Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der ihm gehorcht
Predigtthema: Gottes Treue gibt Raum zum Leben
Bibelstelle: Josua 13, 1-14
Verfasser: Eckhard Löffler
Bausteine zu Josua 13, 1-14
Jos 14, 1–5 sollte zur Vorbereitung mitgelesen werden.
Josua starb mit 110 Jahren (Jos 24, 29). Er war nun mindestens 100 Jahre alt. Sein Auftrag war Gnade, sein Alter nicht Normalmaß. Gott greift auf Ältere (Abraham 1. Mo 12, 4) und Junge (Timotheus 1. Tim 4, 12) zurück.
Im 1. Teil des Josuabuches ging es um EROBERUNG, nun aber wird der Kämpfer Josua zum Administrator, Notar, ZIVILVERWALTER. Er soll die Ver- und Zuteilung von Land überwachen (1). Äußerst schwierig!
Der Hauptteil des Textes liest sich wie eine langweilige(?) Besitzurkunde, die es auch ist. Eigentumsbeschreibungen.
Was hat Gott aber den Menschen seit dem Paradies nicht schon alles geschenkt: ein Land, seine Treue trotz aller menschlichen Untreue (2. Tim 2, 13), Begleitung (Mt 28, 20), schließlich seinen Sohn (Röm 8, 32ff) und eine Zukunft bei IHM selbst (Offb 21). Die Geschichte Gottes mit seinen Leuten im AT und NT ist eine Reihenfolge von Schenkungen.
Jos 13 beschreibt einen höchst wichtigen Zeitpunkt im Leben der jungen Nation. Nach Jahrhunderten in der Gefangenschaft, Jahrzehnten in der Wüste, Jahren schwerster Kämpfe in Kanaan nun ein Zuhause mit Äckern, Familien, Kindern und Frieden. Heimat.
V 1b-7 = Land, das noch in Besitz genommen werden sollte. [Ein Bibellexikon samt Landkarte der 12 Stämme ist hilfreich, auch für die Namen.] Der Rechtsgrund ist: Gott ist Eigentümer des Landes (3. Mo 25, 23). Er ordnet es seinem Volk als Erbteile zu (Jos 24, 28). Im Gegensatz zu den Völkerwanderungen, wo die Länder teilweise nach Wunsch und Geschmack ausgesucht wurden, teilt der gerechte Gott.
Menschlich gesehen erscheinen die Stücke und Gaben des Nachbarn oft größer und lukrativer (Mt 20), aber Gottes Liebe gilt allen.
Philister waren Seevölker und -händler, die schon zu Abrahams (ca. 2000 v. Chr.) Zeiten eingewandert waren (1. Mo. 21, 32.34) (2) und zwischen Ägypten und Askalon lebten. Das Land der Kanaanäer liegt zwischen dem Philisterland und Akko im Norden, darüber der Libanon.
V 6 Gebietsaufteilung geschieht um der Ordnung und des Friedens willen. Friedensschlüsse sind immer Ordnungsverträge (3).
V 14 Der Stamm Levi geht nicht leer aus. Dieser hielt zu Mose (auch Levit) in der Affäre um das goldene Kalb (2. Mo 32, 25ff). Gott selbst wollte „sein Anteil“ sein. Die Leviten sollen sich um ihren Lebensunterhalt nicht kümmern müssen, um sich dem Gottesdienst widmen zu können. Ihre Aufgaben gingen dann bis zum biblischen Unterricht des Volkes (Neh 8, 7-9). Dienstalter war ca. 25 – 50 Jahre (4. Mo 4, 3; 8, 23ff).
Übrigens war auch ein alter Grundsatz der Gemeinschaftsbewegung: Prediger bekommen keinen Lohn. Sie sind freigestellt für den Gottesdienst. Aber für ihren Lebensunterhalt kommt die Gemeinde auf.
Gliederungsvorschlag:
Einleitung: Wo das Alter keine wesentliche Rolle spielt: Erzväter, Simeon Lk 2, Timotheus, u.a. bis heute.
1. Gott macht den Weg frei.
– Es gibt noch viel zu tun für das Reich Gottes. Packen wir es an. V 1ff
2. Gottes Heilsgeschichte kann keiner aufhalten.
– Gott selbst setzt sein Wort durch (V 6).
3. Gott versorgt seine Leute.
– Haben Gemeinden und ihre ehren- und vollamtlichen Mitarbeiter je wirklich Mangel gehabt?
– Wir warten auf eine Zeit ohne Spannungen, Erbschaftsstreit und Krieg (Offb 20).
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Fußnoten:
(1) Eine hochkomplizierte Aufgabe. Wenn Verwandtschaften heute friedlich zusammenleben, fragt man: „Haben die schon geteilt?“ Durch Erbstreitigkeiten entzweiten sich schon Königshäuser, Kinder und Ehepaare. – Der Wortstamm von „Erbe“ führt zurück auf das indogermanische „orbho“, ein schutz- und besitzloses Waisenkind, das durch sein Erbe am Leben erhalten wird.
In Israel geht es um den Teil des ganzen Erbes, der (nur!) Söhnen zustand (1. Mo 31, 14).
(2) Philister hinderten Israel, auf dem Küstenweg einzuwandern. Sie eroberten später die Bundeslade und zerstörten Silo (1. Sam 4).
(3) Das gilt vom Kinderzimmer bis in die größten Spannungen der Weltpolitik.