Römer

Predigthilfe vom 15. Juni 2014 – Römer 3, 1-20

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Jahresthema:         In Gottes Nähe leben

Predigtthema: Entzaubern- wer wir wirklich sind! 

Predigttext:  Römer 3,1 – 20

Verfasser: Mathias Koch

Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Hilfreich sind die Anmerkungen und Parallelstellen der MacArthur Studienbibel (unter http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/)

Unter 45 „Der Brief des Apostel Paulus an die Römer“

Werner de Boor: Der Brief des Paulus an die Römer, Wuppertaler Studienbibel, R.Brockhaus Verlag Wuppertal 1962. (S.15- 24)

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Adolf Schlatter: Erläuterungen zum Neuen Testament, Der Brief an die Römer Bd. 05. Calwer Verlag Stuttgart 1962. (S. 52- 66)

Werner de Boor: Der Brief des Paulus an die Römer, Wuppertaler Studienbibel NT, R.Brockhaus Verlag Wuppertal 1962. (S.84- 94)

Heiko Krimmer: Römerbrief Edition C Bibelkommentar NT Bd. 10. Hänssler 2000. (S.95- 108)

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Der heutige Textabschnitt bietet das Resümee des paulinischen Votums zur Frage nach der Gerechtigkeit des Menschen vor Gott. Alle Menschen stehen unter dem Gesetz. Dieses Gesetz wurde allgemein offenbart (2,14f). Kein Mensch, keine frommen Werke, nicht einmal die Juden konnten es erfüllen (Römer 2). Und so kommt Paulus zu seinem Schluss: „Aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden, denn durchs Gesetz kommt die Erkenntnis der Sünde.“ (Vers 20) Das ist die Antwort ans menschliche Kollektiv. Es gibt keine Ausnahmen.

Diese Botschaft spricht heute ganz klar in unsere Welt hinein, in der Menschen auch versuchen einen eigenen Weg der Erlösung zu finden. Sei es in anderen Religionen, Esoterik etc. oder einfach schlicht mit guten Taten, bei denen sie doch hoffen, dass sie vor Gott gerecht machen. Es bleibt: Der Mensch ist erlösungsbedürftig und kann sich selbst nicht helfen.

2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen

Wie ist dieser Text heilsgeschichtlich einzuordnen? Zunächst wird erneut klar: Der Mensch ist nicht gerecht vor Gott. Er steht in Schuld (Vers1). Selbst die Juden in ihrer Sonderstellung (erwähltes Volk Gottes) haben keinen Vorteil (Vers 1-8). Und fiel mehr stellt sich heraus: das Gesetz, dessen die Juden sich rühmten, ist nicht die Basis ihrer Selbstgerechtigkeit, sondern vielmehr der Spiegel, der ihnen vor Augen hält, dass sie eben nicht gerecht vor Gott sind. Jedoch bleibt der Sonderstatus der Juden bestehen (Vers 2).

Letztendlich bleibt die große Tatsache, dass der Mensch erlösungsbedürftig ist. Dies erkennt er nochmals mehr durch das Gesetz. Hier beginnt Erkenntnis der Sünde.

„Das sei Ferne!“ Wenn Paulus diese Redewendung als Antwort gebraucht, dann hat die Frage ein großes Gewicht. Er tut dies, weil er hier etwas ganz klar stellen will. Vgl. Römer 3,4; 3,6; 3,31; 6,2 ; 6,15; 7,7. Diese Formulierungen tauchen auf, wenn es, entweder um Gottes Treue gegenüber Israel geht, oder wenn die Frage nach dem Gesetz auftaucht.

Paulus führt die Funktion des Gesetzes ein, Erkenntnis. Entscheidend sind die weiteren Ausführungen des Paulus zum Gesetz: Vgl. Römer 2,12f; 3,19f; 3,21; 3,31; 5,12ff; 7,7ff; 8,2-4. Man muss Apg 9 immer im Hinterkopf behalten. Paulus, der vom Herrn gebremst wird, ist ein wirklicher Liebhaber des Gesetzes. Er, der als Eiferer des 1. Gebotes aufstand, muss erleben, dass diese Frömmigkeit durch den Auferstandenen massiv in Frage gestellt wird.

Wichtig: Gal 3, 17-25, die Funktion der Thora ist Übertretung zu kennzeichnen. Das Gesetz ist Erzieher/ Pädagoge auf Christus hin (Römer 10,4); Christus- Gesetz Vgl. Mt 5,17-20

Entscheidend wird in dieser Predigt sein, einen Ausblick auf Römer 3,21ff zu geben.

2.3 Vorbereitungen für den Text

Parallelstellen lesen, denn die Schrift legt sich selbst aus. Hierzu eignet sich eine Studienbibel.

Die Juden sind nicht treu. Gott hingegen schon (Vers 1-8). Wo sehen wir Gottes Treue heute?

Welche fadenscheinigen Argumentationen zur Größe Gottes haben sich bei uns eingeschlichen? Vgl. Vers 5 Was antwortet Paulus?

Welche Funktion hat das Gesetz heute bei uns? Wo brauchen wir Erkenntnis?

3,13-18, Hier wird die Schuld beschrieben. Steckt hier ein Prinzip dahinter? Wie entwickelt Schuld/ Sünde ihre Macht?

Unter dem Strich steht: 3,10-12! Das ist das Ergebnis der Rechnung.

In der Erkenntnis der Sünde deutet sich leicht das Evangelium an. Durch das Gesetz erkennt der Mensch den Willen Gottes. „Erst wo ich weiß, was Gott will, wird mir die grundsätzliche Verkehrtheit meines eigenen Wollens bewusst. Von der Erkenntnis meiner Sündenverfallenheit zur Anerkenntnis derselben ist es aber ein weiter Weg(…) Erst dort aber, wo der Mensch sich unter dieser Anerkenntnis beugt, da entfaltet das Evangelium von Jesus Christus seine rettende, frohmachende Kraft.“ (Heiko Krimer, S.106))

3. Predigt

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Der Mensch ist erlösungsbedürftig. Die Schuld entwickelt ihre Macht und zerstört. Das Gesetz bringt die Erkenntnis der Sünde. Es offenbart die Macht der Schuld.  Hierdurch kann der Mensch erkennen, dass er verloren ist. Er braucht Vergebung von dem treuen Gott.

3.2 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Mögliche Gliederung

a)   Fadenscheinige Argumente

a.    Wird Gott durch meine Sünde groß? (V 1-8)

b)   Es sind alle Schuldig (V 9-19)

c)   Durch das Gesetz scheint das Evangelium leicht durch (V 20)

a.    Was kann die Erkenntnis der Sünde bewirken?

Tipp:

Nach Abschluss der Vorbereitung Überlege dir deine Intention der Predigt in einem konkreten Satz.

   Die Gemeinde hat am Ende der Predigt verstanden, dass…; kognitives Ziel

   Die Gemeinde ist ermutigt… ; emotionales Ziel

Nach Abschluss des Predigtschreibens soll die Gesamte Predigt an der Intention geprüft werden. D.h. Der ganze Inhalt der Predigt sollte dieser Intention untergeordnet sein (Exkurse nur im Ausnahmefall). Hier gilt: Was nicht unterstützt, lenkt ab (das kann bedeuten, dass „für mich“ wichtige Punkte sterben müssen!)