Jahresthema: Wie Menschen neu werden
Monatsthema: Leben nah bei Jesus – Jesus für uns
Predigtthema: Sein Leben bewahren
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 2017 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
Unter Umständen kann sich auch mal der Blick in eine englische Übersetzung lohnen, weil auch in modernen deutschen Übersetzungen manchmal „fromm-deutsche“ Begriffe benutzt werden, die im Englischen viel direkter und „normaler“ übersetzt sind.
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Wir befinden uns im Johannesevangelium kurz vor der Kreuzigung Jesu. Dieses Evangelium hat gegen Ende eine extreme Verdichtung – ab Kapitel 12,12 befinden wir uns in Jerusalem. Das Geschehen dort beschreibt den Palmsonntag. Im Gegensatz zu den anderen Evangelien haben wir im Johannesevangelium nicht die Berichte des öffentlichen Handelns in Jerusalem während der Passionswoche, sondern Johannes berichtet uns hauptsächlich die Gespräche, die Jesus ausschließlich mit seinen Jüngern in dieser Zeit hatte. Ab Kapitel 13 ist Jesus nur noch mit seinen Jüngern unterwegs. In unserem Abschnitt ist vom Fest die Rede – es ist das Passahfest (oder auch Fest der ungesäuerten Brote), zu dem Juden aus der ganzen damaligen Welt nach Jerusalem pilgern. Es wurde eine Woche lange gefeiert und in der Woche wurde zwischen zwei Abenden das Passahlamm geschlachtet. Jesus ist dort in Jerusalem und wird selbst alle Anweisungen für das Opferlamm aus dem AT erfüllen. Die in unserem Abschnitt erwähnten Griechen, die Jesus sehen wollen, sind wahrscheinlich Proselyten. Das sind Griechen, die zu Judentum konvertiert sind. Sie haben einen Wunsch – sie möchten Jesus sehen. Es ist interessant, dass Jesus jetzt in einer ganz speziellen Phase seines Auftrags ist. Er bereitet sich darauf vor, das Opferlamm für alle Menschen zu werden (Joh 1,29). Er redet von der Stunde, in der der Menschensohn verherrlicht wird. Damit bringt Jesus zum Ausdruck, dass er den großen Rettungsplan Gottes ausführen wird, der ihn ans Kreuz bringen wird. Wenn man dazu Joh 17 liest, entdeckt man genau diese Bitte Jesus kurz vor der Gefangennahme. Dort lesen wir in V4-5: „Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. 5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.“ In unserem Abschnitt macht Jesus nun wesentliche Ausführungen zu diesem Plan Gottes. Warum muss das kommen, was zeitnah kommen wird? – Der Tod Jesu! Welche Konsequenzen hat das für uns Menschen? Welche Konsequenzen hat das für die Macht der Finsternis – den Fürsten dieser Welt? Wir haben also einen sehr wichtigen und bedeutenden Textabschnitt, in dem 4 Gruppen vorkommen. Jesus, der Vater, der Satan und die Menschen.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Bevor ich mit dir etwas in die Details zum Text gehen will, möchte ich dich einladen den Text erst einmal in aller Ruhe zu lesen. Am besten, du liest den Text einmal in der Luther-/Elberfelderübersetzung und danach in einer neueren Übersetzung. (Ich empfehle Neue Genfer Übersetzung (NGÜ), oder Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ).) Ich persönlich mache es meistens so, dass ich den Text ausdrucke und beim Lesen schon ein paar Anmerkungen, Unterstreichungen oder Fragezeichen mache. Das hilft mir dann, den Text besser zu verstehen und ich bin fokussierter auf den Gedankengang des Textes.
Gute Hilfen in der Vorbereitung leisten folgende Dinge:
- MacArthur Studienbibel -> ist sehr zu empfehlen, da sie sehr bibeltreu ist und sogar gratis (www.sermononline.de) als pdf zur Verfügung steht.
- Die Ryrie-Studienbibel -> nicht ganz so umfangreiche Textkommentierung wie die von MacArthur, aber kann ergänzend mit hinzugezogen werden.
- https://dasbibelprojekt.visiomedia.org/ Hier findest du kurze Videoclips über das Matthäusevanglium. Diese helfen einen Gesamtüberblick über den Brief zu bekommen.
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Die Wichtigkeit des Kreuzes
Dreh- und Angelpunkt unseres Glaubens ist und bleibt das Kreuz. Paulus schreibt in 1Kor 2,2: „Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt.“
Jesus redet von der Stunde der Verherrlichung des Menschensohns. Die wichtigste Stunde kommt. Es geht um das entscheidende Ereignis der ganzen Weltgeschichte – das entscheidende Ereignis des ganzen Kosmos. Und Jesus beginnt mit den Worten „Amen, amen“ – Wahrlich, wahrlich. Damit deutet er sprachlich an: Jetzt kommt was extrem Wichtiges. „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht!“ Jesus bringt ein Vergleich aus der Natur, aus der Landwirtschaft, den jeder versteht. Man muss ein Weizenkorn in die Erde legen, damit aus ihm der neue Trieb der Pflanze wachsen kann und damit Frucht entsteht. Lässt man das Weizenkorn einfach auf dem Tisch liegen, dann wird es keine Vermehrung geben, keine Frucht. Wenn es aber stirbt, dann kann viel Frucht entstehen. Jesu Tod am Kreuz ist kein ausschließlich historisches Ereignis, vor dem wir heute stehen und sagen: „Ja, da war ein guter Mensch zur falschen Zeit am falschen Ort.“ NEIN – Hier erfüllt sich der große Heilsplan Gottes! Hier öffnen sich die die Tore zum Himmel. Plötzlich gibt es eine Möglichkeit, ewiges Leben (V25) zu bekommen. Es gibt die Möglichkeit, ein Kind des Lichts (V36) zu werden. Ausgangspunkt dieses Angebots – werde ein Kind des Lichts, erhalte ewiges Leben – ist und bleibt Jesu Sterben am Kreuz. Hier müssen wir vielleicht Stellen wie z.B. 2Kor 5,18-21 lesen: „Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, 19 wie denn Gott in Christus war, und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat. 20 So sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! 21 Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit wurden in ihm.“ Gott hat die Welt durch den Tod von Jesus mit sich selbst versöhnt und Jesus bietet diese Versöhnung durch seine Leute jedem Menschen an! Wichtig: Jesus musste zur Sünde gemacht werden und die Konsequenzen eines Sünders tragen – sterben (Röm 6,23) und von Gott verlassen werden (Mk 15,34). Dieses Sterben hatte Jesus seinen Jüngern mehrfach angekündigt. Auch in unserem Abschnitt sagt er es in dem Vergleich mit dem Weizenkorn. Nur durch seinen Tod und die damit einhergehende Vergebung der Sünden, können Menschen gerettet und Kinder des Lichts werden. Er alleine ist der Zugang. Nur bei ihm gibt es diese Vergebung, weil er zugleich Opfer und Hohepriester ist. Genau in diesem Zusammengang müssen wir Bibelverse wie Joh 14,6 verstehen: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ Er ist der einzige Weg zum Vater im Himmel. Was hat Jesus am Kreuz erwirkt? Noch ein paar wichtige Bibelstellen dazu. Kol 2,14f: „Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, ⟨den⟩ in Satzungen ⟨bestehenden⟩, der gegen uns war, und ihn auch aus ⟨unserer⟩ Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte; 15 er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er den Triumph über sie gehalten“ Der Schuldschein Gottes gegen uns ist gelöscht – das gilt für alle, die an Jesus glauben, sich ihm anvertrauen. Durch das Kreuz hat Jesus alle Gewalten und Mächte besiegt. Kol 1,20: „und durch ihn alles mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes – durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist.“ Wir haben Frieden mit Gott durch Christus.
Ewiges Leben
Ein ganz entscheidender Begriff in unserem Abschnitt. Jesus macht eine Ansage – „jeder, der sein Leben hasst auf dieser Welt, der wird´s bewahren zum ewigen Leben.“ Das Angebot Jesus können wir nur ansatzweise verstehen. Ewiges Leben beschreibt in der Bibel eine nicht endende leibliche Existenz in der Gegenwart des dreieinen Gottes auf einer neuen Welt. Texte, die wir dazu anschauen müssen, sind bspw. Offb 21+22. Gott wird mitten unter den Menschen wohnen. Er wird alle Tränen abwischen und es wird kein Leid, keine Trauer, kein Geschrei, kein Tod mehr geben. Es wird der Himmel auf Erden sein – sprichwörtlich, denn Gott/der Himmel und die Erde werden sich vereinen. Und weil der Mensch dann in der unmittelbaren Nähe zum Allmächtigen ist, wird er Anteil am Leben haben. Gott/Jesus ist das Leben (Joh 1,4). Phil 3,21 beschreibt diese Existenz ganz klar als leibliche, die der von Jesus nach seiner Auferstehung entspricht. Wir werden also weiterhin Menschen sein, die menschliche Dinge in einer neuen Welt tun, allerdings ohne jegliche Sünde oder das Böse. Das wird genial werden und wir sollten immer mal wieder darüber reden und uns gegenseitig klar machen: Das Beste kommt noch.
Die Auswirkungen des Kreuzes
Aber Jesu Tod am Kreuz ist nicht einfach ein losgelöstes Angebot. Es ist ein alles oder nichts Angebot. Jesus ist das Vorbild. Er gibt sein Leben in den Tod um Frucht, nämlich uns das ewige Leben, zu erwirken. Dieses Angebot der ultimativen, allumfassenden Vergebung kann jeder Mensch annehmen oder ablehnen. Aber wer es annimmt, der hat Jesus und seinen Weg zum Vorbild. 2Kor 5,15: „Und für alle ist er gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist“. Das Kreuz gibt es nur im Paket mit Nachfolge, mit Dienst für Jesus, mit Selbstaufgabe. Der Weg Jesu wird zu unserem! Wir geben jetzt unser Leben auf und stellen uns hinter Jesus an. Die Bibel nennt diesen Schritt echter Glaube. In Jak 2 wird davon berichtet, dass echter Glaube immer Auswirkungen im Leben mit sich bringt. So lesen wir es in Jak 2,17: „Genauso ist es mit dem Glauben: „Wenn er keine Taten vorzuweisen hat, ist er tot; er ist tot, weil er ohne Auswirkungen bleibt [NGÜ].“ Deswegen sagt Jesus das in unserem Abschnitt mehr als deutlich. V25: „Wer sein Leben liebt, verliert es; und wer sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren. 26 Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach!“
Es geht darum, sein eigenes Leben aus seiner Hand in die Hände von Jesus zu geben! Das bedeutet ihm dienen und ihm nachfolgen. Jesus sagt das in den Evangelien mehrfach, z.B. Lk 9,23ff. Hier sagt Jesus: „Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach! 24 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten.“ Echter Glaube bleibt immer eine Willensentscheidung. Diese Willensentscheidung hat zur Folge: Selbstverleugnung: Ich muss nein zu mir sagen – zu meinen Wünschen, meinen Meinungen, meinen Überzeugungen, meinen Wahrheiten, meinen Lebensideen, etc. Das meint Jesus, wenn er sagt: Man muss sein Leben verlieren. Wer zu Jesus kommen will, der bezahlt einen Preis und der heißt nach Gal 2,20: „und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben⟨, und zwar im Glauben⟩ an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ Wir müssen hier auch immer beide Seiten aufzeigen. Zu Jesus darf jeder kommen. Für jeden hat Jesus das Geschenk der Gnade und Vergebung bereit. Aber dieses Geschenk bringt Konsequenzen mit sich. Diese Konsequenzen sind letztlich das Beste, was mir in meinem Leben passieren kann. Aber man sieht das vielleicht nicht gleich oder nicht immer, deswegen muss man die Konsequenzen einfach nüchtern betrachten. Jesus bringt in diesem Zusammenhang der Nachfolge ein Beispiel aus der Wirtschaft. Lk 14,28: „Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht vorher hin und berechnet die Kosten, ob er ⟨das Nötige⟩ zur Ausführung hat?“ Man kann aber mit Fug und Recht sagen: Am Kreuz scheiden sich die Geister. Paulus spricht in 1Kor 1 darüber. Dort lesen wir in V22ff: Und weil denn Juden Zeichen fordern und Griechen Weisheit suchen, 23 predigen wir Christus als gekreuzigt, für Juden ein Anstoß und für Nationen eine Torheit; 24 den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Es wird immer diese beiden Lager geben. Das Kreuz trennt.
Heilsweg – Not easy going
War der Weg, den Jesus gehen musste, ein Klacks? V27: „Jetzt ist meine Seele bestürzt. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen.“
Jesus lässt uns hier und im Garten Eden (vgl. Lk 22,41-44 -> Angst) in sein Inneres schauen, in seinen Gefühls- und Empfindungszustand. Jesus ganz Mensch, so wie wir auch. Er hat die Dinge erlebt, wie wir sie erleben mit all den Gefühlsregungen. Das Wort hier für bestürzt kann man mit erschrecken, aufregen, durcheinanderschütteln, Unruhe übersetzen. Menschlich würde Jesus das Gespräch beten: „Vater rette mich aus dieser Stunde“! Aufgrund der Lage wäre dieses Gebet nach Ps 50,15 angebracht. Doch Jesus weiß: Das ist der Auftrag. Das ist der große Heilsplan. Er muss in den Tod führen, sonst gibt es keine Frucht! Jes 53,10b: „Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er Nachkommen sehen“. Weil Jesus sein Leben opfert, deswegen gibt es Nachkommen – Söhne und Töchter Gottes -> Kinder des Lichts (vgl. V36 unser Abschnitt). Jesus muss tatsächlich ans Äußerste gehen. Wenn wir dazu Phil 2,5ff lesen, dann wird das noch mal deutlich. „Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus ⟨war⟩, 6 der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. 7 Aber er entäußerte sich und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, 8 erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz.“ Jesus muss sich entäußern – man kann hier auch mit entleeren, wertlos machen, zunichtemachen übersetzen. Alles, was Jesus an Wert hat, seine Göttlichkeit, seine Gottessohnschaft, gibt er auf! Und nicht nur das, er wird zum Knecht, nimmt Knechtsgestalt an, wörtlich Sklavengestalt. Seine Erniedrigung und Gehorsam führen ihn ans Kreuz. Das war alles andere als „easy going“. Es zeigt uns, wie schlimm Sünde tatsächlich ist. Kein Kavaliersdelikt, sondern ultimativer Bruch mit dem Schöpfer, der nur das allerhöchste Opfer geheilt werden kann. Wichtig: Jesus Weg führt durch Leiden, Selbstverleugnung in die Herrlichkeit. Wie sieht unserer aus? Genau nach diesem Prinzip. Vgl. Röm 8,18; 1Petr 5,10; 1Petr 4,13. Deswegen ist auch das Leben als Christ „not easy going“, sondern ein steiniger Weg, der uns durch manche Täler der Todesschatten führt (Ps 23). Und doch dürfen wir sicher sein mit Phil 1,6: „Ich bin ebenso in guter Zuversicht, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Christi Jesu“
Der Teufel und die Macht der Finsternis
Die Bibel verschweigt es nicht – es gibt die Finsternis und die finsteren Mächte. Es gibt gefallene Engel (Dämonen) und ihren Obersten (Satan). Er ist der Fürst (Oberste) dieser Welt. Dabei meint Welt immer das System, das gegen Gott rebelliert hat. Jesus ist nicht von dieser Welt, sowie wie Erlöste es auch nicht sind. Unser Kampf ist dementsprechend nicht gegen Fleisch und Blut, sondern genau gegen diese finsteren Mächte. So lesen wir das in Eph 6,11-12. Wir dürfen diesen Kampf mit der Gewissheit des Sieges und der Kraft unseres HERRN Jesus angehen. Wir lesen Eph 6,10: „Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke!“ Weiter lesen wir im Epheserabschnitt von der Waffenrüstung Gottes, mit der wir standhaft sein können. Wir besiegen nicht das Böse, sondern wir sind standhaft. So lesen wir das auch in 1Petr 5,8f: „Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. 9 Dem widersteht standhaft durch den Glauben.“ Wir brauchen also keine Angst vor der Finsternis haben, denn wir sind Kinder des Lichts und gehören zum Vater der Lichter. Wir sind in sein Reich versetzt worden, in das Reich des Sohnes. Kol 1,13: „er hat uns gerettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.“ Wichtig für uns ist zu verstehen, dass Jesus am Kreuz den entscheidenden Sieg erringt. Kol 2,15: „er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm (Kreuz) hat er den Triumph über sie gehalten.“ Bereits ganz am Anfang der Bibel wird dieses Szenario beschrieben. 1Mo 3,15: „Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.“ Ein Nachkomme Evas (Jesus) wird der Schlange (Satan) den Kopf zermalmen und dabei selber in die Ferse gebissen werden. Hier ist der Sieg Jesu über den Teufel beschrieben. Wir bekommen diesen Sieg durch Glauben geschenkt – 1Kor 15,57! Jetzt lesen wir in unserem Abschnitt, V31: „Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden.“ Tatsächlich vollzieht sich das Gericht Gottes an Jesus. So müssen wir dann auch Joh 5,24 verstehen, dass wir nicht in das Gericht kommen. „Die Strafe lag auf ihm“ – so lesen wir in Jes 53,5. Die Folgen unserer Sünde, das Gericht Gottes über unsere Sünde, hat Jesus auf sich genommen. Das gilt für jeden, der an ihn glaubt. Aber für den Teufel hat das Kreuz eine weitere Konsequenz. Er wird hinausgeworfen. Von wo hinaus? Lk 10,18: „Ich schaute den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.“ Satan hat, so wissen wir es aus dem Buch Hiob, Zugang zum Himmel, bzw. zur Versammlung der Söhne Gottes (Hi 1,6). Doch jetzt ist das vorbei. Das gleiche wird uns in Offb 12,7-9. Hier wird der Fall Satans aus dem Himmel beschrieben.
Der Vater und der Sohn
An ein paar Stellen meldet sich der Vater und nimmt Stellung bezüglich seines Sohnes Jesus. Es sind genau drei Passagen. Einmal bei der Taufe von Jesus. Dort lesen wir in Lk 3,22: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Später lesen wir auf dem Berg der Verklärung. Mt 17,5: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“ Es ist eine Wiederholung mit dem Zusatz: „den sollt ihr hören“. Und dann unsere Stelle, als der Vater sagt in V28: „Ich habe ihn verherrlicht und will ihn abermals verherrlichen“. Der Vater stellt sich zum Sohn, zu seinem Weg. Und weil der Sohn diesen Weg geht, wird ihn der Vater hoch erhöhen und über alles setzen. So lesen wir es in Phil 2,9ff: „Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, 10 dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters“
Glaube ist Nachfolge
Immer wieder schlägt dieses Thema in den Evangelien auf. Wir hatten es oben unter dem Thema „Auswirkung des Kreuzes“ angerissen. Glaube und Nachfolge sind keine zwei Stufen des Christseins, nach dem Motto: Du beginnst mit Glauben und dann irgendwann erreichst du das nächste Level und du zündest die Nachfolge. Nein, an Jesus glauben heißt immer, ihm nachfolgen. Natürlich gelingt uns das im Alltag in den einzelnen Momenten des Lebens nicht immer und wir tun eben oft noch nicht, was Jesus sagt. Deswegen sind wir ja auch Schüler (Jünger) und er ist der Lehrer. Nachfolge bedeutet: Da ist mitten in der Finsternis einer, der ist das Licht. Jesus selber identifiziert sich mit Licht (Joh 8,12). Jetzt geht es darum zum Licht zu kommen und im Licht zu leben, d.h. nah an Jesus. Jesus ruft in unserem Abschnitt dazu auf, in V36: „Glaubt an das Licht, solange ihr´s habt, auf das ihr des Lichtes Kinder werdet.“ Das Thema „Sein Leben bewahren“ muss mit Jesus und dem individuellen Vertrauen (pers. Glaube) ihm gegenüber, dass sich im Alltag durch gelebte Nachfolge erweist, beantwortet werden.
1.4 Struktur des Abschnittes:
Wir haben einen kleinen Abschnitt der Einführung – Vers 20-22. Eigentlich wollen ein paar Menschen zu Jesus und schicken die Jünger mit dieser Bitte zu ihm. Jedoch kommt es nicht zu diesem Treffen, denn Jesus ist nun fokussiert auf sein Sendungsziel. Er war immer fokussiert auf dieses Ziel, aber man hat den Eindruck jetzt spitzt sich alles zu. Sein Ziel, z.B. Lk 19,10: „denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist“ oder Mk 10,45: „Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele“ oder 1Joh 3,8: „Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichtet.“ Man könnte hier noch viele Stellen anfügen, allen voran natürlich Joh 3,16!
Ab Vers 23 beginnt dann der eigentliche Inhalt des Textes. V23-24 redet Jesus über sich selbst. V25-26 geht es um die Menschen. V27-28 geht es wieder um Jesus. V28 kommt der Vater vor. V29-30 kommen wieder Menschen vor. V31 kommt Satan vor. V32-33 geht es wieder um Jesus. V34 kommen die Menschen vor. V35a geht’s um Jesus. V35b-36 geht es um die Menschen.
Wir wollen den Abschnitt anhand des Themas „Sein Leben bewahren“ behandeln.
1.5 Wichtige Begriffe:
Ich möchte versuchen euch ein paar Begriffe aus dem Text zu erläutern, die mir wichtig erscheinen.
Wahrlich, Wahrlich (gr. amen, amen)
Sehr starke Redewendung im griechischen. „Das ist wahrhaftig so“, oder heut würde man sagen: „Das ist 100pro so“, „Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“. Diese Redewendung macht uns klar: Aufpassen, jetzt kommt was Wichtiges. Der Begriff selbst kommt aus dem hebräischen.
Menschensohn (gr. hios tou antrophou)
Wörtlich meint das einfach ein Mensch – Der Gestalt nach einem Menschen. Aber der Begriff bezieht sich auf eine Stelle aus Dan 7,13f: „Ich schaute in Visionen der Nacht: Und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. Und er kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn. Und ihm wurde Herrschaft[6] und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft[7] ist eine ewige Herrschaft[8], die nicht vergeht, und sein Königtum ⟨so⟩, dass es nicht zerstört wird“ Hier ist vom Sohn des Menschen, oder eben dem Menschensohn die Rede! Der Text macht deutlich: Dieser Menschensohn ist der Messias (Hebräisch)/Christus (Griechisch) = Gesalbte = der König! Er ist König nicht nur von Israel, sondern von der ganzen Welt. Es ist auch klar, dass es eine ewige, nicht endende Herrschaft ist. Bei den Juden war klar – wer sich Menschensohn nennt oder so genannt wird, der erhebt den Anspruch der Messias/Christus zu sein, von dem in Dan 7,13 die Rede ist. Wir sehen das ja in unserem Abschnitt. Die Volksmenge weiß, V34: Der Christus bleibt in Ewigkeit! Sie werden stutzig, weil Jesus sagt: der Menschensohn (anderer Messiastitel) muss erhöht werden. Für das Publikum ist klar: Menschensohn = Messias/Christus! Sie wollen jetzt genau wissen: Wer ist es?
Fürst dieser Welt (gr. archon tou kosmou)
Der Begriff archon (Fürst) kann man mit Herrscher, Anführer, Oberster übersetzen. Die Welt wird oft in Kontrast zu Gott gesetzt. Welt beschreibt den Bereich, der abgetrennt von Gott ist. Jesus sagt das ja so – Joh 8,23: „Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.“ Das höchste und mächtigste Wesen dieser Welt (Finsternis, Trennung von Gott) ist der Satan/Teufel. Er ist ein gefallener Engel, vielleicht einer der obersten der Engel -> Texte aus dem AT legen uns das Nahe, z.B. Hes 28,11ff; Jes 14,12ff. Diese Konstruktion kommt noch in Joh 14,30 und Joh 16,11 vor. In Eph 2,2 wird er „der Fürst der Macht der Luft“ bezeichnet. In 2Kor 4,4 der Gott dieser Welt. Interessant ist das, was Jesus in Vers 25 sagt. Er redet davon, dass man „das Leben auf dieser Welt“ hassen muss. Damit ist nicht gemeint, dass man Suizid gefährdet leben soll, sondern, dass man seinen Fokus auf das zukünftige Leben hat – das ewige Leben bei Gott.
Ewiges Leben (gr. aionoin zoen)
Schon in Joh 3,16 wird uns gesagt, dass es ewiges Leben gibt. Damit ist eine ewige, nicht endende leibliche Existenz auf einer neuen Welt im Angesicht Gottes gemeint. Man kann dazu Offb 21+22 lesen. Vorher wird es eine Auferstehung geben. Diese Existenz steht im Kontrast zur Existenz auf dieser Welt, die gegen Gott lebt. Deswegen muss man sich auch gegen „diese Welt“ und „für die kommende Welt“ entscheiden.
Hassen (gr. miseo)
Der Begriff im Griechischen kann man auch mit nicht lieben übersetzen. Wenn Jesus davon spricht, dass man „Sein Leben auf dieser Welt hassen soll“, dann meint er nicht: verabscheue das Leben, tue alles dafür, dass es möglichst schnell endet. An anderer Stelle sagt Jesus, Lk 14,26, dass wir Vater und Mutter hassen sollen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir unsere Eltern ehren sollen. Das finden wir in den 10 Geboten. Es geht darum, dass wir alles in unserem Leben hinter Jesus und dem, was er uns schenkt, stellen sollen.
2. Verstehen, worum es geht
Es geht in unserem Abschnitt um die zentrale Frage: Wie kann man sein Leben bewahren, bzw. wie kann man ewig Leben. Es ist die zentralste Frage im Leben von uns Menschen. Man kann sie auch im Hinblick auf Gott so formulieren: Wie kann ich im Lichte eines gerechten Gottes bestehen?
Gleichzeitig richtet sich diese Frage nicht nur ins Jenseits, sondern auch ins Diesseits. Glauben an Jesus (der uns rettet und ewiges Leben schenkt) zeigt sich im Alltag durch Nachfolge und Gehorsam. Ja, das ist ein Übungsfeld und keineswegs so, dass wir Christen sofort alles im Willen Gottes tun.
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Immer wieder haben wir biblische Texte, wo wir glasklar zu einem Leben mit Jesus aufrufen müssen und dürfen. Wir wollen eben auch den Schwerpunkt darauflegen, dass Glaube an Jesus Nachfolge im Alltag bedeutet. Und das nicht als Option, sondern als normales Christsein. Weil Jesus alles gegeben hat, deswegen machen wir uns auf den Weg im Vertrauen an ihn!
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Jesus redet kurz vor seinem Tod wichtige Wort an seine Jünger, an die Juden. Wir befinden uns an der Schwelle zum Neuen Bund, der mit Tod, Auferstehung und schließlich Pfingsten beginnt.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Unser Text gibt und ein Gespräch Jesu wieder. Wir haben keine Prosa oder sonstige Textgattung.
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Wir wollen auf der einen Seite Jesus betrachten: Was hat er für uns getan? Wat sein Sterben am Kreuz für kosmische Auswirkung? Ewiges Leben wird möglich! Auf der anderen Seite werden wir persönlich. Hat Jesu Tat am Kreuz Auswirkungen auf dein Leben? Welche Auswirkung führt zum ewigen Leben (Glaube = Nachfolge) und welche Auswirkung eben auch nicht (Gleichgültigkeit, etc.). Wir wollen die Zuhörer einladen, ihr Leben im Sinne Jesu zu bewahren.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Sein Leben bewahren (Vorschlag vom Verband)
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Sein Leben bewahren
- Jesus stößt die Türe zum ewigen Leben auf
- Wir müssen uns entscheiden!
- Im Alltag Glauben leben
Zu 1. Jesus stößt die Türe zum ewigen Leben auf
Wir können den Satz in V24 nicht oft genug betonen. Jesus geht in den Tod, damit wir Leben haben. Das ist der große Deal des Kreuzes. Deswegen können wir wie Paulus in 1Kor 2,2 sagt, nicht oft genug vom Kreuz reden. Das Kreuz Jesu ist für uns weder Torheit noch Skandal/Anstoß, sondern Gottes Weisheit und Gottes Kraft (1Kor 1,24). Nur so kann uns Menschen ewiges Leben zuteilwerden. In diesem Punkt können wir entfalten, was wir uns weiter oben erarbeitet haben unter dem Punkt „die Wichtigkeit des Kreuzes“, „Heilsweg – not easy going“ und „ewiges Leben“! Der Fokus muss Christus sein. Wir machen uns klar, was er für uns getan hat, und kommen in die Anbetung, ins Loben, in die Dankbarkeit! Wir wollen mit 2Kor 5,15 betonen, dass die einzig richtige Reaktion Hingabe ist!
Zu 2. Wir müssen uns entscheiden
Es ist wichtig, dass wir immer wieder darauf hinweisen, dass Glaube eine Willensentscheidung ist. „Wer mir dienen will, der folge mir nach“ – V26. Jesus macht zwei Wege deutlich, die in der Schrift immer wieder vorkommen. Es ist der Weg des Glaubens und des Unglaubens. Im AT z.B. Jer 17,7-9, oder Psalm 1. Im NT z.B. Mt 7,24-27; Mt 7,13-14. Es ist eine Willensentscheidung aufgrund der Offenbarung durch das Wort Gottes, bzw. geweckt durch das Wort Gottes (Röm 10,17). Natürlich bereitet Gott unser Herz vor und zieht uns. Das ist gar keine Frage. In diesem Sinne reden wir von keinem Werk, sondern es ist ein Ja zum Gnadenangebot Gottes durch Jesus Christus. Du selbst kannst dein Leben bewahren, in dem du dich abkehrst von der Welt und von deiner Selbstbestimmung (Selber Gott sein – das ist die Ursünde 1Mo 3,5) hin zu Jesus und einem Christusbestimmten Leben. Das bedeutet: Ich bin jetzt sein Diener (vgl. V26). Er hat mir zuerst gedient (Mk 10,45) – nur so kann ich ein Kind Gottes werden. Wir müssen in der Predigt hier unsere Zuhörer vor die Wahl stellen ganz nach dem Vorbild des Josua in Jos 24,15: „Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter gedient haben jenseits des Stroms, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen“
Zu 3. Im Alltag Glauben leben
Was heißt das praktisch? Echter Glaube bleibt niemals nur Kopfsache, sondern geht ins Leben hinein – es ist gelebte Nachfolge. Eine Entscheidung für Jesus „gipfelt“ in der Hingabe des eigenen Lebens. D.h., jeder Mensch beginnt sein Leben aus der Perspektive „Jesus, was willst du von mir“ zu leben. Es passiert das, was in Röm 12,1-2 steht: „Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist. 2 Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüft, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ Jesus redet in unserem Abschnitt davon, dass es darum geht ihm zu dienen. Man dient Jesus, in dem man sein Leben am Wort Gottes ausrichtet, in dem man sein Leben als „Gottesdienst“ sieht. Und dann bedeutet das, dass wir uns verändern lassen in das Bild Christi (Röm 8,29). Wir lernen zu fragen: Herr, was willst du, das ich tue? Eine große Antwort haben wir. Leben nach seinem Willen -> Leben nach dem Wort Gottes. Vielleicht können wir aus dem eigenen Leben beispielhaft erzählen, was es für uns im Alltag bedeutet, dass wir mit und für Jesus leben.
Beispiele:
Paulus ist vielleicht das radikalste Beispiel. Seine Umkehr zu Jesus war sehr sichtbar. Sein Handeln, sein Reden etc. Vom Terroristen zum Evangelisten oder vom Verfolger zum Nachfolger.
(Manuel Nowak)