Monatsthema: Leben aus Glauben
Predigtthema: Miteinander aus Glauben
Bibelstelle: Römer 1, 16+17
Verfasser: Eckhard Löffler
1. Thema des Briefes: Das Evangelium ist die unendlich mächtige Gotteskraft (dynamis), die Menschen ohne ihr Zutun rettet, allein aus Glauben.
2. JUDEN erlebten (zeitlich) zuerst das Kraftwort Gottes, lehnten ab und verzichteten nicht darauf, SELBST Wichtiges zu ihrer Rettung beitragen zu müssen.
Trotzdem behalten sie eine besondere Stellung (Röm 9-11). Sie sind trotzdem Gottes erwähltes Volk (11,1), Wächter göttlicher Offenbarung (3,1f), Christus´ Heimatvolk (9,5). Jesus erwartet Heil von den Juden (Jo 4,22). Paulus suchte in jeder Stadt zuerst Juden auf.
3. Gerechtigkeit hat einen Doppelklang: juristisch und ethisch. Beides gehört zusammen.
– Gerechtigkeit ist ein Wesenszug Gottes, menschlich unerreichbar. Deshalb klagen Psalmisten (zitiert Röm 3,10ff), er- und bekennen eigenes Versagen.
– Gerechtigkeit beschreibt Gottes Handeln. Er allein stellt seine Kinder ins rechte Verhältnis zu sich. Ergeb-nis: Rettung und Heiligung (Jes 51,5f), menschlich erfahrbar und kann im Glauben angenommen werden.
– Gerechtigkeit prägt Gotteskinder im persönlichen Leben. Was ihnen vorher nicht möglich war, bewirkt nun der in ihnen wohnende und Kraft gebende Geist (Röm 8,2ff.).
4. V 17 = „Auf den Glauben gegründet und an den Glauben gewandt“ (Hab 2,4) erinnert daran, was für die Haltung des ganzen jüdischen Glaubens galt. Auf Israels Weg allerdings nicht erfüllbar.
Für Paulus ist Glaube persönliches Gottvertrauen, das sich praktisch auswirken wird. „Glaube ist Anfang, Weg und Ziel. Mehr braucht es nicht.“ (Dr. H. Krimmer, Bibel-Kommentar Bd. 10).
Aus Axel Kühner, Zuversicht, 17.5.: „Manche Menschen haben Angst vorm Fliegen und nehmen lieber
lange Zug- und Autofahrten in Kauf, als in ein Flugzeug zu steigen. „Ich fliege nicht, man fühlt sich zu sehr in Gottes Hand!“, soll ein Mann gesagt haben, als man ihn fragte, warum er nie das Flugzeug benutze. „Zu sehr in Gottes Hand“, solch ein Satz offenbart sehr deutlich den Zwiespalt zwischen Glaube und Zweifel, Vertrauen und Angst.
Ja, wir möchten in Gottes Hand sein, aber nicht zu sehr.
Ja, wir möchten von Gott bewahrt sein, es aber nicht unnötig herausfordern.
Ja, wir möchten bei Gott geborgen sein, aber nicht alles aus der Hand geben.
Ja, wir möchten in einer guten, starken Hand sein, unser Leben aber auch selber etwas in der Hand
behalten.
So wie ein Fisch keine Angst vor zu viel Wasser hat und ein Vogel sich keine Sorge über zu viel Luft macht, sollten wir uns ganz in die Hände Gottes fallen lassen. Denn Gott trägt und hält uns ohnehin, unser Leben und Ergehen ist in seinen Händen, vor der Geburt und nach der Geburt, vor dem Tod und nach dem Tod!
Gliederungsvorschlag (nach Dr. H. Krimmer):
a) Wer Jesus bekennt
b) … zu dem bekennt sich Gott
c) …so hat es das Evangelium bekannt gemacht.