Johannes

Predigthilfe vom 8.5.2011 – Johannes 20, 24-31

Monatsthema: Folgen der Auferstehung Jesu
Predigtthema: Glaube konkret – durch den Zweifel zum Vertrauen

Bibelstelle: Johannes 20, 24-31

Verfasser: Thomas Richter

Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.

1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT

Das Osterfest liegt nun schon etwas weiter zurück, aber nicht das, was an Ostern und von Ostern her geschehen ist. Ostern bedeutet im dt. „Morgenröte“ und aus diesem Grund soll in diesem Monat (Monatsthema: Folgen der Auferstehung) davon berichtet werden, wie es im Leben der Nachfolger Jesu „wieder Tag wurde“ (z.B. bei Thomas) und wie Menschen (z.B. Thomas) wieder froh wurden. In dieser Predigt (Predigttext: Joh 20,24-31) konzentrieren wir uns deshalb auf den Jünger Thomas (vgl. 20,24 mit 11,16: Thoma = aramäisch / Didymos = griechisch – die Bedeutung beider Namen lautet: „Zwilling“) unter dem Motto: „Durch den Zweifel zum Vertrauen“. Um die Lebensveränderung von Thomas veranschaulichen zu können, ist es hilfreich im Rahmen der Predigt auch einen biographischen Überblick zu geben. Was kennzeichnet das Leben von Thomas im Joh?
* Die Bereitschaft bei Jesus zu bleiben (vgl. Joh 11,14-16 mit Joh 10,39f)
* Die Bereitschaft Jesus alles zu fragen (vgl. Joh 14,1+4+5+6)
* Die Bereitschaft sich von Jesus korrigieren zu lassen (vgl. Joh 20,24-31).
Am Leben von Thomas kann erkannt werden, wie heraus aus dem Zweifel wieder vertrauensvoller Glaube entstehen kann (vgl. Predigtthema), denn wer nicht (mehr) glauben kann
* braucht die persönliche Verbindung zur Gemeinschaft der Nachfolger Jesu (Joh 20,24f)
* braucht die persönliche Begegnung mit Jesus (Joh 20,26-29)
* braucht die persönliche Bindung an das Wort Jesu (Joh 20,30f)
Auch mit dieser Predigt zeigen wir also wieder auf, wie sich das Leben der Nachfolger Jesu verändert, wenn sie dem Auferstandenen begegnen.

Für die Textlesung bietet die „Neue Genfer Übersetzung“ eine gut verständliche, lesbare und zuverlässige Übersetzung unseres Predigttextes (www.ngue.info).

2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN

Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.
* Gerhard Maier. Johannesevangelium 2. Teil – Edition C Bibelkommentar 7 (S. 370-382).
* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 2. Teil – Wuppertaler Studienbibel (S. 242-250).
* Andreas Schäfer. Am dritten Tag: Gedanken zu Ostern. Hänssler (S. 103-117).
* Kurt Scherer: Von Jesus Seelsorge lernen. Hänssler (S. 139-152).

Hilfreiche Anmerkungen für die Verkündigung enthalten die Predigttipps für den 22.04.2007 zu Joh 20,24-31 von Eckhard Löffler und für den 27.02.2005 zu Joh 20,24-31 von Dr. Heiko Krimmer (siehe unter www.wbb-online.de/pt).

Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 12.04.1982 mit dem Titel „Die Zweifel des Thomas“ (Joh 20,24-31) und vom 10.04.1994 mit dem Titel „Jesus für Skeptiker“ (Joh 20,24-29). Diese Predigten findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. Johannes 20] und „Autor“ [z.B. Winrich Scheffbuch] ausfüllt.

Hilfreiche Anmerkungen für eine geistliche Lebensbiographie von Thomas bietet John MacArthur. Zwölf ganz normale Menschen. 2. Aufl. Bielefeld: CLV, 2005. S. 175-184 (kostenloser Download unter http://www.clv-server.de/pdf/255959.pdf).

V. 24f: Wer nicht (mehr) glauben kann, braucht die Verbindung zu anderen Nachfolgern Jesu, denn in der Anfechtung braucht es die verbindende Gemeinschaft. Gemeinschaft allein löst nicht das (Glaubens-) Problem, aber sie hilft bei der Lösung. Es geht damals und heute darum, dass wir beisammen sind, wenn der Herr kommt (vgl. Hebr 10,24f)

V. 26-29: Wer nicht (mehr) glauben kann, braucht die Begegnung mit Jesus. Eigentlich will Thomas nur, was die anderen bereits haben (vgl. Joh 20,20). Allerdings lösen sich die Vorstellungen was wir unbedingt brauchen, nur dann in Luft auf, wenn wir Jesus persönlich begegnen und dadurch erkennen, was uns nottut (vgl. V. 27 mit V. 28).
Im Hinblick auf V. 29a ist aber auch die Sondersituation von Thomas zu beachten, denn Apostel müssen Zeugen der Auferstehung sein (vgl. Apg 1,22; 1Kor 15; Gal 1). Hier geschieht etwas beispielhaft mit ihnen, damit wir ihnen glauben können.
Im Hinblick auf V. 29b gilt es zu beachten, dass „selig“ im AT oft ein Urteil über ein Verhalten ist (vgl. Ps 1,1; 119,1f). Für uns gilt, dass die Erfahrung (z.B. sehen) nicht die Grundlage des Glaubens, sondern eine Folge des Glaubens ist. Heute ist noch nicht „Sehzeit“, sondern „Hörzeit“ (vgl. 2Kor 5,7).

V. 30f: Wer nicht (mehr) glauben kann, braucht die Bindung an das Wort Jesu. Im Wort ist alles berichtet, was geschehen ist, damit wir glauben können (vgl. Röm 10,17 mit Eph 3,17-19).

3. PREDIGTGLIEDERUNG

Durch den Zweifel zum Vertrauen kommen wir, wenn wir:
a) in der Gemeinde Jesu bleiben (V. 24f)
b) in der Erwartung Jesu bleiben (V. 26-29)
c) beim Wort Jesu bleiben (V. 30f)

oder nach Andreas Schäfer:
a) Thomas und der Herr des Glaubens
b) Thomas, der Zeuge des Glaubens
c) Thomas und das Bekenntnis des Glaubens