2.Mose

Predigthilfe vom 7. Januar 2018 – 2. Mose 17, 1-7

Monatsthema:         Jesus stillt unsere Bedürfnisse (Texte zur Jahreslosung – Offb 21,6)

Predigtthema:         Das Ende unserer Dürre: Gott gibt Wasser in der Wüste

Predigttext:              2. Mose 17, 1-7

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1.  Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 2017 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1  Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Der Textzusammenhang: Gott befreit sein Volk durch große Wunder und Machttaten an Pharao, dem ägyptischen Volk und der Natur aus der Sklaverei in Ägypten. Israel erlebt Gottes souveränes (Heils-) Handeln live!

Aus der Sklaverei Ägyptens befreit, finden sie sich aber nicht etwa im verheißenen Land wieder – diesem Land in dem Milch und Honig fließen – sondern in der Wüste. In einem Ort also, der absolut lebensfeindlich und bedrohlich ist. Die Wüste ist der Ort der Prüfung, aber auch der Gottesbegegnung! Gott prüft sein Volk. Wenn Gott Menschen prüft, zeigt sich ihre Gesinnung.

Nun gilt es für das Volk Israel, ihrem neuen König zu vertrauen. Dieser König ist imstande, sein Volk auch an diesem öden Ort zu versorgen. Das hat er ihnen bereits gezeigt (vgl. 2Mo 15, 22-27; 16). Aber das Volk muss eine wichtige Lektion lernen: Auch als Befreite aus der Sklaverei Ägyptens sind sie Abhängige, und zwar von Gott. Auf ihn sind sie angewiesen, auf ihn müssen sie hören, wenn sie überleben wollen.

1.2  Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.:

  • Hansjörg Bräumer. Das zweite Buch Mose: Kapitel 1-18. Wuppertaler Studienbibel AT. Wuppertal: R. Brockhaus, 1996. S. 278-281.
  • Hellmuth Frey. Das Buch der Heimsuchung und des Auszugs: Kapitel 1-18 des Zweiten Buches Mose. Die Botschaft des Alten Testaments 5. 13. Aufl. Stuttgart: Calwer Verlag, 1984 (1949). S. 197-199.
  • Warren Wiersbe. Sei befreit: In der Nachfolge Gottes zur Freiheit gelangen. Studien des Alten Testaments: 2Mose 1-40. Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft, 2003. S. 85-88.

Bitte studiert auch den hilfreichen Predigttipp von Thomas Richter vom 10.10.2010 zu 2. Mose 17,1-7 unter www.studienbibel.de. Beachtenswerte Anmerkungen zum Predigttext bietet z.B. die MacArthur Studienbibel.

1.3  Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Vers 1: Das Volk zieht geordnet nach dem Befehl des HERRN an diesen trockenen Ort. Wieder ist kein Wasser zum Trinken da. Nun zeigt sich, ob Israel aus dem bisher Erlebten gelernt hat.

Vers 2: Und sie haderten mit Mose: Das Wort hadern wird im hebräischen oft juristisch gebraucht, dann heißt es: vor Gericht bringen. Mose zu steinigen (V. 4) würde bedeuten, die vom Gesetz vorgeschriebene Strafe für Verrat an ihm zu vollziehen. Das Urteil wird angedroht für den Fall, dass Mose nicht für Wasser sorgt.

Was prüft ihr den HERRN: prüfen kann auch mit versuchen oder auf die Probe stellen übersetzt werden. Auch hier klingt eine juristische Bedeutung an: Gott wird angeklagt, sein Volk im Stich zu lassen, sodass es in der Wüste vor Durst stirbt.

Wenn Gott Menschen prüft, geht es darum, ihre Gesinnung festzustellen (vgl. z.B. 1Mo 22,1; 5Mo 13,4). Wenn Menschen Gott versuchen, stellen sie seine Fähigkeit zu helfen infrage bzw. erwarten oder fordern ein Wunder.

Das Volk wusste eigentlich, dass Mose nur tat, was Gott ihm befohlen hatte. Deshalb fragt er, warum das Volk den HERRN prüft. Sie hätten nach all den Erfahrungen eigentlich gelassen auf Gottes Hilfe warten können. Stattdessen lehnen sie sich gegen den von Gott erwählten Führer auf.

V 3: Murren: dieses Wort kommt im Alten Testament mit Ausnahme von Josua 9,18 nur in der Zeit der Wüstenwanderung vor. Es drückt Unzufriedenheit und Auflehnung aus: Gegen Verhältnisse (Wüste), gegen menschliche und vor allem göttliche Führung. Ein offenes und willentliches Aufbegehren und Rebellieren gegen die jeweilige Situation und die dafür Verantwortlichen. Letztendlich murrte das Volk gegen Gott, wenn es gegen dessen Vertreter murrte (vgl. auch 4 Mo 14,27.39.36). Und das hatte dann interessanterweise zweierlei Konsequenz:

Vor der Offenbarung JHWHs am Sinai antwortete dieser auf das Murren des Volkes mit Wasser- und Speisewundern (vgl. 2Mo 15,24; 16,2). Danach hatte es Jahwes tödliches Gericht zur Folge (4Mo 14,36; 16,31; 17,14).

Das Murren des Volkes hatte eine Berechtigung bei der Erwählung Gottes. Problematisch wurde es dann, als diese Erwählung aus Gnade zum Anspruch wurde, den das Volk murrend einklagte, weil es ihn nicht erfüllt sah. Damit wurde Gott seiner „Souveränität beraubt. Murren wurde zum Versuchen (Vers 2), später zur Lästerung Gottes (4Mo 14,11) durch das Volk. Anstatt Gott den Dank, Gehorsam und Glauben entgegen zu bringen, der ihm eigentlich gebührt hätte, erhebt es sich gegen ihn und verstrickt sich damit in Schuld, die Strafe fordert. Murren hat also eine eindeutig negative Bedeutung. Es bezeichnet Sünde/Aufstand gegen Gott.

Es ist ein hebräisches Bildwort, das an das Knurren eines Hundes erinnert

Vor Durst sterben: Trotz erlebter Wunder ist das Volk nicht gefestigt und besitzt kein Vertrauen in Gottes gute Führung: sie werfen Mose, und damit Gott vor, dass er sie nicht den Weg zum Leben, sondern zum Tod führt!

Vers 4: Mose bekommt als von Gott berufener Leiter Israels allen Zorn des Volkes ab. Sein Hilfeschrei kann auch so verstanden werden: „Wie soll ich bloß mit diesem Volk umgehen, dass es nicht mehr schuldig wird an Jahwe?“.

Trotz der unmöglich zu erfüllenden Forderung bleibt Mose geduldig und sanftmütig (vgl. 4Mo 12,3). Obwohl er keine Rettung sieht, verzagt er doch nicht an Gott; er erhebt seinen

Blick über das Sichtbare und hält sich an den Unsichtbaren (Vgl. Hebr. 11,27). Er legt diese ganze aussichtslose Situation in Gottes Hände. Mit seinem Verhalten ist Mose ein Vorbild für alle, die geistlich leiten.

Vers 5: Das Volk will eine Gerichtsverhandlung. Gott, der gerechte Richter, gewährt ihnen eine solche. Mose soll vor das Volk treten und seinen Stab in die Hand nehmen, begleitet von den Ältesten Israels. Der Stab Gottes wird mit der Gerichtsstrafe über Ägypten gleichgesetzt (vgl. auch Jes 30,31). Die Ältesten sind zu stellvertretenden Zeugen berufen (vgl. V 6).

Vers 6: Siehe, ich will dort vor dir stehen auf dem Fels am Horeb: Eine erstaunliche Aussage: der Mensch steht vor Gott und nicht umgekehrt. In diesem Verfahren nimmt Gott den Platz des Angeklagten ein; er setzt sich auf die Anklagebank. Gott steht auf dem Felsen und wird mit ihm identifiziert. Gott wird in dem Lied Moses als „Fels“ bezeichnet (5Mo 32,4.15.18.31) wie auch in den Psalmen, die von diesem Ereignis sprechen (Ps 78,35; 95,1).

Den Felsen schlagen: Mose hebt den Gerichtsstab und schlägt den Felsen, auf dem Gott steht und mit dem Er sich symbolisch identifiziert. Gott ist nicht schuldig, aber der trägt das Urteil. Wie bedeutungsvoll Moses Schlag ist, zeigt sich später, als er den Felsen im Ungehorsam schlägt und damit die Heiligkeit Gottes entehrt (4Mo 20,9-12).

Vers 7: Weil das Volk den Herrn hier versucht hatte, gab Mose dem Ort zwei Namen: Massa (Versuchung) und Meriba (Hader). Somit wird diese Geschichte eingerahmt von dem Wort Hader/Streit (vgl. Vers 2).

2.  Verstehen, worum es geht

2.1  Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

Während sich das Volk Israel auf den Berg Sinai zu bewegte, wurde es weiterhin tagsüber von der Wolkensäule und nachts von der Feuersäule geführt. Der Herr lenkte Israel jedoch in schwierige und belastende Situationen, um seine Macht zu beweisen und den Glauben und den Charakter seines Volkes aufzubauen. Immerhin bedeutet die Reise des Lebens weitaus mehr als nur das Erreichen eines Zieles. Wenn wir nicht im Glauben, im Wissen über Gott und in der Frömmigkeit wachsen, verschwenden wir unsere Möglichkeiten.

Eine alte Prüfung wird wiederholt (2Mo 17,1- 3). Israel hatte noch einen langen Weg vor sich, bevor es zu einer gottesfürchtigen Nation werden sollte. Bisher brachte jede neue Schwierigkeit, die sich ergab, nur das Schlechteste im Volk Israel hervor. Als sie Refidim  in der Wüste Sinai erreichten, hatten sie wieder einmal kein Wasser mehr. Sie hatten in dieser Prüfung schon einmal versagt, deshalb musste Gott sie wiederholen. Er hatte bewiesen, dass er Wasser und Essen für sie bereitstellen konnte, warum also stritten sie mit Mose? Weil ihre Herzen noch in Ägypten waren! Sie machten sich der Undankbarkeit und des Unglaubens schuldig und wollten zurück zu ihrem alten Leben; das Ergebnis davon war, dass sie die Prüfung auch diesmal nicht bestanden.

Jede Schwierigkeit, die Gott uns erleben lässt, wird entweder zu einer Prüfung, die uns zu einem besseren Menschen macht, oder zu einer Versuchung, die uns zu einem schlechteren Menschen macht, und durch unser eigenes Verhalten treffen wir die Entscheidung darüber. Wenn wir im Unglauben klagen und Gott die Schuld geben, werden wir in die Falle der Versuchung tappen und uns der Gelegenheit berauben, geistlich zu wachsen. Wenn wir jedoch Gott vertrauen und ihn wirken lassen, wird die Versuchung für uns statt gegen uns arbeiten (Röm 8,28; Jak 1,12-15) und uns helfen, in der Gnade zu wachsen.

Wenn Menschen nicht in der Gemeinschaft mit Gott stehen und zornig und bitter sind, wollen sie häufig unvernünftige Dinge tun, die die Lage nur verschlechtern würden. In diesem Falle wollte das Volk seinen Führer steinigen (2Mo 17,4)! Inwiefern das ihre Lage verändert hätte, sei dahingestellt, aber ungehorsame Menschen suchen gerne nach einem Sündenbock.

Eine unerschöpfliche Quelle (2Mo 17,4-7). Mose tat das, was er als Anführer häufig tun musste: Er rief den Herrn um Hilfe an (15,25; 32,30ff; 4Mo 11,1-2; 14,13ff.) „Gott ist uns Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten reichlich gefunden“ (Ps 46,2). Der Herr wies ihn an, einige der Ältesten mitzunehmen sowie den Stab, der Gottes Macht symbolisierte (2 Mo 7,20). Er sollte vor aller Augen den Felsen schlagen. Als Mose gehorchte, strömte Wasser aus dem Felsen hervor und stillte den Durst der Menschen und des Viehs (Ps 78,15-16; 105,41; 114,8; Jes 48,21). Ein gnädiger Gott befriedigte die Bedürfnisse eines klagenden Volkes.

Der Felsen ist ein Bild für Jesus Christus, der für uns ans Kreuz geschlagen wurde (1Kor 10,4), und das Wasser ist ein Bild des Heiligen Geistes, dessen Kommen durch Christi Tod, Auferstehung und Himmelfahrt erst möglich wurde (Joh 7,37-39). Das erklärt, warum Mose den Fehler beging, auf den Felsen zu schlagen, statt zu ihm zu reden (4Mo 20, 1- 13), denn „was er gestorben ist, ist er ein für allemal der Sünde gestorben“ (Röm 6,10; siehe auch Hebr 7,27; 9,26-28).

„Massa bedeutet „prüfen“ und „Meriba“ bedeutet „Hader“, „Streit“. Die Juden hatten noch nicht gelernt, dass Gott sein Volk in den täglichen Erfahrungen des Lebens prüft. Er benutzt die schwierigen Erfahrungen des Lebens, um unseren Glauben zu stärken und unsere Persönlichkeit reifen zu lassen. Der Glaube Israels an Gott war jedoch sehr schwach, denn sie dachten, ihr Gott hätte sie zu einem Ort geführt, wo er nicht für sie sorgen konnte! Das Problem mit den Israeliten bestand darin, dass sie verstockte Herzen hatten, die sich nicht dem Herrn unterwarfen, und deshalb rebellierten sie gegen seinen Willen. Tatsächlich hatte die ältere Generation während ihrer gesamten Reise von Ägypten nach Kanaan ungläubige Herzen (Ps 95,6-11; Hebr 3). Sie klagten zu Beginn ihrer Pilgerreise wegen Wasser, und ebenso gegen Ende, vierzig Jahre später (4Mo 20, 1- 13).

Wie viele Orte auf der Landkarte unseres Lebens sollten „Prüfen und Hadern“ aufgrund unserer Klagen über die Situation und unseres mangelnden Gottvertrauens genannt werden? Es ist eine Sache, entspannt in der Gemeinde zu sitzen und zu singen: „Jesus führt mich allerwegen; Seele, was verlangst du mehr?“, aber eine ganz andere Sache ist es, mit Leid und Enttäuschung konfrontiert zu sein und demütig zu beten: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe“. Corrie ten Boom pflegte zu sagen: „Gib Gott keine Anweisungen, sondern erscheine ganz einfach zum Dienst.“ (Warren Wiersbe, Sei befreit, Seite 86- 88).

2.2  Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)

Das Monatsthema lautet: Gott stillt unsere Bedürfnisse. Das Predigtthema: Das Ende unserer Dürre: Gott gibt Wasser in der Wüste.

Für die meisten Hörer dürfte dies die erste Predigt im Jahr 2018 sein. Der Text eignet sich sehr gut dazu, die Hörer zu ermutigen, auch im neuen Jahr auf Gottes gute Wegführung zu vertrauen. Auch wenn das bedeutet, dass Gott durch Schwierigkeiten führt.

2.3  Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)

Die Predigt sollte dazu ermutigen:

  • auch im neuen Jahr Gottes guten Wegführungen zu vertrauen! Er ist der Gott, der uns vorangeht und so mit uns auf dem Weg ist (im Unterschied dazu die Götter der umliegenden Völker, die „Regionalgottheiten“ waren. Das heißt, sie mussten an einem bestimmten Ort angebetet werden.
  • gerade in schwierigen Situationen Gottes Hilfe zu erwarten! Sie zu verstehen als Prüfungen unseres Glaubens. Nicht vergessen werden sollte der Hinweis, dass Gott uns niemals prüft, ohne auch für eine Lösung zu
  • Tag für Tag aus der Quelle des lebendigen Wassers zu leben: Jesus Christus. So, wie die Israeliten von Station zu Station immer wieder lernen mussten, dass Gott sie versorgt (ein Beispiel wäre auch das tägliche Manna), müssen auch wir lernen, Tag für Tag Gott zu

3.  Sagen, wo es hingeht

3.1  Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Ich    möchte    den    Hörern    Mut    machen,    auch    in    schwierigen   und   belastenden Lebensumständen auf Gott zu vertrauen und aus seiner Kraft- Quelle zu leben.

  • Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt? Das Ende unserer Dürre: Gott gibt Wasser in der Wüste. Alternativ: Leben in der Abhängigkeit Gottes

Jeder, der mit Gott leben möchte, lernt Zeiten der Prüfung kennen, in denen unser Glaube auf die Probe gestellt wird. Ziel von Gottes Prüfungen ist es, dass unser Glaube wächst und wir Gott mehr vertrauen als vorher. Wenn Gott uns prüft, kann es sein, dass er uns Dinge nimmt, von denen wir glauben, dass wir ohne sie nicht leben können. Oder er führt uns in Situationen, die uns überfordern.

Prüfungen Gottes bestehen wir nur im Gebet, welches Ausdruck unserer Abhängigkeit von Gott ist. Nun lernen wir, dass nicht unsere eigene Kraft und eigene Mittel uns aus der Misere helfen, sondern Gott selber. Die Erfahrung, dass wir „am Ende mit unserem Latein“ sind, hilft uns, uns selber wieder im richtigen Licht zu sehen: ohne Gott sind wir völlig hilflos und mittellos, wenn es um geistliche Dinge geht.

Gott hört unser rufen. Wenn seine Zeit gekommen ist, wird er uns Hilfe senden. Wir erfahren, dass er viel mehr schenkt, als wir erbeten oder ersehnt haben: Wasser des Lebens im Überfluss. Und das mitten in der Wüste. Bildlich gesprochen: In einem Umfeld, das unsere Seele austrocknet und zermürbt. Gott kann unsere tiefste Sehnsucht stillen (nicht zu verwechseln mit unseren Wünschen!), auch wenn sich das Umfeld nicht verändert! Aber natürlich kann Gott auch Umstände verändern oder uns aus einem belastenden Umfeld herausführen!

3.3  Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Leben in der Abhängigkeit Gottes:

  1. Am Ende: wenn Gott uns prüft
  2. Bereit: wenn wir alles von Gott erwarten
  3. Erfüllt: wenn wir Gott erleben

oder

  1. Der Durst des Volkes
  2. Das Verhalten von Mose
  3. Wasser aus dem Felsen

3.4  Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Ein Glaube, der sich bewährt

Da es nicht alle Tage vorkommt, dass wir einen Familienausflug ins Schwimmbad machen, hüpfte unser dreijähriger Sohn aufgeregt auf und ab. Er konnte es kaum erwarten. Als die Taschen gepackt waren und wir im Auto saßen, war uns der Stress in die Gesichter geschrieben, denn wir hatten das Gefühl, für unseren nächsten Sommerurlaub gepackt zu haben, dabei ging es nur zum nahe gelegenen Schwimmbad! Die Freude unseres Sohnes verwandelte sich jedoch in Angst, als er das tiefe Wasser sah. Obwohl wir ihm die Schwimmflügel prall aufgeblasen hatten, klammerte er sich fest an mich. Ich versuchte, ihn zu überzeugen, dass die Schwimmflügel ihn über Wasser halten würden, vergeblich. Es fehlte ihm an Glauben, dass die Schwimmflügel ihn trugen.

Das Wort Glaube kommt in der Bibel häufig vor und wird auch bei uns im Alltag gebraucht. Wir sagen: »Ich glaube, morgen wird es schön«, und meinen damit: Es kann sein, dass es morgen schön wird. Diese Art Glauben hatte auch mein Sohn: Es kann sein, dass die Schwimmflügel mich tragen, aber ich gehe doch lieber auf Nummer sicher und halte mich an Papa fest.

Die Bibel sagt, dass wir ohne Glauben Gott nicht gefallen können (Hebräer 11,6). Doch woher weiß ich, ob mein Glaube an ihn und an sein Wort echt ist? Das erkenne ich, wenn mein Glaube auf die Probe gestellt wird.

(Tony Keller, Leben ist mehr)

 

Was ist mit dem Wasser des Lebens gemeint? Alle Menschen haben Durst nach Leben. Sie versuchen, diesen Lebensdurst zu stillen durch Liebe, Beziehungen, Arbeit und wirtschaftlichen Erfolg oder auch durch Alkohol und Drogen. Doch der Durst des Lebens wird durch diese Dinge nicht gestillt. Der Durst wird eher größer. Der Einzige, der den Durst unseres Lebens stillen kann, ist Jesus! Wir brauchen ihn!

Wie kommen wir an dieses lebensnotwendige Wasser? Wir müssen zwei Bedingungen erfüllen. 1. Wir müssen danach dürsten. D. h., wir müssen verstehen, dass wir etwas brauchen, was wir nicht haben. 2. Wir müssen zu dem kommen, der das Wasser des Lebens umsonst gibt. Nur der Glaube an den Sohn Gottes, Jesus Christus, wie er in der Bibel beschrieben wird, kann den Durst unseres Lebens stillen, und wer an ihn glaubt, wird das ewige Leben haben – umsonst.

(Daniel Zach, Leben ist mehr)

 

Durch die Wüste

In einer abgedruckten Predigt fand ich folgenden Satz: »Auf das Ende müssen wir achten, dann wissen wir, warum wir unseren Weg mit Gott gehen.« Diese Einsicht hat schon manchem geholfen, der vom Eindruck gegenwärtiger Schwierigkeiten gebannt war.

Wenn wir das Volk Israel in den ersten 400 Jahren seiner Existenz beobachten, lesen wir von Unterdrückung, Hungersnöten und Sklaverei in Ägypten. Erst mit dem Auftreten Moses erlebten die Israeliten massiv das Eingreifen Gottes. Sie sahen wieder Licht im Tunnel. In dieser Zeit tat Gott eine Menge Wunder und führte Israel durch das Wasser des Roten Meeres hindurch in die Freiheit. Zu dieser Zeit waren sie dann auch begeisterte Gottes-Anhänger. Sie schwelgten im Triumph der Rettung und des Sieges und blickten voller Zuversicht in die Zukunft. Doch nach wenigen Tagen schon kam die Ernüchterung. Gott hatte ihnen zwar versprochen, sie in ein Land zu führen, in dem Milch und Honig floss. Sie hatten Ägypten daher hinter sich gelassen, doch was lag nun vor ihnen? Das verheißene Land? Nein! Vor ihnen war Wüste, soweit das Auge reichte. Wer nach Kanaan wollte, musste durch die trockene Wüste reisen.

Auch uns können Ereignisse unseres Lebens in eine Zeit der Dürre führen. Der Verlust des Arbeitsplatzes oder eines lieben Menschen, schwere Krankheiten und finanzielle Nöte sind oft schwierige Lebensetappen. Solche »Dürrezeiten« haben oft etwas mit Verlust zu tun. Ein altes Leben mit seinen Freunden, Gewohnheiten und Sicherheiten geht zu Ende, ohne dass der neue Lebensabschnitt schon Konturen angenommen hätte. Doch Gott mutet uns solche Wegstrecken zu und möchte in solchen Zeiten unseren Glauben stärken. Denn er will uns sicher ans Ziel führen.

Joachim Boshard (Leben ist mehr)

 

Warum schöpft ihr nicht?

Vor vielen Jahren geriet die Besatzung eines großen Segelschiffes vor der Küste Brasiliens in Not. Ein starker Gegenwind hatte ihre Reise um mehr als drei Wochen verlängert, und jetzt ging ihnen das Trinkwasser aus. So litten sie mitten im Atlantischen Ozean einen unerträglichen Durst, da das salzige und bittere Wasser nutzlos war. Wenn nicht bald Hilfe kam, mussten sie alle qualvoll verdursten!

Plötzlich entdeckte der Matrose im Ausguck ein entgegenkommendes Schiff. War das die Hilfe? Sie signalisierten dem anderen Schiff ihre Notlage. Aber dieses verringerte nicht einmal seine Fahrt, sondern rauschte an ihnen vorbei, ohne sich um sie zu kümmern. Oder doch? Als sie ganz nahe waren, signalisierten sie ihnen eine Botschaft, die angesichts ihrer Not wie reiner Hohn klang: »Und warum schöpft ihr nicht?« Verzweifelt wiederholten sie ihren Notruf: »Wir haben kein Wasser!« Und sie erhielten dieselbe Antwort: »Dann schöpft doch!«

Auf einmal verstanden sie. Sie liefen zur Reling, ließen Eimer auf Eimer hinunter und zogen sie voll frischen Wassers wieder herauf. Jetzt konnte jeder seinen unerträglichen Durst stillen. Aber war das Wasser denn nicht salzig und bitter? Keineswegs, es war klares, herrlich erfrischendes Wasser! Sie hatten nicht daran gedacht, dass sie sich gerade gegenüber der Mündung des Amazonas befanden, der wie eine unerschöpfliche Quelle sein süßes Wasser bis weit in den Atlantik hinausschickte, ohne sich mit dem Salzwasser zu vermischen.

Dürsten Sie nach Frieden, Vergebung und wahrer Freude? Warum schöpfen Sie dann nicht? Schöpfen wovon? Schöpfen aus der unerschöpflichen Gnade Gottes.

Bernd Hochmuth (Leben ist mehr)

 

Karlheinz Deininger