Info-Mail

Sonder-Info-Mail zur Corona-Epidemie (21.04.)

Wichtiger Hinweis: Informationen zur rechtlichen Lage in diesem Beitrag können ggf. veraltet sein. Bitte beachten Sie die aktuellen Anweisungen der zuständigen Behörden.

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

1. Timotheus 2, 1-4

Liebe Leser,

seit ein paar Tagen empfinden wir die Notwendigkeit, ein paar Worte zu sagen zu den „Gottesdienst-Verboten“ und zu manchen Stimmen aus dem evangelikalen und kirchlichen Raum, die unbedingt wollen, dass Gottesdienste wieder zugelassen werden.

Natürlich vermissen wir unsere Gottesdienste. Sie waren (und sind) das Zentrum unseres Gemeindelebens. Die persönlichen Begegnungen, der „Kontakt“ (auch im wahrsten Sinne des Wortes), das gemeinsame Singen und Beten – das alles fehlt uns. Und wir freuen uns sehr darauf, wenn unsere Versammlungen wieder stattfinden dürfen.

Aber wir haben auch erlebt: Gottesdienste sind nicht das Zentrum unseres Glaubens. Wer das bisher gedacht hat, wurde und wird eines Besseren belehrt: Das Zentrum unseres Glaubens ist unser Herr Jesus Christus und sein Wort. Und was hindert uns, täglich mit ihm im vertrauenden Gespräch zu sein und auf sein Wort intensiv zu hören. Im Moment haben viele von uns dazu mehr Zeit denn je! Paulus hatte übrigens auf seinen monatelangen Reisen keine Gelegenheit, einen Gottesdienst zu besuchen. Viele Pionier-Missionare auch nicht.

Und nein: Es ist nicht seltsam, dass Supermärkte, Discounter und Baumärkte geöffnet haben – und zunehmend auch kleinere Geschäfte – und Gottesdienste dürfen nicht stattfinden. Das ist doch keine Diskriminierung oder staatliche Willkür! Kein Eingriff in die Religionsfreiheit. Das ist auch kein von der Politik angelegtes Vorspiel einer kommenden Christenverfolgung. Das Verbot für Veranstaltungen trifft ja auch nicht nur die Religionen, sondern auch die Sportvereine, Restaurants… Es ist doch klar: Ohne Nahrungsmittel können wir nicht leben – wir sind deshalb froh, dass unsere Versorgung sichergestellt ist. Bei jedem Frühstück danken wir Gott dafür, dass Aldi, Lidl, Edeka & Co. geöffnet haben! Aber ohne Gottesdienste mit „physischer“ Anwesenheit kann man leben und glauben (s.o.). Wir haben heute so viele Möglichkeiten der Begegnung, der Verkündigung und geistlichen Schulungen! Kontakte werden gesucht und gefunden und in neuer Intensität z.B. am Telefon oder in online-Konferenzen gelebt. Bei Anrufen erleben wir einen intensiveren Austausch als nach dem Gottesdienst beim kurzen Gespräch mit vielen!

Wir erkennen nicht, dass unsere Freiheitsrechte, auch das der freien Religionsausübung, auf Dauer eingeschränkt werden sollen. Wir freuen uns, wenn wir in den Nachrichten hören, dass die Intensivstationen nicht ausgelastet sind! Dass die Sterberate durch Covid-19 in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern sehr gering ist. Natürlich: Jede(r) einzelne, der/die vorzeitig, z.T. ohne, dass die Angehörigen Abschied nehmen konnten, gestorben ist, ist für die Angehörigen schlimm! Aber wie gut, dass wir da ganz andere Zahlen haben als in anderen Ländern. Ist das nicht den Entscheidungen der Politik zu verdanken – auch, wenn es unsere Gottesdienste mitbetrifft? Wollen wir wirklich, um es drastisch zu sagen, unsere Gemeinschaft auf den Friedhöfen intensivieren, weil wir die Menschen aus den Risikogruppen unserer Gemeinden dieser Gefahr aussetzen? Sicher nicht!

Wir sollten also Geduld haben damit, uns wieder zu treffen. Und alle anderen Möglichkeiten, und derer sind viele, intensiv nützen, die Liebe Jesu uns gegenseitig zu erweisen. Und nicht nur „uns gegenseitig“, sondern auch denen, die von ihr bisher nichts wissen. Wenn jeder nur in der eigenen Nachbarschaft Zuversicht verbreitet und Hilfe im Namen Jesu anbietet, dann wäre für das Reich Gottes viel gewonnen. Wer weiß: Vielleicht ähnlich viel wie durch einen gemeinsamen Gottesdienst. Wir jedenfalls wären nicht froh darüber, wenn unsere Versammlungen von der Politik wieder erlaubt wären, nicht, weil die wissenschaftlichen Erkenntnisse das für angesagt halten, sondern weil der Druck der Religionsgemeinschaften so groß würden, dass die Politik dem nicht mehr standhalten kann.

Bitte versteht uns nicht falsch: Wir halten unsere Versammlungen, unsere Jungscharen, Teenkreise, Jugendkreise, Bibelstunden für außerordentlich wichtig. Und wir sehnen uns danach, dass wir uns wieder treffen können. Aber Jesus ist da, auch wenn diese Dinge nicht stattfinden können.

Wir „sehen uns“ – spätestens nächsten Sonntag bei der Predigt und im Kindergottesdienst (immer wieder zur Erinnerung: www.christusbund.de/predigtportal)! Es ist sehr spannend, wie Jesus dem Petrus nach der Verleugnung zurechthilft und ihn dadurch zum brauchbaren Mitarbeiter macht. „Hast du mich lieb?“ ist die entscheidende Frage! Nur – was will Jesus von Petrus wirklich?

Zeitgleich mit unseren Überlegungen ist nun ein Schreiben des Gnadauer Verbandes gekommen. Michael Diener ist ja Mitglied im Rat der EKD und hat als solcher die Gespräche der Kirchen mit der Bundesregierung aus größter Nähe mitverfolgt und Infos aus erster Hand. Deshalb wollen wir sie euch zur Kenntnis weiterleiten. Da sind vor allem wichtige Hinweise für den Fall einer künftigen, vorsichtigen Öffnung unserer Gottesdienste enthalten. Es ist sicher gut, dass wir uns vorher schon damit beschäftigen und entsprechende Vorbereitungen treffen.
https://www.christusbund.de/downloads/newsletter/2020_04_21_Gnadau_zum_Versammlungsverbot.pdf

30 Tage Gebet für die islamische Welt
In der Corona-Krise gehen andere, wichtige Dinge leicht unter. Deshalb sei nochmal dringend daran erinnert, dass vom 24. April bis 23. Mai, während des Ramadan, wie jedes Jahr die Aktion „30 Tage Gebet für die islamische Welt“ stattfindet. Viele der Hefte für Kinder/Familien und für Erwachsene liegen vielleicht nun in den Gemeinschaftshäusern rum. Heute ist das ja aber kein Problem mehr: Hier können beide Broschüren heruntergeladen werden, so dass man wichtige Gebetshilfen bekommen kann: www.30tagegebet.de

Seid herzlich gegrüßt und dem Herrn anbefohlen.

Eure
Matthias Köhler, Klaus Eberwein, Dietrich Mang

PS: Bis auf Weiteres sind wir für Spenden dankbar: DE61 6009 0100 1184 5850 08 | Volksbank Stuttgart eG
Wer zinslose Darlehen zur Verfügung stellen kann: Ansprechperson: Dietrich Mang (dmang@christusbund.de)