Römer

Predigttipp vom 22. Juni 2014 – Römer 3, 21-31

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Jahresthema:         In Gottes Nähe leben

Predigtthema: Entfesseln- wie wir frei werden!      

Predigttext:  Römer 3,21-31

Verfasser: Mathias Koch

Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Hilfreich sind die Anmerkungen und Parallelstellen der MacArthur Studienbibel (unter http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/)

Unter 45 „Der Brief des Apostel Paulus an die Römer“

Werner de Boor: Der Brief des Paulus an die Römer, Wuppertaler Studienbibel, R.Brockhaus Verlag Wuppertal 1962. (S.15- 24)

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Adolf Schlatter: Erläuterungen zum Neuen Testament, Der Brief an die Römer Bd. 05. Calwer Verlag Stuttgart 1962. (S. 66- 78)

Werner de Boor: Der Brief des Paulus an die Römer, Wuppertaler Studienbibel NT, R.Brockhaus Verlag Wuppertal 1962. (S.94- 104)

Heiko Krimmer: Römerbrief Edition C Bibelkommentar NT Bd. 10. Hänssler 2000. (S.109- 119)

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Bis zu diesem Abschnitt war der Mensch, ohne jegliche Ausnahme schuldig vor Gott. Selbst die frommen Juden in ihrer Sonderstellung ermangeln der Gerechtigkeit. Bis zu diesem Punkt gibt es keine Rettung. Nun entschlüsselt Paulus das Geheimnis der Gerechtigkeit Gottes. Die Gerechtigkeit, die dem Menschen als Geschenk, durch den Glauben an Jesus Christus zu Teil wird. Diese Botschaft ist primärer Grund für Evangelisation und Mission: Gott errettet aus Gnade durch seinen Sohn Christus. Der Weg zu Gott ist wieder frei. Allein durch Glauben bin ich gerechtfertigt. Wie steht es heute in unserer Gemeinde um das Thema Evangelisation und Mission? Paulus ist begeistert vom Evangelium. Begeistert uns die Botschaft vom Kreuz? Wir leben in der Epoche der Postmoderne, die durch einen erneuten Drang nach spirituellen Erlebnissen geprägt wird. Menschen bauen sich ihre eigene Erlösungsstrategie zusammen. Genommen werden Teile des Buddhismus, gepaart mit Esoterik und durchmischt mit dem Christentum. 

Paulus begegnet ganz klar auf solche Fragen: Der Mensch fällt unter das Gesetz und kann nichts tun. Er ist schuldig. Allein das Geschenk der Gerechtigkeit Gottes durch Christus macht ihn frei. Das geschieht durch Glauben. Somit beantwortet Paulus auch die Fragen nach der Gerechtigkeit: Wann bin ich gerecht vor Gott? Wie erlange ich diesen Status? Kann ich mir dessen sicher sein?

Argumentationsweg von Römer 1,16f nach Römer 3,21ff

Römer 3,21ff ist die Langfassung des Themas von Römer 1,16f , nämlich die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes. Paulus bringt hier kein neues Thema. Bei Rechtfertigung gibt es einerseits ein weg von… und ein hin zu… z.B. weg vom Zorn Gottes 1,18ff hin zum Frieden mit Gott 5,1ff Es bietet sich an den Römerbrief nach diesen Aspekten zu untersuchen.

3 wichtige Stichworte tauchen auf:

      1.   Gesetz (V19-21): Es stellt alles unter die Sünde, kann aber keine Gerechtigkeit aufrichten, aber bezeugt die Gerechtigkeit, die eben ohne das Gesetz kommt.

      2.   Gerechtigkeit Gottes (Luthers Problem): Luther verzweifelte daran, dass in Römer 1,16f Evangelium mit der Gerechtigkeit und nicht mit der Barmherzigkeit Gottes verbunden wird. Er dachte, dass der gerechte Gott die Gerechten belohnt und die Ungerechten straft. Er selbst hat durch den Dekalog (10 Gebote) erkannt, dass er zu den Ungerechten gehörte. Deshalb musste er von Gerechtigkeit hin zur Barmherzigkeit (nach seinem Verständnis zum Evangelium) fliehen. Da aber Evangelium mit Gerechtigkeit verbunden ist, stellte er fest, dass ihn das Gesetz, sowie das Evangelium verurteilen, da er ein Ungerechter ist. Daraus schloss er, dass es gar keine Rettung bzw. Heil gab. Der Denkfehler bei Luther lag darin, dass er ein aktives Verständnis von der Gerechtigkeit hatte, d.h. ich muss aktiv tun was richtig ist. Jedoch schreibt Paulus Römer 1,16f eindeutig positiv. Er deutet die Gerechtigkeit Gottes als eine passive Gerechtigkeit; quasi die Gerechtigkeit, die aus Gott kommt. Der Mensch empfängt sie lediglich. Er tut nichts aktiv dafür. Er wird gerecht aus Gott. Somit ist die Gerechtigkeit Gottes ein Geschenk an den Menschen. Vgl. Phil 3.

      3. Glauben: Durch Glauben alleine und nicht durch das alt. Gesetz kann der Mensch an der Gerechtigkeit Gottes teilhaben. Was dieser Glaube ist. (Vgl. Kap 4)

Paulinische Rechtfertigungslehre: Vgl. Römer 3,21ff; 5,1-11; 2.Kor 5,18-21

2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen

Wie lässt sich dieser Text in die Heilsgeschichte eingliedern? Grundsätzlich muss dieser Abschnitt in den Kontext integriert werden, nämlich der  Argumentationsweg des Paulus von Römer 1,16f auf 3,21ff. Alle Menschen sind Sünder, ohne Ausnahme. So berichtet Paulus vom Zorn Gottes über die Gottlosigkeit (1,18-1,32) und dessen Konsequenz das Gericht Gottes (2,1-16). Auch die Juden sind unter diesem Gericht (2,17-29)… und nun heißt es: „nun aber“. Nun aber hat sich die Wende unabhängig vom Gesetz verwirklicht. Die Gerechtigkeit Gottes erreicht den Menschen durch den Glauben an Jesus. V24: Den neutestamentlichen Loskauf muss man von der  antiken Sklavenbefreiung her sehen. Gott tröstet und führt die Wende herbei. Der Sünder wird durch den Loskauf adoptiert.

Paulus erklärt uns hier die Basics des Evangeliums. Das ist die Botschaft vom Kreuz: Gerechtfertigt werden durch den Glauben an Christus! (Vgl. 3,28)

„Christus ist das Sühnemittel, Golgatha ist Yom Kippur des Neuen Bundes“ (Dr. Eckhard Hagedorn)

2.3 Vorbereitungen für den Text

Parallelstellen lesen, denn die Schrift legt sich selbst aus. Hierzu eignet sich eine Studienbibel.

Was ist Inhalt der Rechtfertigungslehre des Paulus?

Für wen gilt diese?

Was heißt für dich: „Die Rechtfertigung gibt Gott umsonst?“

Was geschieht am Kreuz Christi? Vgl. Mt 27,31-61

3. Predigt

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Der Mensch ist erlösungsbedürftig. Er ist Schuldig. Nun aber gibt es das Geschenk der Gerechtigkeit Gottes. Durch Glauben an Christus kann ich nun vor Gott gerecht werden.

3.2 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Mögliche Gliederung

      a)Was bisher war.

a.    Das Ergebnis von 1,18-3,20

      b)Nun aber: Gott ist gerecht und macht gerecht (3,21-26)

      c)   Allein aus Glauben (3,27-31) 

Tipp:

Nach Abschluss der Vorbereitung Überlege dir deine Intention der Predigt in einem konkreten Satz.

   Die Gemeinde hat am Ende der Predigt verstanden, dass…; kognitives Ziel

   Die Gemeinde ist ermutigt… ; emotionales Ziel

Nach Abschluss des Predigtschreibens soll die Gesamte Predigt an der Intention geprüft werden. D.h. Der ganze Inhalt der Predigt sollte dieser Intention untergeordnet sein (Exkurse nur im Ausnahmefall). Hier gilt: Was nicht unterstützt, lenkt ab (das kann bedeuten, dass „für mich“ wichtige Punkte sterben müssen!)