Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der ihm traut
Predigtthema: Gottes Treue gibt Sieg
Bibelstelle: Josua 6, 1-21
Verfasser: Eckhard Löffler
Bausteine zu Josua 6, 1-21
Historisches: Jericho gilt als älteste Stadt der Welt. Von Israels Lager Gilgal aus konnte man im Westen die Berghänge und darauf starke Mauern erkennen. Jericho und Ai (Josua 7) kontrollierten unangefochten die Aufstiegs- und Handelswege. Trotzdem grassierte im selbstbewussten, „belagerten“ Jericho die Angst (V 1). Übliche Folge: Abschottung. Typisch menschlich. So wie sich ein Mensch ohne Jesus in ständiger Unsicherheit absichern muss. Aber Gott allein zerbricht die Mauern unserer weltlichen Wahrnehmung und Selbstgerechtigkeit. Dieser Gott zerreißt den Vorhang im Tempel (Mt 27, 51) und macht durch Jesu Tod und Auferstehung den Weg frei zu ihm selbst.
Der Herr spricht oft „Siehe!“ (V 2), wo es für die Augen (noch) gar nichts zu sehen gibt (1).
Mose verwies am brennenden Dornbusch auf seine schlechte Beredsamkeit (2. Mo 3, 11 – 4, 17). Josua reagiert auf Gottes Aufträge mit Gehorsam ohne Wenn und Aber. Keine Rückfragen (V 5-7), nur Gewissheit und Vertrauen.
Die „Streitmacht“ Israel war aus militärischer Sicht eine traurige Lachnummer, seine Kampfstrategie vordergründig völlig sinnlos, der mehrfache Schweigemarsch um Jericho eine Mückendemonstration an einem Elefanten, der Kriegsausgang zugunsten Jerichos vorprogrammiert, – wenn Gott nicht wäre … Ein Vorgeschmack auf David und Goliath: Wenn Gott nicht wäre … Und auf die letzte Zeit, in der wir leben: …
Das gilt für Israel wieder besonders seit seiner Staatsgründung bis heute. Wenn Gott nicht wäre … (2).
Gott braucht keine Helden (3). An den Knotenpunkten seiner Heilsgeschichte ist er allein tätig und Sieger.
Nicht Israel überwand Jericho, sondern allein Gott (Hbr 11, 30). Der Herr lenkt Geschichte und Geschicke.
Dabei geht es auch immer unzertrennlich um Gericht und Gnade.
Der heilige Gott und das völlig heidnische Jericho können nicht zusammenpassen. Allerdings erfährt Rahab (4) Gnade, weil sie ein Herz für Gottes Volk hatte.
Gottes Volk kam immer nur zum Ziel, wenn es ganz und gar, auch gegen eigene Sinne und Vernunft dem Herrn vertraute und wusste: Wir sind nur die Nachfolger, er geht voran.
Posaunen waren Jubelinstrumente (4. Mo 10, 10) und erinnerten an Gottes Gegenwart (5). „Macht die Tore weit …“ (Ps 24, 7), wenn Gott einziehen will.
Damals war dieses Instrument ein Tierhorn (Schofar) und erinnerte an einen Widder, der stellvertretend für Isaak geopfert wurde (1. Mo 22).
Endzeitliche Bedeutung hat das Schofar bis heute, wenn am Neujahrstag, Rosh Haschana, das Widderhorn zum Gericht bläst und für das neue Jahr daran erinnert, dass der Eintrag ins Buch des Lebens Vorbedingung für das ewige Leben bei Gott ist.
Schließlich Zeichen des messianischen Friedensreiches (Sach 9, 14) und der Wiederkunft des Herrn (1. Thess 4, 16).
Zu V 18: Jesusleute stehen nicht ständig am Zaun zu ihrer Vorgeschichte, bzw. zur Welt, um zu prüfen, was es dort auch noch zu erben gibt. Der Herr versorgt ausreichend.
Solange Israel den Herrn Jesus als Messias und damit den lebendigen Gott nicht anerkennt, wird es Mauern bauen, wie jeder Mensch, der allein zurechtkommen will.
Deshalb halten Jesusleute zum Bruder Israel, wie Rahab(!), weil sie vom Ausgang der Geschichte wissen.
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Fußnoten:
(1) (1. Mo 28, 15; Jes 39, 6; Mt 28, 20; Lk 6, 23; Joh 1, 29; Offb 1, 7; 3, 8.11.20; 21, 5)
(2) Seit der Gründung Israels ist sein Überleben eher unwahrscheinlich. Aber auch die Mauern um palästinensische Gebiete sind nur vorläufige Lösungen. Wo ist hüben, wo drüben? Wenn Gott nicht wäre …
(3) Magnus Malm, Gott braucht keine Helden, Edition Aufatmen
(4) Vorfahrin Jesu (Mt 1, 5) und Vorbild des Glaubens (Hbr 11, 31; Jak 2, 25).
(5) Ähnlich den Kirchenglocken, die das Volk zu Begegnungen mit Gott einladen soll(t?)en.