Titus

Predigthilfe vom 16. November 2014 – Titus 3, 1-7

Jahresthema: In Gottes Nähe leben
Predigtthema: Geistlich leben (Alternativvorschläge s. unten)
Predigttext: Titus 3,1-7

1 Erläuterungen zum Text
1.1 Beobachtungen
Nachdem Paulus im Brief an Titus gemeindeinterne Themen angesprochen hat (Tit 1-2), rücken nun im vorliegenden Predigttext gemeindeexterne Fragestellungen in den Blickpunkt. Das Verhalten der Glaubenden gegenüber Staat und Gesellschaft (3,1) – letztlich gegenüber allen Menschen (3,2) – soll die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes widerspiegeln (3,3ff). Dieser Anspruch wird wieder im Zuspruch Gottes verankert (vgl. Predigthilfe vom 02.11.2014, Abschnitt 2.1 und Predigthilfe vom 09.11.2014, Abschnitt 1.1), nämlich im Evangelium von Gottes menschenfreundlicher Zuwendung (3,4). Paulus konzentriert sich mit seinen Ausführungen auf praktische Fragen der Lebensgestaltung. Auf eine theologische und ethische Begründung des Staates verzichtet er an dieser Stelle (vgl. Röm 13,1-7).
Obwohl Paulus Loyalität gegenüber dem Staat anmahnt, entspricht es nicht seiner Intention, den Staat zu verabsolutieren. Seine Argumentation läuft eher auf eine Relativierung des Staates hinaus. Die Erlösungshoffnung der Christen (Hoffnung auf ein ewiges Leben) bedeutet ja auch das Ende des Staates mit seinen Institutionen (3,7). Staat und Gesellschaft haben also nur vorläufigen Charakter und sind kein Heilsziel.

1.2 Menschenfreundlichkeit gegenüber Staat, Gesellschaft und allen Men-schen (3,1f)
Paulus fordert auf zur Loyalität gegenüber den politischen Machthabern (Doppel-ausdruck: Herrschaften und Gewalten). Das Verb „erinnern“ signalisiert, dass diese Aufforderung nicht grundsätzlich neu ist. „Erinnern“ gehört in den Zusammenhang des Ermahnens (vgl. 2Tim 2,14; 2Petr 1,12; Jud 5) und meint: „ins Gewissen reden“, „vor Augen halten“.
Die geforderte Unterordnung (3,1) zielt nicht auf passive Unterwerfung unter den Staat, sondern auf aktive Verwirklichung christlichen Handelns in allen öffentlichen Beziehungen. Der geschuldete Gehorsam (3,1) bezieht sich auf Gesetze und Anweisungen staatlicher Behörden, die zu befolgen sind. Durch die Bereitschaft zum Guten (3,1) unterstützen Christen den Staat, dessen Aufgabe es ist, das Recht zu wahren und die gute Ordnung zu schützen. Ein Widerstandsrecht gegenüber dem Staat kann aus diesen Mahnungen nicht abgeleitet werden. Paulus reflektiert den Normalfall, nicht die Konfliktsituation.
Drei weitere Forderungen schließen sich an: Niemanden verleumden (beleidigen), nicht Streit suchen (friedliebend agieren) und gütig (freundlich, nachsichtig) sein. Sie beziehen sich nicht nur auf das Verhalten gegenüber dem Staat, sondern ge-genüber allen Menschen, die ja in der Regel keine Christen sind. Christen begegnen Nichtchristen (Heiden), indem sie nicht nur auf Überheblichkeit und Aggressionen verzichten, sondern sich um positive zwischenmenschliche Verhaltensweisen be-mühen. Gerade auf diese Weise demonstriert die Gemeinde modellhaft, wie das Zusammenleben von Menschen in Staat und Gesellschaft menschfreundlich gestaltet werden kann.

1.3 Menschenfreundlichkeit als Markenzeichen Gottes (3,3-7)
Für die genannten Mahnungen liefert Paulus eine Begründung („denn“): Christen („wir“) haben in derselben heillosen Situation gelebt wie die (noch) heidnischen Mitbürger (3,3). Die katalogartig benannten Merkmale nichtchristlichen Lebens (Unwissenheit, Drang nach Selbstverwirklichung und Lebensgenuss, heillos gestörte zwischenmenschliche Beziehungen) dienen nicht dazu, Nichtchristen herabzuwürdigen. Vielmehr erinnern sie an die tiefe Verlorenheit der eigenen früheren Existenz.
Aus dieser Verlorenheit hat einzig und allein Gottes Güte und Menschenfreundlichkeit gerettet (3,4f). Der Begriff „Menschenfreundlichkeit“ (nicht Liebe!) kommt im NT nur an dieser Stelle vor. Sie ist bezogen auf Gott, unseren Retter (vgl. 3,6: Jesus als Retter). Das „Erscheinen“ der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes verweist auf Jesus Christus. Er ist zum Heil der Menschen erschienen (vgl. 2,11; 2Tim 1,10). In seinem Kommen ist Gottes freundliche Zuwendung sichtbar geworden. Alle Ermahnungen zu einem mitmenschlichen Verhalten finden darin ihre Begründung.
Zugang zu Gottes Heil gewinnen Menschen nicht aus eigenem Bemühen (durch Werke der Gerechtigkeit), sondern aufgrund von Gottes rettendem Erbarmen (3,5). Christen leben nicht davon, sich selbst vor Gott rechtfertigen zu müssen. Sie wer-den von Gott gerecht gemacht (vgl. 3,7). Gottes Heilshandeln verändert Menschen so, dass sie mit Gott verbündet leben können. Zwei Formulierungen weisen darauf hin:
• „Bad der Wiedergeburt“ ist ein Bild der Taufe. Das Stichwort „Bad“ (Waschung) begegnet nur noch Eph 5,26 im Kontext von Reinigung. Das Stichwort „Wiedergeburt“ erscheint nur noch Mt 19,28 im Kontext des letzten Gerichts durch den Menschensohn. Die in der Taufe sichtbar bezeugte Wiedergeburt verbindet mit dem auferstandenen Christus, durch den Gott alles Geschaffene aus dem Missbrauch durch Sünde und Tod retten will.
• „Erneuerung des Heiligen Geistes“ umschreibt das Leben der Heiligung durch die Pädagogik der Gnade (vgl. 2,11). Erneuerung ist eine Wirkung des Heiligen Geistes, der dazu anleitet, das neue Leben (Wiedergeburt) in Entsprechung zur Menschenfreundlichkeit Gottes zu gestalten.
Beide Formulierungen unterstreichen: Wassertaufe und Geisttaufe gehören zu-sammen (vgl. Joh 3,5; 1Kor 6,11). Das Wort von der Ausgießung des Heiligen Geis-tes (3,6) erinnert an die Erfüllung alttestamentlicher Prophetie (Joel 3,1; Apg 2,17f.33). Die für die Endzeit verheißene Gabe Gottes (vgl. Apg 1,8) ist der Gemein-de in reichem Maß geschenkt. Davon lebt die Gemeinde, also nicht vom Haben, sondern stets vom Empfangen. Der Heilige Geist vergegenwärtigt Christus, den neuen Menschen, in dessen Bild Glaubende umgestaltet werden.
Gottes Menschenfreundlichkeit weckt Hoffnung. Die mit dem Heiligen Geist Be-schenkten sind „Erben“ des ewigen Lebens (vgl. 1,2). Diese Hoffnung führt nicht zum Rückzug aus Staat und Gesellschaft, sondern stimuliert zum Engagement. Die Hoffenden bleiben aber realistisch und suchen nicht das Letzte im Vorletzten.
Abschließend sei noch bemerkt: Der Abschnitt 3,4-7 besteht aus einem einzigen Satz. Deutsche Übersetzungen lassen das nicht immer erkennen.

2 Hinweise zu Lehre und Leben
2.1 Existenz in Staat und Gesellschaft
Die staatliche Ordnung ist eine von Gott gewollte und eingesetzte Ordnung (vgl. Röm 13,1-7; Mk 12,13ff par u. a.). Das gilt unabhängig von der Staatsform und be-trifft auch nichtchristliche Regierungen. Die römischen Staatsverhältnisse waren eher als Despotie und keineswegs als Demokratie zu begreifen. Christen fügen sich in diesen von Gott gesetzten Rahmen ein – aus Vernunft und aus Glauben. Inspiriert von der Menschenfreundlichkeit Gottes sind sie herausgefordert, den Menschen in Staat und Gesellschaft wohltuend menschenfreundlich zu begegnen. Auch in totalitären Systemen hat dieser Menschen zugewandte Einsatz eine unverzichtbare Bedeutung für Opfer und Täter. Opfer erfahren Zuspruch und Täter müssen sich mit entlarvenden Verhaltensweisen auseinandersetzen.
Der Hinweis auf alle Menschen (3,2) leitet dazu an, hinter allen Ebenen staatlicher Machtstrukturen mit Militär, Polizeiorganen, Justiz, Behörden usw. zuerst die Men-schen wahrzunehmen. Ihnen gilt das konstruktiv-kritische Engagement der Chris-ten, das im Evangelium verwurzelt ist. Mit einer Verweigerungshaltung gegenüber dem Staat können sich Christen nicht auf die Bibel berufen. Verweigerung hat nur dann ein Recht, wenn sich der Staat absolut setzt und seine Kompetenzen über-schreitet. Diese Konfliktsituation wird aber im Titusbrief nicht thematisiert.
Jeder Christ ist gefordert, sich mit seinen Fähigkeiten authentisch in die Gestaltung von Staat und Gesellschaft einzubringen. Es bieten sich unzählige Betätigungsmöglichkeiten in den Bereichen Politik und Recht, Bildung und Erziehung, Wirtschaft und Verwaltung, Wissenschaft und Technik, Diakonie und Fürsorge usw. Letztlich geht es darum, die Menschenfreundlichkeit Gottes ins Leben hinein zu übersetzen und transparent werden zu lassen. Weil Christen in Gottes geliebter Welt leben, engagieren sie sich für Staat und Gesellschaft. Weil Christen auf Gottes kommende Welt hoffen, verlieren sie sich nicht im Engagement für Staat und Gesellschaft. In dieser Spannung positionieren sich Christen als Bürger zweier Welten, die sich zuerst und zuletzt dem menschenfreundlichen Gott verpflichtet wissen.

2.2 Existenz im Umbruch
Erwachsene kommen zum Glauben. Bestes Beispiel sind die Christen auf Kreta, die noch nicht lange zur Gemeinde gehören. Oder viele Menschen in unserem Land, die schon lange zur Gemeinde gehören oder neu dazu stoßen. Wie auch immer – sie erleben einen so grundlegenden Umbruch in ihrer Lebens- und Glaubenswelt, dass sie sich nicht scheuen, zwischen „vorher“ und „heute“, zwischen „früher“ und „jetzt“ zu unterscheiden (3,3ff). Solche Umbrüche, Paulus nennt sie Wiedergeburt, geschehen tatsächlich – nicht nur an den Rändern der Gemeinde oder in pathologischen Ausnahmefällen. Nicht nur bei jungen Leuten, sondern auch bei Menschen mittleren oder fortgeschrittenen Alters. Bei nur wenig oder gut gebildeten Menschen. Bei Menschen mit und ohne Prägung durch die Gemeinde. Bei Menschen in Krisen und auch bei solchen, denen es offensichtlich gut geht. Umbrüche machen Menschen des Lebens froher oder des Glaubens an Jesus Christus gewisser. Mit der Unterscheidung von einst und jetzt ereignen sie sich in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen:
• Menschen in der Kerngemeinde, die schon immer da waren, finden zu unge-ahnter Freude, Gewissheit und Belebung.
• Menschen ohne religiöse Vorgeschichte entdecken das Evangelium als das ganz Neue und Befreiende.
• Menschen in distanzierter, aber treuer Verbundenheit mit den Gemeinden nehmen erstmals wahr, welche Schätze es hier zu heben gilt und wie wertvoll und prägend geistliche Gemeinschaft sein kann.
• Menschen, deren Glaubensreise abbrach, finden wieder Anschluss.
Menschen, die Jesus vertrauen, sind auch Menschen, die sich Jesus mit ihrem Le-ben anvertrauen. Glaube in diesem Sinn ist immer radikal. Er rührt an die Wurzel der Existenz. Neues löst Altes ab. In der Konsequenz gehört dazu auch ein neues verantwortliches Verhalten, das sich von bisherigen gottvergessenen Verhaltens-weisen distanziert.

2.3 Existenz in Verantwortung
Die Begegnung mit Gottes Menschenfreundlichkeit fordert zur Antwort heraus. Weil Gott in seiner Menschenfreundlichkeit den ganzen Menschen sucht, kann die Antwort des Menschen nur eine ganze, also das ganze Leben umfassende Antwort sein. Dieses Leben als Antwort nennen wir „Verantwortung“. Weil Gottes Men-schenfreundlichkeit in Christus sichtbar geworden ist, heißt verantwortlich leben: Wir treten vor Christus für die Menschen ein und treten vor den Menschen für Christus ein.
Wer zu Christus und zu den Menschen steht, ist genötigt, christusgemäß und situationsgemäß zu handeln, also verantwortlich zu agieren. Paulus steckt den Rahmen ab, in dem verantwortliches Handeln möglich wird (3,1f). Wer sich z. B. verantwortlich in die Politik einbringt – vom Gebrauch des Wahlrechts bis zur Ausübung eines Amtes – wird nicht zwangsläufig, aber früher oder später in Konfliktsituationen geraten. Zum Beispiel: Wer nicht wählen geht, weil keine Partei den eigenen Vorstellungen entspricht, begünstigt dadurch oft extreme Parteien und richtet damit Schaden an. Wer verantwortlich handeln will, wird Parteiprogramme studieren und vergleichen. Die Partei, die der eigenen Auffassung am nächsten kommt, kann dann gewählt werden – auch wenn nicht jede Position akzeptabel erscheint.
Wenn Paulus auffordert, durch die Bereitschaft „zu jedem guten Werk“ den Staat zu unterstützen (3,1), dann berührt diese Aufforderung auch die Stellung zum Mili-täreinsatz (und viele andere Bereiche). Wer sich einem Bundeswehreinsatz gegen Gewalt und Unrecht verweigert, kann damit Schuld auf sich laden. Andererseits kann es auch nicht selbstverständlich sein, sich zum Töten ausbilden zu lassen, nur weil es eine Wehrpflicht gibt. Konflikte in der Welt lassen sich letztlich nicht mit Waffengewalt lösen. In der Verantwortung vor Gott und vor Menschen sind Chris-ten genötigt, Entscheidungen abzuwägen. Entscheidungen für oder gegen den Dienst mit der Waffe sind nicht ohne Schuld möglich. Das gilt auch für alle, die sich vor dem Abwägen und vor einer begründeten Entscheidung drücken.
Wer unbedingt unschuldig bleiben möchte, will sich nur selbst rechtfertigen. Er braucht die Barmherzigkeit Gottes nicht mehr. Die Unschuld ist ihm wichtiger als die aufgetragene Verantwortung für die Welt. Diese Einsicht ist kein Freibrief zum Sündigen. Aber sie ist Aufforderung und Ermutigung, Verantwortung zu überneh-men und mit dieser Verantwortung auch zu eigener Schuld zu stehen.
Damit rückt die Verantwortung vor Gottes Gericht ins Blickfeld. Gott ist es nach biblischem Zeugnis nicht egal, was Menschen anderen Menschen antun. Würde Paulus sonst zu einem verantwortlichen Handeln gegenüber Staat, Gesellschaft und allen Menschen auffordern (3,1f)? Zugefügtes Leid, Schuld und Unrecht ver-letzten Gott zutiefst. Angesichts solcher Verletzungen kann sich kein Mensch selbst rechtfertigen und die eigene Gerechtigkeit behaupten (5,5.7). Christus tut dies stellvertretend für uns Menschen. Dennoch wird sich jeder vor Gott für sein Tun und Lassen verantworten müssen. Ja, es ist wahr: Christus ist bereits an unse-rer Stelle gerichtet und hat uns gerecht gemacht (3,7). Dennoch werden wir ihm Rechenschaft über unser eigenes Leben geben müssen. Im Horizont der Hoffnung auf ewiges Leben (3,7) bleibt das vorläufige irdische Leben nicht belanglos.

3 Bausteine für die Predigt
3.1 Predigtziel
Weil Gottes Menschenfreundlichkeit in Jesus Christus sichtbar geworden ist, will die Predigt Menschen dafür gewinnen, in Distanz zu gottvergessenen Verhaltens-mustern ein neues menschenfreundliches Handeln gegenüber Staat, Gesellschaft und letztlich allen Menschen einzuüben, das vor Gott und Menschen verantwortet werden kann und in der Barmherzigkeit Gottes verankert ist.

3.2 Themen- und Gliederungsvorschläge
Auf der Grundlage von Tit 3,1-7 können verschiedene Predigtthemen entfaltet werden, z. B.:
• Gottes Menschenfreundlichkeit und freundliche Menschen
• Menschenfreundlichkeit – Gottes Markenzeichen
• Gemeinde für eine menschenfreundliche Gesellschaft
• Verantwortung vor Gott und vor Menschen
Wer auf eine dreigliedrige Predigt wert legt, könnte sie so aufbauen:
Gottes Menschenfreundlichkeit…
… verändert Menschen
… prägt Gesellschaft
… bietet Hoffnung

3.3 Verkündigungsschwerpunkte
Es bietet sich an, Gottes Menschenfreundlichkeit als zentrale Aussage des Textes aufzunehmen und in der Verkündigung zu entfalten. Das kann in verschiedene Richtungen geschehen:
• In seiner Menschenfreundlichkeit rettet Gott Menschen aus einem verfehlten und gottvergessenen Leben. Das hat Auswirkungen auf die Biografie („früher“ – „jetzt“).
• In seiner Menschenfreundlichkeit setzt Gott Impulse für ein menschenfreundli-ches Engagement in Staat und Gesellschaft. Die Wahrnehmung von Menschen und der verantwortliche Einsatz für ihre Belange entsprechen der Zielrichtung des Evangeliums. „Freundliche“ Menschen sind ein Hinweis auf den menschen-freundlichen Gott.
• In seiner Menschenfreundlichkeit entzündet Gott eine unverwüstliche Hoffnung für eine Welt, in der das Leben zur Wüste wird. Gerade angesichts aktueller weltweiter Entwicklungen, die irritieren und verunsichern, will der Hinweis auf die Hoffnung für den Einsatz in der Gegenwart stimulieren.
Häufig wird Tit 3,3-7 als Predigttext für Weihnachten (erster Christtag) favorisiert (also ohne 3,1-2). Bei dieser Textabgrenzung bleibt die Gesellschaftsrelevanz des Evangeliums (Verhältnis zu Staat und Gesellschaft) auf der Strecke. Gerade dieser besondere Aspekt des Textes – Christsein in der Gesellschaft – ist in der Predigt zu entfalten. Weil der menschenfreundliche Gott in die Welt hineinwirkt, ist es keine Frage der Beliebigkeit, ob und wie sich Christen in einer Gesellschaft positionieren und verantwortlich handeln.

Christoph Müller