 vorausgesagt). Jesus wird vom Vater bei seiner Himmelfahrt eingeladen auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten zu sitzen. Der Fußschemel war im antiken Orient ein Bild für die Unterwerfung und den Sieg über die Feinde. Manche Pharaonen benutzten die besiegten Könige tatsächlich als Fußschemel. Bereits dieser Vers ist Hinweis auf die Wiederkunft Jesu, wie sie in Offb. 19, 11-21 beschrieben ist.
Es ist gut, wenn uns wieder deutlich wird, dass Jesus der erhabene Herr ist. Dabei wird uns noch viel mehr bewusst, was wir für ein Vorrecht haben, dass Jesus uns seine Kinder nennt und uns zu Freunden gemacht hat. Er wird Davids Sohn genannt und doch spricht David von seinem Herrn. Jesus ist unser Bruder, Freund, Bräutigam usw., und trotzdem unser Herr. Diesen doppelten Gesichtspunkt sollten wir nicht aus den Augen verlieren.
V. 2. Wir sehen in diesem Psalm immer die beiden Ebenen, den Blick auf die Erde und den Blick in den Himmel. Gott setzt seinen König auf den irdischen Thron und macht ihn zum Sieger über alle Feinde und gibt ihm das Zepter in die Hand.
1. Was ist dies Zepter Christi? Das Evangelium, das Wort aus Gottes Mund. Offb. 2,16
2. Wer sendet es oder streckt es aus? Der HERR.
3. Von wo geht es aus? Aus Zion, der Gemeinde Gottes.
4. Was ist das Ergebnis? Dass Jesus herrscht.
Bei seinem zweiten Kommen wird Jesus, der Messias diese Welt von Zion aus regieren. (Sach. 8,3; 14,3)
V. 3. Eine Weissagung über die Untertanen des Reiches Jesus. Es sind Menschen vom Vater an den Sohn gegeben, durch sein Blut erkauft und berufen. Sie sind ein williges Volk, das in völliger Freiwilligkeit bei Jesus ist, ein heiliges, unzählbares Volk.
V. 4. Gott hat mit und durch Jesus ein ewiges Königreich aufgerichtet, unveränderbar hat er das festgelegt. Hebr. 7,3 erklärt die Formulierung „nach der Ordnung Melchisedekts“.
Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum, und hat weder Anfang noch Ende seiner Tage, so gleicht Melchisedek dem Sohn Gottes, der Priester in alle Ewigkeit bleibt.
V. 5. „Zu deiner Rechten der Herr“ Der Vater steht zur Rechten des Sohnes, der Platz ist vertauscht. Das bedeutet der Vater sorgt für den Sieg und Jesus kann die Verheißungen erfüllen, die Gott Abraham und seinen Nachkommen zugesagt hat. Am Tag des Herrn werden alle Feinde besiegt werden.
V. 6. Die Gerichte, über die Völker werden deutlich machen – Leben ist nur mit Jesus dem Auferstanden möglich, alles andere bedeutet Gericht und Tod. Wer den Sohn hat, hat das Leben, wer den Sohn Gottes nicht hat, hat auch das Leben nicht. 1. Joh. 5,12
V. 7. Zweifaches steckt in diesem letzten Vers: Jesus war der Gedemütigte, der den bitteren Kelch seines Leidens trinken musste. Ganz tief hat Jesus sich gebeugt für uns. Und dann hat ihn der Vater erhöht Phil. 2,9 – 11. Vor diesem Herrn werden sich beugen aller Knie im Himmel und auf Erden und unter der Erde.
Jesus steht als der erhöhte, erfrischte und siegreiche Messias da.
3. Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung können die Predigten hilfreich sein, die sich bei Sermon Online finden (beide nur über 1.Joh 2,21-25) (www.sermon-online.de).
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Predigt soll Mut machen und uns den Blick öffnen auf das was Gott in seinem Zukunftsprogramm längst schon festgelegt hat. Gerade in der Zeit, in der so vieles Durcheinander ist und aus den Fugen gerät, steht fest: „Jesus Christus ist der Sieger, er ist König und Priester zugleich. Er wird das irdische Reich regieren, und wird auch unser wahrer Hohepriester sein in aller Vollkommenheit. Wir predigen nicht den Weltuntergang, wir verkündigen den siegreichen Christus unseren Herrn.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Jesus Christus ist der Sieger über alles, zu allen Zeiten und in alle Ewigkeit!
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
1. Jesus Christus der König, Verse 1-3
2. Jesus Christus der Priester, Verse 4-6
3. Jesus Christus der Erlöser, Vers 7
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
„Gott kann sich jetzt einiges anhören“
das schrieb der Autor und Komiker Micky Beisenherz bei Twitter, veröffentlicht in der Tageszeitung am 14.4.2015 zum Todestag von Günter Grass (Evtl. als Einstieg zur Predigt). Es ist schon erstaunlich was wir Menschen uns einbilden, was wir Gott so alles vorhalten wollen, wenn wir einmal vor ihm stehen. Ich weiß, wir werden seine Macht und Herrlichkeit einmal erfahren, alle Menschen, die irgendwann einmal gelebt haben oder noch über diese Erde gehen, alle werden ihre Knie vor unserem Herrn Jesus beugen.
Wenn im alten Israel ein neuer König den Thron bestieg, dann führte man ihn in den Tempel. Auf der rechten Seite der Bundeslade durfte er sitzen; denn die Bundeslade war Gottes Thron. Einmal wenigstens sollte der König „sitzen zur Rechten Gottes.“ Ein Priester oder ein Prophet sprach dann die Worte: „Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.“
Die junge Christenheit hat sich geradezu begierig auf diesen Psalm gestürzt. Immer wieder wurde er zitiert: Im ersten Korintherbrief, im Hebräerbrief mehrfach, in den Evangelien, in der Apostelgeschichte, im Philipper. Weil die Hoffnung auf das Wiederkommen Jesu der einzige Anker für die Christen ist.
Im Glaubensbekenntnis bezeugen wir das:
Christus sitzt zur Rechten Gottes; von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.
Hans Pfau